Die eigentliche Spaltung: Paritätischer Wohlfahrtsverband veröffentlicht seinen Armutsbericht

Für eine Mehrheit der BundesbürgerInnen war die Zeit der Pandemie seit März 2020 überwiegend durch das Leben in und mit den „Maßnahmen“ gekennzeichnet. Die auferlegten Beschränkungen zeigten sich in Kontaktreduktion, Verringerung der Bewegungsradien und eines allgemeinen Zurückfahrens des gewohnten Lebens. Für eine erhebliche Minderheit, die bereits zuvor in prekären Verhältnissen lebte, kamen erhebliche sozio-ökonomische Schwierigkeiten […]

15.01.2022 .Redaktion 2 Min. Lesezeit

Foto: Tafel Deutschland e.V., Thomas Lohnes | Getty Images

Für eine Mehrheit der BundesbürgerInnen war die Zeit der Pandemie seit März 2020 überwiegend durch das Leben in und mit den „Maßnahmen“ gekennzeichnet. Die auferlegten Beschränkungen zeigten sich in Kontaktreduktion, Verringerung der Bewegungsradien und eines allgemeinen Zurückfahrens des gewohnten Lebens. Für eine erhebliche Minderheit, die bereits zuvor in prekären Verhältnissen lebte, kamen erhebliche sozio-ökonomische Schwierigkeiten hinzu.

Laut einem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hat die Armutsquote in Deutschland mit 16,1 Prozent (rechnerisch 13,4 Millionen Menschen) im Pandemie-Jahr 2020 einen neuen Höchststand erreicht. Auch wenn das Ausmaß der Armut nicht proportional zum Wirtschaftseinbruch und dem damit verbundenen Beschäftigungsabbau zunahm, gibt es eindeutige Corona-Verlierer: So sind es laut der Studie des Wohlfahrtsverbandes vor allem die Selbstständigen, unter denen die Einkommensarmut zugenommen hat.

Der Verband wirft der Politik armutspolitische Versäumnisse vor und appelliert an die neue Bundesregierung, nicht nur die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen wie Kindergrundsicherung oder Verbesserungen bei Wohngeld und BAFöG zügig und entschlossen anzugehen: Zwingend, so die Forderung, sei darüber hinaus insbesondere eine bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze in der Grundsicherung.

Der Bericht geht unter anderem auf die Lage in den Bundesländern ein, die von tiefen Gräben zeugt: Während die beiden süddeutschen Länder Bayern und Baden-Württemberg auf eine gemeinsame Armutsquote von „nur“ 12,2 Prozent kommen, weisen die übrigen Bundesländer eine gemeinsame Armutsquote von 17,7 Prozent aus. Der Abstand zwischen Bayern (11,6 Prozent) und dem schlechtplatziertesten Bundesland Bremen (28,4 Prozent) betrage mittlerweile 16,8 Prozentpunkte. 

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