Der Ramadan beginnt dieses Jahr voraussichtlich am Mittwochabend des 22.03.23 und endet voraussichtlich am Freitagabend den 21.04.23. (Islam Hoy). Mit Allahs Willen befinden wir uns vor den Toren des Monats […]
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Der Ramadan beginnt dieses Jahr voraussichtlich am Mittwochabend des 22.03.23 und endet voraussichtlich am Freitagabend den 21.04.23. (Islam Hoy). Mit Allahs Willen befinden wir uns vor den Toren des Monats […]
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„Der Radschab ist der Monat, in dem die Saat ausgebracht wird. Schaban die Zeit, in der die Pflanzen bewässert werden und Ramadan der Monat für die Ernte. (…) Radschab ist wie der Wind. Schaban wie die wasser-tragenden Wolken und Ramadan ist wie der Regen.“ (Abu Bakr Al-Balkhi)
(iz). Imam Muslim überlieferte von Abu Huraira, möge Allah mit beiden zufrieden sein, vom Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihm, dass Allah sagte: „Jede Handlung des Sohnes von Adam gehört ihm selbst, außer dem Fasten. Es ist Mein und Ich werde ihn dafür entlohnen. (…) Der Fastende hat zwei Freuden: Wenn er sein Fasten bricht, erholt er sich, und wenn er seinem Herrn gegenübersteht, hat er Freude an seinem Fasten.“
Foto: sewcream | Freepik
Mit schnellen Schritten nähert sich der Fastenmonat Ramadan – viel rapider, als man jedes Jahr zu glauben vermag. Dann wird sich wieder für 29 oder 30 Tage der Alltag unzähliger praktizierender Muslime in Deutschland umstellen und der Vergeistigung ihrer Existenz zuwenden. Es wäre jedoch kurzsichtig zu glauben, dass zwischen dieser Zeit und dem Rest des Jahres ein tiefer Graben liegt. Vielmehr gibt es eine Zwischenphase, die ebenfalls von erheblichem Wert ist. Kenntnis von ihr hilft uns bei der notwendigen Vorbereitung und Einstimmung auf den Ramadan selbst.
Der Prophetengefährte Salman Al-Farisi, möge Allah mit ihm zufrieden sein, sagte einmal: „Allahs Gesandter, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, hielt einen Vortrag für unseren Nutzen am letzten Tag des Schaban (…): ‘Oh, ihr Leute, ein mächtiger Monat breitet seinen Schatten über euch aus.’“ Das kann unter anderem auch heißen, dass der Ramadan nicht einfach plötzlich kommt, sondern seinen „Schatten“ langsam vorausschickt.
Man kann sagen, dass der Vorlauf für die Zeit des verpflichtenden Fastens bereits zwei Monate zuvor beginnt. Und zwar mit dem Radschab, dem siebten Monat des islamischen (Mond-)Kalenders. Dieser zählt zu den vier heiligen Monaten unseres Din. Allah sagt über sie im Qur’an: „Wahrlich, die Zahl der Monate bei Allah beträgt zwölf, so sind sie im Buch Allahs festgelegt worden seit dem Tag, da Er die Himmel und die Erde erschuf. Von diesen Monaten sind vier heilig. Das ist der beständige Glaube.“ (At-Tauba, 37)
Wenn der Radschab bevorstand, sprach der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, ein besonderes Du’a [arab. Bittgebet]: „Oh Allah, segne uns im Radschab und im Scha’ban und lasse uns den Ramadan erreichen.“
„Das verweist darauf, dass der Prophet Muhammad, Segen und Frieden auf ihm, diese drei Monate miteinander verband und Allahs besonderen Segen in den beiden Monaten vor dem Ramadan erflehte.
Des Weiteren wird deutlich, dass in diesem Monat die Vorbereitungen für besondere Anstrengungen auf dem Wege Allahs auf einen besonders fruchtbaren Boden treffen. Dazu gehören eine gesteigerte Anbetung sowie weitere Handlungen, die helfen, Allahs Wohlgefallen zu erlangen“, schreibt Hasbullah Shafi’iy in einem aktuellen Beitrag für die IZ. Das Wort Radschab leite sich aus der Wurzel „radschaba“ ab, was so viel wie „respektieren“ bedeutet.
