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Frauen im Qur’an: über Aspekte von Weiblichkeit in der Offenbarung

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Der Qur’an erzählt von Frauen nicht als Randerscheinung, sondern als Teil seiner allgemeinen Botschaft an alle Menschen (iz). Er bindet ihre Geschichten eng an die großen Themen Glauben, Unglauben, Gerechtigkeit […]

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Coach Seher Danisman: Wie können Frauen fitter werden?

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Wenn Seher Danisman von Fitness spricht, geht es deshalb nie nur um definierte Muskeln, sondern immer auch um Routinen, Glauben und die Frage, wie all das in ein Leben passt, […]

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Die Anbetung der Frauen: Islamische Lebenspraxis

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Die Anbetung der Frauen: Auch heute noch ist es selbst in westlichen Gesellschaften häufig der Fall, dass die nicht unerhebliche Haus- und Care-Arbeit an ihnen und weiblichen Familienmitgliedern hängen bleibt. […]

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Mariam – eine sudanesische Mutmacherin im Flüchtlingslager

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Der Krieg im Sudan ist zur größten Vertreibungskrise der Welt geworden. Im Flüchtlingslager im äthiopischen Ura zeigen sich die Folgen globaler Nothilfekürzungen. Derweil verändert sich Äthiopiens Rolle im Sudankrieg. (KNA). […]

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Hindernisse für das Liebesglück

interkulturell Hindernisse

Hindernisse in der Kontaktanbahnung: Junge Muslime berichten seit Längerem von steigenden Schwierigkeiten beim Kennenlernen.

(Amaliah.com). Was macht die Suche nach einem Partner zu einer solchen Herausforderung? In diesem Text geht die Autorin den tieferen, oft unausgesprochenen Gründen für diese Herausforderung auf den Grund. Von Maria El Coptia

Ich habe mit sieben muslimischen Frauen unterschiedlichen Alters und mit diversem Hintergrund gesprochen, um mir ein umfassenderes Bild von dieser „Krise“ zu machen und von den Ursachen, die sie dafür sehen. Es ging mir aber auch um ihre Erfahrungen bei der Suche nach einem Lebenspartner und von den immer wiederkehrenden Problemen, mit denen sie dabei konfrontiert sind.

Ayah, 33, eine aktive und gut vernetzte Frau in der muslimischen Gemeinde Londons, fasste die Probleme prägnant zusammen: „Ehrlich gesagt würde ich sagen, dass unsere männlichen Kollegen es nicht ernst meinen; die Angst vor Ablehnung ist weit verbreitet.

Im Allgemeinen betrachten die Menschen die Ehe nicht als eine Verbindung zweier Seelen, sondern nur als etwas Praktisches – einen Vorzeige-Ehemann oder eine Vorzeige-Ehefrau. Außerdem geht in der Phase des Werbens viel Baraka verloren. Aber in Wahrheit führt die Prägung durch Überfluss und Auswahlmöglichkeiten zu einer Lähmung der Entscheidungsfähigkeit und der Bewegungsfähigkeit.“

Fehlende Absicht

„Wie geht man am besten vor? – Mit Absicht. Selbst wenn du nicht weißt, ob jemand zu dir passt, führt das Fehlen einer Absicht von Anfang an dazu, dass du dich unnötig lange in einer falschen Sicherheit wiegst. Du verlierst deinen Akhlaq. Das heißt nicht, dass man nicht scherzen oder sich unterhalten darf. Gott bewahre!“

Wie Ayah betonte, scheint ein Kernproblem der „Dating-Krise“ ein Mangel an Absicht und damit einhergehend ein Mangel an Respekt zu sein. Das erleben Frauen häufiger im Umgang mit Männern – insbesondere im Netz.

Die 28-jährige Layla glaubt, dass Menschen mit einer unrealistischen Vorstellung von der Ehe und vielen Vorurteilen gegenüber dem anderen Geschlecht in diese Gespräche gehen. Sie würden den Prozess leichtfertig angehen, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen. „Ich finde diesen ganzen Prozess sehr anstrengend.

