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Auf was baut eine muslimische Gemeinschaft auf?

Gemeinschaft

Kommentar: Muslimische Gemeinschaften müssen sich fragen, auf welchen Fundamenten sie ihre Zukunft bauen wollen. Diese Tür steht allen offen, die hindurchgehen wollen. (iz). Die Mitgliedschaft in der muslimischen Gemeinschaft beruht […]

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Konvertiten und Gemeinschaft – es gibt noch Luft nach oben

konvertit gemeinschaft

Thema Gemeinschaft: Nicht alle Muslime finden die nötige Unterstützung durch die Community. Dazu gehören u.a. auch Konvertiten. (iz). Muslime im Westen – zumeist Einwanderer bzw. ihre direkten Nachfahren – haben […]

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Leben in Gemeinschaft: Etabliert das Gebet

gebet gemeinschaft Religionsgemeinschaft

Zu den gemeinschaftlichen Kernaufgaben der Muslime gehört die Einrichtung des Gebets. Das ist weit mehr als nur seine Verrichtung. (iz). Allah sagt in Seinem Edlen Buch: „Helft einander zur Güte […]

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Muslime und Community: Wer spricht eigentlich für uns?

Muslime

Schwerpunkt Muslime und Gemeinschaft. Bisher kann niemand voll beanspruchen, für die deutschen Muslimen zu sprechen.

(iz). Am 20. März veröffentlicht die CLAIM Allianz eine gute Pressemitteilung zum Umgang mit „antimuslimischen Rassismus“. Darin formulierte das aus 50 muslimischen und nichtmuslimischen Mitgliedern bestehende Netzwerk einen klugen Maßnahmenkatalog. Dieser richtete sich an Politik und Exekutive, um dieses anhaltende Problem lösen zu können.

Dem Katalog wurde folgende Formulierung vorangestellt: „Im Namen von mehr als 5,6 Millionen Muslim*innen und als solche gelesenen Menschen fordert CLAIM (…).“ Das klingt erstmal gut, aktiv und energetisch an die Adressaten gerichtet. Beim erneuten Lesen setzte Kopfschütteln ein.

bischöfe krm

Foto: KRM | X

Keine Instanz – weder Über-Baskan, noch Schaikh Al-Islam

Es gibt derzeit in der Bundesrepublik nirgends eine Instanz – ob Über-Baskan oder Schaikh Al-Islam –, die für die deutschen Muslime sprechen könnte. Wäre es da ein Problem, wenn sich ein NGO das Recht nimmt, „in unserem Namen“ zu agieren? Es bleibt der simple Fakt: Nicht ein Muslim und keine Gemeinschaft haben sie dazu autorisiert. Sie hat schlicht bisher null Mandat, andere zu repräsentieren.

Das schmälert nichts an der jahrelangen, unermüdlichen Arbeit im Kampf gegen Muslimfeindlichkeit und Diskriminierung. Nur: Eine aktivistische verfasste Einrichtung hat keine repräsentativen Fähigkeiten. Das sind unterschiedliche Aufgaben. Damit würde sie ihren Zweck verfehlen.

Um Muslime – gerade die praktizierenden – vertreten zu können, müsste das Netzwerk selbst Religionsgemeinschaft werden. Denn die Verortung in Allahs Din und der religiöse Kernbestand sind – jenseits aller gesellschaftlich richtigen Vorstellungen – weiterhin das Kernelement islamischer Existenz.

Eine grundsätzliche Frage

Die Frage nach Vertretung und dem Recht, Muslime vertreten zu können, geht hingegen weit über die Begrenztheit dieser konkreten NGO hinaus. Es ist zwar kein originär islamischer Satz, aber „wer herrschen will, muss dienen können“ beschreibt eine Grundvoraussetzung für echte Repräsentanz.

Wer Muslime vertreten will, muss ihnen dienen, ihre Interessen wahrnehmen, und zugleich in der Lage sein, einen Mindestkonsens bei relevanten Fragen formulieren zu können.