Foto: Andrew Shiva / Wikipedia / CC BY-SA 4.0
Es gab mehrere historische Begebenheiten, die sich in diesem Monat ereigneten. Zwei wichtige davon sind:
1. Die Himmelfahrt des Gesandten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Sie geschah in der 27. Nacht des Radschab. In dieser Nacht, der Lailat Al-Miradsch, ist der Prophet in die Himmel aufgestiegen, wo Allah ihm vieles gezeigt hat und der Prophet Allah so nahe kam, wie es keinem Menschen vorher und nachher sonst gewährt wurde. Allah sagt dazu im Qur’an: „Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee hinführte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, auf dass Wir einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (Al-‘Isra, 1)
2. Der Prophetengefährte Bilal, möge Allah mit ihm zufrieden sein, brachte 400 Männer in die Gegenwart des Propheten, Allahs Heil und Segen auf ihm, und sie nahmen den Islam an.
Das ist der Monat, der dem Ramadan vorausgeht. Nach einer Überlieferung, die von ‘Aischa weitergegeben wurde, werden in diesem Monat dem Todesengel die Namen derjenigen gegeben, die im kommenden Jahr sterben werden. Einem Mann riet der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, er solle zwei Tage im Schaban fasten.
Es ist Sunna, in diesem Monat zu fasten. Der Prophet selbst pflegte, die Tages des letzten Monats vor dem Ramadan zu fasten und die Nächte im Gebet zu verbringen.
Allerdings ist es wichtig, dass das freiwillige Fasten eine individuelle Angelegenheit ist – zwischen dem Herrn und Seinem Diener. Man soll sie nicht nach außen tragen oder gar mit ihr prahlen. Qutada riet dazu, diese freiwillige Handlung zu verbergen: „Es ist empfohlen für einen Mann, der fastet, Parfüm zu benutzen, damit es kein Anzeichen dafür gibt, dass er fastet.“
Auch hier gibt es eine besondere Nacht (die 15. des Monats), in der Mitte des Schaban: die Lailat Al-Baraa. Sie ist die „Nacht der Befreiung“, eine der gesegnetsten Nächte des Jahres. Segen, Gnade und Vergebung kommen in dieser Nacht auf die Erde herab. Es wird überliefert, dass dann Fehler vergeben werden, mit Ausnahme der schwerwiegenden. Es gehört zu den Besonderheiten der hanafitischen Rechtsschule, der insbesondere die hiesigen Muslime mit türkischen und bosnischen Wurzeln angehören, sich in dieser Nacht in den Moscheen zu versammeln.
Es wurde berichtet, dass Schaikh Hasan Al-Basri einmal in dieser Nacht sein Haus verließ und dabei ganz bleich aussah. Als der große irakische Gelehrte der frühen muslimischen Vorzeit danach befragt wurde, entgegnete er: „Ich schwöre, dass ich in einem Zustand bin, der schlimmer ist als der eines Mannes, dessen Schiff unterging. Denn ich bin mir meiner Fehler gewiss, aber ich habe keine Gewissheit darüber, ob meine guten Taten angenommen werden. Deshalb sorge ich mich so viel.“
Im letzten Monat vor dem Ramadan sollten Muslime besonders viel im Qur’an lesen und das Bittgebet (As-Salat ‘ala An-Nabi) für den Propheten rezitieren, sowie ihr gutes Handeln steigern. Oft haben die Wohlhabenden gerade jetzt viel Sadaqa unter die Armen verteilt, damit diese für den Ramadan gestärkt sind. Gefangene wurden freigelassen. Auch ziehen sich viele in die Moscheen zurück (I’tikaf), um den Beginn des Ramadan zu erwarten und um in Abgeschiedenheit zu reflektieren.
Gelegentlich geschieht es, dass dieser Monat, weil er zwischen Radschab und Ramadan liegt, ein bisschen „untergeht“. Das war schon zu Zeiten des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, so: „Dies ist ein Monat, den die Menschen zwischen Radschab und Ramadan vernachlässigen. In ihm werden die Werke zum Herrn der Welten emporgehoben.“ (Ahmad, An-Nasa’i)
Für diejenigen Fastenden, die im vorangegangenen Ramadan bestimmte Tage nicht fasten konnten, eignet sich der Schaban dafür, diese nachzuholen. Es wurde von Abu Salama berichtet, dass dieser sagte: „Ich hörte ‘Aischa sagen, möge Allah mit ihr zufrieden sein: ‘Manchmal verpasste ich einige Tage im Ramadan und konnte sie nicht nachholen, außer im Monat Schaban.’“ Jeder verpasste Tag vom letzten Jahr muss spätestens im Schaban nachgeholt werden und hat Vorrang vor freiwilligen Fastentagen.
