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Ökonomie: Auch Muslime meiden das Thema

Rana Plaza Textilindustrie ökonomie

Unter muslimischen Mediennutzern ist das Interesse an Fragen der Ökonomie und Wirtschaft zu gering. Ein Kommentar zum innermuslimischen Diskurs.

(iz). Ein großer Teil des Alltags ist direkt oder indirekt von Ökonomie geprägt – durch Arbeit, Verbrauch und Dienstleistungen. Befragungen zeigen, dass rund ein Drittel bis die Hälfte der wachen Tageszeit mit ökonomisch relevanten Tätigkeiten verbunden ist.

Nimmt man Konsum hinzu (Einkäufe, Preisvergleiche, Mediennutzung mit Werbung oder Finanzentscheidungen), kann man ausgehen, dass ca. 35-45  % des Alltags im weiteren Sinne so dominiert sind.​ Angesichts dieser Hegemonie überrascht es, in welch geringem Maße er unter MuslimInnen reflektiert wird.

Iftar Nachhaltigkeit

Foto: Shutterstock

Zu den Unterteilungen im Verständnis von Allahs Din gehört die von „‘Ibadat“ und „Mu’amalat“. Der erste Begriff beschreibt Aspekte der Anbetung in ihrer individuellen wie gemeinschaftlichen Form – von der Gebetswaschung bis zur Abfolge der Hajj-Rituale.

Mit Mu’amalat bezeichnet man Regelungen für zwischenmenschliche und ökonomische Beziehungen: das Gebiet der sozialen, zivilrechtlichen und wirtschaftlichen Geschäfte unter Menschen.​

Darunter fallen u.a. Verträge und Handel, Schulden, Darlehen sowie Kredite, anvertraute Güter und Schenkungen. Dabei stützen sich die Juristen für sie auf dieselben Rechtsquellen wie bei den ‘Ibadat: Qur’an, Sunna, Konsens der Gelehrten, das Vorbild der Leute von Medina, Qiyas u.v.a.m. Ein Blick in die wesentlichen Rechtsbücher der formativen Frühphase des Rechts zeigt, dass sie ca. ein Drittel aller Kapitel ausmachen.

Bei kernökonomischen Fragen sind es – je nach Text – 15-25 Prozent der Inhalte. Ein Blick auf die Biographie des Propheten und seiner engsten Gefährten zeigt, wie wichtig Handel war.

Der Gesandte Allah handelte vor der Offenbarung mit Waren und war bekannt für seine Vertrauenswürdigkeit (Al-Amin), was seine spätere ethische Autorität im Wirtschaftsleben untermauerte. Kaufen bzw. Verkaufen – und Unternehmertum insgesamt – galten seitdem als Hauptquelle der Versorgung.

Gehen wir in die Jetztzeit, zeigt sich eine krasse Veränderung im Verständnis und der Prioritätensetzung. Dafür gibt es mindestens zwei Indikatoren: Im Rahmen der umfangreichen FAU-Erhebung „Wechselwirkungen“ (siehe S. 10) wurden die zentralen Freitagspredigten der beiden größten türkischgeprägten Moscheeverbände (DITIB und IGMG) thematisch kategorisiert.

Bei den 1065 Khutbas der IGMG von 2006-2024 behandelten 19 Predigten das Thema „Wirtschaftsethik“. Bei der DITIB (672 erfasst, 2011-2023) waren es 13 Stück. Hier ist anzumerken, dass sich einige davon im wiederholten oder auf das Individuum fokussierten.

Freitagsgebet

Foto: W. Dechau

Es sieht in der akademischen Wissensproduktion, namentlich der „Islamischen Theologie“ kaum anders aus. Ein erster Blick auf im Netz verfügbare Dissertationslisten einiger Lehrstühle ergibt Folgendes: Von den 137 angegebenen offenen oder abgeschlossenen Dissertationen behandelten 3-4 ökonomische Fragen.

Hierbei gilt es anzumerken, dass mindestens zwei von ihnen „Islamic Banking“ bzw. „Islamic Finance“ behandeln; ein Geschäftszweig, dem eine Wissenschaft, die sich der Kritik als Methode verschrieben hat, erstaunlich unkritisch begegnet wird.

Dieses offenkundige Desinteresse hat verschiedene Ursache. Für Muslime als „Konsumenten“ von Medien und Diskursen gilt das Gleiche wie in der Gesamtbevölkerung: Alles um Wirtschaft und Finanzen ist „unsexy“. Hinzukommt wie im Rest der Republik eine niedrige Grundbildung bei ökonomischen Fragen. Dafür sind sie zu komplex und machen zu viele „Kopfschmerzen“.

