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Gaza: Die Hitze in Zelten überstehen

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Der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC) warnt, dass Israels Zerstörung von Wohnhäusern und die Blockade von Unterkunftsmaterialien nahezu eine Million Menschen im Gazastreifen zwingen, die beginnende Sommerhitze in Zelten zu ertragen.

(IZ). Laut der NGO Shelter Cluster leben rund 170.000 Haushalte – etwa 986.000 Personen – in Zelten, weitere 5.000 schlafen im Freien und 52.000 in überfüllten Notunterkünften.

850.000 Menschen fehlt es an einfachen Materialien wie Planen, Sperrholz und Seilen; zugleich erreicht die Temperatur im wärmsten Monat 34,5 Grad, die Zahl der Hitzetage nimmt zu.

NRC und Shelter Cluster betonen, die Krise sei nicht naturbedingt, sondern Folge von Zerstörung, Vertreibung und blockierter Hilfe.

Ohne Schatten, Belüftung und grundlegende Verbesserungen der Behausungen steigt das Risiko von Hitzestress, Dehydrierung, Atemproblemen und Krankheiten insbesondere für Kinder, Ältere und chronisch Kranke. Frauen und Mädchen sind in überfüllten, schlecht beleuchteten und unsicheren Unterkünften zusätzlicher Gefahr und Angst ausgesetzt.

Israelische Militäroperationen haben laut einem UN/EU/Weltbank-Bericht 76,6 Prozent der Wohneinheiten in Gaza zerstört oder beschädigt.

Familien benötigen Zelte, Planen, Schattennetze, Plastikfolien und einfaches Werkzeug – keine Aufbaumaterialien, sondern Mindestschutz vor Hitze, Rauch, Staub und Schädlingsbefall. Ein Bewohner aus Deir al-Balah berichtet, seine Familie habe wegen der extremen Hitze im Zelt Verbrennungen im Gesicht erlitten.

Nach UN-Angaben sind die Bestände an Unterkunftsmaterialien und Hilfsgütern nahezu aufgebraucht; genehmigte Lieferungen – darunter 64.000 Zelte, 73.000 Kits zum Abdichten beschädigter Gebäude, 2.000 Notunterkunftssets und über sechs Millionen weitere Hilfsartikel – stecken weiterhin an den Grenzübergängen fest.

Shelter Cluster fordert planbare und kontinuierliche Einfuhren über alle Übergänge sowie Finanzierung für Sommerhilfen wie Schlafbedarf, Kleidung, solarbetriebene Ventilatoren, Beleuchtung und sichere Aufbewahrung.

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Gaza-Blockade führt zum humanitären Kollaps

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Gaza: Humanitäre Hilfe seit über zwei Monaten blockiert, Vorräte nahezu aufgebraucht – CARE warnt vor Zusammenbruch der Versorgung.

Bonn (CARE Deutschland). Seit mehr als zwei Monaten sind alle Grenzübergänge nach Gaza geschlossen, was die Einfuhr von lebenswichtiger humanitärer Hilfe und Handelsgütern blockiert. Die Lebensmittelvorräte gehen zur Neige, was zu einem Preisanstieg von mindestens 400 Prozent und damit zur Verschärfung der humanitären Krise und des Hungers in Gaza führt.

„Alle Menschen in Gaza, auch unsere eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind denselben Bedingungen und derselben Ungewissheit darüber ausgesetzt, ob es morgen noch etwas zu essen gibt“, sagte Jolien Veldwijk, Länderdirektorin von CARE Palästina (Westjordanland und Gaza).

