Geht es um Bildung oder Abstammung?

Bildung vs. Abstammung: Der Kampf um die deutsche Identität geht in eine neue Runde.

28.01.2026 Abu Bakr Rieger 9 Min. Lesezeit
Bildung Abstammung

Foto: Christin Klose/Shutterstock

(iz). Von den Sophisten Athens bis zur konservativen Revolution: Die Frage, ob Sprache und Bildung oder Abstammung und Herkunft die Grundlagen moderner Identität bilden, ist kein akademisches Gedankenspiel.

Es ist eine der zentralen politischen Frage unserer Zeit, der Kampf um die Seele der Gesellschaft – und endet in der Frage, was „deutsch sein“ überhaupt bedeutet.

Zu Beginn des Jahres 2025 vollzog der AfD-Politiker Maximilian Krah, eine bemerkenswerte Kehrtwende. Vor etwa 60 AfD-Abgeordneten und Mitarbeitern im Bundestag warnte er eindringlich vor dem Begriff „Remigration“ – jenem Schlüsselbegriff der Neuen Rechten, den er selbst noch 2023 in seinem bei Antaios erschienenen Manifest „Politik von rechts“ vehement verteidigt hatte.

Seine neue Maxime: „Finger weg von Staatsbürgern, das muss unser Mantra sein.“ Deutschland sei „der Staat seiner Staatsbürger“, nicht „der Staat des ethnisch deutschen Volkes“. Im ersten Moment staunte man über seine Bereitschaft zur Differenzierung, das heißt, Muslime und ihre Organisationen nicht generell als Fremdkörper zu definieren.

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