Für Muslime spezifisch ist einerseits ein gewisses „Schubladendenken“, das sich rein auf die ‘Ibadat fokussiert und versucht, den Rest in das Weltbild zu integrieren. Andererseits eine Vorstellung, man sei machtlos und damit kein Akteur mit einer eigenen Verantwortung gegenüber unserem Herrn und Seiner Schöpfung. Nur: Wie können wir von uns behaupten, in der Nachfolge des Gesandten Allahs zu stehen, und dabei die prophetische Wirtschaftsethik ignorieren?

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Von digitalen Nomaden

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Die technologischen Umwälzungen haben das Arbeitsleben stark verändert – und der Prozess setzt sich fort. Entstanden ist dabei die Schicht der digitalen Nomaden. (KUNA). Der globale Arbeitsmarkt hat sich in […]

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Ramadan 2024: eine Jahreszeit für sich

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Auch im Ramadan 2024 wird deutlich, warum der Fastenmonat für Länder wie Indonesien eine besondere Wirtschaftssaison ist. (The Conversation). Der Monat Ramadan des islamischen Kalenders steht vor der Tür. In […]

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Ökonomen zu Rechtsextremismus: Unternehmen müssen stärker „Farbe bekennen“

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Hunderttausende demonstrieren gegen den Rechtsextremismus und die AfD. DIW-Chef Fratzscher kritisiert: Den Vorständen einiger Unternehmen fehle der Mut.

Berlin (dpa). Führende Ökonomen rufen die Wirtschaft in Deutschland auf, sich öffentlich stärker gegen den Rechtsextremismus und die AfD zu positionieren.

„Die Vorstände in den Unternehmen müssen jetzt Farbe bekennen gegen rechts und ihren Beschäftigten vor Augen halten: Eure Jobs sind in Gefahr, wenn die AfD sich durchsetzt. In einigen Unternehmen herrscht leider die Attitüde, die Politik müsste das alleine richten. Das ist falsch, das müssen wir alle gemeinsam“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der Deutschen Presse-Agentur.

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Rechtsextremismus: Einigen Firmen fehle der Mut

Einige Unternehmen gingen zwar mit gutem Beispiel voran, anderen fehle jedoch der Mut, so Fratzscher. „Die Wirtschaft und Unternehmen wären die großen Verlierer einer AfD-Politik.“

Dann gingen Millionen Arbeitsplätze verloren. Ohne Beschäftigte aus dem Ausland werde sich der Fachkräftemangel erheblich verschärfen.

Auch der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, warnte vor dem weiteren Erstarken des Rechtsextremismus und negativen Folgen für die Unternehmen: „Demokratie und Marktwirtschaft entsprangen historisch denselben Wurzeln am Beginn der europäischen Moderne vor über 200 Jahren, auf Dauer können sie auch nur gemeinsam gedeihen.“

Der Wirtschaftsforscher lobte die große Beteiligung an den Demonstrationen gegen rechts. „Es ist ein gutes Zeichen, dass in den vergangenen Tagen so viele Menschen für Demokratie und Vielfalt auf die Straße gegangen sind.“ Darauf habe die Weimarer Republik nicht bauen können. „Wir brauchen Offenheit statt Abschottung – auch ökonomisch“, so Hüther. Nur offene Grenzen sicherten den Wohlstand.

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Foto: Ewa Studio, Shutterstock

„Braun sind bei uns nur die Flaschen“

Einige Unternehmen bezogen zuletzt bereits Stellung gegen Rechtsextremismus. Der Handelsriese Edeka etwa veröffentlichte in den sozialen Netzwerken ein Video mit dem Hinweis „Wir lieben Vielfalt und stehen auf gegen rechts“. In dem kurzen Film sieht man, wie verwunderte Kunden durch einen Supermarkt mit fast leeren Regalen laufen.

„Stellen Sie sich einen Supermarkt vor, in dem es nur deutsche Produkte gibt“, steht in einem eingeblendeten Text. Das Video wurde vor ein paar Jahren zum ersten Mal veröffentlicht.

Etwas kürzer fasst sich die Kölner Brauerei zur Malzmühle. Der Hersteller von Mühlen Kölsch postete im Netz eine Werbeanzeige. Vor grünem Hintergrund und neben einer Kölsch-Flasche prangt der Slogan „Braun sind bei uns nur die Flaschen“.