Ich will niemandem auf die Füße treten, aber an dem Punkt sind wir in Deutschland noch nicht. Weder sind wir auf Bundesebene ein politisches Subjekt, noch haben wir eine Führung etabliert, die dieses Vorrecht für sich beanspruchen könnte. Ja, es gibt einen halbjährlich wechselnden Sprecher des KRM.

Foto: Drazen Zigic, Shutterstock

Dieses Gremium macht seine Arbeit im Rahmen der vorgegebenen Parameter. Einen Mindestaustausch größerer muslimischer Dachverbände zu koordinieren und nach Möglichkeit geschlossen gegenüber der Politik zu agieren. Das ist in diesen unruhigen Tagen schon Herausforderung genug. Das merkt man insbesondere, wenn man mit den Menschen spricht, die in seinem Rahmen ehrenamtlich aktiv sind.

Obwohl solche Gremien einen höheren Anspruch auf die Repräsentanz von Muslimen erheben können als gesellschaftlich aktive NGOs, sind sie derzeit ebenfalls nicht in der Position, uns im tatsächlichen Sinne vertreten zu können. Dafür fehlt es alleine schon an der Möglichkeit, unseren Vertretern ein Mandat erteilen und wieder entziehen zu können.

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Die Community hat viel Potenzial

Community

Muslimische Community: Interview mit Samy Adamou über Commonsplace, Barmherzigkeit und warum Menschen wichtiger sind als Technik.

(iz). Samy Adamou ist 29 Jahre alt. Er wurde in Aachen geboren, wo er aufwuchs. Gemeinsam mit anderen Mitstreitern gründete er vor rund drei Jahren die Crowdfundingplattform commonsplace.de.

Im Gespräch befragten wir ihn über das Projekt und seinen Ansatz. Es konzentriert sich auf die muslimische Community in Deutschland und möchte durch deren Stärken die eigene Selbstorganisation fördern.

Islamische Zeitung: Lieber Samy Adamou, es gibt mittlerweile mehrere Plattformen für Crowdfunding im Netz. Was zeichnet Ihre aus und warum ist sie wichtig für die muslimische Community in Deutschland?

Samy Adamou: Wir konzentrieren uns auf die muslimische Community in Deutschland und möchten mithilfe der gemeinschaftlichen Kraft die muslimische Selbstorganisation und Vernetzung fördern. Wir verbinden großzügige Unterstützer aus der Community mit Projektinitiatoren und kreativen Geistern – und damit auch mit der Sadaqa.

Bisher konnten wir rund 400 Projekte fördern. Diese stammen aus verschiedensten Bereichen wie Moscheeprojekten, sozialen Initiativen, Entrepreneurship und Bildung. Besonders freuen wir uns über innovative Ideen, die die Community stärken – davon gibt es noch zu wenige. Ein Beispiel dafür ist ein Bruder, der Notfallarmbänder an Senioren verteilen möchte. Mit einem QR-Code könnten dadurch direkt die Notfallkontakte des Betroffenen aufgerufen werden. Genau für solche Projekte steht commonsplace.

Wir zeigen, wie aktiv und vielfältig die muslimische Community in Deutschland ist.

Das Potenzial der Community ist weitestgehend unerforscht

Islamische Zeitung: Es gibt sehr wenige belastbare Statistiken in Bezug auf die Muslime in Deutschland. Habt ihr irgendeine Vorstellung davon, wie groß ihr finanzielles Potenzial ist?

Samy Adamou: Interessante Frage. Wir vergleichen uns oft mit Amerika oder England, wo es wohlhabende Communities gibt, die viel erreichen.

Die deutsch-muslimische Migrationsgeschichte verlief jedoch anders. Anders als in Amerika oder England, wo viele Akademiker eingewandert sind, kamen nach Deutschland vor allem Gastarbeiter und Flüchtlinge. Das bedeutet, dass ein direkter Vergleich nicht möglich ist.

Dennoch sehen wir großes Potenzial. Mit rund 400 Projekten und bis zu 70.000 Unterstützern haben wir längst nicht die gesamte Community in Deutschland erreicht. Gleichzeitig sehen wir, wie viele Projekte außerhalb unserer Plattform stattfinden – zum Beispiel über PayPal oder die Seiten von Hilfsorganisationen.

