Das Iftar: Moment der Erleichterung und Gemeinschaft

Das Iftar: In den unterschiedlichen muslimischen Kulturen haben sich diverse Traditionen des Fastenbrechens entwickelt

04.02.2026 Massouda Khan 7 Min. Lesezeit
Freude Zeit Ramadan iftar

Foto: Sumaya Hisham

(iz). Wenn die Sonne untergeht, ist es in vielen muslimischen Städten für einen Moment völlig still – als hielte die Welt kurz den Atem an, bevor ein neues, abendliches Leben beginnt. Dann ruft der Muezzin zum Gebet, und Millionen von Menschen heben gleichzeitig ihr Glas Wasser, greifen zu einer Dattel, sprechen ein „Bismillah“ und brechen damit ein persönliches und zugleich global geteiltes Fasten.

So unterschiedlich die Tafeln in Sarajevo, Tunis, Dakar, Lahore oder Jakarta gedeckt sind – der rote Faden bleibt erkennbar: Iftar ist weniger ein einzelnes Menü als ein Augenblick. Es ist der Moment, in dem der Tag der Disziplin in den Abend der Verbundenheit übergeht. In dem aus der Gottesbeziehung eine öffentliche Form von Fürsorge wird, genährt von Datteln, Suppe, Reis, Brot – und der stillen Freude, nicht allein zu sein, wenn die Sonne untergegangen ist.

Europa fastet

In Sarajevo ist die letzte Stunde vor dem Fastenbrechen ein leises Kochen gegen die Uhr: Der Duft von frisch gebackenem Brot zieht durch die Treppenhäuser, in den Küchen klirren Gläser, und irgendwer ruft aus dem Wohnzimmer, wie viele Minuten bleiben.

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