Es ist schwer, die Absichten der Menschen zu erkennen oder zu wissen, wie ernst sie es meinen – es fühlt sich fast wie eine Jobsuche an, bei der die ständigen ‘Vorstellungsgespräche’ den Spaß und den Funken rauben. Es gibt sogar ein seltsames Tabu, zuzugeben, dass man einen Lebenspartner sucht, was ein Gefühl der Einsamkeit hervorrufen kann, besonders wenn die meisten Menschen in deinem Umfeld bereits eine Familie gegründet haben.“

Online-Interaktionen würden das Ganze noch verschlimmern. Es sei so einfach, jemanden nach ein paar Nachrichten abzulehnen. Aber wenn man ihn im echten Leben treffen würde, wäre man wahrscheinlich offener. Die Leute ignorierten einen einfach, als wäre nichts gewesen.

Würde jemand im echten Leben mitten in einem Gespräch einfach aufstehen und gehen? „Es mangelt enorm an Verbindung, Vertrauen und Verletzlichkeit. Die Leute gehen nicht mit echten Absichten auf Treffen zum Kennenlernen. Sie haben nicht die nötige Heilungsarbeit geleistet, um sich selbst, ihre Kindheitstraumata, ihre Auslöser oder ihre wahren Wünsche zu verstehen.“

Erfahrungen von Männern und Frauen

Kürzlich bin ich auf ein wunderschön gestaltetes Video des muslimischen Videokünstlers Arkamcreates gestoßen, das ebenfalls dieses Thema behandelte. Er verglich die Erfahrungen von Männern sowie Frauen mit Apps und befragte zwei Frauen und Männer.

Eine der Damen erzählte, dass sie innerhalb einer Stunde nach der Erstellung ihres Profils Hunderte von Likes erhalten habe. Aber ihr sei klar gewesen, dass die Männer, die ihr „Likes“ gegeben hätten, sich nicht die Mühe gemacht hätten, ihr Profil zu lesen. Sie hätten einfach „ein Netz ausgeworfen, um zu sehen, ob ich hineinpassen würde“.

Er räumte zwar ein, dass seine Stichprobe klein war, teilte jedoch mit, dass sowohl Männer als auch Frauen, mit denen er gesprochen hatte und die die Apps genutzt hatten, zu dem Schluss gekommen waren, dass Männer ein breites Netz auswerfen würden.

Mehrere User hätten unter dem Video auf Instagram und auf TikTok Kommentare hinterlassen, in denen sie diese Meinung teilten. Ein männlicher Kommentator sagte, er kenne viele Männer, die „blindlings jedes einzelne Profil nach rechts wischen und erst nach einem Match die Person richtig betrachten, sie haben null Respekt vor den Frauen auf der anderen Seite“.

Foto: Muzmatch

Thamina ist überzeugt, dass Männer den Prozess des Kennenlernens mit Arroganz und mangelndem Respekt angehen und dabei von ihren Freunden unterstützt werden:

„Meine persönlichen Erfahrungen bei der Partnersuche waren nicht besonders gut. Es gibt dieses Phänomen, dass Männer ab 24 – insbesondere zwischen 24 und 27 – ernsthafte Bindungsprobleme haben. Sie springen einfach von einer Frau zur nächsten und halten sich für etwas Besonderes, obwohl sie es nicht sind. Das ist das Problem, wenn man von unmoralischen westlichen Werten umgeben ist und diese verinnerlicht hat. Männer, die in großen Männerkreisen leben, nutzen diese als Echokammern, reden über unmoralische und ekelhafte Dinge, und niemand verurteilt das, weil sie Frauen nicht respektieren. Deshalb glauben sie, dass sie sich benehmen können, wie sie wollen, Frauen respektlos behandeln oder sie einfach ignorieren können, wenn sie keine Lust mehr haben.“

Hypersexualisierung

Ein weiterer Grund, warum Leute Schwierigkeiten haben, zu heiraten, könnte darin liegen, wie wir als Kinder sozialisiert wurden. Uns wurde zwar beigebracht, Grenzen zwischen den Geschlechtern zu wahren.

Aber man könnte argumentieren, dass wir nicht religiös dazu angehalten wurden, uns in der Gegenwart des anderen unbehaglich oder unbeholfen zu fühlen, was jedoch offenbar unser kollektives Empfinden ist.

