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Integrationskurse: Kritik von NGOs an Kürzung

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Freiwillige Integrationskurse sind vorerst gestoppt. Aus Sicht des Caritasverbandes ist eine Kürzung des Angebots aus mehreren Gründen der falsche Weg. Die SPD hält das letzte Wort noch nicht für gesprochen. […]

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Caritas: 23 Millionen Afghanen leiden Hunger

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2021 übernahmen die Taliban die Macht über die Afghanen. Caritas international betont aber: Es müsse möglich sein, „dass Frauen mit uns und wir für Frauen arbeiten können“.

Freiburg (KNA). Rund drei Jahre nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist dort die Situation der Bevölkerung nach Caritas-Angaben dramatisch. „Die humanitäre Lage ist weiterhin äußerst prekär“, sagte der Leiter des Hilfswerks Caritas international, Oliver Müller, in einem Interview der Zeitschrift „Herder-Korrespondenz (Juni-Ausgabe).

„Rund 23 Millionen Menschen, die Hälfte der Bevölkerung, leiden Hunger“, betonte Müller. Die Machtübernahme habe zur Folge gehabt, dass sich der wirtschaftliche Niedergang des Landes weiter beschleunigt habe – nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg und mehreren Naturkatastrophen.

Durch das Ende der bewaffneten Kämpfe habe sich zwar die Sicherheitslage verbessert. „Sehr schwer wiegt jedoch die dramatische Verschlechterung der Menschenrechtslage, insbesondere für ethnische Minderheiten wie die Hazara sowie für Frauen und Mädchen“, sagte Müller. Frauen seien vom Universitätszugang und „von weiten Teilen der Arbeit für Hilfsorganisationen“ ausgeschlossen.

Hilfswerke könnten weiter aktiv sein in Afghanistan. Die Rahmenbedingungen müssten jedoch immer wieder neu ausgehandelt werden, sagte der Caritas-international-Chef. Das sei oft mühsam, aber derzeit vielerorts machbar.

Es gebe aber durchaus „rote Linien“ für eine Zusammenarbeit seitens der Caritas: „Wenn die Möglichkeit nicht mehr besteht, dass Frauen mit uns und wir für Frauen arbeiten können, müssen wir die Hilfen einstellen.“ Dies sei in einigen Provinzen schon passiert.

Zur Frage, was aus den Ortskräften, die einst für Deutschland oder die USA in Afghanistan gearbeitet haben, geworden sei, sagte Müller: „Wir können nur für unsere Mitarbeitenden sprechen, die bis August 2021 in unserem Kabuler Büro für uns gearbeitet haben. Wer von diesen Kollegen Afghanistan verlassen wollte, ist mittlerweile außer Landes und hat in Deutschland Aufnahme gefunden.“

Die Eingewöhnung sei „für nahezu alle ein oft sehr steiniger Weg“. Frustrierend sei, dass in vielen Fällen die Berufsabschlüsse dieser Menschen nicht anerkannt würden.

Es fehlen private Räume

Bonn (KNA). Die Caritas dringt auf einen besseren Schutz von Frauen in Flüchtlingseinrichtungen. „Ich bin unbedingt dafür, vernünftige Unterkünfte zu schaffen“, sagte Susanne Rabe-Rahman, die bei der Kölner Caritas für den Bereich Integration verantwortlich ist, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn.
Oftmals hätten sie einen eher provisorischen Charakter. Aber: „Die Leute brauchen einen privaten Raum“ – auch mit Blick auf mögliche sexuelle Gewalt gegen geflüchtete Frauen. Immer wieder beklagen Experten, dass es mitunter keine abschließbaren Sanitärbereiche gebe.
Zu beobachten ist Rabe-Rahman zufolge auch, dass muslimische Frauen mit Kopftuch dieses wegen der fehlenden Privatheit kaum noch ablegen könnten. Manche Männer berichteten zudem, dass sich ihre Ehefrauen in der Kleidung – anders als es in der Heimat üblich gewesen sei – teils recht „zugeknöpft“ zeigten, weil sie sich schutzlos fühlten.
Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, kritisiert im aktuellen „Spiegel“ fehlende Schutzmaßnahmen für geflüchtete Frauen und Kinder im Asylpaket II. In der jetzigen Fassung sei nur noch die Rede davon, dass ehrenamtliche Helfer zukünftig erweiterte Führungszeugnisse vorlegen müssten.
Ursprünglich sollten die Länder darüber hinaus gezwungen werden, Mindeststandards wie abschließbare Toiletten und getrennte Duschen in ihren Flüchtlingsunterkünften bereitzustellen, wie es hieß. Auch war geplant, dass Heime, in denen Kinder leben, eine Betriebserlaubnis nach dem Kinder- und Jugendhilferecht benötigen.
Rörig bezeichnete das Fehlen dieser Schutzvorschriften laut „Spiegel“ als „grob fahrlässig“. Es gebe zunehmend Fälle von sexuellen Übergriffen auf Kinder in Flüchtlingsunterkünften. Es dürfe nicht sein, dass „in Deutschland derzeit nicht Kind gleich Kind gilt“.