Bahn-Chef Richard Lutz schrieb auf dem Karriereportal LinkedIn: „Der Aufstieg der extremen Rechten stellt eine ernste Gefahr für unser Land dar. Sie gefährdet unsere Demokratie, vergiftet unsere Gesellschaft, lässt Hass und Hetze wieder salonfähig werden.“

Foto: wikipedia.org, Von Jasper Goslicki | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Sachsen wählt Landtag

Die Wirtschaft in Sachsen fürchtet angesichts der jüngsten AfD-Umfrageergebnisse einen Imageschaden für das Bundesland. „Wir müssen daran denken, dass wir auf die besten Köpfe weltweit angewiesen sind – sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie und im Handwerk“, sagte Sylvia Pfefferkorn, die stellvertretende Sprecherin des Vereins Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen. Es werde zunehmend schwieriger, Menschen für Sachsen als Lebensort zu begeistern.

Der Verein sieht eine zentrale Rolle in den Führungsetagen: „Es ist wichtig, dass der Unternehmer eine Vorbildfunktion übernimmt, er muss in die Belegschaft strahlen“, so Pfefferkorn. Am 1. September ist Landtagswahl in Sachsen. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage ist die AfD mit 34 Prozent stärkste Kraft.

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UN warnt vor Kriegsfolgen in Gaza: „Zurück nach 2005“

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Die UN warnt davor, dass der Verlust von Menschenleben und Infrastruktur auch langfristig schwerwiegende Folgen haben wird. (IPS). Eineinhalb Monate nach Beginn des Krieges im Gazastreifen hat Palästina erhebliche Rückschläge […]

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Gaza: Wenn die Jugend spricht

Eine Umfrage des Roten Kreuzes in Gaza widmete sich der Frage, was die dortige Jugend über ihre Lebensbedingungen und Verhältnisse denkt. (iz). Ende September veröffentlichte das Internationale Komitee des Roten […]

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Auch Erfolgsgeschichten: Experte rät zu ausgewogenerem Blick auf Afrika

In den westlichen Industriestaaten neigt man bisweilen dazu, in Afrika nur Missstände zu sehen. Der Entwicklungsexperte Pranish Desai wirbt für eine andere Sichtweise. Von Markus Schönherr (KNA). Abgemagerte Kinder, die […]

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Hintergrund: Finanz- und Wirtschaftskrise am Bosporus

Die Wirtschafts- und Währungskrise in der Türkei löst Spekulationen über gravierende Folgen für Deutschland aus: Beide Länder sind ökonomisch eng verflochten. ANKARA/BERLIN (GFP.com/iz). Mit einiger Sorge reagieren Beobachter auf die […]

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Hunger wird gemacht

Die Zahl der Menschen, die hungern, ist laut dem Welthungerindex wieder gestiegen – auf mehr als 800 Millionen. Die westlichen Staaten, auch Deutschland, tragen eine Mitschuld daran. BERLIN (GEP.com). Die […]

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Peking ist vorsichtig: Taliban setzen voll auf Hilfe aus China

China

Die Taliban sprechen von ihren „Freunden“ in China, die Afghanistan wiederaufbauen wollten. Zwar tritt Peking in das Machtvakuum, das die USA hinterlassen haben. Aber Investitionen erfordern Sicherheit. So ist China vorsichtig. Kann es den Taliban überhaupt trauen? Von Andreas Landwehr

Peking (dpa/iz). Die Hoffnungen der Taliban auf baldige wirtschaftliche Hilfe aus China zum Wiederaufbau Afghanistans könnten enttäuscht werden. Nach ihrer Machtübernahme in Kabul setzen die Militanten auf den großen Nachbarn, der die „Gotteskrieger“ schon früh als die neuen Herrscher des Landes diplomatisch aufgewertet hatte. „China ist unser wichtigster Partner und bedeutet für uns eine grundlegende und außergewöhnliche Chance, denn es ist bereit, zu investieren und unser Land neu aufzubauen“, sagte ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“.

Mit Chinas Hilfe planen die Taliban ein Comeback des schwer angeschlagenen Afghanistans. In dem Land gebe es „reiche Kupferminen, die dank der Chinesen wieder in Betrieb genommen und modernisiert werden können“, sagte der Sprecher. Der Wert der Bodenschätze in Afghanistan wird tatsächlich auf eine Billion US-Dollar geschätzt. Nur fehlt es an Investitionen und Infrastruktur, um den Reichtum auch zu bergen – vor allem aber mangelt es an der nötigen Sicherheit.

