, , ,

Ramadan-Feiertag: ein Höhepunkt mit Lokalkolorit

Feiertag Ramadan

Am Ende des Ramadans steht als Feiertag das ‘Id-Al-Fitr, vor der Tür: das Fest des Fastenbrechens. Es ist neben dem Opferfest das zweite große Fest im Islam. (iz). Türkische Muslime […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, , ,

Maulid: Muslime feiern den Prophetengeburtstag

maulid

Jährlich gedenkt die muslimische Welt der Geburt (Maulid) des Gesandten Allahs, Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, dem Siegel der Propheten.

(iz). Er wurde als Barmherzigkeit für alle Welten gesandt, als Rufer zu Allah und als eine strahlende Leuchte, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Seine Geburt war mit großen Zeichen und besonderen Ereignissen verbunden.

Die Gedenkveranstaltungen zum Geburtstag des Propheten entstanden wenige Jahrhunderte nach der Etablierung des Islam. Die islamischen Gelehrten betrachten sie mehrheitlich als gut und empfehlenswert, denn sie dienen der Erinnerung an die Geburt und die Entsendung des Propheten Muhammad, an sein Leben und sein großes Vorbild, sowie die Wichtigkeit und Bedeutung, diesem vorbildlichen Leben zu folgen.

prophet

Foto: Tamer A Soliman, Shutterstock

Rechtfertigung der Feier

Allah der Erhabene sagt im Qur’an: „Wahrlich, im Gesandten Allahs habt ihr ein vorzügliches Beispiel für den, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs vielfach gedenkt.“

Zu diesem Gedenken werden Veranstaltungen anlässlich des Maulid An-Nabi (auch Maulud, arab. Geburtstag des Propheten) aus Liebe zum Propheten seit Jahrhunderten in allen muslimischen Völkern durchgeführt, auch wenn in letzter Zeit einige wenige Muslime diese als „unerlaubte Neuerung“ kritisieren, da vom Propheten selbst, wie auch von seinen Gefährten nicht bekannt ist, dass sie seinen Geburtstag entsprechend begingen, so wie ja allgemein das Feiern von Geburtstagen im Islam keine Tradition hat.

Die überwiegende Mehrheit der Muslime und ihrer Gelehrten jedoch betrachteten und betrachten die Feierlichkeiten anlässlich des Prophetengeburtstags als eine lobenswerte und segensreiche Neuerung.

Einer der größten Gelehrten des klassischen Islam, Schaikh Ibn Hadschar Al-Asqalani, der Kommentator des Sahih Al-Bukhari, sagte: „Alles, was nicht während der Zeit des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, bestand, wird Erneuerung genannt, aber einige sind gut, während es andere nicht sind.“

Der große Hadith-Gelehrte Imam Al-Baihaqi übermittelt in seinem Werk „Manaqib Asch-Schafi’i“, dass Imam Asch-Schafi’i, der Begründer einer der vier sunnitischen Rechtsschulen, sagte: „Es gibt zweierlei Neuerungen – diejenige, welche dem Qu’ran, der Sunnah und der einheitlichen Übereinkunft der Muslime zuwiderläuft, ist eine Neuerung der Täuschung, während eine gute Neuerung keinen Widerspruch zu diesen Dingen bedeutet.“

Imam An-Nawawî, ebenfalls einer der größten Gelehrten des Islam, sagte in „Tahzib al-Asma’ wa ‘s-Sifat“: „Neuerung bedeutet im Sinne der islamischen Rechtsordnung etwas einzuführen, was zu Zeiten des Propheten nicht existierte, und es ist zu unterscheiden zwischen guten und schlechten (Neuerungen).“

Foto: Shujaat Ali Quadri, via Wikimedia Commons | Lizenz: gemeinfrei

Diese Auffassung der rechtschaffenen früheren Gelehrten wird gestützt durch den bekannten Ausspruch des Gesandten Allahs, Segen und Friede seien auf ihm:

