Wie sieht der ideale Verband aus?
/ mehr ...
Hauptbild
RSS
RSS
3 Minuten
3 min.
Newsletter bestellen
Newsletter abbestellen
Unabhängiges Forum für Europa
Samstag, 25. Mai 2013

Alle IZ Verkaufsstellen in Deutschland
Wählen Sie aus unseren Kategorien:

 
  Erweiterte Suche

Wirtschaft und Recht
Hassan Mohsen denkt über die Chancen der landwirtschaftlichen Kooperation zwischen Afrika und den Golfstaaten nach
Ein Kapital der Zukunft? mehr
Kultur
Bald beginnt wieder eine besondere Zeit des Segens, die in den Fastenmonat mündet. Von Ali Kocaman
Vorbereitung auf den Ramadan mehr
Bildung
Warschau: Muslimische Geistliche besuchten Auschwitz
Andenken mehr
Berlin
Friedrich will „Hassprediger“ rascher ausweisen
Änderungen im Aufenthaltsgesetz mehr
Interview
„IZ-Begegnung“ mit Parvez Asad Sheikh
„Echte Macht basiert auf irgendeiner anerkannten Legitimität“ mehr
 
Registrieren   Passwort vergessen
 
 
Werbung
Bücher Studium:
Günstige Bücher für das Studium und die Ausbildung.

 
Werbung
 
Werbung
Sie sind hier: Home >> Berlin >> Innere Sicherheit: Zwischen 2001 und 2012 kam es zu mehr als 200 aktenkundigen Angriffen. Von Massouda Khan
Artikel versenden
Um den folgenden Artikel zu versenden, tragen Sie bitte die Email Adresse des Empfängers ein sowie Ihren Namen und Ihre eigene Email Adresse. Optional können Sie dem Empfänger eine Nachricht zukommen lassen.

Ihre Email Adresse (Absender)
Ihr Name
Email Adresse des Empfängers
Nachricht an den Empfänger

30.05.2012 Innere Sicherheit: Zwischen 2001 und 2012 kam es zu mehr als 200 aktenkundigen Angriffen. Von Massouda Khan

Moscheen im Brennpunkt?

Seit 20012 verzeichnen muslimische Gemeinden in Deutschland regelmäßig Übergriffe gegen ihre Einrichtungen. Bisher erfassen die Sicherheitsbehörden solche Tate nicht gesondert, was von Muslimen kritisiert wird.
Werbung

(IZ/Agenturen/Migazin). Am 29. April meldete die „Berliner Morgenpost“, dass an der repräsentativen Sehitlik Moschee, einem architektonischen Juwel Berlin, zu einer erneuten Vandalisierung gekommen ist. Der Moscheevorsitzende Ender Cetin bat laut „Morgenpost“ den Senat unter Klaus Wowereit daraufhin um die Bereitstellung von Wachschutz und forderte mehr Sicherheit für die renommierte Gemeinde. Zuvor wurden zwei abgetrennte Schweinsköpfe vor dem Gotteshaus abgelegt. Dies war beileibe nicht das erste Mal, dass die ­Sehitlik Moschee, die auf dem historischen türki­schen Friedhof liegt, ins Fadenkreuz ­einer anti-muslimischer Attacken geriet. In der Vergangenheit kam es zu versuchten Brandstiftungen und zum Angriff mit Farbbeuteln. „Wir empfinden diese Atta­cke als große Beleidigung. Wir sind in gro­ßer Sorge“, sagte Cetin.

Seine Gemeinschaft ist zur Besorgnis vieler deutschen Muslime beileibe nicht die einzige Moschee, die in den mehr als zehn Jahren seit dem 11. September 2001 zum Ziel anti-muslimischer Beschmierungen, versuchter Brandstiftungen und anderer Angriffe wurde. Nach Schätzung des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland (KRM) habe es zwischen 2001 und 2012 mehr als 200 solcher krimineller Akte gegeben.

Wie die Antwort auf eine Anfrage der linken Bundestagsfraktion ergab, gibt es im Bereich der politischen Kriminalität keine Kategorie für „Islam-“ oder „Muslimfeindlichkeit“. Beide werden bisher unter „Hasskriminalität“ subsumiert. 2011 habe es nach Angaben des Bundes­innenministeriums (BMI) mehr als 30.000 „politisch motivierten Straftaten“ gegeben. 3,3 Prozent - oder 1.010 - ­fielen dabei auf „Ausländerkriminalität“. Mehr als die Hälfte (16.873) wird „Rechtsextremisten“ zugeschrieben. Bundesinnen­minister Hans-Peter Friedrich zeigte sich besorgt, dass insbesondere die Anzahl von Verbrechen aus „fremdenfeindlichen Motiven“ zugenommen habe.