„Ausnahmslos alle Menschen in Gaza sind inzwischen gezwungen, die letzten Nahrungsmittelvorräte zu rationieren. Viele überleben mit einem Stück Brot und einer Portion Bohnen am Tag. Schwangere Frauen und Kinder kommen unterernährt in unsere Klinik. Wir sehen eine dramatische Zunahme von Mangelernährung.“

Die vom Welternährungsprogramm (WFP) unterstützten Bäckereien mussten bereits vor Wochen schließen, CAREs Nahrungsmittelvorräte sind vollständig aufgebraucht. Auch Mehl, das Grundnahrungsmittel schlechthin, ist kaum noch verfügbar. Viele Menschen greifen notgedrungen auf verdorbene Reste zurück.

CARE hat große Mengen an Hilfsgütern – darunter medizinisches Material, Hygieneartikel, Zelte und Nahrungsmittel – in Ägypten, Jordanien und dem Westjordanland gelagert. Diese können Gaza jedoch nicht erreichen. Das CARE-Gesundheitszentrum in Deir Al-Balah, das täglich Hunderte Patient:innen versorgt, verfügt nur noch über Vorräte für wenige Wochen.

„Unsere Teams tun alles, um die medizinische Grundversorgung aufrechtzuerhalten und Trinkwasser an vertriebene Familien zu liefern“, sagte Veldwijk. „Aber ohne Nachschub werden wir bald noch stärker rationieren müssen. Wir schließen unsere Klinik nicht, aber unsere Möglichkeiten werden drastisch eingeschränkt.“

CARE fordert ein sofortiges Ende der Blockade, die Freilassung aller Geiseln, ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe und einen dauerhaften Waffenstillstand.

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Missbrauch durch Vetomächte. UN verliert an Glaubwürdigkeit

UN USA Veto Waffenstillstand Sicherheitsrat

(Bonus für Online-Abo). Angesichts der Liquiditätskrise befindet sich die UN politisch und finanziell in einer verzweifelten Lage. Ihre Vertrauenswürdigkeit erreicht einen Tiefpunkt. (IPS). Der Missbrauch des Vetorechts gegenüber der Weltöffentlichkeit […]

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Gaza hängt von auswärtiger Hilfe ab. Krieg schneidet sie komplett ab

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Gaza steht derzeit unter Dauerbeschuss. Das Gebiet ist abhängig von globaler Hilfe. Krieg bedeutet, dass nichts hereinkommt. (The Conversation). Internationale Hilfsorganisationen warnen davor, dass sie die Menschen im Gazastreifen nicht […]

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Luftangriffe gehen weiter. Hunderttausende sind ohne Obdach

Luftangriffe auf Gaza: Israel setzt seinen Beschuss fort. Die humanitäre Lage verschlechtert sich stündlich.

(dpa, KNA, iz). Die Zahl der beim Beschuss durch die israelische Armee (IDF) im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist am Donnerstag auf mindestens 1.354 gestiegen. Mehr als 6.000 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Beobachter gehen davon aus, dass eine Bodenoffensive in dem dicht bevölkerten Gebiet bevorsteht.

Die Zahl der Toten in Israel durch die Hamas ist nach Armeeangaben auf mehr als 1.200 gestiegen. Mindestens 3,000 weitere seien verletzt worden. Rund 150 Menschen wurden von in den Gazastreifen entführt.

Nach Angaben des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) würden die Vorräte der Agentur nur für 12 Tage reichen. Allerdings könne man täglich bloß 150.000 Menschen versorgen. Es rief Geberländer zur Freigabe von Hilfsmitteln in Höhe von 104 Mio. Dollars auf. Seit dem 7. Oktober seien 20 UNRWA-Einrichtungen beschossen und dadurch beschädigt bzw. zerstört worden.

„Die israelischen Behörden, die nach internationalem Recht die Besatzungsmacht über den Gazastreifen sind, haben die Pflicht, für die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu sorgen. Stattdessen führen sie den Gazastreifen seit 2007 als ‘Freiluftgefängnis’ und schränken den Personen- und Warenverkehr umfassend ein“, erklärte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Mittwoch.

