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Mannheim: Ministerinnen nach Messerangriff gegen Pauschalverurteilung

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Nach dem Tod eines Polizisten durch einen Messerangriff eines Afghanen werden Stimmen nach Gesetzesverschärfungen lauter. Faeser und Baerbock warnen unterdessen vor Pauschalverurteilungen.

Berlin (KNA). Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat nach dem tödlichen Messerangriff in Mannheim vor Pauschalverurteilungen gewarnt. Zugleich kündigte sie am Dienstag in Berlin an, hart gegen Extremisten durchzugreifen. Faeser betonte: „Wir lassen uns von Extremisten und Terroristen nicht spalten.“

Und: „Wir unterscheiden zwischen Muslimen, die zu uns gehören, und Islamisten, die wir mit aller Härte bekämpfen.“ Es sei gut, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen in dem Fall übernommen habe. Auch wer solche Taten im Internet verherrliche, müsse mit Strafverfolgung rechnen.

Ein 25 Jahre alter Afghane hatte am Freitag bei einer islamkritischen Kundgebung auf dem Mannheimer Marktplatz ein Messer gezogen und sechs Menschen verletzt; der getötete 29 Jahre alte Polizist erlitt die tödlichen Stiche, nachdem er zur Hilfe geeilt war. Die Ermittler vermuten ein islamistisches Motiv für die Tat.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte sich am Montagabend zu dem Angriff geäußert. Sie warnte davor, die tödliche Messerattacke für eine Debatte über eine verschärfte Migrationspolitik zu instrumentalisieren. Dies wäre „wirklich total kontraproduktiv“, so die Grünen-Politikerin beim „Ständehaus-Treff“ der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf.

„Wenn das Ziel von Extremisten ist – egal ob Rechtsextremisten oder Islamisten –, freie Gesellschaften zu spalten, muss doch die Antwort sein, dass wir als Gesellschaft geschlossen darauf antworten.“

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Suche nach Einfluss. Die Außenministerin auf Nahost-Reise

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Mit ihrer Nahost-Reise wollte Außenministerin Baerbock den schwindenden deutschen Einfluss stärken. (GFP.com/IZ). Mit Besuchen in Saudi-Arabien und Qatar sucht Bundesaußenministerin Annalena Baerbock den schwindenden Einfluss Berlins im Mittleren Osten zu […]

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Baerbock reist in den Irak – Bagdad: Energie und Investitionen Thema

Baerbock Diplomatie Irak

Der Irak will aus der politischen und wirtschaftlichen Krise kommen. Nun besucht Außenministerin Baerbock das Land. Auch die Verbrechen der Terrormiliz IS/Daesh dürften Thema sein.

Bagdad (dpa/iz). Außenministerin Annalena Baerbock reist an diesem Dienstag in den Irak. Nach Angaben des irakischen Außenministeriums wird sich die Grünen-Politikerin in der Hauptstadt Bagdad mit Ministerpräsident Mohammed Schia al-Sudani sowie ihrem Kollegen Fuad Hussein treffen. Deutschland und der Irak wollten bei dem Besuch ihre bilateralen Beziehungen stärken und eine intensivere Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Investitionen erörtern, hieß es in Bagdad weiter. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Baerbock in Bagdad

Nach Jahren des Krieges gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht Iraks neuer Regierungschef Al-Sudani unter Druck, sein Land aus einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise zu führen. Im Irak leben rund 30 Prozent der Menschen in Armut, seit 2019 kommt es immer wieder zu Massenprotesten im Land.

Die CDU-nahe Konrad Adenauer-Stiftung bescheinigt Al-Sudani in ihrem jüngsten Länderbericht von Anfang März eine gemischte Bilanz nach 100 Tagen im Amt. „Dem geschickten und gekonnten Navigieren (…) durch die Untiefen der irakischen Politik“ stünden wenige Ergebnisse seines innenpolitischen Reformkurses entgegen. Außenpolitisch positioniere sich der Irak mit einem neutralen Kurs, der eine Diversifizierung seiner Beziehungen und eine Annäherung an europäische Staaten einschließe, allen voran Deutschland und Frankreich.

Bundestagssitzung am 8. Dezember zur Wahl und Vereidigung des Bundeskanzlers. (Foto: Deutscher Bundestag, Tobias Koch)

Al-Sudani war im Januar bei Scholz

Regierungschef Al-Sudani hatte im Januar in Berlin seinen Antrittsbesuch bei Kanzler Olaf Scholz (SPD) absolviert, nachdem er im Oktober nach monatelangen Machtkämpfen eine Regierung gebildet hatte. Scholz machte sich damals auf der Suche nach Ersatz für russisches Gas für eine Energiepartnerschaft mit dem Irak stark.

Kaum ein Land ist so abhängig von Öleinnahmen wie der Irak. Das Land ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur fünftgrößter Erdölproduzent. Über ein 2022 eröffnetes LNG-Terminal exportiert Irak auch Gas. Zugleich leidet das Land unter einer notorisch schlechten Stromversorgung mit häufigen Ausfällen. Diese sind neben der schlechten Wirtschaftslage und Korruption einer der Gründe für die Massenproteste, die den Irak seit 2019 in Wellen erschütterten.

