„Zum Gespräch bereit“ – das Leben von Heinrich Barth fasziniert bis heute
(iz). Im Jahr 2021 hat Christoph Marx eine lesenswerte Biografie über den bedeutendsten Afrika-Forscher des 19. Jahrhunderts, Heinrich Barth, veröffentlicht. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Reiseberichte des Gelehrten, seine Forschungen zur Geographie, Ethnographie, Geschichte und Linguistik, eine der wichtigsten Quellen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Seine Reisen führten Barth nach Asien, Afrika und auf den […]
04.03.2022 Abu Bakr Rieger 7 Min. Lesezeit
Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei
(iz). Im Jahr 2021 hat Christoph Marx eine lesenswerte Biografie über den bedeutendsten Afrika-Forscher des 19. Jahrhunderts, Heinrich Barth, veröffentlicht. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Reiseberichte des Gelehrten, seine Forschungen zur Geographie, Ethnographie, Geschichte und Linguistik, eine der wichtigsten Quellen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Seine Reisen führten Barth nach Asien, Afrika und auf den Balkan.
Marx schildert den abenteuerlichen Lebenslauf des Forschungsreisenden, der den Einheimischen stets unvoreingenommen begegnete und immer bereit war, beispielsweise mit den Vertretern des afrikanischen Islam, in einen interkulturellen Dialog einzutreten. Die Essenz der Reiseerfahrungen Barths fasst das folgende Zitat zusammen: „Wer unter Völkerschaften des verschiedensten Charakters und Glaubensformen gelebt hat und bei allen in ihrer Weise treffliche Menschen gefunden hat, der wird sich vor Einseitigkeit der Anschauung menschlicher Lebensverhältnisse bewahren.“
1849 begleitete Barth den Missionar James Richardson mit einer Expedition durch die Sahara, die von Tripolis an den Tschadsee führte. Diese Reise, die von der britischen Regierung in Auftrag gegeben wurde, dauerte für ihn sechs Jahre. Er legte insgesamt 15.550 Kilometer zurück. Die Route war gefährlich, nicht nur Krankheiten gefährdeten die Teilnehmer, sondern auch die regelmäßigen Überfälle. Sein Begleiter Richardson starb unterwegs und Barth wurde zum Leiter der Expedition ernannt. Ziel war es für das Königreich wirtschaftliche Beziehungen auszuloten. Der Wissenschaftler erforschte die Gebiete südlich des Tschadsees und den Flusslauf des Benue (Nebenfluss des Niger). Dann drang er weiter bis zur berühmten Handelsstadt Timbuktu vor und kehrte anschließend an den Ausgangspunkt Tripolis zurück.
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