Ein interessanter Gedanke zu dieser besonderen Zeit kommt von Schaikh Abdalhaqq Bewley. Die herausragende Qualität des Ramadans komme nicht vom Fasten, sondern man faste in dem Monat, weil er so besonders sei.
Mit Material von Laila Massoudi und Sulaiman Wilms.
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Das verpflichtende Fasten im Islam folgt bestimmten Grundregeln und konkreten Detailfragen. Wir geben einen Überblick. (iz). Allah sagt in Seinem Edlen Buch: „Oh, die ihr Iman habt, vorgeschrieben ist euch […]
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(iz). „Oh, die ihr Iman [Vertrauen in Allah] habt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr Taqwa [Furcht und Respekt vor Allah in jedem Augenblick, die das gesamte Verhalten beeinflussen] habt. Es sind nur abgezählte Tage.“ (Al-Baqara, 183)
Der Monat Ramadan steht nun kurz bevor. In wenigen Wochen werden Muslime in aller Welt in den Nachthimmel blicken und nach dem Neumond Ausschau halten, der den Beginn des Ramadan 2023 ankündigt. Und dann, wenn der Mond gesehen werden kann, beginnt das verpflichtende Fasten – einer der fünf Pfeiler des Dins von Allah.
Von Ibn ‘Umar wurde überliefert, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Islam ruht auf fünf [Pfeilern] – der Bezeugung, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, die Etablierung des Gebets, die Bezahlung der Zakat, die Hadsch zum Haus und das Fasten im Ramadan.“
Da es sich hier um eine der fünf Säulen handelt, ist es wichtig, dass jeder Mukallaf (ein geistig gesunder Erwachsener) genau weiß, was dazu gehört, und alle Rechtsregeln im Zusammenhang mit dem Ramadan kennt. Die Regeln lassen sich grob in zwei Kategorien einordnen: Erstens, den Beginn und das Ende des Monats betreffend. Zweitens, die Bestimmungen des eigentlichen Aktes des Fastens.
Der Mond
Der Ramadan hängt – wie alle anderen Monate des islamischen Kalenders – vom Mond ab. Anfang und Ende richten sich nach dem Erscheinen eines Neumondes (Hilal in Arabisch). Es ist wichtig, hier anzumerken, dass der Monat erst beginnt, wenn der Neumond physisch gesehen werden kann. Allah sagt im Qur’an, dass jeder, der den Mond (den Neumond) sieht, fasten muss.
Und vom Propheten, Allahs Heil und Segen auf ihm, stammt die Aussage: „Beginnt mit dem Fasten, wenn ihr ihn seht, und beendet es, wenn ihr ihn seht. Ist es bewölkt, vollendet die dreißig Tage [des Monats].“
Damit der Monat beginnen kann, muss der Mond entweder physisch gesichtet werden oder es müssen dreißig Tage vergehen. Ein Monat des Mondkalenders hat 29 oder 30 Tage – nicht mehr und nicht weniger. Soweit es astronomische Berechnungen gibt, sind diese keine Beweise in sich, sondern Hilfsmittel zur Überlegung, wann eine Mondsichtung überhaupt möglich sein kann.
Die Absicht
Wie eigentlich jeder Muslim weiß, folgen die „Handlungen den Absichten“. Jeder Akt der Anbetung, zu dem wir verpflichtet sind, muss von einer entsprechenden Absicht [arab. Nijja] begleitet werden. Das ist beim Fasten nicht anders. Die Absicht dafür im Monat Ramadan muss vor der Morgendämmerung des ersten Tages gefasst werden. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte hierzu: „Wer in der Nacht vor dem Fasten nicht die Absicht fasst, der hat kein Fasten.“
Diese Absicht kann zwischen dem Abendgebet des letzten Tages im Monat Scha’ban bis zur Morgendämmerung des ersten Tages im Ramadan gehegt werden. Es ist aber am sichersten, seine Nijja vor dem Schlafengehen zu formulieren, falls jemand nicht zur richtigen Zeit aufwachen sollte. Kommt die Absicht erst nach der Morgendämmerung, muss dieser Tag nachgefastet werden.