Sara ist Pfadfinderleiterin, verbringt viel Zeit mit Teenagern und hat darüber nachgedacht, wie Mädchen und Jungen im Umgang miteinander beraten werden:

„Meine Erfahrungen sind gut, aber wir haben als Gemeinschaft Probleme. Jeden Tag ändert sich meine Meinung zum Grundproblem. Manchmal komme ich zu der Überzeugung, dass wir in Bezug auf Geschlechterbeziehungen überbewusst sind und nicht richtig sozialisiert wurden. Wir wissen, dass Kinder in der Schule, in sozialen Netzwerken, in der Moschee usw. miteinander interagieren. Diese jungen Menschen, für die wir verantwortlich sind, sind normale Menschen, die sich ineinander verlieben und Gefühle füreinander haben.“

Wenn man diese Gespräche über gesunde Geschlechterbeziehungen mit klaren Grenzen nicht fördere, könne man junge Erwachsene nach ihrem Abschluss nicht einfach fragen, warum sie nicht verheiratet seien. Sie glaube nicht, dass es der Sunna entspreche, diese Unbeholfenheit zwischen den Geschlechtern zu fördern und dann Menschen dafür zu beschämen, dass sie unverheiratet blieben.

„Wir müssen den jüngeren Generationen beibringen, wie man gesunde Beziehungen zu Menschen des anderen Geschlechts aufbaut, sei es innerhalb der Familie unter Cousins, Schwägern usw. oder außerhalb der Familie in der Gesellschaft.“

Ich möchte hinzufügen, dass die Tatsache, dass man nicht richtig gelernt hat, wie man Grenzen gegenüber dem anderen Geschlecht aufrechterhält, und die daraus resultierende Hypersexualisierung gemischter Räume dazu geführt haben, dass beide Geschlechter sich gegenseitig objektivieren oder in ihren Interaktionen völlig realitätsfern sind.

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Foto: Lightfield Studios

Urteil und Beweglichkeit

Eine der größten Herausforderungen bei der Kontaktanbahnung unter Muslimen ist, wie schnell wir uns gegenseitig beurteilen und wie wenig Flexibilität wir dabei zulassen. Oft bringen wir vorgefasste Meinungen mit, die durch Horrorgeschichten von Freunden, virale Posts oder sogar Erfahrungen innerhalb unserer eigenen Familien geprägt sind. Es ist zwar wichtig, sich zu schützen. Aber übertriebene Vorsicht kann zu Feindseligkeit führen und den Aufbau echter Beziehungen erschweren.

Sara glaubt, dass wir durch mehr Mitgefühl und Offenheit beim Dating gesündere Beziehungen fördern können:

„Manchmal gehen wir Dating sehr schwarz-weiß an – wir sind unflexibel, nicht offen und beenden Dinge, ohne wirklich miteinander zu reden. Männer und Frauen sprechen oft unterschiedlich über dieselben Dinge, doch wir urteilen schnell, anstatt zu versuchen, einander zu verstehen. Wir brauchen mehr Rahma (Mitgefühl) und Gnade – die meisten von uns sind gerade dabei, das zu lernen.“

Sara glaubt, dass man durch mehr Mitgefühl und Offenheit beim Kennenlernen gesündere Beziehungen fördern könne: „Manchmal gehen wir Kontaktanbahnung sehr schwarz-weiß an – wir sind unflexibel, nicht offen und beenden Dinge, ohne wirklich miteinander zu reden. Männer und Frauen sprechen oft unterschiedlich über dieselben Dinge, doch statt zu versuchen, einander zu verstehen, urteilen wir schnell. Wir brauchen mehr Rahma (Mitgefühl) und Gnade – die meisten von uns sind gerade dabei, das zu lernen.“

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Die Erfolgsgeschichte von Modest Fashion

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Designerinnen wie Meriem Lebdiri haben Modest Fashion in Deutschland salonfähig gemacht. Der Stil spricht inzwischen viele an – nicht nur Musliminnen, sondern auch viele andere Frauen setzen bei Kleidung auf […]

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Aqida Azizi hilft, den richtigen Partner zur finden

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Nach Erfahrungen im privaten Umfeld hat sich Aqida Azizi entschieden, eine Partnervermittlung aufzubauen. Sie sieht auf dem Gebiet einen großen Bedarf. (iz). Den richtigen Partner für eine erfolgreiche Ehe zu […]

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„Keinerlei Freiheit“: Caritas-Expertin über Frauen in Afghanistan

afghanistan frauen

Vor drei Jahren eroberten die Taliban Afghanistan im Handstreich zurück. Vor allem für Frauen fürchteten Menschenrechtler danach schwere Einschränkungen. Eine Expertin sagt nun: Es wird sogar noch schlimmer.