Trotzdem können wir mit Stolz sagen, dass wir in den letzten dreieinhalb Jahren, seit wir online sind, etwa 3,5 bis 4 Millionen Euro gesammelt haben. Diese finanzielle Stärke sollte nicht unterschätzt werden.

Das zeigt, dass die muslimische Community in Deutschland bereit ist, mehr zu schaffen – wenn wir die richtigen Strukturen und Netzwerke aufbauen. Die nächste Phase könnte darin bestehen, diese Kraft gezielt für nachhaltige, innovative Projekte zu nutzen, um die Selbstorganisation und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Community weiter zu stärken.

Foto: Muslimfoodbank.com

Funktionieren die „Likes“ der Netzwerke im realen Leben?

Islamische Zeitung: Seit Ende der 2000er Jahre gab es in der weiteren muslimischen Gemeinschaft eine Hinwendung zum Denken in Netzwerken – die Zahnräder wären ein Stichwort. Netzwerke sind ihrem Wesen nach horizontal. Relevanz bzw. Priorität eines Themas ergibt sich dort durch die Anzahl der Vernetzungen und der „Likes“. Geht dieser Ansatz – insoweit Projekt aus dem Kontext „Islam“ betroffen sind – nicht gegen die vertikale Struktur der islamischen Themen, in der bei der Relevanz zwischen wichtig und weniger wichtig unterschieden wird bzw. werden kann?

Samy Adamou: Wir möchten mit unserer Plattform einen Netzwerkeffekt erzielen, sehen aber, dass die muslimische Community die islamische Ordnung bei der Priorisierung von Themen selbst berücksichtigt. Die Sadaqa, die das Herzstück unserer Plattform ist, entfaltet sich bei jedem Projekt – wir wissen, dass selbst ein Lächeln eine Sadaqa ist. Deshalb sehen die Menschen in jedem Projekt ein Potenzial für Sadaqa.

Unser Ziel ist es, auch kleinere Communities auf die Plattform zu holen, damit sie vom größeren Netzwerk profitieren können. Wir bemühen uns, dass die kleineren und schwächeren Projekte durch die Unterstützung der größeren und stärkeren gestärkt werden. So entsteht ein echter Community-Effekt.

Islamische Zeitung: Um noch einmal nachzuhaken – es gibt Fragen für die Muslime in Deutschland, die sind wichtiger als andere. Die Praxis der Zakat hat eine größere Relevanz als ein flächendeckendes Angebot osmanischer Buchkunst. Bei einem Netzwerk ist problematisch, dass hier „Likes“ entscheiden und nicht die Priorität eines Themas.

Samy Adamou: Tatsächlich werden humanitäre Projekte in der muslimischen Community oft höher bewertet als beispielsweise Kunst- und Kulturprojekte. Wir versuchen, dieses Ungleichgewicht zu verändern – unter anderem durch unser „Muslim Lab“ und durch gezielte Aufklärung, zum Beispiel in Form von Videos. Es geht darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch Kunst und Kultur einen wichtigen Beitrag zur muslimischen Identität und Gemeinschaft leisten.

Gleichzeitig stehen wir in engem Austausch mit unseren Projektinitiatoren und versuchen gezielt herauszufinden, welche Unterstützung sie tatsächlich benötigen. Wir sehen jedoch, dass es den Communities bei uns auf der Plattform bisher oft an strategischem Denken fehlt. Häufig geht es um konkrete Bedürfnisse wie den Ausbau einer Moschee oder die Finanzierung eines Projekts – eine langfristige, nachhaltige Strategie bleibt jedoch oft aus – Kunst und Kulturprojekte müssen nachhaltiger sein.

Genau deshalb haben wir im letzten Jahr das „Muslim Lab“ ins Leben gerufen. Dort bringen wir Muslime auch außerhalb unserer technischen Plattform zusammen, um kollektive Intelligenz zu nutzen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Ein Beispiel dafür war unser Fokus auf die „Moschee der Zukunft“: Welche Herausforderungen gibt es und wie können wir sie zukunftsfähig gestalten? Damit wollten wir bewusst über die digitale Welt hinausgehen und Raum für strategisches Denken schaffen.

