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Der Sound der Muslime

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In den Versammlungen der Muslime wie dem Jumu’a, zum Freitagsgebet in der Moschee, steht das Gebet beziehungsweise die Andacht und das Wort Gottes im Zentrum.

(iz). In der Übermittlung der heiligen Worte Allahs ist die menschliche Stimme das wesentliche Element. Die Weisung des Propheten Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, den Qur’an in seiner bestmöglichen Stimme vorzutragen, reflektiert dabei den Anspruch, im respektvollen Wohlklang seiner Rezitation ebenfalls etwas von der Schönheit der Göttlichen Offenbarung widerzuspiegeln. Dies gilt nicht als Musik, sondern als „Lesen mit schöner Stimme“.

Der Anspruch des Propheten Muhammad, Dinge in der bestmöglichen Form zu präsentieren, ist ebenfalls ein Hinweis darauf, dass Worte und Handlungen nicht nur in ihrem Inhalt, sondern auch in ihrer Form und der Art, in der sie dargeboten werden, nichts Geringeres als das Beste reflektieren sollen.

Bewusst herzen fasten

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Dieses entspricht einer Qualität, die wir als Ihsan – „das Gute von Allah in allen Dingen sehen“ – bezeichnen.

Neben melodisch ausgeschmückten Qur’anrezitationen ist der Gebetsruf in seinem Wohlklang bedeutsam. Von Minaretten überall auf der Welt erklingen zu den entsprechenden Tageszeiten der fünf Gebete und zum Freitagsgebet die sieben Elemente des Gebetsrufes (Adhan), welcher unter anderem die Wiederholung des Glaubensbekenntnisses enthält.

In religiösen Zusammenkünften, vielerorts als Dhikr („Erinnern“) oder Sama’ bekannt (wortgetreu: „Hören“), versammeln sich Muslime – Männer wie Frauen – unter der Leitung eines Schaikhs, einem spirituellen Lehrer, um in gemeinsamer Andacht Göttliches Wissen auf traditionelle Weise zu vertiefen.

Hierzu gehören Qur’anrezitationen und der gesungene Vortrag von Qasiden: Gedichte mit festem Versmaß und durchgehendem Reim.

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Wer diese Art interaktiver Versammlungen mit seinen Gesängen und Klängen erlebt, spürt die herzerfrischende Lebendigkeit des Islam in der beseelten Überlieferung aus reinsten Quellen, die durch die Gelehrten von der ersten Generation des Islam bis zu jenen aus jüngster Zeit in die jetzige Zeit flossen und uns in verschiedensten kulturellen Ausprägungen die Botschaften aus Qur’an und Sunna übermitteln.

Die religiöse Andacht in melodischer Intonation (Makam) kann durch das Wohlwollen Allahs, Seine heiligen Worte in einer Weise beleben, die allein durch das Hören oder das Singen den Geist erfrischt und Heilung herbeiführt.

„Überall haben Muslime die Musik als Medium benutzt, um ihre Freude in ihrem Glauben auszudrücken, sodass die Musik zu den am stärksten kultivierten aller islamischen Künste wurde: Die heiligen Klänge von Java, Marokko, Usbekistan, der Swahili-Küste und dem muslimischen Balkan. 

Vielleicht ist es in der Musik, mehr als in jeder anderen kulturellen Form, dass der Islam seinen Universalismus und das Feiern der kulturellen Unterschiede ausdrückt“, sagt Schaikh Abdal Hakim Murad in seinem Buch „Muslim Songs of the British Isles“.

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Der Quran im Ramadan

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Quran im Ramadan: Im Fastenmonat beschäftigen sich Muslime intensiv mit der Offenbarung. Wir sollten uns Zeit nehmen, ihm zuzuhören.

(iz). Allah sagt in Seinem edlen Buch, dessen Übersetzung lautet: „Der Monat Ramadan ist derjenige, in dem der Qur’an als Führung für die Menschheit herabgesandt wurde, mit klaren Zeichen, die Führung und Furqan (Unterscheidung) enthalten.“

Der Monat Ramadan ist etwas Besonderes, voller Geschenke und Segen. Die Teufel sind eingesperrt, die Versorgung wird erweitert und die Auswirkungen unserer Taten vervielfacht. Selbst nicht verpflichtende Handlungen haben das Gewicht einer Pflicht. Es ist ein Monat des Zusammenhalts, der Versöhnung und der außergewöhnlichen Großzügigkeit, einer des Sieges und der Öffnung – auf der Ebene des Einzelnen und der Umma.

Vor allem aber ist es die Zeit des Qur’ans. Denn wie uns der obige Vers sagt, ist es der Monat, in dem das Buch Allahs herabgesandt wurde. Nicht nur ein Teil davon, sondern das Ganze, ein jeglicher Vers und sämtliche Zeichen. Wie kann das sein, höre ich jemanden fragen, wenn wir wissen, dass er stückweise im Laufe von 23 Jahren offenbart wurde.

