Ein europäischer Erinnerungsraum: Lebenswelten der Muslime im Osten

Zwischen Sarajevo und der Krim kann man den europäischen Geist auf wenigen hundert Metern ablaufen.

30.06.2026 Ali Kocaman 4 Min. Lesezeit
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Foto: Tataria Online

(iz). Zwischen Basar, Kirche, Synagoge und Moschee verdichten sich Jahrhunderte, in denen Muslime, Katholiken, Orthodoxe und Juden ihre Viertel, Stiftungen und Rituale nebeneinander entfalteten – organisiert in eigenen Gemeinschaften, mit ihren Regeln, und doch Teil eines gemeinsamen städtischen Raums.

Noch die Narben der Belagerung, die längste eines Hauptstadtgebiets im 20. Jahrhundert, erzählen davon, wie dieser fragile Alltag mit Scharfschützen, Granaten und Hunger zerschossen wurde – und wie sehr bosnische Muslime sich seither weigern, ihre Geschichte nur als Opfergeschichte schreiben zu lassen.

granaten Ökonomie

Foto: Roibo, Shutterstock

Zwischen Kaffeehaus, Tekke und Freitagsmoschee entsteht ein eigenes Narrativ: europäisch, muslimisch, verwundet – und widerständig.

Weiter östlich, auf der Krim, ist das Gedächtnis weniger komprimiert, aber nicht weniger dicht. Dörfer, in denen Familiennamen, Architektur und Friedhöfe an ein Khanat erinnern, das einst zwischen Steppenvölkern, Osmanischem Reich und russischer Expansion vermittelte.

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