24 Stunden Berlin Kotto Kreuzberg

Foto: imago | Uwe Steinert

Muslime können eine Rolle in ihren Nachbarschaften spielen

Islamische Zeitung: Wir tendieren als Community u.a. dazu, uns in Metafragen und -diskursen zu verlieren und viel zu wenig an das konkrete Leben zu denken. Seht ihr die Möglichkeit, dass sich die Erfahrung von commonsplace.de und ähnlicher Plattformen auch auf die Organisationen von realen Nachbarschaften übertragen ließe?

Samy Adamou: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. In unserem Muslim Lab und auf unserer Plattform versuchen wir gezielt, das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir von unserem „Elfenbeinturm“ herunterkommen und konkret handeln müssen. Abstrakte Diskussionen über große Visionen sind wichtig – aber ohne Umsetzung bleiben sie wirkungslos. Wenn wir das Leben von Muslimen sozial, humanitär und auch in Bezug auf Innovationen wirklich verändern wollen, müssen wir diese abstrakten Ideen in die Praxis bringen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Vision „Wir wollen eine schöne, vielfältige Moschee“ – das bleibt zu abstrakt. Wir müssen das herunterbrechen auf konkrete Schritte: Wer macht was, wann und wie? Genau hier setzen wir mit unserer Plattform an – durch gezielte Vernetzung und die Nutzung kollektiver Intelligenz.

Wir haben dafür spezielle Themenseiten eingerichtet. Dort sieht man einen Querschnitt der laufenden Projekte – von Moscheen bis hin zu Bildungsinitiativen. Unser Ziel ist es, dass Unterstützer nicht nur in ihrer eigenen Heimatmoschee spenden, sondern auch sehen, welche Herausforderungen andere Moscheen und Projekte haben. So entsteht ein Bewusstsein für die Bedürfnisse der gesamten Community.

Ein wichtiger Bereich sind dabei auch finanzielle Herausforderungen. Wir wissen, dass viele Muslime mit Schulden kämpfen und wie sehr das Menschen belasten kann. Mit unserer Plattform möchten wir Barmherzigkeit innerhalb der Community fördern – damit Menschen nicht nur in die eigene Umgebung investieren, sondern auch auf die Bedürfnisse anderer Muslime und Institutionen achten.

Islamische Zeitung: Beim Austausch von Geld geht es – mit der richtigen Absicht – ja auch um Support und Solidarität. Wie wichtig ist im Rahmen der gegenseitigen Unterstützung auch die Vermittlung von Wissen wie Mentoring?

Samy Adamou: Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Wir planen – so Allah will – eine kleine Online-Akademie aufzubauen, um genau dieses Wissen gezielt weiterzugeben. Aktuell haben wir bereits ein Handbuch für Projektinitiatoren, das ihnen hilft, die Grundlagen zu verstehen.

Darüber hinaus bieten wir ein solides Support-System an: Die Leute können uns direkt kontaktieren und Termine vereinbaren – wir sind für jeden da, der Unterstützung sucht.

Unser Team verfügt über ein breites Spektrum an praktischem und theoretischem Wissen, das wir gerne weitergeben. Dabei geht es nicht nur um organisatorische und strategische Fragen – auch die spirituelle Dimension spielt eine wichtige Rolle.

Oft geht es nicht nur darum, wie ein Projekt konkret umgesetzt wird, sondern auch um die innere Haltung: die Absicht  Baraka  und die Verbindung zu Allah. Die praktischen Skills sind oft erst der zweite Schritt. Mit unserer Plattform möchten wir genau diese Verbindung zwischen Wissen, Strategie und Spiritualität stärken – damit die Projekte nicht nur erfolgreich, sondern auch gesegnet sind.