Erstmal verspricht Peking nur humanitäre Nothilfe und Impfstoffe gegen die Pandemie in einem Wert von 200 Millionen Yuan, umgerechnet 26 Millionen Euro. China ist diplomatisch aktiv, das von den USA nach ihrem Rückzug hinterlassene Machtvakuum auszufüllen. Außenminister Wang Yi spricht mit den Nachbarländern. Afghanistan ist am Donnerstag auch wichtiges Thema des Brics-Gipfels mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, Russlands Wladimir Putin und den anderen Staats- und Regierungschefs aus Indien, Brasilien und Südafrika.

Die Erwartungen der Taliban, China könnte den Wiederaufbau maßgeblich mitfinanzieren, wirken aber unrealistisch. So hat Peking die Milliardeninvestitionen in seine Infrastrukturinitiative der „Neuen Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative) zum Aufbau neuer Handelswege schon heruntergefahren. Auch verweisen Experten in China auf die schlechte Sicherheitslage in Afghanistan und beäugen die Taliban misstrauisch.

Selbst früher, vor dem Ausbruch der Pandemie, als die Lage vergleichsweise stabil war, gab es keine größeren Investitionen Chinas. Zwei große chinesische Projekte in Afghanistan sind schon damals nicht ans Laufen gekommen. So erhielt 2008 ein Unternehmen aus China einen auf drei Milliarden US-Dollar geschätzten Zuschlag für die Entwicklung einer der größten Kupferlagerstätten weltweit in Mes Aynak. Und 2011 wollte ein chinesischer Konzern die Ölfelder am nördlichen Grenzfluss Amudarja erschließen. Nichts ist passiert.

„Deswegen denke ich, dass China gerade jetzt, wo es nicht nur potenziell, sondern tatsächlich Instabilität in fast allen Bereichen in Afghanistan gibt, nicht viel investieren wird“, sagt Professor Shi Yinhong von der Pekinger Volksuniversität. „Afghanistan hat jetzt drastische Veränderungen durchgemacht“, sagt der Experte. „Es gibt weder angemessene Sicherheit, noch lässt sich über nachweisliche und vergleichsweise langfristige, vernünftige Stabilität sprechen.“

Schon im befreundeten Pakistan, wo China im Rahmen der „Seidenstraße“ rund 60 Milliarden US-Dollar in Infrastruktur für den China-Pakistan Wirtschaftskorridor investiert hat, gebe es „feindliche Kräfte“, die chinesische Unternehmen und Personal attackiert haben, hebt der Professor hervor. Auch die Taliban an sich seien „komplex“, sagt Shi Yinhong auf eine Frage nach rivalisierenden Gruppen.

Ob China den Taliban überhaupt trauen kann? „Die chinesische Regierung hofft darauf, aber sie ist nicht naiv“, sagt der Professor. So haben die neuen Herrscher in Kabul versprochen, niemandem zu erlauben, vom Boden Afghanistans aus chinesische Interessen zu gefährden. Gemeint sind Extremisten und Unabhängigkeitskräfte, die China in seiner angrenzenden Region Xinjiang fürchtet – dem ehemaligen Ostturkestan. Dort gehen die Chinesen gegen muslimische Uiguren vor, haben Hunderttausende von ihnen in Umerziehungslager gesteckt.

Es hat schon eine gewisse Ironie: Während China in Xinjiang mutmaßliche Extremisten bekämpft, stellt es sich in Afghanistan an die Seite militanter Islamisten, die die Chinesen als ihre „Freunde“ preisen. Aber von echtem Vertrauen ist in Peking wenig zu spüren. „Ohne Beweise oder Prüfung über eine beträchtliche Zeit kann niemand glauben, dass die Taliban, die in der Vergangenheit untrennbar mit der ostturkestanischen Bewegung verbunden waren, so schnell und definitiv ihr Versprechen halten werden, das sie Chinas Regierung gegeben haben“, sagt Shi Yinhong.

Aber Peking ist pragmatisch. Denn es geht nicht nur um Xinjiang, sondern auch darum, dass Afghanistan ein Nährboden für Terrorismus und eine Quelle der Unsicherheit für Chinas Interessen in ganz Zentralasien und in Pakistan werden könnte. Selbst wenn China echte Sorgen über die Bereitschaft der Taliban habe, ihre Versprechen einzuhalten, seien die Beziehungen und der potenzielle Gewinn für Peking „einfach zu wichtig, um ignoriert zu werden“, glaubt der Sicherheitsexperte Derek Grossmann von der Rand Corporation. „Ähnlich wichtig ist das Risiko, die Taliban damit zu verärgern, ihnen verspätet die Anerkennung und Legitimation zu geben, die sie ersehnen, was Chinas Sicherheitsinteressen gefährden könnte.“