„Derjenige, der einen guten Brauch (Sunnatun hassana) im Islam etabliert, erhält die Belohnung dafür, und die Belohnung all derjenigen nach ihm, die ihm folgen, ohne dass ihr Lohn um das Geringste gemindert würde; wer jedoch einen schlechten Brauch einführt, auf dem lastet die Strafe all derer, die danach handeln, ohne dass ihre Strafe um das Geringste vermindert würde.“

Imam As-Suyuti, der große Universalgelehrte aus Ägypten, machte in seinem „Al-Hawi li’l-Fatawi“ in einem besonderen Abschnitt mit dem Titel „Die Gute Absicht in der Erinnerung des Maulid“ folgende Aussage:

„Es gibt eine Frage zur Erinnerung des Maulid des Propheten im Monat Rabi’al-Awwal. Was ist die legale Regelung im Din, ist es gut oder schlecht? Wird derjenige, der ihn begeht, belohnt oder nicht?

Die Antwort, die mir dazu kommt, ist folgende: Sich an den Maulid zu erinnern bedeutet, die Leute zu versammeln, Teile des Qur’an zu rezitieren, Geschichten über den Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, zu erzählen sowie die Zeichen, die ihn begleitet haben.

Dann wird Essen serviert. Danach trennen sich die Leute wieder. Dies ist eine der guten Neuerungen und derjenige, der sie praktiziert, wird belohnt, denn er verehrt den Rang des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, und er drückt Freude aus über dessen ehrenhafte Geburt.“

Foto: Touzrimounir/Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0

Große Tradition der Lobgebete

In der islamischen Literatur und Dichtung gibt es eine große Tradition der Lobgedichte auf den Propheten. Der erste, der diese Tradition noch in Gegenwart des Propheten selbst begann, war der Prophetengefährte Hassan Ibn Thabit.

Einer der berühmtesten Verfasser von Gedichten auf den Propheten ist Imam Al-Busairi, dessen Gedicht „Al-Burda“ in der ganzen muslimischen Welt das vielleicht berühmteste und bekannteste seiner Art ist. Sein zweites großes Werk „Al-Hamziya“ steht dem in nichts nach.

Von Marokko bis Indonesien bekannt und geschätzt ist auch das klassische Werk „Dala’il Al-Khairat“, eine Sammlung von Segenswünschen und Gebeten auf den Propheten, verfasst von dem aus Marokko stammenden Imam Al-Dschazuli. Es wird von vielen Muslimen täglich rezitiert.

An Veranstaltungen zum Maulid, beispielsweise in Nordafrika von Marokko bis Ägypten, werden diese Lobgedichte und Segenswünsche traditionell rezitiert und gesungen. Es wird der Qur’an gelesen, gemeinsame Bittgebete gemacht und Lehrvorträge über die Geburt und das Leben des Propheten und sein Vorbild gehalten.

Ganz ähnlich laufen auch in den türkischen Moscheen die Zusammenkünfte anlässlich des Maulid ab. Da der Prophet und seine Geburt mit Licht in Verbindung gebracht wird, werden die Moscheen oft mit vielen Lichtern geschmückt. Neben der Lesung des Qur’an und gelehrten Vorträgen zur Erinnerung an den Propheten werden religiöse Lieder der türkischen Tradition, etwa von Yunus Emre, gesungen.

In jedem Fall wird das bekannteste Maulid-Gedicht in der türkischen Tradition, das Mevlüt-i Serif von Süleyman Çelebi, rezitiert. Es wird nicht nur zum Geburtstag Muhammads vorgetragen, sondern auch zu anderen Gelegenheiten, denen eine besondere Bedeutung zukommt. Das Mevlüt-i Serif von Süleyman Çelebi liegt auch in einer sehr schönen Auszugsübersetzung von Prof. Annemarie Schimmel vor.