Außerdem sei diese rechtsextreme ­Kriminalität durch eine „innewohnende Bru­talität“ gekennzeichnet - mit einer deutlich höheren Quote an Verletzten im Verhältnis zur Menge der ­Straftaten. „Unter Berücksichtigung der Morde des NSU und des bisherigen Ergebnisses der noch andauernden Überprüfung von Altfällen auf etwaige rechtsextreme Hintergründe sind bislang 60 Todesopfer rechter Gewalt seit dem Jahr 1990 zu verzeichnen“, sagte Friedrich vor Pressever­tretern. Bei einer Reihe von Drohanrufen und volksverhetzenden Schmierereien will die Bundesregierung zwar ein fremdenfeindliches Motiv, aber keinen rechtsgerichteten Hintergrund erkennen.

Laut Angaben des ­Koordinationsrates seien ab 2001 alle zweieinhalb Wochen eine Moschee oder eine andere muslimi­sche Einrichtung in Deutschland angegriffen worden. In vielen Fällen stehen die Ansichten der mutmaßlichen Täter fest - durch Schmierereien, Schweinsköpfe oder anti-muslimische Symbole. Dieser Trend setzt sich unglücklicherweise bis heute fort.

So wurde am 9. Mai die Zentrum-Moschee in ­Recklinghausen mit nazistischen Symbolen verschandelt. Moscheevorsitzender Sinan Ösen reagierte laut dem online-Magazin „Migazin“ gelassen: „Das sind nur ganz wenige, nur eine kleine Minderheit von Rassisten und Nazis. Davon werden wir uns nicht beeindrucken lassen und Ruhe ­bewahren.“

Angesichts der schlechten Aussichten auf Aufklärung solcher Verbrechen vermuten die Migazin-AutorInnen, dass es eine wesentlich größere Dunkelziffer bei den Attacken gegen Muslime gibt. „Islamfeindlichkeit kann nicht einfach unter ‘Fremdenfeindlichkeit’ oder ‘Hassde­likte’ subsumiert werden, sondern muss als eigenständiger Tatbestand von rassis­tischer Gewalt gewertet werden. Das ist bislang bei der Polizei noch nicht der Fall, und so kommt es zu den Verzerrun­gen und der Irrung, das muslimfeindlichen Straftaten bislang nicht gibt“, ist die kritische Einschätzung von Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZDM).

Bisher ist unklar, ob und in welchem Maße gezielte öffentliche Kampagnen gegen spezifische Moscheen in konkreten Übergriffen resultieren. Die Tageszeitung „Junge Welt“ beispielsweise sieht einen Zusammenhang zwischen der Kampagne gegen die Moschee im Berliner Stadtteil Heinersdorf, an der auch der damalige CDU-Landesvorsitzende Pflüger teilnahm, und einem Brandanschlag auf die Moscheebaustelle am 21. März 2007. Bisher ist noch nicht in Gänze erforscht, wie sehr anti-muslimische Rhetorik aus der Mitte Gesellschaft Zündstoff für den Angriff auf Moscheen in Deutschland liefert.

Friedrich will „Hassprediger“ rascher ausweisen [24.05.2013]
NSU-Nebenkläger: Kreuz im Gerichtssaal abhängen [14.05.2013]
Laschet: CDU muss christliche Grundlagen stärker verdeutlichen [14.05.2013]
Berlin: Edathy sieht "beispielloses Versagen" deutscher Sicherheitsbehörden [14.05.2013]
Das offizielle Märchen in der Kurzfassung: Debattenbeitrag von KenFM zum NSU-Prozess München [10.05.2013]
Dafür zahl' ich
gefällt Ihnen die Arbeit der IZ? Dann freuen wir uns über Ihre finanzielle Unterstützung:
oder

per Überweisung
Werbung
Werbung
IZ Abo
Druckfrische IZ einmal im Monat im Briefkasten!
jetzt abonieren
Spezial "Wie...?"
Wie gründe ich einen Verein? Wie kommt man an Halal-Fleisch? Wie kommt man am Arbeitsplatz zurecht? 19 Fragen auf 82 Seiten beantwortet.
IZ Online Abo
weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews voller Zugang zum Archiv >> bestellen
Aktuelle Ausgabe
In der Mai-Ausgabe der Islamischen Zeitung (Nr. 215) beschäftigen wir uns mit den Schwerpunkten „Muslimische Frau“ und dem Bürgerkrieg in Syrien. Parvez Asad Sheikh beschreibt in einem Interview die Grundzüge der Geopolitik, wir gehen mit der IZ-Redaktion auf die Umra (kleine Pilgerreise) und denken über das Wesen der Freiheit nach. Außerdem: Beten während der Freitagsansprache, Großzügigkeit, Verfassungsschutz und der „Salafismus“, eine neue Moschee für Hamburg, eine Replik von Avni Altiner sowie die neue CD des Berliner Rappers Musa.
Downloads für Online-Abonnenten
Hier finden Sie zusätzliche Informationen und Dokumente, die nur den Online-Abonnenten zur Verfügung stehen.
IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Bild der Woche
"Neues Wir-Gefühl" BERLIN. Gauck wirbt für respektvollen Dialog zwischen den Religionen. JIK besucht Bundespräsidenten (Foto: Dirk Enters).
© Islamische Zeitung   Impressum   Haftungsausschluss   Sitemap