Islamische Zeitung: Wir haben in Deutschland mittlerweile Stadtviertel, in denen es den Leuten wirklich schlechter geht im Vergleich zu früher. Könnt ihr euch vorstellen, dass man dieses netzbasierte Konzept von commonsplace.de im realen Raum bspw. als eine Art Kiezprojekt adaptieren könnte?

Samy Adamou: Selbstorganisation ist ein sehr weitreichender Begriff. Uns ist die Erkenntnis wichtig, dass unsere Technik nur ein Mittel zum Zweck ist – wer glaubt, dass Technik allein die Lösung der Menschen sei, hat die Menschen nicht wirklich verstanden. Unsere Plattform kann nur ein Werkzeug sein, um etwas Größeres zu ermöglichen.

Ich bin überzeugt, dass wir nicht alles institutionalisieren müssen, sondern zunächst vertikal beginnen sollten – also bei Allah. Die Transformation muss auf der Ebene des Herzens beginnen: mit Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Respekt vor den Rechten anderer. Bildung bleibt dabei ein zentrales Thema in der muslimischen Gemeinschaft – etwas, das wir weiter kultivieren und stärken müssen.

Wenn diese Grundlage geschaffen ist, entwickelt sich lokales Helfen oft von selbst und erhält eine natürliche Eigendynamik. Aber uns ist schon wichtig, dass wir auch ein Werkzeug hier sein können und hoffen, dass wir hier mit unserer Plattform ansetzen können: Wir wollen die Selbstorganisation  der Community auch in lokale Projekte und Events übertragen. Durch die Verbindung aus digitaler Vernetzung und gelebter Solidarität vor Ort kann eine starke, nachhaltige Dynamik entstehen – getragen von der Liebe und der Kraft der muslimischen Community.

Essays

Foto: Glen C. Peters, Unsplash

Was Commonsplace.de zukünftig plant

Islamische Zeitung: Was sind eure Pläne für dieses Jahr?

Samy Adamou: Dieses Jahr haben wir einiges vor. Wir arbeiten daran, unsere Technik und Plattform weiter zu verbessern. In den letzten dreieinhalb Jahren haben wir viel Feedback aus der Community gesammelt und besser verstanden, wie sie agiert. Gleichzeitig möchten wir unsere Ästhetik weiterentwickeln – es gibt diesen schönen Satz: „Alles, was schön ist, ist wahr.“ Diesen Gedanken wollen wir in unserer Plattform und unserem Auftreten stärker kultivieren.

Wir möchten unser Muslim Lab, das wir letztes Jahr ins Leben gerufen haben, dieses Jahr auf die nächste Stufe heben – eventuell mit neuen Partnern und weiteren Akteuren aus der Community. Ein weiteres Ziel ist es, unser Team langsam auszubauen und die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen, damit wir nachhaltiger und effektiver arbeiten können.

Und schließlich möchten wir die Möglichkeiten der Selbstorganisation auf unserer Plattform verbessern. Zum Beispiel bieten wir die Möglichkeit, Tickets für Events zu verkaufen. Dadurch sollen Muslime in Deutschland einfacher auf Veranstaltungen aufmerksam werden. Diese technische Funktion möchten wir weiter ausbauen und optimieren, damit die Community noch besser vernetzt wird.

Islamische Zeitung: Lieber Samy Adamou, wir bedanken uns für das Interview.

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Welche gemeinsamen Pflichten haben wir Muslime?

Gehen gemeinsam

Thema Gemeinschaft: Muslime unterliegen gemeinsamen Obligationen, die sie kollektiv erfüllen müssen. (iz). Gemeinschaften haben nicht nur die Pflicht, Handlungen der Anbetung wie dem Gebet zu etablieren, sondern müssen auch eine […]

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Community im Ramadan: Barak durch Sadaqa

gemeinschaft muslime handlung sadaqa

Zum Ramadan 2025: Von der Kraft der muslimischen Community und ihrer Selbstorganisation am Beispiel der Plattform commonsplace.de. (iz). Die Webseite commonsplace.de ist eine muslimische Community-Plattform, die es Muslimen ermöglicht, sich […]

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Ramadan: Fasten als soziale Erfahrung

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Für ein angenommenes Fasten brauchen wir Gemeinschaft. In ihr entfaltet sich der volle Segen dieses Monats. (iz). Jedes Jahr etwas Neues über den Fastenmonat Ramadan zu schreiben, ist nicht trivial […]

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Wer Menschen zusammenbringt, gewinnt

menschen zusammen

Trotz unzähliger sozialer Netze sind mehr Menschen einsamer denn je. Wichtig sind jene, die sie zusammenbringen.

