Wie gehen wir mit psychischen Krankheiten um?

In vielen muslimischen Familien und manchen Zirkeln dominiert noch die irrige Vorstellung, eine psychische Erkrankung sei im Kern „Schwäche“ oder ein Mangel an Gottesvertrauen.

20.06.2026 Sulaiman Wilms 7 Min. Lesezeit
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Foto: Prostock-studio/Adobe

(iz). Zugleich melden muslimische Therapeutinnen und Therapeuten in Deutschland einen deutlichen Anstieg von Erschöpfung, Angststörungen, Burn-out und Depression – Störungsbilder, die sich kaum von denen der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden.

Dabei gibt es für die Vorstellung, ein Muslim sei per se vor einer seelischen Störung bzw. Erkrankung wie durch wundersame „Zauberhand“ gefeit keine Grundlagen. Hier widersprachen muslimische Forscher schon im 9. Jahrhundert diesem Aberglauben.

Abu Zayd al-Balkhi war einer der ersten Gelehrten, der seelische Erkrankungen systematisch behandelte. In seinem Werk „Nahrung des Körpers und der Seele“ argumentierte er, dass sie genauso schwerwiegend – wenn nicht schwerwiegender – sind als körperliche Ekrankungen, da Menschen im Laufe ihres Lebens viel häufiger von ihren Folgen betroffen sind.

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