, ,

Nach der Hajj – Besuch beim Propheten in Medina

prophet

Beim Propheten in Medina: Jeder sollte nach der Hajj, soweit es möglich ist, den Gesandten Allahs besuchen.

(iz). Das große Ereignis des Hajj, die lebensbestimmende und vervollkommnende Reise für Muslime in aller Welt, steht kurz bevor. Während Sie dieses lesen, sind Millionen in Mekka, um das Haus Allahs zu besuchen und die Riten unseren Vorfahren Ibrahim zu erfüllen, bzw. haben ihre Pilgerfahrt erfolgreich abgeschlossen. Damit besiegeln sie eine der fünf großen Säulen des Islam.

Das ist das erste Stadium der Reise. Danach kommt der Besuch beim Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, an dessen Grab in der großen Moschee der erleuchteten Stadt Medina. Das ist ein Punkt, bei dem kein Pilger meinen sollte, er könnte darauf verzichten. Denn durch diesen Besuch wird seine Pilgerfahrt vollendet.

Besuch beim Propheten: Konsens der Gelehrten

So ist die Übereinkunft der Leute des Wissens unter den vier Rechtsschulen und es ist der Grund, warum der Besuch des Prophetengrabes in den Rechtsbüchern immer im Kapitel zur Hajj abgehandelt wird.

So sagte Ibn ‘Aschir beispielsweise in seinem „Murschid Al-Mu’in“ am Ende der Sektion über die Hajj: „Geh zum Grab des Auserwählten mit spiritueller Höflichkeit und einer Absicht, sodass jede deiner Bitten beantwortet werden mag.“

Und An-Nawawi schrieb: „Wisse, dass jeder, der die Hajj vollzieht, das Grab des Gesandten Allahs – gleich, ob dies auf seinem Weg liegt oder nicht – besuchen sollte. Denn der Besuch bei ihm ist eines der wichtigsten Mittel, um Allah nahe zu kommen, eine der nützlichsten Bemühungen, die man anstreben kann, und eine der besten Dinge, um die man bitten kann.“

Dieser bedeutende Teil der Reise wurde auf verschiedene Art und Weise durcheinandergebracht: Zuerst wurde dieser Reiseabschnitt vor die Pilgerfahrt gelegt. Etwas, das bis vor Kurzem niemals Praxis der Muslime war. Er ist der Schlussstein des Hajj, nicht ihr erstes Stück. Jeder, der die Wahl dazu hat, muss sich den Besuch für die Zeit danach aufheben.

Dies wird eindeutig durch ein bekanntes Hadith des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, belegt: „Wer auf die Hajj nach Mekka geht und mich dann in meiner Moschee besucht, wird zwei angenommene Hajjreisen für sich aufgezeichnet haben.“

Foto: Muhammad Ali Effendi Sa’udi, Al Madina Books

Er sagte eindeutig „und dann“ und verwies darauf, dass es eine Reihenfolge gibt, die mit dem Haus Allahs beginnt. Imam An-Nawawi meinte hierzu: 

„Wenn die Reisenden zur Hajj und die Leute auf der ‘Umra (die ‘kleine’ Pilgerfahrt) Mekka verlassen, dann ist es stark angeraten, sich auf den Weg nach Medina zu machen, um ihn, Frieden und Segen auf ihm, zu besuchen.“

Zweitens gibt es solche Fraktionen unter Muslimen, welche die Bedeutung dieser Aufwartung herunterzuspielen suchen. Sie glauben, dass die Reise in Medina vorrangig dem Gebet in der Prophetenmoschee zu gelten habe und nicht der seiner Ruhestätte. Sie behaupten, der Gesandte Allahs habe den Besuch von Gräbern verboten.

Einerseits widerspricht eine solche Meinung den Worten und Handlungen des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, selbst. Dieser besuchte die Gräber seiner Gefährten in Al-Baqi (dem Friedhof von Medina).

