Jüdisch-arabische Organisation will Hilfsgüter nach Gaza bringen

Hilfe für Zivilisten in Gaza steht auf der Tagesordnung in Israels Öffentlichkeit weit unten. Nicht so bei den jüdischen und arabischen Aktivisten von „Standing together“.

8.03.2024 Andrea Krogmann 4 Min. Lesezeit
standing together hilfsgüter

Foto: Standing Together, X

Nir Jitzchak (KNA) Ihre Hilfe wäre ein Tropfen auf dem heißen Stein – und doch ein Symbol in einem polarisierten Konflikt: Am Donnerstag versuchten Freiwillige der arabisch-jüdischen israelischen Organisation „Standing Together“, eine kleine Menge Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen.

Dort leiden nach Angaben von UN und Hilfswerken die Menschen zunehmend unter Hunger und mangelnder humanitärer Hilfe. Am südisraelischen Kibbuz Nir Jitzchak, zwölf Kilometer vor dem Grenzübergang Kerem Schalom, war jedoch Schluss für den Konvoi. Drei Minuten gab Israels Grenzpolizei der Menge, die Zufahrtsstraße zu räumen.

Foto: Standing Together, X

Hilfsgüter – Probleme mit Rechtsextremen

Zucker, Mehl, ein paar Konserven und Reis, Spenden aus Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und Beerscheba: Die für Gaza bestimmten Hilfsgüter bedecken gerade den Boden des kleinen LKW, dahinter knapp 20 Autos mit den lilafarbenen Fahnen von „Standing together“ und den gelben Bändern, die für die israelischen Geiseln im Gazastreifen stehen. Rula Daoud, Ko-Leiterin der Organisation, ist zufrieden mit dem Zuspruch. 

„Wir haben den Hilfsaufruf erst vor 20 Stunden veröffentlicht, um zu verhindern, dass uns die radikale Rechte Probleme macht“, so Daoud. Drohanrufe und -nachrichten gehören für die linken Aktivisten zur Tagesordnung, sagt sie, und dass es sehr wahrscheinlich sei, dass rechte Siedler den Konvoi zu behindern versuchen.

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