,

Said Nursi über das Besingen des Maulid

maulid

Die Geburt des Propheten (Maulid) und seine Himmelfahrt zu besingen ist eine besonders schöne und segensreiche Gewohnheit und eine besonders angesehene islamische Tradition, ja mehr noch im gesellschaftlichen islamischen Leben eine sehr feine (latif), glanzvolle und überaus angenehme Art der Unterhaltung (sohbet), ja mehr noch der willkommenste, heitere Unterricht, um die Glaubenswahrheiten wieder in Erinnerung zu bringen, ja mehr noch die wirksamste und anregendste Möglichkeit, das Licht des Glaubens, die Liebe zu Gott (muhabbet) und die hohe Verehrung (aschk) für den Propheten darzustellen und zu ihr zu ermuntern.

Möge Gott der Gerechte diese Tradition ewig weiter bestehen lassen und möge Gott der Gerechte all denen gnädig sein, die wie Suleyman Efendi eine solche (Kasside wie) »Maulid« geschrieben haben und ihnen das Paradies als Wohnstätte bereiten, amen.

Da der Schöpfer des Alls nun einmal von jeder Art ein besonders erlesenes Exemplar erschaffen hat, das alle Vollkommenheit in sich enthält, und es als ein Musterbeispiel zum Stolz seiner ganzen Art gemacht hat. So ist es denn mit Sicherheit notwendig, dass Er durch die Erscheinung des Gewaltigsten unter all Seinen Namen auch aus dem gesamten Universum ein besonders erlesenes und vollkommenes Exemplar erschaffen wird. So wie es unter Seinen Namen den einen gibt, welcher »der gewaltige Name (Ismi A’dham)« genannt wird, so muss es auch unter Seinen Kunstwerken ein besonders vollkommenes Exemplar geben, ein Einzelstück, in dem sich alle Vollkommenheit des Universums vereinigt und besonders auf dieses Seinen Blick lenken.

Dieses Musterexemplar wird in jedem Fall ein Lebewesen sein. Denn unter den Arten im Universum die vollkommensten sind die Lebewesen. Und unter diesen Lebewesen wird dieses Exemplar in jedem Fall mit Bewusstsein begabt sein. Denn unter den Arten von Lebewesen die vollkommensten sind die bewusstseintragenden. Und dieses außergewöhnliche Individuum wird in jedem Fall ein Mensch sein. Denn unter den mit Bewusstsein begabten ist der, welcher zu höchster Entfaltung fähig ist, der Mensch. Und unter den Menschen wird in jedem Fall dieses eine Individuum Mohammed sein, mit dem Friede und Segen sei. Denn seit Adams Zeiten hat es bis heute noch niemals eine Geschichte gegeben, die uns eine Persönlichkeit gleich ihm vorgestellt hätte und wird uns auch nie von ihm berichten können. Denn diese Persönlichkeit hat das halbe Erdenrund und ein Fünftel der Menschheit unter seine geistliche Leitung genommen und seine geistliche Leitung in vollkommener Majestät über eintausenddreihundertfünfzig Jahre fortbestehen lassen und ist für alle Vollendeten (kemal) in allen Arten der Wahrheit zu einem Universalgenie geworden. Freunde und Feinde stimmten (zu seiner Zeit – A.d.Ü.) darin überein, dass er den höchsten Grad an guter Sitte und Moral besaß. Zu Beginn seines Auftrags hat er auf sich allein gestellt die ganze Welt herausgefordert. Er, der den Qur’an vorgestellt hat, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist und in jeder Minute von mehr als hundert Millionen Menschen rezitiert wird, ist mit Sicherheit diese außergewöhnliche einmalige Persönlichkeit. Es könnte ein Anderer nicht sein. Er ist zugleich Saat und Frucht dieser Welt.

»Friede und Segen sei über ihm und seinen Gefährten nach der Anzahl der Arten des Kosmos und allem, was in ihm ist.« So magst du denn nun verstehen, was für eine frohe, stolze, lichtvolle, heitere, wohltuende, unterhaltende, erhabene, religiöse Veranstaltung es für die Gläubigen ist, welche diese Persönlichkeit als ihren Fürsten, ihren Herrn, ihr Vorbild (imam) und ihren Anwalt betrachten, (dieser Kasside über) seine Geburt (maulid) und seine Himmelfahrt zu lauschen, d.h. über Anfang und Ende seiner Laufbahn zu hören, d.h. die Geschichte seines geistlichen Lebens zu kennen.

