Debatte: Islamkonferenz Episode V

(iz). Es gibt zwei Arten von schlechten Filmreihen: Jene, die großartig starten, nur um ihr eigenes Renommee mit jeder Fortsetzung noch tiefer in die Tonne zu treten (Matrix, Terminator, Rocky). Und es gibt jene, deren erster Teil schon so unterirdisch war, dass man sich fragt, wie überhaupt jemand auf die Idee kommen konnte, auch noch […]

03.06.2022 Fabian Goldmann 3 Min. Lesezeit

(iz). Es gibt zwei Arten von schlechten Filmreihen: Jene, die großartig starten, nur um ihr eigenes Renommee mit jeder Fortsetzung noch tiefer in die Tonne zu treten (Matrix, Terminator, Rocky). Und es gibt jene, deren erster Teil schon so unterirdisch war, dass man sich fragt, wie überhaupt jemand auf die Idee kommen konnte, auch noch Nachfolger zu produzieren (Transformers, Resident Evil, Fluch der Karibik). Womit wir bei der Deutschen Islamkonferenz (DIK) wären. 

Wenn in den kommenden Wochen die fünfte Episode der DIK erscheint, ist klar, dass man sich Tickets und Popcorn auch diesmal sparen kann. Das liegt nicht so sehr an Regieneuling und Bundesinnenministerin Nancy Faeser, sondern daran, dass das Franchise unter dem wohl absurdesten Konzept der Filmgeschichte leidet: Es gibt keines. Seit 16 Jahren existiert die Reihe, ohne dass sich Darstellerinnen, Regisseure und Produzenten, einig sind, was überhaupt der Plot ist. 

Seit 2006 nun schon warten Muslime und große Teile der Zuschauerschaft vergeblich auf eine empowernde Story über Gleichberechtigung und Teilhabe. Genauso lang scheitern Produzentinnen und Regisseure, aus dem zugegebenermaßen recht drögen Stoff deutscher Islam- und Integrationspolitik, irgendeine progressive Storyline zu entwickeln. 

Wo es an Inhalt und Dramaturgie fehlt, setzen Regisseure auf Effekte: Von Wolfgang Schäubles Erstauflage etwa bleiben vor allem die so spektakulären wie absurden Casting-Entscheidungen in Erinnerung. Seine mit „Islamkritikern“ und „Ex-Muslimen“ angereicherte Besetzung sorgte zwar für jede Menge Krawall und Unterhaltung. Antworten auf drängende politische Fragen konnte solche eine Inszenierung jedoch nicht liefern

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