Nachdem sich der Irak in der UN-Generalversammlung bei der ersten Resolution zur Verurteilung des russischen Einmarsches in die Ukraine im März 2022 noch enthalten hatte, stimmte Bagdad entsprechenden UN-Resolutionen im Oktober und Ende Februar zu.

Foto: Bundeswehr, Sebastian Wilke

Bundeswehr unterstützt Irak im Kampf gegen Terrormiliz IS

Die Terrormiliz IS kontrollierte noch vor einigen Jahren große Gebiete im Irak und in Syrien. Die Dschihadisten sind zwar mittlerweile militärisch besiegt, IS-Zellen sind im Irak und in Syrien aber weiter aktiv und verüben Anschläge. Der sunnitische IS betrachtet Schiiten als Abtrünnige und verübt immer wieder Anschläge auch auf Angehörige dieser Richtung des Islams. Deutsche Soldaten unterstützen den Irak im Kampf gegen den IS.

Als die IS-Dschihadisten 2014 die Region um das Sindschar-Gebirge im Nordirak überrannten, töteten und verschleppten sie Tausende Menschen. Viele Frauen wurden versklavt. Die Vereinten Nationen sprachen von Völkermord an der ethnisch-religiösen Minderheit der dort lebenden Jesiden. Kurdische Kämpfer vertrieben den IS schließlich aus der Region. Der Bundestag erkannte die Verbrechen des IS im Januar offiziell als Völkermord an.

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Baerbock beendet Zentralasienbesuch in uralter Stadt Samarkand

Samarkand (dpa). Mit dem Besuch eines von Deutschland unterstützten Projekts zur Verbesserung der Bewässerungsinfrastruktur setzt Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) an diesem Mittwoch ihren Besuch in Usbekistan fort. Mit dem Projekt im Rahmen der Initiative „Green Central Asia“ will das Auswärtige Amt die regionale Annäherung der Staaten Zentralasiens unterstützen und den Dialog über die Folgen des Klimawandels und die damit verbundenen Risiken fördern.

Der in den 1960er Jahren angelegte und über 70 Kilometer lange Bad-Bad-Kanal versorgt circa 10.000 Hektar Land und etwa 16.000 Einwohnerinnen und Einwohner des Distrikts Bulungur rund 45 Kilometer nordöstlich der Stadt Samarkand mit Wasser. Wegen mangelnder Wartungsarbeiten lag der Wirkungsgrad auf Ebene der Felder nur noch bei knapp über 60 Prozent. Dies sollte das Projekt verbessern.

In einem Frauenhaus war zudem ein Austausch Baerbocks mit der Direktorin und mit von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen geplant. Beim Besuch einer Jeansfabrik geht es um das Thema nachhaltige Lieferketten.

Baerbock wollte sich auch über das Kulturerbe der jahrtausendealten Stadt informieren. Das als Oasenstadt gegründete Samarkand war früher Knotenpunkt von Karawanen. Die antike Seidenstraße zwischen China und dem Mittelmeer verlief durch den Ort. Zentraler Platz und berühmteste Sehenswürdigkeit ist der Registan mit alten Koranschulen, prächtigen Portalen, einer Moschee und bläulich schimmernden Majolika-Fliesen an Fassaden und Kuppeln. Die Unesco erklärte die Innenstadt 2001 zum Weltkulturerbe und lobte die «Meisterwerke islamischer Architektur».

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Baerbock verteidigt Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien

kurzmeldungen

Berlin (KNA). Außenministerin Annalena Baerbock hat auf dem Bundesparteitag der Grünen die Entscheidung der Bundesregierung für Waffenexporte an Saudi-Arabien verteidigt. Zugleich sagte die Ministerin am 15. Oktober in Bonn: „Wir liefern direkt nicht nach Saudi-Arabien“ – dorthin, „wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden“. Sie und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hätten sich mit der Entscheidung sehr schwer getan.

Baerbock betonte, es habe sich hierbei um einen Altvertrag für ein EU-Gemeinschaftsprojekt gehandelt. Sie sei für eine solche europäische Rüstungskooperation. Diese sei notwendig, „sonst brauchen wir noch mehr als diese 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr“. Sie wolle nicht, dass Sozialstaat gegen Verteidigung ausgespielt werde.

Zugleich versprach Baerbock eine künftige restriktivere Rüstungspolitik. Die Ministerin kündigte das geplante Rüstungsexportkontrollgesetz an, mit dem Waffenexporte restriktiver gehandhabt werden sollen. Habeck will Eckpunkte dafür in Kürze vorstellen.

Zugleich wandte sich Baerbock dagegen, dass der russische Angriffskrieg auf die Ukraine genutzt werde, um Angst und Spaltung zu verbreiten und dass Flüchtlinge darunter zu leiden hätten. Sie wisse, „was in den Kommunen los ist, was auch in einigen Turnhallen passiert“. Es sei aber nicht gegeben, dass im Winter Flüchtlinge gegen den Krieg in der Ukraine ausgespielt werden müssten. „Man kann auch hier Haltung zeigen.“