(iz). Die Tradition der Salons ist eine faszinierende Facette der europäischen Kulturgeschichte, die sich über Jahrhunderte erstreckt. Ursprünglich als private Zusammenkünfte in den Wohnräumen wohlhabender Frauen konzipiert, entwickelten sich diese zu bedeutenden Zentren des gesellschaftlichen, kulturellen und intellektuellen Lebens.

Salons waren mehr als nur gesellige Treffen. Sie waren Orte, an denen Ideen ausgetauscht und Netzwerke geknüpft wurden. Hier entstand ein halböffentlicher Raum, in dem sich Kultur ereignen und man politisch diskutieren konnte. In den letzten zehn Jahren erlebte der Salon in Städten wie Berlin eine gewisse Renaissance.

europa gewissen aufklärung

Bild: Th. von Oer, gemeinfrei

Menschen insbesondere der arabischen Halbinsel kennen die Institution des Majlis oder Diwans. In ihnen unterhalten – meistens nach Geschlecht getrennt – die Gastgeber und Gastgeberinnen regelmäßig stattfindende Zirkel, in denen sich Leute unterschiedlicher Kategorien begegnen können. Es gibt solche für Mitglieder der Familie, für Anwohner der Nachbarschaft und jenen, in die Freunde und Bekannte kommen.

Manch bedeutendere Person am Golf nutzt diese Institution, um halboffizielle Besucher zu empfangen oder ausländische Gäste. Je nach Land herrschen ungeschriebene Gesetze der Höflichkeit, der Verweildauer etc. Und in einigen Gegenden stehen gesonderte Angebote im Ramadan offen, zu denen viele kommen, um gemeinsam ihr Fasten zu brechen.

In Kuwait bspw. werden bei der Suche nach einem neuen Amir gerne eine Handvoll Namen lanciert, um „die Temperatur“ der Leute vorzufühlen. Sollte diese Institution kein immaterielles Kulturgut der UNICEF sein, wäre es an der Zeit.

zeit

Foto: A. Seise

Ich hatte kürzlich mit einer umtriebigen und gebildeten Dame aus Berlin gesprochen, die sich bemüht hat, einen Kultursalon aufzubauen. Und ihr Fazit fiel ernüchternd aus: Es ist oft mühsam und zumeist einseitig, wenn man Leute zusammenbringen will.

Diese Erfahrung begegnet Aktiven in verschiedenen Bezügen schon länger: Menschen zusammenzuführen ohne eine Gewinnabsicht oder einen utilitaristischen Nutzen für die beabsichtigten Gäste, kann anstrengend und gelegentlich undankbar sein. Es bleibt eine wichtige Aufgabe.

Wir leben zwar in einer Welt unzähliger, angeblich sozialer Netzwerke, sie führen aber nur im Ausnahmefall zu einer echten, direkten Begegnung. Wer heute Menschen zusammenführt, weiß zwar um die Mühen der Ebene. Er – oder noch häufiger sie – erfahren aber auch, dass ein bisschen Social Engineering und selbst die richtige „Sitzordnung“ unerwartete Ergebnisse bringen können.

Ironischerweise hat der „organisierte Islam“ auf Deutschlandebene bisher diesen bedeutenden Aspekt des Zusammenbringens von Muslimen eher stiefmütterlich behandelt. Mitgliedsorganisationen, die dem Diktum von Mitgliederzahlen und Anzahl von Moscheen anhängen, entgeht dieses wichtige Moment leider bisher.

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Islamische Lebenspraxis: Vom Umgang mit Selbstmordgedanken

selbstmordgedanken

Bei der Entstehung von Selbstmordgedanken spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Meistens ist es das Zusammenspiel von psychologischen und sozialen Faktoren.

