(iz). Der neue Rechtsextremismus, das ist die Botschaft dieses Films, ist nicht mehr auf den ersten Blick als solcher sichtbar. Er ist habituell und intellektuell angekommen in der Mitte der Gesellschaft. Bei einem Bombenanschlag auf ein Wohnhaus in Berlin verliert Maxi (Luna Wedler) ihre Mutter (Mélanie Fouché) und ihre beiden kleinen Brüder. Ihr Vater Alex […]
(iz). Der neue Rechtsextremismus, das ist die Botschaft dieses Films, ist nicht mehr auf den ersten Blick als solcher sichtbar. Er ist habituell und intellektuell angekommen in der Mitte der Gesellschaft. Bei einem Bombenanschlag auf ein Wohnhaus in Berlin verliert Maxi (Luna Wedler) ihre Mutter (Mélanie Fouché) und ihre beiden kleinen Brüder. Ihr Vater Alex (Milan Peschel), ein Lehrer, flüchtet sich in Wahnvorstellungen, bleibt aber der linke, idealistische Menschenfreund. Maxi aber gerät in die Fänge Karls (Jannis Niewöhner), eines jungen, gutaussehenden Studenten, der sich in einem neurechten Netzwerk namens „Regeneration“ gegen Migration und für „Identität“ engagiert, seine Mitstreiter und -streiterinnen sind „junge Europäer“, überwiegend akademisch, überwiegend gutaussehend.
Auf deren Tagungen werden die üblichen antimigrantischen Klischees hergebetet, allerdings ohne die alte neonazistische Stumpfheit. Ja, es gebe Situationen, in denen man sein Brot teilen müsse, sagt das bildschöne, in marianisches Weiß gewandete Postergirl der französischen Rechten mit dem etwas zu sehr sprechenden Namen Odile Duval (Fleur Geffrier); aber man dürfe, peroriert sie, den Flüchtlingen eben nicht immer nur sagen „kommt“, sondern auch wieder „geht zurück“. Ihre Kombattantin, die hübsche Tschechin Jitka (Anna Fialová) – sie ist gestylt wie die Taylor Swift zwischen „1989“ und „Reputation“ –, ruft auch schon mal „Sieg Heil“.
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