Fragen an die Ökonomie (2): Kurzserie zu unserer Wirtschaft
(iz). Man kann es also drehen und wenden wie man will, das Problem liegt bereits bei der Zielsetzung des Kapitalismus: Endloses Wachstum zu niedrigen Kosten und hohen Profiten in einer endlichen Welt bedeutet zwangsläufig die Ausbeutung von Mensch und Natur bis die eigenen existenziellen Grundlagen vernichtet sind. Das es hierzu noch nicht kam ist nicht […]
8.04.2021 Muhammad Sameer Murtaza 5 Min. Lesezeit
Foto: Theresa Piorr, World Food Programme WFP
(iz). Man kann es also drehen und wenden wie man will, das Problem liegt bereits bei der Zielsetzung des Kapitalismus: Endloses Wachstum zu niedrigen Kosten und hohen Profiten in einer endlichen Welt bedeutet zwangsläufig die Ausbeutung von Mensch und Natur bis die eigenen existenziellen Grundlagen vernichtet sind.
Das es hierzu noch nicht kam ist nicht den Kräften des freien Marktes geschuldet, sondern an Grenzsetzungen infolge von Arbeiterstreiks und Regulierungen durch die Politik. Erst Regulierungen machten ein Ende mit der Kinderarbeit und führten immer wieder zu einer hinreichenden Erhöhung der Löhne, wie 2015 geschehen durch die Einführung des Mindestlohnes. Der Kapitalistenklasse wäre es natürlich lieber gewesen, hätte die Allgemeinheit die trinitarischen Glaubenssätze verinnerlicht, dass (a) der Markt sich selber zum Wohle aller reguliert, dass (b) der Markt immer richtigliegt und (c) jeder seines eigenen Glückes Schmied ist Â(Meritokratie). Dabei zeigt sich, der Markt reguliert nichts. Kinderarbeit und Sklaverei machen klar, dass der Markt eben nicht immer richtigliegt, sondern regelrecht asozial und unmoralisch ist. Ohne das Eingreifen der Politik wäre der inhärent instabile Kapitalismus schon vor langer Zeit gescheitert, er braucht demnach den Staat.
Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ (Monatsabo) können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.