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Gemeinschaft erfahrbar machen

gemeinschaft kommunity balcok

Gemeinschaft mit Eventcharakter: Zum dritten Mal fand ihn Bottrop das Veranstaltungsformat KommUnity unter großem Zuspruch statt.

(iz). Das Projekt KommUnity hat sich im vergangenen Jahr zu einem Treffpunkt für muslimische Gemeinschaft und gelebte Spiritualität entwickelt. Mit viel Herzblut und Einsatz hat die Balcok Events GmbH gleich zwei dieser Veranstaltungen auf die Beine gestellt und damit eine Plattform geschaffen, auf der Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zusammenkommen konnten.

Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur inspirierende Vorträge und Workshops, sondern vor allem echte Begegnungen – Sphären, in denen Fragen gestellt, Erlebnisse geteilt und neue Netzwerke geknüpft wurden.

Foto(s): Balcok Events

Aufbauend auf der jahrzehntelangen Erfahrung der Familienfirma Balcok in der Begleitung von Pilgerreisen nach Mekka brachte KommUnity dieses spirituelle Kapital in den Alltag: als Ort der Orientierung, des Lernens und der Ermutigung für Muslime, die ihren Glauben bewusst, reflektiert und gemeinschaftlich leben wollen.

„Beim Event geht es darum, dass wir Menschen zusammenbringen, die sich fundiertes Wissen aneignen und Gemeinschaft spüren möchten“, sagte Firmenchef Hasan Rami Balcok im Gespräch mit der IZ. Man versuche, eine Brücke zu bauen zwischen jenen, die Kenntnisse vom Din wollten, und Personen, die es weitergeben können.

Das Konzept richte sich an alle Interessierten, die unabhängig von gesellschaftlicher Stellung oder akademischem Hintergrund eine solche Erinnerung und dieses Gefühl von Wissenszufuhr wollen. Dabei gehe es nicht darum, ein Fachseminar abzuhalten, sondern „gelebte Gemeinschaft und Austausch mit anderen“ zu erfahren.

Die Leute möchten „gemeinsam lernen, sich erinnern und zusammen wachsen“, so Balcok. Man möchte Impulse geben – „Denkanstöße aus fundiertem Wissen, die helfen, das eigene Leben bewusster zu reflektieren“. Dabei richte sich der Fokus nicht aus abstrakte Fragen, sondern um Dinge, die „man im Alltag umsetzen kann“. Es gehe um einen Kompass, der einem zeige, „wohin die Richtung geht“.

Gerade erst fand erneut in Bottrop das dritte Event unter dem Titel „Die prophetische Weisheit – Kompass für dein Leben mit Sinn“ am letzten Januarwochenende statt. Ein Folgetreffen im September 2027 ist bereits angekündigt. Die drei Vorträge und ein abschließendes Podiumsgespräch behandelten diese „prophetische Weisheit“ sowie sein gelebtes Vorbild aus verschiedenen Perspektiven.

Den Anfang machte der Berliner Lehrer und Imam Mohammed Matar. Sein Thema hatte besondere Aktualität für viele junge MuslimInnen. Er reflektierte über die Frage, wie der Gesandte Allahs mit Prüfungen und Feindseligkeit in seinem Leben umging.

Foto(s): Balcok Events

Dabei schlug der Referent einen wichtigen Bogen zwischen der Lebenszeit des Propheten und unserer Gegenwart. Namentlich ging es ihm darum, mit welchen Werten, Verhalten und Haltungen er ein Beispiel für heutige Muslime hinterließ.

Einen wichtigen und erfrischenden Kontrapunkt lieferte der Literaturwissenschaftler, Poet und IZ-Autor Ahmet Aydin. Er beschäftigte sich dichterisch mit der Liebe zum Gesandten Allahs.

Unter dem Titel „Liebe weist den Weg nach Haus – Allahs Geliebter: Mohammed Mustafa“ verband er die klassischen Traditionen muslimischer Poesie mit der Aufgabe, sie in die heutige Zeit zu übersetzen. Besonders anrührend war seine Beschreibung einer fiktiven Zwiesprache eines deutschen Muslims mit dem Propheten.

Als Höhepunkt des Tages haben viele TeilnehmerInnen den Beitrag des in Deutschland bekannten Gelehrten, Übersetzers und Sprechers Abdurrahman Reidegeld betrachtet. Der in Österreich lebende und tätige Deutsche sprach ausführlich über die Segnungen des Gebetes für den Propheten (Salawat). Er machte klar, dass diese spirituelle Praxis die Grenzen zwischen dies- und jenseitiger Welt transzendiere.

Den Abschluss der Beiträge bildete ein profundes Gespräch der Islamwissenschaftlerin Dr. Kathrin Klausing (Osnabrück) und dem Hamburger Islamwissenschaftler und Religionspädagogen Dr. Ali Özgür Özdil über die praktische Frage, wie sich „die prophetische Lebensweise“ heute verstehen und umsetzen lasse.

