Die IZ-Blogger: Mohammed Ammer kommentiert das Talkshow-Unwesen
(iz). Jede Diskussion im Fernsehen über den Islam und die Muslime endet für die muslimische Minderheit in Deutschland in einem […]
(iz). Jede Diskussion im Fernsehen über den Islam und die Muslime endet für die muslimische Minderheit in Deutschland in einem Dilemma. Es scheint so, als ob es immer das selbe Verfahren wäre. Muslimische Persönlichkeiten, die sich nur sich selbst repräsentieren, werden hingehalten, als seien sie die Repräsentanten von mehreren Millionen Muslimen in diesem Land.
Die gegnerische Partei, meist sind dies sogenannte Islamkritiker, beleidigen, schmähen und bezichtigen den Islam und die Muslime in aller Öffentlichkeit. In einem taktischen Rhythmus wird in diesen Talkshows den Muslimen eine Unvereinbarkeit zwischen ihrem Glauben und dem Leben in unserer Demokratie vorgeworfen. Genau das sollen auch die „Namen“ dieser Talkshows vermitteln.
„Allah statt Grundgesetz“
Ziel einer Talkshow ist es, dass mehrere Menschen zusammenkommen und sich in einer fairen Diskussion über gegenwärtige Debatten auf Augenhöhe unterhalten. Im Falle aller Muslime, die als Repräsentanten von der Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen werden, findet keine Diskussion auf Augenhöhe statt.
Wie soll das auch möglich sein, wenn bereits der Name der Talkshow parteiisch ist? Viele muslimische Persönlichkeiten – und dies kann man ihnen verübeln – sagen dann: „Ich habe der Einladung zugestimmt, um noch das Beste rauszuholen.“ Andere lehnen solche Einladungen grundsätzlich ab.
Scheinbar fremde Begrifflichkeiten
„Allah“ ist der arabische Name für Gott. Alle Muslime, die guten und schlechten; die dünnen und dicken; die blonden und schwarzhaarigen, die großen und die kleinen glauben an Allah.
Allah ist kein Kriegsführer, der Krieger benötigt. Allah ist der Gott der gesamten Menschheit, nicht nur Gott der Muslime. Daran glaubt jeder Muslim.
Einschaltquote – wenn der Rentner vor dem Fernseher sitzt
Die Einschaltquote ist besonders hoch, wenn solche Talkshows ausgestrahlt werden. Das alltäglich gemütliche, bequeme Leben der „Deutschen“ soll erschüttert werden – durch das provokante, undemokratische Leben der „Muslime.“ Die Gesellschaft wird in „Deutsche“ und „Muslime“ gespalten, damit keiner auf die Idee kommt, dass man gleichzeitig rechtstreuer Bürger und Muslim sein kann.
Einen deutschen Muslim könne es doch nicht geben, aber da draußen gibt es Millionen von ihnen.