Nach Ansicht von Imam Malik reicht diese eine Absicht für den gesamten Monat. Allerdings müssen diejenigen, deren Fasten im Laufe des Monats durch Dinge wie Menstruation, Reisen oder Krankheit gebrochen wird, die Nijja auffrischen, wenn sie mit dem Fasten fortfahren.
Und alle wie Kranke oder Reisende, die nicht verpflichtet sind, müssen jede Nacht eine neue Absicht treffen. Das war die Position von Imam Malik. Soweit es die Imame Asch-Schafi’i und Abu Hanifa betrifft, betrachteten sie es als Pflicht für jeden, jede Nacht die Absicht zum Fasten zu erneuern.
Diese Absicht muss klar, zielgerichtet und eindeutig sein. Es reicht nicht aus, fasten zu wollen, sondern wir müssen die feste Absicht haben, das verpflichtende Fasten im Ramadan zu vollziehen. Und ein Muslim muss sicher sein, dass es der Ramadan ist, den er oder sie fasten will.
Dazu braucht es Gewissheit, dass der Monat nun wirklich beginnt. Sollte es sich, aus welchen Gründen auch immer, ereignen, dass der Ramadan ohne Kenntnis beginnt und man den Tag nicht fastet, muss man die Absicht fassen und in dem Moment beginnen, sobald man davon hört. Dieser Tag muss nach dem Ramadan wiederholt werden.
Wen betrifft es?
Das Pflichtfasten im Ramadan ist eine Pflicht für jeden geistig gesunden und erwachsenen Muslim. Allerdings gibt einige Kategorien, die ausgenommen sind: Die erste Kategorie sind Frauen, die menstruieren oder Wochenbettblutungen haben. Für sie ist es verboten. Die zweite und dritte Kategorie, für die es nicht verpflichtend ist, sind Kranke und Reisende. Im Qur’an heißt es hierzu: „Wer von euch jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, der soll eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten).“ (Al-Baqara, 184)
Wer krank ist und fürchtet, dass das Fasten seinen Zustand verschlimmert oder seine Heilung verzögert beziehungsweise fürchtet, dass es zum Ausbruch einer anderen Krankheit führt, hat die Erlaubnis, nicht zu fasten. In einigen Fällen ist die Person gar verpflichtet, nicht zu fasten. Es sollte angemerkt werden, dass die Furcht um die Gesundheit eine tatsächliche Grundlage haben muss – entweder wegen früherer Erfahrungen oder auf Rat eines Arztes. Der bloße Hunger ist keine Krankheit!
Ebenso ist es für jeden Reisenden im Ramadan erlaubt, das Fasten zu unterbrechen. „Reisen“ meint die Dauer einer Reise, auf der man sein Gebet verkürzen darf. Imam Malik betrachtete das Fasten als wünschenswerter. Diese Position wurde auch von vielen bekannten Tabi’in, den Nachfolgern der Prophetengefährten, geteilt – inklusive Ibrahim An-Nakha’i, Sa’id ibn Dschubair und Mujahid.
Zu den Ausnahmen gehören ebenso: Schwangere und Stillende, die um ihre Gesundheit und die ihrer Babys besorgt sind, Alte und Schwache sowie solche Menschen, die unter starker Dehydrierung und unstillbarem Durst leiden. Der Grund dafür ist, dass ihre Zustände als Krankheiten zu betrachten sind.
Jeder, der in diese Kategorie fällt und Tage verpasst, ist nur zum Nachfasten verpflichtet, wenn und wann er körperlich dazu in der Lage ist. Stillende Mütter jedoch müssen auch eine Fidja bezahlen – in anderen Worten, sie müssen eine Person für jeden verpassten Tag mit einem Madd (medinensisches Volumenmaß) Reis, Getreide oder vergleichbarem speisen.
Das gleiche gilt für alle, die es vor dem nächsten Ramadan verpassen, ausgefallene Tage nachzuholen. Die Alten und Schwachen sollten diese Fidja bezahlen, wenn sie körperlich unfähig sind, diese Tage jemals wieder nachzuholen.