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Mehr Wissen vom Qur’an durch Tafsir

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Mit dem ersten Band seines „Tafsir al-Asas“ führt Abdurrahman Reidegeld in die Offenbarung ein. (iz). Für viele Menschen, die mit anderen religiösen Traditionen vertraut sind, ist es oft schwer zu […]

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Erst langsam wächst in Indien ein Bewusstsein gegen Zwangsheirat

Bangkok (KNA). Bereits gut siebeneinhalb Millionen Mal ist auf Youtube das Video der elfjährigen Nada al Ahdal angeklickt worden. Das Mädchen aus dem Jemen schildert darin ihren Widerstand gegen die Zwangsverheiratung mit einem wesentlich älteren Mann. Lieber würde sie sterben, als sich zu beugen und sich ihre Träume von Ausbildung und einem selbstbestimmten Leben „von diesen Leuten“, wie sie ihre Eltern nennt, zerstören zu lassen.

Nada al Ahdal kennt Fälle von Mädchen, die sich durch Selbstmord der Zwangsehe entziehen wollen. „Manche gehen ins Meer. Die sind jetzt tot“, sagt sie. „Das ist doch nicht normal für unschuldige Kinder.“ Für Millionen Kinder weltweit ist es leider doch entsetzliche Normalität: Jeden Tag werden laut dem International Research Center for Women (IRCW) 38.000 Kinder zur Ehe gezwungen.

Im Jemen müssen 48,4 Prozent der Mädchen heiraten, ohne dass sie gefragt würden. Damit liegt die Heimat von Nada al Ahdal erst auf Platz 14 der 20 Länder mit der höchsten Rate von Kinderehen. Den Spitzenplatz hält mit 76,7 Prozent Niger. Mit 43,3 Prozent ist Nicaragua der einzige lateinamerikanische Staat unter den Top 20. Die anderen 19 sind afrikanische und asiatische Länder.

//1//Kinderehen kommen in vielen Kulturen und allen Religionen vor. Hauptursache sind Armut und eine Geringschätzung von Mädchen. „Sobald Mädchen die Grundschule absolviert haben, werden sie so schnell wie möglich verheiratet, aus Angst, das Mädchen könnte auf ein weiterführende Schule gehen. Das würde zu viel Geld kosten“, sagt Virginia Saldanha, Frauenrechtlerin und katholische Theologin in Mumbai.

In Indien sind Kinderehen verboten, „seit den Zeiten der britischen Kolonie“, sagt Saldanha. Aber die 65-jährige weiß auch, dass Traditionen, ein patriarchalisches Denken, Armut und Korruption die Durchsetzung der Gesetze behindern. Nicht selten endet ein Konflikt zwischen Recht und Tradition in Gewalt. Die Sozialarbeiterin Bhanwari Devi etwa zeigte in einem Dorf in Rajasthan einen Fall von Kinderehe an. Die betreffenden Familien gehörten einer höheren Kaste an, Bhanwari Devi einer niederen Kaste. Sie wurde zur Strafe kollektiv vergewaltigt, berichtet Saldanha.

Im benachbarten Pakistan sollen 42 Prozent aller Mädchen bereits vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet sein. Zwar betont der Religionswissenschaftler Maulana Ghousul Kabir, das islamische Recht dränge keineswegs auf eine frühe Eheschließung. Aber die landläufige Auffassung in Ländern wie Pakistan oder Jemen sieht anders aus.

Es gibt jedoch auch Zeichen des Wandels. Bildung und Bewusstseinsarbeit haben laut Saldanha das gesetzliche Mindestalter verankern helfen. Mädchen besuchen höhere Schulen und heiraten teils erst weit in ihren 20ern oder noch später. „Viele gut ausgebildete und berufstätige Frauen weigern sich sogar zu heiraten“, sagt Saldanha.

Die elfjährige Nada al Ahdal oder auch Malala aus Pakistan, die wegen ihres Eintretens für Bildung von Taliban niedergeschossen wurde – für Saldanha zeigen diese Mädchen beispielhaft, dass sich immer mehr Kinder ihrer Rechte bewusst sind. Aber noch gibt es viele – zu viele – Mädchen, die keine andere Möglichkeit haben, als sich ihrem Los zu ergeben. Eine davon ist Rebeca aus Bangladesch.

Rebeca war 14, als sie einen 39 Jahre alten Mann heiraten musste. In den ersten Monaten wehrte sie sich mit Schreien gegen Sex. Irgendwann gab sie auf. Ihr Mann infizierte sie mit Geschlechtskrankheiten. Heute, mit 20, hat sie zwei Operationen wegen Geschwüren an der Gebärmutter hinter sich. Auf die Frage, warum ihre Eltern sie so früh verheirateten, sagt sie nur: „Was nützt es, darüber zu sprechen? Diese Ehe wird als gut angesehen. Ich denke nicht darüber nach, ob sie wirklich gut ist oder nicht. Ich muss da drinbleiben.“

Ein Kommentar von Cemil Sahinöz

(iz). Für einen Außenstehenden ist es natürlich fast unmöglich, zwischen Kultur und Religion zu unterscheiden. Wenn man den Islam nicht kennt, weiß man ob nicht, ob eine bestimmte Handlung religiös […]

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