Andererseits wird aus dem Buch Allahs und der Übereinkunft der Gelehrten ersichtlich, dass es keinen Unterschied darin gibt, ob er am Leben oder verstorben ist – ihm gebührt in beiden Fällen der gleiche Adab. Allah sagt im Qur’an: „Und wisset, dass Allahs Gesandter unter euch ist.“ (Al-Hujurat, Sure 49, 7)

Was die Liebenden tun

Die erste Sache, die ein aufrichtig Liebender tut, wenn er heimkehrt, ist der Besuch beim Geliebten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. So handelten die Gefährten, sobald sie ihre Heimatstadt erreichten. Es war sogar der erste Schritt, den sie unternahmen.

Nehmen wir als Beispiel Bilal, den Gebetsrufer des Gesandten Allahs. Wegen dessen Verscheiden vermochte er nicht mehr in der Stadt zu bleiben und verbrachte sein Leben in Syrien.

Aber nach vielen Jahren hatte er einen Traum, in dem der Prophet zu ihm kam und fragte: „Warum diese Entfremdung, Bilal? Ist die Zeit nicht für dich gekommen, mich zu besuchen.“

Also sprang er auf, packte seine Sachen und machte sich auf den Weg nach Medina. Im Augenblick seiner Ankunft ging er sofort zu seinem Grab. Seine Reise – ein Weg von mehr als 1.600 Kilometern! – wurde nur aus einem Grunde gemacht: Um den Gesandten Allahs an seiner Ruhestätte zu besuchen. Bilal sehnte sich nach ihm und wusste, dass er so wieder in dessen Gegenwart sein konnte.

Foto. Ar. Sh. Mohammed, Unsplash

Und dies gilt für jeden Muslim; insbesondere jene, die von der Hajj kommen. Der Prophet sagte: „Wenn ihr die Hajj verrichtet und mich nach meinem Tod besucht, so wird es sein, als hättet ihr mich in meiner Lebenszeit besucht und begleitet.“

Wie könnte irgendeiner – jemand mit nur einem Stäubchen Liebe in seinem Herzen für den Propheten – nicht alles stehen und liegen lassen, wenn dies bedeuten würde, dass er auch nur einen Augenblick in der Gegenwart des Gesandten Allahs verbringen würde? Für die meisten Muslime bietet sich diese Gelegenheit nicht oft – höchstens ein oder zwei Mal in ihrem Leben.

, ,

Zum Papst-Besuch in der Türkei

Papst

Über Papst Leos Besuch in der Türkei: Erinnerungen an das Christlich-Muslimische Erbe.

(iz). Papst Leos Besuch in der Türkei – ein Land, das ich mein Zuhause nenne und in das ich viele christliche Studenten mitgenommen habe – bringt unsere gemeinsame religiöse Geschichte in Erinnerung. Natürlich gehört Nizäa (das heutige moderne İznik) in diesem Zusammenhang zu den wichtigsten Reisezielen. Von Dr. Zeyneb Sayılgan

Anfangs sind christliche Studierende oft etwas enttäuscht, dass dieser theologisch so bedeutende Ort so klein ist. Auch andere Aspekte überraschen sie. Im Geiste einer Vertiefung des heutigen christlich-muslimischen Verständnisses möchte ich daher einige Einsichten teilen – für all jene, die diesen wichtigen Ort noch nicht besucht haben.

Christlich-muslimisches Erbe

Die Hagia Sophia von İznik erzählt eine Geschichte, die Christen und Muslime miteinander verbindet. Ursprünglich eine byzantinische Basilika, dient sie heute als Moschee für Muslime und ehrt zugleich ihre christliche Vergangenheit. Osmanische Restauratoren schützten die Mauern, reparierten eingestürzte Teile, fügten eine Gebetsnische (mihrab) und eine Kanzel (minbar) hinzu – zwei typische Elemente einer Moschee.

Die muslimischen Baumeister ließen jedoch große Teile der früheren Architektur sichtbar. Dieses Nebeneinander architektonischer und spiritueller Schichten schafft einen natürlichen Raum für den interreligiösen Austausch und zeigt, dass dieselben Mauern über Jahrhunderte hinweg beiden Traditionen als Ort der Anbetung gedient haben.