(iz). Die häufigste Ursache für Suizidgedanken ist z.B. eine schwere Depression. Betroffene berichten von Gefühlen der Hoffnungslosigkeit, Wertlosigkeit oder Erschöpfung. Das alles erhöht das Risiko.

Aber auch Angststörungen und bestimmte Persönlichkeitsstörungen, wie z.B. Schizophrenie, Paranoia oder Borderline, sind ebenfalls Katalysatoren. Und letztendlich auch traumatische Erlebnisse, wie z.B. sexuelle Gewalt, körperliche Misshandlung oder der Verlust eines geliebten Menschen. Diese können zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen und damit das Suizidrisiko erhöhen.

Religiöse Überzeungen und Selbstmordgedanken

Religiöse Überzeugungen können dabei Schutzfaktoren sein. Positive religiöse Überzeugungen, wie ein Glaube an ein Leben nach dem Tod, ein Gefühl der Verbundenheit mit einer höheren Macht oder Gottvertrauen, können Schutz bieten. Der Glaube bietet eine positive Sichtweise bei Krisen und Krankheiten.

Wenn die Religion aber missverstanden wird, kommt es zu negativen Überzeugungen, wie die Vorstellung, eine Sünde begangen zu haben, die nicht vergeben werden kann, oder die Angst vor der Hölle. Diese Gedanken können das Suizidrisiko erhöhen.

Foto: Rawpixel, Freepik.com

Überwindung der Gedanken

Die Überwindung von Suizidgedanken erfordert in der Regel eine professionelle Behandlung. Das kann eine psychotherapeutische Intervention sein oder auch eine stationäre Aufnahme. Je nach Situation oder Kontext kann das unterschiedlich sein.

Aber auch außerhalb dieser professionellen Behandlung ist es wichtig, dass man eine positive Umgebung hat. Menschen, die einen motivieren, die einem Kraft geben, die dafür sorgen, dass man seinen Blickwinkel ändert, führen dazu, dass man aus dem Loch der Hoffnungslosigkeit herauskommt.

Bei der Überwindung können spirituelle Ressourcen und Praktiken, wie z.B. das Gebet oder der Besuch religiöser Gemeinschaften, eine zentrale Rolle spielen. Und in diesem Kontext ist auch die Etablierung der islamischen Seelsorge wichtig. Hier existiert ein großer Bedarf und diese Bedarfslücke ist noch lange nicht gedeckt.

Der Einfluss der Gemeinschaft

Schlussendlich spielt auch die religiöse Gemeinschaft eine ganz wichtige Rolle bei der Unterstützung von Menschen, die mit Suizidgedanken kämpfen. Die Gemeinschaft bietet ein Gefühl von Zugehörigkeit, Hoffnung und Unterstützung.

Gleichzeitig kann die Gemeinschaft spirituelle Ressourcen zur Verfügung stellen, z.B. Gespräche mit einem Seelsorger können den Betroffenen helfen, ihre Gefühle zu äußern und Lösungswege zu erarbeiten.

Gruppenangebote in den Moscheegemeinschaften, das Zusammenkommen bei Gebeten, Festen und Feiern bietet Schutz und Orientierung. Es verleiht Kraft und Energie für die Konflikte des Alltags. Die Konflikte werden dann möglich zu bewältigen. Die Wahrnehmung, die Perspektive ändert sich und wird positiv. Und das ist das entscheidende für die Betroffenen. Eine positive Wahrnehmung und Hoffnung für die Zukunft zu schaffen.

Suizid ist eine negative Betrachtungsweise, eine Wahrnehmung der eigenen persönlichen Welt. Daher ist es wichtig, diese Sichtweise ins Positive, in die Hoffnung zu switchen. Wer Positiv schaut, denkt positiv. Wer positiv denkt, hat Freude am Leben. Das Leben wird dann lebenswert, selbst bei Krisen und Krankheiten.

Sie leiden unter Depressionen und Suizidgedanken? Hier finden Sie die Homepages muslimischer Telefonseelsorge: