Die Aspekte des verpflichtenden Fastens im Islam

Einführung in die Aspekte des verpflichtenden Fastens. Dieser Vortrag wurde anlässlich des Seminars „Die fünf Säulen des Islam – Europäische Muslime führen ein“ in Potsdam am 13. Juli 2002 gehalten.

13.02.2009 Dr. Murad Wilfried Hofmann 11 Min. Lesezeit
aspekte

Foto: Pxhere, CC0 Public Domain

(iz). 1. Islam ist nicht die einzige Religion, in der Fasten eine Rolle spielt. Im Gegenteil: Wenn man der „Encyclopedia Britannica“ Glauben schenken darf, gibt es nur eine einzige Religion, in welcher Fasten keine Rolle spielt: Konfuzianismus.

In unserem christlich geprägten Kulturkreis ist – besser gesagt: war – 40-tägiges Fasten vor Ostern, sowie während der ­Adventszeit früher von Bedeutung. Noch heute gibt es Fastenbier, Fastenhirtenbriefe und Fastnacht; doch dem sich Ausleben bis Rosenmontag folgt heutzutage keinerlei Kasteiung mehr, die Karneval und Fasching in der Rückschau rechtfertigen konnten.

Nicht nur im Vergleich zum christlichen Fastenkonzept hatte das muslimische Fasten im Ramadan, dem 9. Monat des islamischen Mondjahres, stets eine ganz andere, ja essentielle Bedeutung: Als eine der fünf Säulen des Islam, mit deren Beachtung dieser Glaube steht oder fällt. Die Deutschen haben dies offenbar verstanden; denn sie integrierten den Begriff „Ramadan“ bereits in ihre Sprache und identifizieren den Islam geradezu damit.

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