Diese Kontinuität offenbart Respekt vor der Heiligkeit des Ortes, selbst nachdem sich die religiöse Identität der Gemeinschaft verändert hatte. Sie wird zu einem bedeutungsreichen Beispiel islamischer Fürsorge für ein christliches Kulturerbe – ein wichtiger Aspekt für das gegenseitige Verständnis von Muslimen und Christen.

Ich erkläre christlichen Studierenden hier gern, wie mich dieser Ort an das frühe Beispiel des Propheten Muhammad erinnert, der eine christliche Delegation aus Nadschrān in Südarabien in seiner Moschee in Medina willkommen hieß. Beide Gemeinschaften tauschten ihre theologischen Überzeugungen über Jesus und Maria aus und hörten einander mit Respekt und Höflichkeit zu.

Schließlich verrichteten die Christen ihre Gebete in derselben Moschee und gingen wieder – ohne eine Einigung erzielt zu haben. Dies sind Geschichten heiliger Begegnungen, die viel häufiger erzählt und bekannt sein sollten. Für mich spiegeln solche Beispiele den koranischen Auftrag wider, Kirchen, Klöster und Synagogen zu schützen, während man zugleich am eigenen Glauben festhält:

„Diejenigen, die zu Unrecht aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sagten: ‘Unser Herr ist Gott.’ Wenn Gott nicht einige Menschen durch andere zurückhalten würde, wären viele Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen Gottes Name häufig erwähnt wird, zerstört worden. Gott wird gewiss denen helfen, die für Seine Sache eintreten – Gott ist wahrlich Allmächtig und Allstark.“ (Al-Hajj, Sure 22, 40)

Dieser Abschnitt legt das göttliche Prinzip fest, alle Gotteshäuser zu schützen, in denen der Name Gottes erwähnt wird, und betont, dass dies eine Pflicht der Muslime ist. Die betreffende Qur’anpassage bildet die Grundlage für die islamische Rechtstradition, die die religiöse Freiheit von Nichtmuslimen in muslimisch regierten Gebieten gewährleistet. 

Historisch verkörperten Persönlichkeiten wie der Kalif ‘Umar dieses Schutzprinzip, indem sie nach der Eroberung Jerusalems die Sicherheit der christlichen Kirchen und ihrer Gemeinden garantierten. Für fast 500 Jahre erlebte Jerusalem eine relative Koexistenz zwischen Juden, Christen und Muslimen.

Schutz christlicher Gotteshäuser

Die frühe osmanische Zeit war kein Paradies der Gleichheit. Der Neubau von Kirchen war eingeschränkt, jedoch nicht unmöglich. Er erforderte eine besondere Genehmigung. Im Kontext ihrer Zeit war es dennoch bemerkenswert, wie gut die bestehenden Kirchenstrukturen bewahrt wurden.

Zwar kam es zu Umwandlungen bedeutender Kirchen in Moscheen – wie der großen Hagia Sophia in Istanbul –, doch viele lokale Kirchen blieben weiterhin in Betrieb. Über 600 Jahre und drei Kontinente hinweg erlebte das Osmanische Reich den Bau oder Wiederaufbau von Tausenden von Kirchen.

Die größte Welle des Kirchenbaus fand im 18. und besonders im 19. Jahrhundert im Zuge der sogenannten Tanzimat-Reformen statt, als die christlichen Gemeinden größere Freiheit und Wohlstand genossen.

papst dialog Kurzmeldungen

Der neue Papst Leo XIV. im März während öffentlichen Messe in Rom. (Foto: M.I. Epp, Shutterstock)

Christlich-muslimische Koexistenz

Christen und Muslime – wie Iznik zu Augen führt – haben hier über Jahrhunderte hinweg meist friedlich zusammengelebt. Das Osmanische Reich (1299–1922) entwickelte ein System, in dem religiöse Gemeinschaften im Allgemeinen mit relativer Stabilität zusammenlebten.

Christen und Juden waren in sogenannten Millets organisiert: Sie hatten eigene religiöse Führer, betrieben ihre eigenen Schulen und Gerichte für Personalangelegenheiten und unterhielten eigene Wohltätigkeitseinrichtungen. Sie konnten ihren Glauben in der Regel offen praktizieren.