Oh Herr! Zum Ruhme Deines Ehrenwerten Geliebten, mit dem Friede und Segen sei, und um Deines Gewaltigen Namens willen, lass in den Herzen derer, die diese Abhandlung veröffentlichen und ihrer Gefährten das Licht des Glaubens offenbar werden und lass ihre Federn die Geheimnisse des Qur’an veröffentlichen und schenke ihnen Leitung auf dem geraden Weg (sirata-l’mustaqim). Amen

Aus dem Risale-Nur Gesamtwerk, 24. Brief. 

, ,

Tradition der Dankbarkeit am Id Al-Fitr

Tradition Ramadan id feiertag

Bei allen Gemeinsamkeiten haben sich unterschiedliche Traditionen entwickelt, das Ende des Ramadan zu feiern

(iz). An den drei Tagen des ‘Id Al-Fitr feiern Muslime auf der ganzen Welt das Ende des Fastenmonats Ramadan, danken ihrem Herrn und freuen sich. Die Kernaspekte des zweithöchsten Festes im Islam sind für alle gleich

Sie bestehen aus dem Id-Gebet am Morgen, das idealerweise im Freien verrichtet wird. Davor ist die Zakat Al-Fitr in Form von Lebensmitteln an arme oder bedürftige Muslime zu entrichten. Sie wird für alle Mitglieder eines Haushaltes fällig und dient dazu, Versäumnisse während des Ramadans auszugleichen.

Dieses Gemeinschaftsgebet ist eine bestätigte Sunna. Obwohl es am besten an einem dafür vorgesehenen Ort im Freien verrichtet wird, kann es auch in einer Moschee stattfinden. Alle sollten daran teilnehmen – Männer und Frauen, Junge und Alte.

Umm Atija überliefert: „Der Gesandte Allahs ermutigte junge, unverheiratete Frauen, ältere Damen, solche, die sich in ihre Häuser zurückgezogen hatten, und sogar Menstruierende, zum Festtagsgebet zu kommen.“

Vor dem Gebet vollzieht man eine Ganzkörperwaschung (arab. ghusl), bricht das morgendliche Fasten und zieht sich fein an. Am besten ist es, früh am Ort zu sein, um am Takbirat, dem lauten Dhikr, teilzunehmen. Es ist eine der großen Manifestationen der Kraft und Vitalität des Islam.

Hinzu kommen die Grußworte, die an den ‘Id-Tagen gesprochen werden, sowie die verschiedenen regionalen Mahlzeiten und Süßspeisen. In vielen Teilen der muslimischen Welt stehen auch Besuche bei Verwandten und Nachbarn auf der Tagesordnung. Id Al-Fitr ist außerdem ein Anlass, an dem viele ihre besten Kleider tragen.

Foto: Nacreddine, Shutterstock

In Deutschland entwickelt sich eine Tradition

So sieht für viele deutsche Muslime der typische Ablauf des Feiertages aus: Sie begehen den Tag als Familienfest und nehmen sich nach Möglichkeit frei. Auch Schulkinder bekommen oft problemlos schulfrei. Nach dem Gebet trifft man sich zu einem festlichen Frühstück, denn ‘Id Al-Fitr ist der erste Tag nach dem Fastenmonat, an dem wieder normal gegessen und getrunken werden darf.

Die ‘Id-Tage sind Tage der Einheit und Gemeinschaft der Muslime. Es ist eine Sitte, an den Tagen des ‘Id die Friedhöfe zu besuchen und für die Verstorbenen zu beten und Qur’an zu rezitieren. So werden sie an diesem Tag einbezogen und nicht vergessen.