Das geschah oft als Reaktion auf Begebenheiten, die zu Lebzeiten des Gesandten Allahs stattfanden. Diese Ereignisse fanden in jedem Monat statt. Die Antwort liegt in der Art und Weise der Herabsendung. Die Offenbarung erfolgte in zwei unterschiedlichen Phasen, von denen die erste von der Lauh Al-Mahfudh (der wohl bewahrten Tafel) bis zum Bayt Al-Izza (dem Haus der Macht im untersten Himmel) reichte. Dies geschah in einer gesegneten Nacht im Monat.

Allah sagt in Seinem Buch: „Ha Mim, bei dem klaren Buch, wir sandten es in einer gesegneten Nacht herab.“ Irgendwie gelangte die zeitlose, ungeschaffene Rede Allahs in den Bereich der Schöpfung. Dies ist unergründlich, unverständlich, unmöglich, eine unbeschreibliche göttliche Eigenschaft, mit der nichts zu vergleichen ist, die zugänglich gemacht und in das Herz eines geschaffenen Wesens eingeprägt wurde, selbst wenn es die Spitze der kreatürlichen Existenz ist.

Und doch hat unser Herr dies geschehen lassen und uns sogar noch erstaunlicher die Fähigkeit gegeben, ihn zu rezitieren, zu hören und zu verstehen. Eines der größten Wunder unseres Meisters Musa war, dass Allah zu ihm sprach. Jedes Mal, wenn wir den Qur’an rezitiert hören, ist es unser Herr, der zu uns spricht und uns direkt anspricht, eine Ehre der allerhöchsten Art.

Jeder Buchstabe, jede Silbe kommt direkt aus der Gegenwart Allahs. Und doch sind unsere Ohren in der Lage, sie zu hören, zu schmecken und auszusprechen. Und trotz seiner Weite und seines unvorstellbaren Gewichts, das Berge zu Staub zermalmt, wenn es auf sie gelegt wird, sind die Herzen in der Lage, es in seiner Gesamtheit zu ertragen.

Wie Allah in Sure Al-Haschr sagt: „Wenn Wir diesen Qur’an auf einen Berg herabgesandt hätten, hättest du gesehen, wie er sich aus Furcht vor Allah demütig und zermalmt in Stücke gelegt hätte.“

Es ist der Lauf dieser Welt, dass sich alles wandelt, Sämtliches veränderlich ist. Und nichts bleibt, wie es ist. Auch Felsen und Steine, selbst die Sterne am Himmel und die Berge auf der Erde. Und dasselbe gilt für Bücher – Wörter gehen verloren, Sprachen geraten in Vergessenheit, die letzten Exemplare werden verbrannt bzw. zerstört. Menschen erinnern sich irrig oder berichten falsch.

Auswendiglernen

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Aber all dies ist mit dem Qur’an nicht geschehen. Er hat die Zeiten überdauert, ist unveränderlich und unverändert geblieben und hat dennoch alle, die mit ihm in Berührung kommen, verändert und verwandelt. Er ist die einzige Konstante in einer sich ständig verändernden Welt und wird es immer sein – stets bewacht und beschützt. Das ist bemerkenswert. Allah sagt: „Wir haben die Ermahnung herabgesandt, und Wir werden sie bewahren.“

Einige meinen, dass sich dies nur auf seine Worte bezieht, aber das ist nicht der Fall. Es sind nicht nur sie auf den Seiten, die erhalten geblieben sind, sondern ihre Bedeutung. Die Wahrheiten, die sie ausdrücken, und die Regeln, die sie vermitteln. Diese Urteile (arab. ahkam) werden niemals veraltet sein und nie aufhören, anwendbar zu sein. Sie richten sich direkt an jeden von uns, unabhängig von Alter, Zeit oder Ort, an dem wir leben.

Wir sind genauso ihr Zielpublikum wie die Menschen, die zur Zeit des Gesandten Allahs lebten. Das Buch ist zeitlos, sodass der Lauf und der Wandel des Zeitalters keinen Einfluss auf seinen Inhalt oder seine Relevanz haben.

Die sprachliche Verwendung in diesem Buch ist unvergleichlich und für den Menschen, egal wie eloquent oder gebildet er ist, unmöglich nachzuahmen. Es wurde einem Volk gesandt, für das die Sprache alles war. Sie waren Dichter und Geschichtenerzähler, die die Beherrschung des Wortes als den stärksten Anspruch auf Adel betrachteten.

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Sie wetteiferten miteinander um die Schönheit und Komplexität ihrer sprachlichen Konstruktionen und ehrten ihre Poeten mehr als ihre Könige, indem sie ihre Werke an den Wänden des für sie heiligsten Ortes, dem Haus Allahs in Mekka, anbrachten. Menschen strömten aus Hunderten von Kilometern Entfernung herbei, nur um ein paar Verse ihrer größten Dichter zu hören, aber angesichts des Qur’an verstummten diese in Bewunderung.

Das Buch Allahs, obwohl in reinstem Arabisch verfasst, überschreitet die Grenzen der Sprache. Seine Ausdrücke zielen auf die Herzen. Man muss nicht einmal ein einziges Wort der Sprache beherrschen, um seine Kraft und Anziehungskraft zu spüren. Manchmal schmeckt der Nichtaraber (Ajami) etwas, das dem Araber entgeht.

