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Pergamonmuseum: Die Wiedereröffnung rückt näher

berlin pergamonmuseum islamische kunst museumspädagogik

Der Countdown zur Wiedereröffnung läuft. Der erste Bauabschnitt im Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel ist abgeschlossen. Ab Frühjahr 2027 sollen Besucher den berühmten Pergamonaltar wieder besichtigen können.

(KNA). Das Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel kann 2027 wichtige Teile seiner Ausstellung erneut öffnen. Der erste Bauabschnitt werde zum Jahresende planmäßig beendet, teilte Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am 4. Dezember in Berlin mit. Im Frühjahr 2027 werde das Haus wieder für das Publikum öffnen.

Dann werden der berühmte Pergamonaltar, die Architektursäle der Antikensammlung und die komplett neue Dauerausstellung des Museums für Islamische Kunst wieder zu sehen sein. Auch das Vorderasiatische Museum soll dann mit bedeutenden Großobjekten in einem Saal vertreten sein. Zentrale Architektur-Objekte des Museums wie das Aleppo-Zimmer und die Alhambra-Kuppel sind schon vollständig eingebaut.

Pergamonmuseum Berlin Kultur

Foto: Paul VanDerWerf, via flickr | Lizenz: CC By 2.0

Der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, sprach von einem Meilenstein. Das Pergamonmuseum sei „ein Weltstar unter den deutschen Museen“. Als das Haus wegen der Bauarbeiten schließen musste, sei eine große Lücke in der europäischen Kulturlandschaft entstanden.

Das Pergamonmuseum gehört zu den bedeutendsten Museen der Welt und ist Teil des Weltkulturerbes der Berliner Museumsinsel. Im Frühjahr 2027 sollen Nordflügel und Mittelbau erneut öffnen. Der Südflügel dagegen bleibt weiterhin mehr als ein Jahrzehnt geschlossen. Dort ist zum Beispiel das Ischtar-Tor mit der babylonischen Prozessionsstraße untergebracht. 2037 soll das Museum dann wieder vollständig öffnen. Die umfassende Sanierung wird mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten.

Foto: David Almeida, via flickr | Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Die baulichen Maßnahmen sind die erste Grundsanierung seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie sollen das Pergamonmuseum für künftige Generationen bewahren und heutigen Besucherbedürfnissen anpassen. In der Bauzeit blieben manche mit dem Gebäude verbundenen Architekturobjekte wie der Pergamonaltar im Haus. 

Sie wurden vor Ort sorgfältig restauriert, während andere Skulpturen, Friese und Mosaike ausgebaut und in Werkstätten bearbeitet wurden. Derzeit werden sie wieder an ihren ursprünglichen Orten eingebaut.

„Die Räume der Antikensammlung sind auf den ersten Blick dieselben – aber man spürt unmittelbar und sieht es auf den zweiten Blick: Sie sind gleichzeitig ganz neu“, sagt Martin Maischberger, Stellvertretender Direktor der Antikensammlung. 

„Nach einer tiefgreifenden Oberflächenrestaurierung erstrahlt die rekonstruierte Westfront des Pergamonaltars in bisher nie gekannter Tiefenschärfe und Helligkeit.“ Dazu tragen auch neue Lichtdecken und die denkmalgerechte Wiederherstellung der Wandfarben bei. (KNA/IZ)

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Berliner Museumsfreunde helfen Erdbebenopfern in Aleppo

Aleppo

In Aleppo befindet sich nach 12 Jahren eines verheerenden Krieges die Stadt nach dem massiven Erdbeben in einer unfassbaren Katastrophe.

Berlin. Die Freund des Berliner Museums für Islamische Kunst (Pergamonmuseum) haben eine Hilfsaktion für Erdbebenopfer in der Altstadt der syrischen Stadt Aleppo gestartet. Im Folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung des Vereins.

„Nach den persönlichen Nachrichten und Fotos, die uns direkt von Menschen aus Aleppo erreichen und die das Ausmaß der Zerstörung durch das Jahrhundertbeben zeigen, muss man nun Familien  helfen, deren historische Wohnhäuser strukturelle Instabilität zeigen und einzustürzen drohen.“

Erdbebenopfer Erdbeben Türkei Syrien

Foto: hakan2534, Shutterstock

Es sei notwendig, diese Häuser zu stabilisieren und Mauern abzustützen, damit die Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Häusern bleiben können. Eventuell seien temporäre Unterkünfte bereitzustellen. „Damit können wir den Menschen in Aleppo direkt helfen!“

Die aktuelle Situation im krisengeschüttelten Aleppo

Nach 12 Jahren eines verheerenden Krieges, gefolgt von einem wirtschaftlichen Zusammenbruch und den gegen Syrien verhängten Sanktionen, der Aleppo mit am stärksten getroffen hat, befinde sich die Stadt nach dem massiven Erdbeben in einer unfassbaren Katastrophe. Die Menschen in Aleppo, „einem der ältesten ununterbrochen bewohnten Orte der Welt“, bräuchten die Gewissheit, dass ihre Häuser stabilisiert, restauriert oder später wiederaufgebaut werden können.

Ingenieure sowie Bewohner der Stadt bitten um internationale Unterstützung, da die jetzigen Zerstörungen den ohnehin vorhandenen Mangel an Ressourcen, der auf den bisherigen Schäden durch das letzte Jahrzehnt des Konflikts beruht, verschärft haben.

Action Plan

Ein technischer Ausschuss für Sicherheit wurde gebildet, der die Schäden und Risiken an den Wohnhäusern der Altstadt einschätzt, um die Sicherheit der Bewohner wie der Vorübergehenden sicherzustellen und das gefährdete bauliche Erbe zu schützen. Der erste Schritt bestand darin, die am stärksten gefährdeten Häuser zu identifizieren und dringende Abstützungen vorzuschlagen, um deren Strukturen zu stabilisieren.

Foto: Jordi Bernabeu Farrús | Lizenz: CC-BY-SA 2.0

Der Ausschuss berichtet von rund 600 Wohnhäusern in den Stadtvierteln Jallum, Aqaba und Judayda, die als teilweise oder vollständig geschädigt eingestuft wurden. Zu diesen dringend zu konsolidierenden Gebäuden gehört auch das Haus Wakil in Judayda, aus dem das berühmte Aleppo-Zimmer im Museum für Islamische Kunst in Berlin stammt. In jedem Fall benötigen die Menschen vor Ort dringend Hilfe bei der Stabilisierung ihrer Häuser.

Wie können sie helfen?

Aus dem Team des Syrian Heritage Archive Projects (SHAP), das durch die „Freunde des Museums für Islamische Kunst e.V.“ seit 10 Jahren unterstützt wird, reist ein syrischer Mitarbeiter im März nach Aleppo, um sich über die Situation der Altstadthäuser ein genaues Bild zu machen und dort sofort notwendige Hilfe zu koordinieren. Die für diese Arbeit nötigen direkten Kontakte vor Ort in Aleppo haben sich im Laufe des Projektes entwickelt.

„Ihre Spende fließt direkt in die maßgeschneiderte Hilfe für vom Einsturz bedrohte historische Wohnhäuser. Bauingenieure werden unter Einbeziehung des zuständigen beratenden Statikers beauftragt, die Familien der an stärksten betroffenen Häuser bei Konsolidierungsarbeiten aktiv zu unterstützen“, erklärte der Verein.