Viele Moscheegemeinden organisieren große öffentliche Feiern. So können z.B. Studenten, die das Fest ohne die Familie verbringen, oder neue Muslime ein Gefühl von Feierlichkeit haben. Aber auch nichtmuslimische Gäste haben so die Möglichkeit, die Freude der Festtage mitzuerleben.

Es ist wichtig, an den Festtagen einen positiven Bruch mit dem Alltag zu vollziehen. Man sollte sich fröhlichen Aktivitäten widmen und die Zeit in bester Gesellschaft verbringen.

Das süße Marokko

Das nordafrikanische Land ist neben der Türkei berühmt für seine Backwaren und Süßspeisen, die beim Iftar und an Feiertagen serviert werden. Die marokkanische Küche bietet eine große Vielfalt an köstlichen Süßspeisen, die in Marokko unter dem Oberbegriff „Halawijat“ (von „Halwa“, Süßigkeit) bekannt sind.

Zu den bekanntesten Süßspeisen gehören Kaab El Ghazal (Gazellenhörner), Schbakija, Briouat, M’hanscha (ähnlich wie Briouat, aber in anderer Form), Slilu oder Sfuf und Fkas. Beliebt sind auch verschiedene Arten von Gebäck mit Dattelfüllung. Natürlich gibt es noch viel mehr Sorten und Variationen, aber hier sollen nur einige der bekanntesten vorgestellt werden.

Bei festlichen Anlässen dürfen die Briouats nicht fehlen. Sie bestehen aus einem knusprigen Blätterteig, der eine weiche Füllung aus Mandeln, Zimt und Orangenblütenwasser umschließt. Es gibt verschiedene Formen und Sorten, am häufigsten sind kleine, dreieckige Kekse.

Zur Zubereitung werden die gefüllten Teigröllchen kurz in Öl ausgebacken und anschließend in Honig getaucht. Als Variante können sie auch mit einer Mischung von Früchten gefüllt werden, die in der Pfanne gebraten wurden. Sie schmecken eher locker, leicht und saftig, sind weder schwer noch trocken und daher sehr angenehm zu essen.

Foto: SorinVides, Shutterstock

Auf dem Balkan

In Regionen wie dem heutigen Bosnien, Albanien, Mazedonien oder Bulgarien findet man zum Ende des Ramadan viele osmanische Elemente. So wird in Bosnien mit dem Gruß „Bajram Šerif Mubarek“ eine fröhliche Stimmung verbreitet.

Überhaupt hat sich auf dem Balkan die Bezeichnung des Feiertags als „Bajram“ durchgesetzt. Hier versammeln sich die Familien zu ausgiebigen Mahlzeiten, bei denen bosnische Spezialitäten von herzhaften Pasteten bis zu Süßspeisen angeboten werden.

Insgesamt ist dieses Fest in Bosnien eine schöne Mischung aus religiöser Verehrung, kulturellen Traditionen und Gemeinschaftsgeist. Als Nationalfeiertag eines europäischen Landes ermöglicht er es den Menschen, die Feierlichkeiten mit anderen zu genießen. Es herrscht ein Geist der Großzügigkeit und Gastfreundschaft mit offenen Häusern.

Kinder werden von ihren Familien und Freunden mit Liebe und kleinen Geschenken überhäuft. Selbst in den bosnischen Moscheen in Deutschland kann man nach dem Gebet beobachten, wie die Erwachsenen den Kleinen Münzen geben.

Zu den albanischen Spezialitäten gehören das einheimische „Byrek“ (herzhafter Blätterteig, ähnlich dem türkischen Börek) oder das Süßgebäck „Baklava“. In diesen Teigspeisen verbinden sich auf dem Balkan osmanische und mitteleuropäische Traditionen. 

Anders als in Bosnien ist dieses Fest kein offizieller Feiertag. Dennoch wird er mit Verwandten, Nachbarn und Freunden gefeiert.

