Hintergrund: Die Bundesrepublik und der Putsch in Myanmar

BERLIN/NAYPYIDAW (GFP.com). Nach dem Putsch am Montag in Myanmar ziehen EU und USA neue Sanktionen gegen das Land in Betracht. Man werde die Wiedereinführung von Zwangsmaßnahmen umgehend prüfen, hatte US-Präsident Joe Biden schon am Montag mitgeteilt. Die EU gab gestern bekannt, sie werde „alle ihr zur Verfügung stehenden Optionen in Erwägung ziehen“, um dafür zu […]

4.02.2021 .Redaktion 6 Min. Lesezeit

Foto: <a href=https://www.flickr.com/photos/prachatai/>Prachatai</a>, via flickr | Lizenz: <a href=https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/>CC BY-NC-ND 2.0</a>

BERLIN/NAYPYIDAW (GFP.com). Nach dem Putsch am Montag in Myanmar ziehen EU und USA neue Sanktionen gegen das Land in Betracht. Man werde die Wiedereinführung von Zwangsmaßnahmen umgehend prüfen, hatte US-Präsident Joe Biden schon am Montag mitgeteilt. Die EU gab gestern bekannt, sie werde „alle ihr zur Verfügung stehenden Optionen in Erwägung ziehen“, um dafür zu sorgen, „dass sich die Demokratie durchsetzt“.

Die Bundesrepublik hatte im Kalten Krieg aus geostrategischen Gründen lange eng mit Myanmars Militärregime kooperiert – Rüstungsexporte inklusive; nach 1990 hatte sie sich, wie der Westen insgesamt, zunächst von dem Land abgewandt und sich erst wieder um bessere Beziehungen bemüht, als China dort geostrategisch wichtige Vorhaben in die Wege leitete – den Bau eines Transportkorridors aus dem Indischen Ozean nach Südwestchina, der es ermöglicht, die von Washington leicht zu sperrende Straße von Malakka zu umgehen. Der Versuch, Beijing in Naypyidaw auszubooten, ist gescheitert; die von den Militärs entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat die Kooperation mit China zuletzt weiter intensiviert.

Bonn und die Generäle

Die Bundesrepublik hat im Laufe der Zeit recht wechselvolle Beziehungen zu den myanmarischen Militärs unterhalten. Im Kalten Krieg unterhielt sie gute Kontakte zu den Generälen, die sich 1962 an die Macht geputscht hatten – ihr Land war ein wichtiger Verbündeter in der Systemkonfrontation. Die Bundesrepublik war zeitweise größter Handelspartner und stärkster Entwicklungshelfer des Landes außerhalb Asiens; bis 1988 war sie zudem laut dem Myanmar-Experten Andrew Selth seine „bedeutendste Quelle für Waffentechnologie und ein Schlüsselfaktor beim Aufbau einer einheimischen Rüstungsindustrie“.

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