(KNA). Henrike Bittermann ist Afghanistan-Referentin bei Caritas international. Die katholische Hilfsorganisation ist seit Jahrzehnten mit humanitären, psychosozialen und medizinischen Projekten in Afghanistan aktiv. Drei Jahre nach der erneuten Taliban-Machtübernahme zeichnet sie ein drastisches Bild der Unterdrückung und des Schikanierens von Frauen. Hoffnung auf einen Wandel sieht sie derzeit nicht. Und das führe zu großer Verzweiflung und Angst.

Frage: Vor wenigen Tagen haben die Taliban – drei Jahre nach ihrer Machtübernahme – ein „Tugendgesetz“ zur „Prävention gegen das Laster“ veröffentlicht. Welche Folgen hat das neue Gesetz?

Henrike Bittermann: Wir dachten schon vorher, schlimmer kann es bei den Einschränkungen für Frauen nicht werden – aber es wurde schlimmer. Frauen müssen sich jetzt am ganzen Körper verschleiern. Der bislang übliche Hijab, bei dem das Gesicht offen bleiben dürfte, ist jetzt verboten. Frauen sollen in der Öffentlichkeit nicht mehr laut sprechen – manche Tugendwächter könnten das als vollständiges Sprechverbot auslegen. Frauen dürfen Männer nicht mehr anschauen. Und Frauen dürfen nur noch mit ihrem „Mahram“ – einem eng verwandten männlichen Aufpasser oder ihrem Ehemann – das Haus verlassen.

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Foto: UN Photo/Eric Kanalstein, www.unmultimedia.org/photo, via flickr

Frage: Was bleibt dann noch an Freiheiten?

Henrike Bittermann: Fast keine mehr. Der Alltag von Frauen findet zu 95 bis 99 Prozent nur noch im eigenen Haus statt. Über alle diese Vorschriften wacht die sogenannte Tugendpolizei. Diese Männer kontrollieren Frauen auf offener Straße und schikanieren sie. All das zielt darauf ab, Frauen Angst zu machen, damit sie nur noch zu Hause bleiben.

Frage: Wie kann eine Gesellschaft funktionieren, wenn die Hälfte der Menschen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen ist? Mädchen nur bis zur sechsten Klasse in die Schule gehen dürfen und Universitäten für Frauen Tabu sind?

Henrike Bittermann: Die Taliban sind so stark, dass sie ihre Regeln durchsetzen. Im Moment denken sie nicht an die langfristigen Folgen: Aber was wird künftig sein, wenn keine Ärztinnen oder Lehrerinnen mehr ausgebildet werden? Für Stellen, die nach islamischem Recht Männer gar nicht ausüben dürfen.

Frage: Könnten Frauen aus dem Land fliehen?

Henrike Bittermann: Kaum, es gibt überall im Land sehr scharfe Kontrollen und Checkpoints. Wenn überhaupt, können sich Frauen nur mit ihrem Mahram bewegen. Ich habe am Flughafen erlebt, wie alleinreisende Frauen nicht ins Flugzeug steigen durften. Und selbst wenn sie das Land mit ihrer Familie verlassen könnten – welche Perspektive hätten sie denn? Welches Land würde sie aufnehmen? Nicht nur Deutschland verschärft seine Migrationsgesetze.

Frage: Im Iran kam es nach Übergriffen der Tugendpolizei zu Massenprotesten – wäre das in Afghanistan auch denkbar?

Henrike Bittermann: Momentan auf keinen Fall! Die Taliban sind zu stark. Und es gab hier noch nie eine breite gesellschaftliche Bewegung gegen das Regime. Zwar wünschen sich natürlich auch viele Männer mehr Freiheiten für ihre Ehefrauen und für ihre Töchter. Sie hoffen, dass sie eine weiterführende Schule oder Universität besuchen können. Aber dass sie dafür auf die Straße gehen, in Widerstand gegen das Taliban-Regime, das ist, auch aus Angst, jenseits aller denkbaren Möglichkeiten.