Diese göttlichen Worte sind mehr als nur ihre Buchstaben und Vokale. Sie sind das Vehikel der Anbetung, das direkt in die Gegenwart des Herrn führt. Sie sind die höchste Form des Dhikr, das selbst den aufgewühltesten Herzen Ruhe und Frieden bringt. Allah sagt: „Nur im Dhikr (der Erinnerung) kann das Herz Frieden finden.“

Wer durchs Leben geht, ohne sich Zeit zu nehmen, um ihm zuzuhören, wird nur Angst und Unruhe verspüren, und wer es versäumt, ihn zu rezitieren, wird immer einen bitteren Geschmack im Mund haben. Die Existenz wird ohne Sinn, leer und unerfüllt sein. Nutzen Sie diesen Ramadan als einen Monat des Qur’an, um sich wieder mit dem Buch Allahs zu verbinden und die Freuden dessen wiederzuentdecken, was es wirklich bedeutet, am Leben zu sein. Füllen Sie Ihren Tag mit Seinen Worten und Sie werden nicht enttäuscht sein.

Der Qur’an. Rechtleitung für die Gläubigen

„Lies! Im Namen deines Herrn, der erschuf – erschuf den Menschen aus einem Blutklumpen. Lies! Denn dein Herr ist allgütig. Er, der durch die Schreibfeder gelehrt hat – den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.“ (Al-’Alaq, 1-5)
(iz). Dies waren die ersten Worte, die dem Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Heil schenken, offenbart wurden, wie sie auch der Anfang der letzten aller ­Offenbarungen Allahs an die Menschheit ­waren.

Nach jeder Herabsendung einer Teiloffenbarung wurden die Worte des Qur’an durch den Propheten auswendig gelernt. Daraufhin prägten sich auch die Gefährten die Offenbarung ein und schrieben sie auf Pergament, Steine und Knochen. Zugleich gaben sie die Offenbarung mündlich an andere weiter. Seit mehr als 1.400 Jahren wird der Qur’an durch Wissende an Lernende weitergegeben, seit der Offenbarung über Generationen hinweg, ohne ein einziges Wort oder einen einzigen Buchstaben zu verändern.

Durch das Anhören seiner Rezitation wiederholen die Schüler die Verse, um sie nicht in ihr Gedächtnis, sondern in ihren Herzen einzuprägen. In einer Zeit, in der die Wissenschaft und die Redekunst der arabischen Sprache ihren Höhepunkt erreicht hatte, in der Reime und Prosa um einen hohen Platz auf der Rangliste wetteiferten, konnte sich niemand jemals vorstellen, dass eine Person als Träger der Botschaft in dieser hochwertigen Sprache auserwählt wird, die weder lesen noch schreiben konnte.

Die Sprachqualität des Qur’an ist unvergleichbar und ein klarer Beweis der Macht Allahs. Es sind Stellen vorhanden, in denen die zweifelnden Menschen herausgefordert werden, eine Sure zu schreiben, welche den durch ­Allah offenbarten Suren ähnelt, doch niemals konnte es Ihm jemand gleichmachen, wie es auch zukünftig niemals jemand können wird.

Der Inhalt des Qur’an kann in drei Kategorien aufgeteilt werden: 1.) Verse, die über die Einheit Gottes berichten (Tauhid), 2.) Verse, welche die Geschichten der zuvor gesandten Propheten erzählen (Qisas) und 3.) Verse, die Gesetze und Normen betreffen (Ankam).

Einer der Namen des Qur’an ist das „Dhikr“, „die mahnende Erinnerung“; nicht nur, weil er an sich bereits eine Mahnung bezüglich des Richtigen und des Falschen ist, also über das, was man tun und was man unterlassen sollte, sondern auch, weil durch seine Rezitation, sein Verständnis und durch die Umsetzung seiner Botschaft in die Praxis ein Weg aufgezeigt wird, in dem der Gläubige Allah in seiner gesamten Macht und Erhabenheit zu gedenken vermag. In einem Vers heißt es: „Doch ermahne [weiterhin]; denn sicherlich nützt Ermahnung den Gläubigen.“ (Ar-Rahman, 55)

Das Gedenken Allahs durch das Rezitieren des edlen Qur’an reinigt die Herzen und verleiht dem Geist Ruhe und Gelassenheit, verschafft dem Denkvermögen Klarheit, gesteigerte Aufmerksamkeit und eine Unmenge an Vorteilen. Nichts kann den Qur’an besser beschreiben als der Qur’an selbst. Mit den folgenden Worten spricht der Erhabene darin zu seinem Gesandten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken: „Dieses Buch, daran ist kein Zweifel, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen. Die da glauben an das Verborgene und das Gebet verrichten und von Unserer Gabe spenden; und die da glauben an das, was auf dich herabgesandt wurde und vor dir herabgesandt wurde, und fest auf das Jenseits vertrauen. Diese folgen der Leitung ihres Herrn, und ihnen wird es wohlergehen.“ (Al-Baqara, 2-5)