Dies gab religiösen Minderheiten einen strukturierten und vorhersehbaren Platz innerhalb der osmanischen Gesellschaft. Eine wichtige muslimische Persönlichkeit dieser Epoche ist Bediüzzaman Said Nursi, der früh auf christliche Gemeinschaften zuging, um mit Muslimen zum gemeinsamen Wohl zusammenzuarbeiten und zu kooperieren.

Die Türkei ist ein Land, das die schönen Einflüsse des Ostens und des Westens, des Islams und der Moderne in sich vereint und damit hervorragend zu meinem Profil passt. 

Sie ist ein Land, das mein persönliches Engagement für das Heilige und das Säkular-Weltliche ebenso widerspiegelt wie mein Interesse an christlich-muslimischen Beziehungen. Bedauerlicherweise wird diese gemeinsame – wenn auch komplexe – Geschichte in unseren Bildungseinrichtungen nicht ausreichend gelehrt. Infolgedessen leiden wir unter einer historischen Amnesie.

Eines der Ziele unseres Fortbildungsprogramms für LehrerInnen besteht darin, diese Geschichte – in der alle Stimmen und Perspektiven gehört werden – wiederzubeleben und sie im Unterricht und darüber hinaus stärker sichtbar zu machen.

Unsere reiche und heilige Vergangenheit kann unsere Gegenwart erhellen und hoffentlich eine positive Perspektive für eine gemeinsame Zukunft gestalten, in der all unsere Gemeinschaften wachsen und gemeinsam heranreifen können.

Dr. Zeyneb Sayılgan ist Islamwissenschaftlerin. Ihre Forschung beschäftigt sich mit dem theologischen Gedankengut des muslimischen Gelehrten Bediüzzaman Said Nursi (1876-1960). Hierzu moderiert sie den Podcast Begegnung mit dem Islam. Ihre Arbeit ist auf ihrem Blog zugänglich.

,

Als Gast im Garten des Propheten

prophet medina grab

Besuch beim Propheten: Der Wert dieser Handlung wurde von vielen Gelehrten als wichtig betont.

(iz). Das große Ereignis der Hadsch, die lebensbestimmende und vervollkommnende Reise für Muslime in aller Welt, läuft mittlerweile. Während Sie dieses lesen, sind Millionen Muslime in Mekka oder auf dem Weg dorthin, um das Haus Allahs zu besuchen und die Riten unseren Vorfahren Ibrahim zu erfüllen. Damit vervollkommnen sie die fünf großen Säulen des Islam.

Foto: Muhammad Ali Effendi Sa’udi, Al Madina Books

Der Besuch des Propheten kommt nach der Hadsch

Das ist das erste Stadium der Reise. Danach kommt der Besuch beim Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, an dessen Grab in der großen Moschee von Medina Al-Munawwara. Das ist ein Punkt, bei dem kein Hadschi meinen sollte, er könnte darauf verzichten. Denn durch diesen Besuch wird seine Pilgerfahrt vollendet.

So ist die Übereinkunft der Leute des Wissens unter den vier Rechtsschulen und es ist der Grund, warum der Besuch des Prophetengrabes in den Rechtsbüchern immer im Kapitel über die Hadsch abgehandelt wird. So sagte Ibn ‘Aschir beispielsweise in seinem „Murschid Al-Mu’in“ am Ende der Sektion über die Hadsch: „Geh zum Grab des Auserwählten mit spiritueller Höflichkeit und einer Absicht, sodass jede deiner Bitten beantwortet werden mag.“

Und An-Nawawi schrieb: „Wisse, dass jeder, der die Hadsch vollzieht, das Grab des Gesandten Allahs – gleich, ob dies auf seinem Weg liegt oder nicht – besuchen sollte. Denn der Besuch bei ihm ist eines der wichtigsten Mittel, um Allah nahe zu kommen, eine der nützlichsten Bemühungen, die man anstreben kann, und eine der besten Dinge, um die man bitten kann.“

Heutige Verwirrung

Dieser wichtige Teil der Hadschreise wurde auf verschiedene Art und Weise durcheinandergebracht: Zuerst wurde dieser Besuch vor die Hadsch verlegt. Etwas, das bis vor Kurzem niemals Praxis der Muslime war. Er ist der Schlussstein der Hadsch, nicht ihr erstes Stück. Jeder, der die Wahl dazu hat, muss sich den Besuch für die Zeit danach aufheben.