Foto: Yousef Hammash, X

Luftangriffe und Blockade lösen humanitäre Katastrophe aus

Die massiven israelischen Angriffe verbreiten unter der Zivilbevölkerung seit Tagen Angst und Schrecken. Sie kämen aus der Luft, vom Meer und vom Land, berichtete das UN-Nothilfebüro (OCHA) am Donnerstag. Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel seien unvermindert weitergegangen. Bis zum späten Mittwochabend seien bereits fast 340.000 Menschen aus ihren Wohnungen geflüchtet, berichtete OCHA. Im Gazastreifen leben rund 2,2 Millionen EinwohnerInnen.

Bis Mittwochmittag waren mehr als 4.600 Wohnungen zerstört oder so stark beschädigt, dass sie unbewohnbar wurden, wie OCHA unter Berufung auf Behörden in Gaza berichtete. 32.000 weitere waren leicht beschädigt.

Die Flüchtenden haben kaum sichere Zufluchtsorte: Israel hat den nur 14 Kilometer breiten Küstenstreifen vollständig abgeriegelt, der einzige Grenzübergang nach Ägypten ist auch gesperrt.

Sie können sich nur auf dem Territorium von Gaza bewegen. Und fliehen OCHA zufolge in der Hoffnung, Angriffen zu entgehen, in andere Viertel zu Verwandten, Freunden oder in Schulen des UNWRA. Nach Quadratkilometern ist der Gazastreifen halb so groß wie Hamburg.

Foto: Palestinian Red Crescent

Verhandlungen über Freilassung israelischer Geiseln laufen weiter

Nach Angaben internationaler Medien bemühen sich das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) sowie Regierungen wie die türkische weiterhin um die Freilassung der entführten israelischen BügrerInnen. Mindestens 150 Israelis und Ausländer – darunter Soldaten, Zivilisten, Kinder und Frauen – werden seit dem überraschenden Überfall der Hamas auf israelisches Gebiet am Samstag im Gazastreifen als Geiseln gehalten.

Nach Angaben der „Times of Israel“ vom Morgen (Donnerstag) werde die Blockade der Strom- und Wasserversorgung erst dann in Erwägung gezogen, wenn die Geiseln zurückgekehrt seien. Das schrieb der israelische Energieminister Katz auf X (ehemals Twitter).

„Als neutraler Vermittler sind wir bereit, humanitäre Besuche durchzuführen, die Kommunikation zwischen Geiseln und Familienangehörigen zu erleichtern und eine eventuelle Freilassung zu ermöglichen“, erklärte Fabrizio Carboni, Regionaldirektor des IKRK für den Nahen und Mittleren Osten, am Donnerstag.

Geiselnahmen seien nach dem humanitären Völkerrecht verboten. Jeder Festgenommene müsse sofort freigelassen werden. Das IKRK forderte „beide Seiten auf, das Leiden der Zivilbevölkerung zu verringern“.

Der Krieg hat seit Samstag beiderseits schon mehrere tausend Menschenleben gefordert. „Das menschliche Elend, das durch diese Eskalation verursacht wird, ist abscheulich.“

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Foto: imago/imagebroker

Wasser: UNO warnt vor Krise

Das UNRWA warnte zeitgleich vor einer Wasserkrise im Gazastreifen. „Die UNRWA-Notunterkünfte sind überfüllt und die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, Non-Food-Artikeln und Trinkwasser ist begrenzt. In UNRWA-Notunterkünften und im gesamten Gazastreifen droht aufgrund beschädigter Infrastruktur eine Wasserkrise“, hieß es im aktuellen Lagebericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Aufgrund der vollständigen Blockade könnten Wasservorräte nicht wieder aufgefüllt werden,

Auch die Gesundheitsversorgung im Westjordanland wird beeinträchtigt

Der Krieg gefährdet die Arbeit des Caritas Baby Hospitals Bethlehem. Nach der Abriegelung des Westjordanlandes sei der Zugang für die Bevölkerung aus dem besetzten Gebiet nicht mehr möglich, sagte die Präsidentin des Trägervereins Kinderhilfe Bethlehem, Sibylle Hardegger. Damit seien sie von der Versorgung des einzigen Kinderkrankenhauses im Westjordanland abgeschnitten.

