Wird das Extreme normal? Über Vertreibungsphantasien im Nahostkonflikt

In der heutigen israelischen politischen Landschaft sind radikale Vertreibungsphantasien längst nicht mehr nur randständig.

27.04.2025 .Redaktion 4 Min. Lesezeit
Vertreibungsphantasien Kurzmeldungen gaza

Foto: UNRWA, via Wikimedia Commons | Lizenz: <a href=https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en>CC BY 4.0</a>

(The Conversation). Vor dreißig Jahren konnte man in Israel wegen Befürwortung von Völkermord ins Gefängnis kommen. Im April 1994 veröffentlichte der Rabbiner Ido Alba einen Artikel, in dem es unter anderem hieß: „Im Krieg, solange der Krieg nicht entschieden ist, ist es ein Gebot, jeden Nichtjuden aus der Nation, gegen die man kämpft, zu töten (...).“ Ein Gericht verurteilte ihn wegen Anstiftung zu Rassismus sowie Aufstachelung zu Gewalt zu vier Jahren Gefängnis. Von Tamir Sorek

Heute ignoriert die Justiz Radikalismus?

Jetzt ignoriert die Justiz vergleichbare Rhetorik. Im Dezember 2023, nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober, bei dem etwa 1.200 israelische Zivilisten, Soldaten und Gastarbeiter getötet wurden, verfasste Rabbi Moshe Ratt, der unter den israelischen Siedlern im Westjordanland als öffentlicher Intellektueller gilt, einen langen Beitrag auf Facebook.

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