Dies wird eindeutig durch ein bekanntes Hadith des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, belegt: „Wer auf die Hadsch nach Mekka geht und mich dann in meiner Moschee besucht, wird zwei angenommen Hadschreisen für sich aufgezeichnet haben.“

Er sagte eindeutig „und dann“ und verwies darauf, dass es eine Reihenfolge gibt, die mit dem Haus Allahs beginnt. Imam An-Nawawi sagt hierzu: „Wenn die Reisenden zur Hadsch und die Leute auf der ‘Umra (die ‘kleine’ Pilgerfahrt) Mekka verlassen, dann ist es stark angeraten, sich auf den Weg nach Medina zu machen, um ihn, Frieden und Segen auf ihm, zu besuchen.“

Zweitens gibt es solche Fraktionen unter Muslimen, welche die Bedeutung dieser Aufwartung herunterzuspielen suchen. Sie glauben, dass die Reise in Medina vorrangig dem Gebet in der Prophetenmoschee zu gelten habe und nicht dem Besuch seines Grabes. Sie behaupten, der Gesandte Allahs habe den Besuch von Gräbern verboten.

Einerseits widerspricht eine solche Meinung den Worten und Handlungen des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, selbst. Dieser besuchte die Gräber seiner Gefährten in Al-Baqi (dem Friedhof von Medina).

Andererseits wird aus dem Qur’an und der Übereinkunft der Gelehrten ersichtlich, dass es keinen Unterschied darin gibt, ob er am Leben oder verstorben ist – ihm gebührt in beiden Fällen der gleiche Adab. Allah sagt im Qur’an: „Und wisset, dass Allahs Gesandter unter euch ist.“ (Al-Hudschurat, Sure 49, 7)

Foto: Archiv

Der Liebende besucht den Geliebten

Die erste Sache, die ein aufrichtig Liebender tut, wenn er heimkehrt, ist der Besuch beim Geliebten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. So handelten die Gefährten, wenn sie nach Medina von einer Reise heimkehrten. Es war sogar die erste Sache, die sie nach dem Betreten der Stadt taten.

Nehmen wir als Beispiel Bilal, den Gebetsrufer des Propheten. Wegen des Todes des Gesandten Allahs vermochte er nicht mehr in der Stadt zu bleiben und verbrachte sein Leben in Syrien. Aber nach vielen Jahren hatte er einen Traum, in dem der Prophet zu ihm kam und fragte: „Warum diese Entfremdung, Bilal? Ist die Zeit nicht für dich gekommen, mich zu besuchen.“

Also sprang er auf, packte seine Sachen und machte sich auf den Weg nach Medina. Im Augenblick seiner Ankunft ging er sofort zu dessen Grab. Seine Reise – ein Weg von mehr als 1.600 Kilometern! – wurde nur aus einem Grunde gemacht: Um den Propheten an dessen Ruhestätte zu besuchen. Bilal sehnte sich nach dem Propheten und wusste, dass er so wieder in dessen Gegenwart sein konnte.

Und dies gilt für jeden Muslim; insbesondere für die, welche von der Hadsch kommen. Der Prophet sagte: „Wenn ihr die Hadsch verrichtet und mich nach meinem Tod besucht, so wird es sein, als hättet ihr mich in meiner Lebenszeit besucht und begleitet.“ Wie könnte irgendeiner – jemand mit nur einem Stäubchen Liebe in seinem Herzen für den Propheten – nicht alles stehen und liegen lassen, wenn dies bedeuten würde, dass er auch nur einen Augenblick in der Gegenwart des Gesandten Allahs verbringen würde? Für die meisten Muslime bietet sich diese Gelegenheit nicht oft – höchstens ein oder zwei Mal in ihrem Leben.