„Das kann etwa bei Frühgeburten sehr gefährlich sein“, so Hardegger. Derzeit würden nur noch etwa 15 kleine Patienten stationär behandelt. In die Ambulanz kämen weniger als ein Drittel der üblichen Zahl. Daher nähmen Ärztinnen, Ärzte und Sozialarbeiterinnen der Klinik nun Kontakt vor allem mit chronisch erkrankten Patienten und ihren Familien auf, um sicherzustellen, dass diese die benötigten Medikamente bekommen.

„Wir befürchten auch eine mögliche Knappheit bei wichtigen Gütern“, so die Theologin weiter. Daher habe die Krankenhausleitung die Reserven an Medikamenten, medizinischem Verbrauchsmaterial und Heizöl für den Winter aufgestockt.

Hardegger zeigte sich „erschüttert, sprachlos und voller Sorge“ angesichts einer nie dagewesenen Eskalation der Gewalt. „Meine Gedanken sind bei allen, die an Leib und Leben bedroht sind; bei jenen, die Angehörige verloren haben, bei jenen, die sich seit Jahren für humanitäre Hilfe in der Region einsetzen; und bei jenen, die im Kleinen und Großen stetig versucht haben, Brücken des Friedens zu bauen.“

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Gaza nach dem Terror: Gebiet unter Blockade

Angst Eskalation

Gaza: Nach ersten Luftangriffen wartet die Zivilbevölkerung auf die erwartete Bodenoffensive. Tel Aviv verhängte eine totale Blockade.

(KNA, dpa, iz, Agenturen). Neben der angeordneten Unterbrechung der Strom-, Treibstoff- und Lebensmittelversorgung wird Israel das Wasser abdrehen. Das geht aus Äußerungen des Ministers für Infrastruktur, Energie und Wasser, Israel Katz, hervor. Ähnlich äußerte sich Verteidigungsminister Gallant. „Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und handeln entsprechend“, wurde er von Medien zitiert.

„Eine Bombardierung, die Dutzende palästinensischer Kinder töten wird, und die Streichung von Strom, Lebensmitteln und Treibstoff für Krankenhäuser und Familien sind nicht zu rechtfertigen“, sagte diesbezüglich der ehemalige norwegische Politiker und heutige Vertreter des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) Jan Egeland. Andere internationale Stimmen weisen darauf hin, dass eine totale Blockade gegen internationales Recht verstößt.

Foto: IDF Spokesperson’s Unit, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Gaza vor Beginn der Bodenoffensive ohne Versorgung aus Israel

Das dicht besiedelte Gebiet, in dem mehr als 40 Prozent der Einwohner 14 Jahre alt oder jünger sind, ist damit einer totalen Blockade aller Güter und Versorgungsleistung von israelischer Seite ausgesetzt. Unterdessen gehen die seit Samstag als Reaktion auf den Terror der Hamas gegen israelische Zivilisten geflogenen Luftangriffe weiter.

Die Hilfsorganisation Islamic Relief warnte vor einer Verschlechterung der humanitären Lage im Gazastreifen durch die israelische Gegenoffensive. Ein Großteil der Bevölkerung sei auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. „Alle Parteien sollten Zurückhaltung üben, um weitere zivile Opfer zu vermeiden“, hieß es. Israel hatte der in Großbritannien ansässigen Organisation in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, die Hamas zu unterstützen.

Nachdem Israel die Einfuhr von Gütern in den Gazastreifen gestoppt hat, sollen die Menschen in dem Küstengebiet laut Meldungen Hilfslieferungen aus dem benachbarten Ägypten erhalten. Hilfslieferungen verschiedener Nichtregierungsorganisationen stünden in der Nähe des Grenzübergangs bereit, sagte ein Vertreter der palästinensischen Botschaft in Rafah, dem ägyptischen Grenzübergang zum Gazastreifen, am Montag.

Der Grenzübergang ist derzeit geöffnet, die ägyptischen Behörden müssen noch zustimmen. Bereits am Sonntag waren erste Hilfslieferungen in Gaza eingetroffen.

Ana Povrzenic, Direktorin des NRC für Palästina, rief zu einem Ende der Gewalt und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. „Alle Parteien müssen sich an das humanitäre Völkerrecht halten, indem sie es unterlassen, Zivilisten absichtlich oder wahllos ins Visier zu nehmen. Sie müssen sich an die Grundsätze des humanitären Rechts halten.“

Foto: Mohmmed Asad/Middle East Monitor

Die Zivilbevölkerung zahlt den Preis für den Terror

Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) teilte am Montag mit, dass der Bedarf an humanitärer Hilfe in den besetzten palästinensischen Gebieten weiter steigt, da der Zugang zu Hilfsgütern derzeit nicht möglich ist.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden mindestens 413 Palästinenser getötet und 2.300 verletzt. Weitere 13 Palästinenser, darunter ein Kind, wurden von israelischen Streitkräften im Westjordanland getötet. Das israelische Militär teilte der Presse mit, dass es 426 Ziele im Gazastreifen angegriffen habe und erklärte, dass es sich dabei um Hochburgen von Hamas-Kämpfern und -Führern handele.

„Wenn wir aus früheren Eskalationen etwas gelernt haben, dann, dass wir, solange schwere Übergriffe ungestraft bleiben, noch mehr Repression und Blutvergießen unter der Zivilbevölkerung erleben werden“, sagte Omar Shakir von Human Rights Watch.

Nach Angaben des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) wurde am 8. Oktober eine Schule des Hilfswerks getroffen, in der 225 Menschen Schutz suchten.

„Inzwischen ist die Zahl der Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit aus ihren Häusern fliehen mussten, über Nacht stark angestiegen. Nahezu 74.000 Vertriebene befinden sich jetzt in 64 UNRWA-Unterkünften, und die Zahl wird wahrscheinlich noch steigen, da der schwere Beschuss und die Luftangriffe auch auf zivile Gebiete anhalten. UNRWA-Teams versorgen die Familien mit Unterkünften und sauberem Wasser. Derzeit werden Hilfsgüter wie Lebensmittel, Hygienesets und Reinigungsmittel für die Familien vorbereitet“.

Foto: Deutscher Bundestag / Florian Gaertner / photothek

Längerfristige Folgen – Hilfe auf dem Prüfstand

Unterdessen haben deutsche Politiker die Entwicklungshilfe für die palästinensischen Gebiete in Frage gestellt. „Nach dem Angriff der Hamas auf Israel gehören alle deutschen und internationalen Hilfsgelder für den Gazastreifen und das Westjordanland auf den Prüfstand“, sagte der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes erhalten die palästinensischen Gebiete in diesem Jahr knapp 73 Millionen Euro, die über UN-Institutionen und Hilfsorganisationen verteilt werden. Der Großteil der Gelder sei bereits ausgezahlt.

Das Entwicklungsministerium hat nach eigenen Angaben bis 2023 rund 250 Millionen Euro zugesagt, die Hälfte davon über bilaterale Projekte der KfW Entwicklungsbank und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in diesem und im kommenden Jahr.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hatte bereits am Wochenende angekündigt, die Hilfsgelder auf den Prüfstand stellen zu wollen.

Die EU hat den Angaben zufolge für die humanitäre Hilfe in den Palästinensergebieten von 2021 bis 2024 einen Finanzrahmen von knapp 1,2 Milliarden Euro vorgesehen. Hinzu kämen knapp 100 Millionen Euro für Flüchtlinge. Am Montag kündigte die EU-Kommission an, die Auszahlung der EU-Hilfen zu stoppen.