Krieg: Raum für Mitgefühl

Krieg: Auch in Österreich wird um den Begriff eines „importierten Antisemitismus“ gestritten. Ein Gastbeitrag von Tarafa Baghajati.

04.01.2024 .Redaktion 4 Min. Lesezeit
gaza krieg hoffnung

Screenshot: IKRK

(DER STANDARD). Zwei im „Standard“ zuletzt veröffentlichte Gastkommentare sind exemplarisch für gewisse Verengungen im Diskurs, wenn es um Israel und Palästina geht. Von Tarafa Baghajati

Im Sinne des allgemeinen Interesses an einem friedlichen und respektvollen Zusammenleben in Österreich seien die Texte von Maximilian Gottschlich („Der antisemitische Spin der Hamas“) und Götz Schrage („Zugewanderte Antisemiten und verwirrte Linke – Wien hat zwei Probleme“) daher kritisch reflektiert.

Ersterer verbreitet eine höchst bedenkliche Forderung, die Muslimen seit dem 11. September 2001 nur allzu bekannt ist: Sie müssten jedes Verbrechen, wo immer missbräuchlich etwas im Namen des Islam geschehe, verurteilen und sich so – am besten jeder einzelne Imam, jede Funktionsträgerin oder jeder Funktionsträger – distanzieren.

Krieg: Konflikte nicht nach Österreich importieren

Muslimische Österreicher sind genauso wenig für die Taten der Hamas verantwortlich wie russisch-orthodoxe Österreicher für die Verbrechen der Wagner-Brigaden in der Ukraine, in Syrien oder Afrika, österreichische Katholiken für die einstigen Anschläge der IRA in Dublin, österreichische Juden für Gewalttaten militanter israelischer Siedler gegenüber Palästinensern oder der israelischen Armee gegen zivile Ziele in Gaza.

Auch wenn diese Beispiele aufgrund unterschiedlicher Kontexte in der Vergleichbarkeit begrenzt sind, können sie ein Problem illustrieren: Menschen dürfen aufgrund ihres Religionsbekenntnisses nicht pauschal verantwortlich für Untaten gemacht werden, die jenseits ihres Einflusses stehen.

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