Am Schwarzmeerrand und im Kaukasus

Natürlich wird weiter östlich – in der Ukraine, in Russland und im Kaukasus – das Ende des Ramadan von den Muslimen ebenso ausgelassen gefeiert.

Hier ähneln sich die religiösen Rituale, die Bedeutung der Familie und die Liebe zu Süßigkeiten. Je nach Land oder Gruppe gibt es aber auch andere Traditionen.

Ukrainische Muslime genießen die traditionellen Süßigkeiten zum Zuckerfest. Aber es gibt auch Alternativen. Neben Klassikern wie Baklava werden oft Kuchen gebacken, was die (von den Habsburgern geerbte) Vorliebe für Gebäck widerspiegelt.

In den wärmeren Monaten können die Feierlichkeiten auch ein Picknick im Park mit Gegrilltem, Obst und Gemüse aus der Region beinhalten. In einigen Familien ist es Tradition, dass die Ehemänner ihren Frauen besondere Süßigkeiten schenken.

Leider hat sich der anhaltende Krieg auf die Feierlichkeiten ausgewirkt. Viele Muslime konnten wegen der Vertreibung nicht mehr zu Hause feiern. Trotz der Schwierigkeiten finden sie Wege, zusammenzukommen und ihren Glauben zu feiern, und passen sich dabei den Umständen an.

In Teilen des Kaukasus finden während des Zuckerfestes traditionelle Pferderennen statt, bei denen die Fähigkeiten der Pferde auf die Probe gestellt werden und die für Spannung sorgen. Musik- und Tanzaufführungen können zu Feierlichkeiten gehören und spiegeln das reiche Erbe der Region wider.

Dieser Tag ist im Kaukasus ein fröhliches Ereignis, das die spirituelle Erneuerung feiert, die Familienbande stärkt und den Menschen die Möglichkeit gibt, köstliche Speisen und einzigartige kulturelle Ausdrucksformen zu genießen.

Foto: Mursalim Tut, Shutterstock

Feiern im Land der tausend Inseln

Die Feiern zum Ende des Ramadan (in Indonesien „Lebaran“ genannt) beginnen in der Nacht vor dem ‘Id Al-Fitr, wenn die Menschen ihre letzten Einkäufe erledigen, während die Menge mit Trommeln und Feuerwerkskörpern feiert.

In einigen Teilen des Landes werden Fackeln angezündet und durch die Straßen getragen. Wie in Pakistan kehren die meisten Leute, die in anderen Städten arbeiten, in ihre Heimat zurück – eine Tradition, die Mudik oder „Heimkehr“ heißt.

Gekochter Bambusreis (der im Land als Lemang bekannt ist) und Lapis Leg (ein Kuchen mit tausend Schichten) sind zwei Gerichte, die an jenem Tag zubereitet werden. Andere Speisen sind Ketupat, Opor Ayam und Kekse mit Butter und Ananasmarmelade.

Nach dem morgendlichen Zuckerfestgebet begrüßen sich die Menschen mit den Worten „Selamat Idul Fitri“, was so viel bedeutet wie „Eid Mubarak“ oder „Frohes Zuckerfest“. Muslime bitten am Zuckerfest ihre Familie, Freunde und Nachbarn um Vergebung – eine Tradition, die hier „Halal Bihalal“ heißt.

Kinder erhalten von ihren Eltern bunte Umschläge mit Geld, wenn sie zu Besuch kommen. Die meisten tragen am ‘Id Al-Fitr traditionelle Kleidung, die sich für Männer und Frauen unterscheidet. Verwandte machen dann Station an den Gräbern ihrer Angehörigen.

Am anderen Ende der muslimischen Welt

Westafrika ist bekannt für seine farbenfrohen Textilien, die während des Zuckerfestes zur Schau gestellt werden. Zu den Gebeten und Feierlichkeiten tragen die Menschen ihre farbenfrohen und kunstvoll verzierten Gewänder.

Rhythmische Trommelklänge und lebhafte Musik erfüllen die Luft und schaffen eine festliche Atmosphäre. Traditionelle westafrikanische Instrumente wie Djembe und Dundun spielen dabei eine wichtige Rolle. Nach den Gebeten versammeln sich die Familien zu üppigen Mahlzeiten mit regionalen Spezialitäten. Dazu gehören Jollof-Reis, Kochbananen, Eintöpfe und verschiedene Fleischsorten vom Grill.

Im Senegal zum Beispiel kann es vorkommen, dass die Menschen religiöse Führer (Marabouts) aufsuchen, um sich segnen zu lassen. Und in Nigeria kann man in einigen Landesteilen farbenfrohe Reiterparaden und Umzüge beobachten.

, ,

Solingen: Feier zu 40 Jahren DITIB

ditib

Am 26. Oktober feierte die DITIB, der größte bestehende Moscheeverband in Deutschland, sein 40-jähriges Bestehen.

(DITIB/IZ). Zahlenmäßig stellt der türkisch geprägte Moschverband DITIB derzeit den größten religiös-muslimischen Akteur in Deutschland. Die Angabe über die ihr angeschlossenen Moscheegemeinschaften liegen mittlerweile bei über 800 angeschlossenen Vereinen.

Ein Teil davon unterhält repräsentative Moscheebauten. Zur Menge ihrer Einzelmitglieder gibt es unterschiedliche Angaben. 2017 sprach die Deutschlandzentrale des Dachverbands selbst von ca. 800.000 Personen.

Nun hat der Verband am 26. Oktober in einem feierlichen Festakt in der rheinischen Kreisstadt Siegburg sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Unter den 1.500 geladenen Gästen waren nach Angaben des Bundesverbandes vor allem die Vertreter aller DITIB-Gemeinden in Deutschland und die „Religionsbeauftragten“ der DITIB-Moscheegemeinden. Anwesend waren auch viele Vertreter aus Gesellschaft und Politik.

„Das Event symbolisiert und würdigte die Dienste, der DITIB und seiner Mitglieder seit 40 Jahren für das muslimische Leben in Deutschland. Aus allen Bundesländern unserer Republik reisten Vertreter der DITIB Gemeinden für dieses Event nach Siegburg“, hieß es am 28. Oktober in einer Pressemitteilung.

Im Anschluss an die Eröffnung mit einer Qur’anrezitation hielt der amtierende Vorsitzende, Dr. Muharrem Kuzey, seine Einführungsrede, auf der er auf die Geschichte seines Dachverbandes einging.

„Die Entwicklung der DITIB ist vergleichbar wie die eines Baumes. Es begann mit einem Spross und wuchs zu einem soliden Baum mit großen Ästen. Von einer Organisation mit ca. 200 Moscheen, von denen sich viele in sogenannten Hinterhöfen befanden, ist die DITIB zu einer Religionsgemeinschaft mit 858 Moscheegemeinden, 16 Landesverbänden mit ebenso vielen Vertretungsstrukturen für Jugend, Frauen, Eltern, Senioren und 60.000 Ehrenamtlern gewachsen. Wir sind insbesondere allen DITIB-Ehrenamtlern, die sich mit großem Engagement und Leidenschaft in unseren Moscheen einsetzen zutiefst dankbar“, sagte Kuzey in seinem Redebeitrag.

Weitere Vorträge kamen vom türkischen Botschafter in Deutschland Ahmet Başar Şen, dem Botschaftsrat für religiöse Angelegenheiten, Dr. Kuşlu, dem stellvertretenden Vorsitzenden des nordrhein-westfälischen Landtages, Rainer Schmeltzer, sowie dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheien, Nathanael Liminski.

Der neue Ministerpräsident bleibt eine verlässliche Konstante in einem ehemaligen Krisenland. Von Khalil Breuer

(iz). Jahrzehnte lang kamen und gin­gen die Parteien in der Tür­kei, und richtig zuverlässig agierte in dem Land eigent­lich nur die galoppierende Inflation. ­Unter bekanntermaßen schwierigen Umständen gelang es Tayyip […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.