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Drei Jahre nach Taliban-Rückkehr: Afghanistan krisengeschüttelt

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Niemand hatte geahnt, wie zügig die Taliban vor drei Jahren wieder die Macht in Afghanistan übernehmen konnten. Die Welt scheint sich damit abgefunden zu haben – das Land jedoch steht […]

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Moscheen müssen sich öffnen

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Das Beispiel Kanada zeigt: Ohne Jugend und Frauen verlieren Moscheen weiter an Relevanz.

(The Conversation). Ich wurde relativ jung Witwe. Als Muslimin und alleinerziehende Mutter hatte ich die Pflicht, die Kinder – einen Sohn und eine Tochter – freitags in die Moschee zu bringen, um Trost zu finden und zu beten. Von Tamer Gaber

Doch jedes Mal wurde ich von meinem Sohn getrennt. Er ging in den größeren Gebetsraum für Männer, während meine Tochter und ich in den abgetrennten Bereich für Frauen gingen. Er war noch ein Kind, und ich hatte keine Möglichkeit zu erfahren, wie oder wo er war, bis das Gebet zu Ende war.

Ich suchte ihn in der Menge der Männer, die den Gebetsraum (arab. musalla) verließen. Der Stress und die Angst, von ihm getrennt zu sein, führten dazu, dass ich eine Zeit lang nicht mehr mit ihnen in die Moschee ging.

Moscheen: Genügend Platz für Frauen und andere?

Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich damit verbracht, den Platz und den Raum von Frauen in der Moscheearchitektur zu erforschen. Im Buch „Beyond the Divide. A Century of Canadian Mosque Design“ dokumentiere ich 90 Einrichtungen in meiner Heimat sowie die Räume, die Frauen darin zur Verfügung stehen.

Die Gebäude, in denen ich in Kanada aufwuchs, waren anders als die historischen Einrichtungen und die Große Moschee in Mekka, die ich als junge Gelehrte besuchte.

In den wenigen kanadischen Bauten, die ich in meiner Jugend betrat, war der Raum für Frauen stets eine Überraschung und in ständiger Veränderung begriffen: ein Nebenraum, ein Keller, ein Hinterzimmer – immer mit niedriger Decke und minderwertiger Ausstattung.

In den Gebäuden der Vergangenheit, die ich in Kairo, Istanbul, Tunis, Córdoba und anderswo besucht habe, kam ich dagegen in weite, offene Innenräume, in denen ich alles sehen konnte – auch den Mihrab, die Nische, die die Richtung nach Mekka anzeigt.

Wenn es in diesen historischen Moscheen Räume für Frauen gab, waren sie meist provisorisch und aus neuen Materialien gebaut: eindeutig moderne Anbauten an jahrhundertealte Gebäude, die ursprünglich beide Geschlechter ohne getrennte Räume beherbergt hatten.

In Mekka betete ich während meiner Pilgerreise und führte die Rituale durch, wie es Muslime seit über 1400 Jahren tun, ohne Geschlechtertrennung. Diese Diskrepanz zwischen dem Historischen und dem Modernen war real und verwirrend. In den zeitgenössischen Räumen, in denen ich Gemeinschaft finden sollte, fühlte ich mich architektonisch zweitklassig.

Beim Lesen des Qur’an werden Männer und Frauen aufgefordert, sich in Innenräumen der Niederwerfung vor Gott zu verneigen. An keiner Stelle schreibt Allahs Buch einen baulich abgetrennten Raum für sie vor.

Tradition

Foto: Tyrone Tower, Diyanet USA

Kaum Grundlagen für separate Räumlichkeiten

In sekundären Quellen, den Hadithen, haben Gelehrte im Laufe der Jahrhunderte die Handlungen des Gesandten Allahs interpretiert: Es gibt Beispiele dafür, dass er Männer aufforderte, ihren Blick zu senken, gemischtgeschlechtliche Gruppen in einer spezifischen Weise anzuordnen oder sogar die Gebete zu verkürzen, um die Unannehmlichkeiten von Müttern, die ihre Kinder betreuen, zu mindern.

Die Idee, dass es für Frauen besser sei, zu Hause zu beten, tauchte erst spät im 13. Jahrhundert auf, als kulturelle Interpretation von Rechtsgelehrten wie Ibn Jauzi – und nicht von einer religiösen Anordnung. Im ersten Jahrtausend des Islam wurden Moscheen ohne Geschlechtertrennung gebaut. Zahlreiche historische Texte belegen, dass Frauen in den Gebäuden lernten und lehrten.

Tatsächlich begann die Verbreitung von speziellen, vorgesehenen separaten Räumen in den Bauten erst in der osmanischen Ära. Im 15. Jahrhundert, mit der Eroberung von Konstantinopel (dem heutigen Istanbul), wurde die 1.000 Jahre alte byzantinische Kirche Hagia Sophia in eine Moschee (dann: Aya Sofya) umgewandelt.

Wie viele andere byzantinische Kirchen verfügte sie über separate Gebetsräume für Frauen, darunter den Balkon oder Gynäzeum, ein Element, das in späteren Epochen der Kirchenarchitektur nicht mehr übernommen wurde.

Nach ihrem Vorbild wurden osmanische Moscheen unter Verwendung vieler byzantinischer Elemente erbaut, darunter die Kuppel, die heute am meisten mit Moscheen in Verbindung gebracht wird. Dazu gehörte der separate Balkon, der in einem spezifischem Umfang oder einer bestimmten Größe für Frauen reserviert war.

Foto: Unsplash

Ambivalente Erfahrungen

Während meiner Forschung besuchte und untersuchte ich 90 Moscheen in 53 Städten in ganz Kanada – von Victoria bis St. John’s und von Inuvik bis Iqaluit. Ich habe Moscheebesucher, Vorstandsmitglieder und Architekten befragt. Ich habe jedes Gebäude fotografiert (von außen und innen), mit meinen Forschungsassistenten architektonische Zeichnungen angefertigt, die die Geschlechtertrennung zeigen, und die Geschichte jedes Raumes recherchiert.

In den meisten Moscheen wurde ich herzlich empfangen. In anderen stieß ich auf Vorbehalte oder Zweifel. Im Großen und Ganzen neutralisierte meine akademische Laufbahn mein Geschlecht und „erlaubte“ mir den Zugang zu Räumen, die Männern vorbehalten waren. Mein Geschlecht ermöglichte mir wiederum das Betreten zu Innenräumen für Frauen, die in baulichen Texten so gut wie nie erwähnt oder analysiert werden.

Frauen in Kanada (und in vielen anderen Teilen der Welt) betreten Moscheen oft mit der Unsicherheit, was sie dort erwartet. Gibt es genug Platz zum Beten? Ist der Raum gut beleuchtet und gepflegt? Diese Fragen behindern die Integration und stellen ein ernsthaftes soziales und architektonisches Problem dar.

Offenen Moscheen brauchen angepasste Architekturen

Architekten und Designer zögern vielleicht, die ihnen vorgegebenen Richtlinien für den Entwurf einer Moschee in Frage zu stellen, aus Angst, unsensibel zu sein. Wenn jedoch ein Baumeister beauftragt wird, Räume zu planen, die Mitglieder der Gemeinschaft ungleich behandeln, ist dies ein Problem, das professionelle Kritik erfordert. Wenn ein Architekt eine Turnhalle oder eine Bibliothek entwerfen soll, in der Frauen nur ein Viertel des Raumes mit schlechteren Einrichtungen zur Verfügung steht, würde er das nicht in Frage stellen?

Moscheen mit Mauern, Schranken und getrennten Eingängen senden eine klare Botschaft an muslimische Frauen: Diese Räume sind nicht für uns. Damit sie auch für kommende Generationen relevant und wichtig bleiben, müssen sie sich anpassen und aus den historisch gewachsenen geschlechtsneutralen Normen lernen.

Unter solchen Bedingungen ist Teilhabe und Partizipation nicht möglich – vor allem nicht für jüngere Menschen, die sich sonst überall gleichberechtigt fühlen, nur nicht dort.

Anfang 2023 wurde ich gebeten, als Designberater für islamische Architektur an einem großen Moschee- und Schulprojekt in Edmonton mitzuwirken. Die Schule und die Moschee sollen Platz für 1.500 bis 2.000 Menschen bieten. Schüler, Lehrer, Eltern und andere, die sie nutzen werden, brachten ihre Ideen in das Projekt ein: ein Entwurf ohne Geschlechtertrennung, der eine Reihe von Themen berücksichtigt, die für die Gemeinde und die Region relevant sind.

* Übersetzt und veröffentlicht im Rahmen einer Creative Commons-Lizenz.