Folgt man Herder, ist das Abendland islamischer als andere
„Was die Völker betrifft, die sich mit den Wissenschaften beschäftigen, dieses sind die von Allah auserwählten Völker. Denn sie haben ihre Anstrengungen dafür aufgewandt, sich Vorzüge anzueignen, die den Menschen zum Menschen machen und die Natur des Menschen stärken. (…) Weil sie die menschlichen Stärken lieben und den höheren Tugenden verfallen sind; weil sie den […]
15.07.2021 Ahmet Aydin 8 Min. Lesezeit
Foto: Yuri Dmitrenko, Shutterstock
„Was die Völker betrifft, die sich mit den Wissenschaften beschäftigen, dieses sind die von Allah auserwählten Völker. Denn sie haben ihre Anstrengungen dafür aufgewandt, sich Vorzüge anzueignen, die den Menschen zum Menschen machen und die Natur des Menschen stärken. (…) Weil sie die menschlichen Stärken lieben und den höheren Tugenden verfallen sind; weil sie den Raubtieren nicht ähneln möchten, sind die Besitzer des Wissens zu Leuchten, welche die Dunkelheit erhellen, zu Leitfäden der Rechtleitung, zu den ehrenhaftesten Menschen und zu auserwählten Völkern geworden. Sie haben erkannt, was Allah von ihnen möchte und begriffen, die Verfolgung welchen Zweckes von ihnen verlangt wird. Möge Allahs Barmherzigkeit auf ihnen sein, denn wenn es sie nicht gäbe, so wäre die Welt unbewohnbar.“
(iz). Ob sie sich wissenschaftlich betätigen, unterscheidet die Völker, beziehungsweise Nationen, voneinander. Dies schreibt der muslimische Theologe Said Al-Andalusi. Er würde als strenggläubig bezeichnet werden im heutigen Europa. Er betet 5 Mal täglich, fastet nicht nur im Monat Ramadan, er ist ein Mann der Sunna. Kein ernstzunehmender Theologe würde ihm widersprechen. Said Al-Andalusi ist nicht etwa ein Kind der Moderne, gewillt den Islam zu reformieren. Er drückt aus, was sich im Qur’an befindet. Er lebte im 11. Jahrhundert. Sein Werk „Tabaktul Umam“ gibt es nicht auf Deutsch. „Wissenschaftsgeschichte verschiedener Völker“, so könnte es übersetzt werden.
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