Peking profitiert von der Annäherung zwischen Riad und Teheran

Die Rivalität zwischen Riad und Teheran hat konfliktreiche Wurzeln. Denkfaule Analysen reduzieren das Verhältnis häufig auf eine Glaubensfrage als Folge eines „alten Hasses“.

06.04.2023 .Redaktion 4 Min. Lesezeit
Riad Teheran

Screenshot: El-Ekhbariya

(The Conversation) Nach mehr als vier Jahrzehnten als scheinbar unversöhnliche Feinde auf beiden Seiten einer tiefen politisch-religiösen Kluft wollen Saudi-Arabien und Iran ihre Kontakte wiederherstellen und erneut Botschaften eröffnen. Das Pekinger Abkommen wurde sieben Jahre nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen als Reaktion auf die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Al Nimr geschlossen und als „entscheidender Moment“ für den Nahen Osten angekündigt. Von Simon Mabon

Foto: sema_srinouljan, Freepik.com

Für Riad und Teheran bleiben regionale Kopfschmerzen

Obwohl das Abkommen unbestreitbar ein positiver Schritt ist, wird es den Konflikt in der Region nicht beenden. Gravierende interne Krisen sind weiterhin die Ursache für Reibereien und Gewalt im Jemen, Irak, Libanon und Syrien.

Doch die ernsten ökonomischen Herausforderungen haben die Saudis und die Iraner in den letzten Jahren zu diplomatischen Gesprächen veranlasst. Beide wollen eine sicherere regionale Ordnung, die es ihnen ermöglicht, Reformprogramme einzuleiten.

Die Rivalität zwischen Riad und Teheran hat konfliktreiche Wurzeln. Entstanden sind sie aus dem Spiel von Sicherheitssorgen, Anspruch auf Führung der muslimischen Welt, ethnosektiererische Konkurrenz sowie die jeweiligen Beziehungen zu Washington. Denkfaule Analysen reduzieren das Verhältnis häufig auf eine Glaubensfrage als Folge eines „alten Hasses“.

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