Die Crux des Laizismus. Frankreichs Eliten versagen

In den Debatten nach den Anschlägen radikaler Terroristen in den letzten Jahren werden oft Differenzen plattgewalzt – wie zwischen Islam und Ideologie. Von Rudolf Walther (iz). Der mörderische Anschlag, dem am Donnerstag, 29.10.2020, in Nizza drei Menschen zum Opfer fielen, davon eines „enthauptet“ (FAZ) oder „fast enthauptet“ (ZDF), einzig weil sie sich zufällig am „falschen“ […]

24.12.2020 .Redaktion 6 Min. Lesezeit
straßengewalt palästina

Foto: Nuno21, Shutterstock

In den Debatten nach den Anschlägen radikaler Terroristen in den letzten Jahren werden oft Differenzen plattgewalzt – wie zwischen Islam und Ideologie.

Von Rudolf Walther

(iz). Der mörderische Anschlag, dem am Donnerstag, 29.10.2020, in Nizza drei Menschen zum Opfer fielen, davon eines „enthauptet“ (FAZ) oder „fast enthauptet“ (ZDF), einzig weil sie sich zufällig am „falschen“ Ort aufhielten, schockierte Frankreich, die Politik und die Medien. Es wirkte wie ein Déjà-vu der Ermordung des Geschichtslehrers Samuel Paty 12 Tage davor. Vom erschossenen Täter weiß man gesichert, dass er tschetschenischer Herkunft und Muslim war.

Vom Kontext ist immerhin bekannt, dass der Vater einer Schülerin des Lehrers per Video die Falschmeldung verbreitete, der Lehrer habe im Unterricht ein Nacktbild Mohammeds gezeigt. Der Vater ­veröffentlichte auch den Namen und die Telefonnummer des Lehrers. Außerdem beschwerte er sich bei der Schulleitung und erstattete Strafanzeige gegen den Lehrer wegen des Zeigens pornographischer Bilder vor Minderjährigen. Der angeblich nur um das Wohl seiner Tochter „besorgte Vater“ fand im Netz schnell Follower, die ihrerseits einen Shitstorm gegen den Geschichtslehrer entfachten. Zuvor gelang es dem späteren Mörder nicht, die Daten von anderen ins Auge gefassten Opfern zu eruieren. Er entschloss sich zur Kooperation mit dem „besorgten Vater“. Von dem wird vermutet, dass sich seine Schwester 2014 nach Syrien absetzte, um sich dem „Islamischen Staat“ anzuschließen.

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