Und schließlich sollte klar sein, dass Kinder weder fasten müssen, noch ist es für sie empfehlenswert, bis sie das Alter der Pubertät erreichen. Daher sollten Eltern ihre Kinder auch nicht unter Druck setzen, es zu tun. Will ein Kind es einmal aus eigenem Antrieb versuchen, dann spricht nichts dagegen. Es sollte aber nicht bestraft werden, wenn ihm die Vollendung des Tages nicht gelingt. Das Fasten ist schwer genug für die Erwachsenen, von Heranwachsenden ganz zu schweigen!
Was ist zu tun?
Was beinhaltet das Fasten eigentlich? Das Arabische Wort dafür lautet Saum. Linguistisch bedeutet es Enthaltsamkeit – ob von der Verrichtung bestimmter Dinge oder vom Sprechen. Im Kontext der Scharia bedeutet es etwas anderes: den absichtlichen Verzicht auf Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr zwischen den Zeiten der Morgendämmerung und des Sonnenuntergangs.
Allah sagt dazu im Qur’an: „Von jetzt an verkehrt mit ihnen [Ehepartnern] und trachtet nach dem, was Allah für euch bestimmt hat, und esst und trinkt, bis sich für euch der weiße vom schwarzen Faden der Morgendämmerung klar unterscheidet!“ (Al-Baqara, 187)
Das erlaubt das Essen, Trinken und ehelichen Verkehr in der gesamten Nacht, aber sobald am Morgen die erste Silbe des Gebetsrufes zu hören ist, oder wenn die Dämmerung am Horizont erscheint, darf kein Bissen unsere Lippen passieren. Unser Fasten hat begonnen.
Die Implikation des Verbots von Essen und Trinken ist, dass nichts willentlich dem Körper über die Speiseröhre zugeführt werden darf. Genauso ist es beim Rauchen und der oralen Einnahme von Medikamenten. Nach Ansicht von Imam Malik wird das Fasten auch gebrochen, wenn diese Dinge unbeabsichtigt die Kehle passieren. Hier ist allerdings eine Warnung angebracht:
Nur, weil das Fasten gebrochen wurde und man einen Tag nachholen muss, beinhaltet dies keine Erlaubnis den Rest des Tages über zu essen oder zu trinken. Im Gegenteil, der Betreffende ist verpflichtet, die verbleibende Zeit zu fasten.
Das Verbot des Geschlechtsverkehrs zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang gilt auch für jede andere Aktivität oder Stimulation, die zu sexueller Erfüllung führen könnte. Feuchte Träume, die tagsüber im Schlaf geschehen, brechen das Fasten aber nicht. Man macht einfach eine Ganzkörperwaschung (Ghusl) und fastet weiter.
Das sind die Pflichtelemente des Ramadan, aber es gibt auch gewisse Handlungen, die darüber hinaus empfohlen sind. Der Prophet sagte: „Habt Suhur [die Mahlzeit vor Beginn des Fastens], denn Suhur ist ein Segen, der euch für das bevorstehende Fasten stärkt und euch Energie gibt.“ Und er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte auch: „Solange sie ihr Fasten sofort brechen und das Suhur hinauszögern [bis zum Ende der Nacht], wird meine Gemeinschaft in einem guten Zustand bleiben.“
Es wurde überliefert, dass der Prophet sein Fasten vor dem Gebet mit frischen Datteln brach. Man sollte jedoch aus Respekt vor dem Muezzin und seinem Gebetsruf, wenn man in der Moschee sitzt, mit dem Fastenbrechen warten, bis der ‘Adhan beendet ist.
Eine weitere empfohlene Handlung ist das Tarawwih. Der Prophet sagte: „Jedem, der – im Glauben und der Hoffnung auf eine Belohnung – während der Nacht im Ramadan im Gebet steht, werden alle falschen Handlungen vergeben, die er bis zu diesem Zeitpunkt begangen hat.“ Die Bedeutung und der Wert des Tarawwih-Gebets blieben den Prophetengefährten nicht verborgen.
Der zweite Khalif des Islam, ‘Umar ibn Al-Khattab, richtete es als nächtliche Praxis im Ramadan ein. Seitdem halten Muslime in aller Welt diese Praxis lebendig.
Wir bitten Allah, den Ramadan zu segnen und alle, die darin fasten. Und wir bitten Ihn, den Monat zu einer Zeit der Öffnungen für uns und für alle Muslime zu machen. Und ihn zu einem Monat zu machen, in dem alle Herzen verbunden sind und alle Unterschiede vergessen.
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