Dann muss man wissen, dass der Raum in der Umgebung seines Grabes, die Rauda Asch-Scharif, der beste Ort auf der ganzen Welt ist – größer sogar als der Haram in Mekka. Darüber gibt es keinen Streit, wie dies von Qadi ‘Ijad in seiner „Schifa“ dargelegt wurde. Wenn wir ihn grüßen und ansprechen, kann er uns hören. So sagte er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken: „Niemand grüßt mich an meinem Grab, ohne dass Allah meine Seele Geist (Ruh) zu mir zurückbringt, sodass ich den Gruß erwidern kann.“

Foto: Andrzej Lisowski Travel, Shutterstock

Der Prophet versprach Fürsprache

Und der Prophet versprach im Namen aller Fürsprache einzulegen und Zeugnis abzugeben, die ihn an seinem Grab besuchen. „Meine Fürsprache ist verpflichtend für alle, die mein Grab besuchen.“

Allah sagt im Qur’an: „Und wenn sie, wo sie sich selbst Unrecht zugefügt haben, zu dir kämen und dann Allah um Vergebung bäten, und der Gesandte für sie um Vergebung bäte, würden sie wahrlich Allah Reue-Annehmend und Barmherzig finden.“ (An-Nisa, Sure 4, 64)

Al-Utbi überlieferte, dass er einmal in der Nähe des Grabes des Propheten saß. Dann hörte er, wie ein Wüstenaraber hereinkam, den Propheten grüßte, einen Qur’anvers rezitierte und dann sagte: „Ich bin gekommen, um Vergebung für meine falschen Handlungen zu finden und bitte dich, bei meinem Herrn Fürsprache einzulegen.“

Dann rezitierte der Mann einige Gedichtzeilen zum Lobe des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, und ging hinaus. Nachdem er ging, schlief Al-Utbi ein. In seinem Traum sah er den Propheten, der ihn anwies: „Utbi, finde diesen Wüstenaraber und gebe ihm die gute Nachricht, dass Allah ihm vergeben hat.“

,

Mein Strauß Vergissmeinnicht – am Grabe von Fatima Grimm

Fatima Grimm

Gedanken von Peter Schütt nach einem Besuch am Grab von Fatima Grimm in Hamburg. (iz). Zum muslimischen Gräberfeld auf dem Ohlsdorfer Friedhof habe ich es nicht weit, und wenn mir […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

,

Umweltbewusst zur Moschee: IGMG beginnt Projekt „Emissionsfreie Woche“

Freitagsgebet

Mehr Umweltbewusstsein: Die IGMG möchte, dass MoscheebesucherInnen bis zum 22. September emissionsfrei in die Moscheen kommen.

Köln (igmg.org). Die Islamische Gemeinschaft IGMG organisiert eine europaweite Aktionswoche vom 16. bis zum 22. September 2023 in hunderten Moscheegemeinden.

Foto: Claus-Joachim Dickow, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Umweltbewusstsein auch beim Moscheebesuch

Unter dem Motto „Emissionsfreie Woche: umweltbewusst zur Moschee“ werden Moscheebesucherinnen und -besucher dazu aufgerufen, den Weg zur Moschee möglichst emissionsfrei zurückzulegen: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Fahrgemeinschaften.

„Vor allem am Freitag besuchen allein in Deutschland rund 100.000 Muslime die Moscheen der Islamischen Gemeinschaft. Mit diesem Projekt wollen wir das Bewusstsein für eine umweltbewusstere Alltagsgestaltung in den Moscheen stärken und so einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten – nicht nur in dieser Aktionswoche, sondern das ganze Jahr über“, erklärte Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft.

Pressebild: IGMG

MuslimInnen sollen rücksichtsvoll mit Ressourcen umgehen

Der Islam rufe Musliminnen und Muslimen zu einem sparsamen und rücksichtsvollen Umgang mit Ressourcen und Umwelt auf. „Als islamische Religionsgemeinschaft sehen wir uns angesichts der verheerenden Folgen des Klimawandels für Milliarden Menschen rund um den Globus in der Pflicht, etwas dagegen zu tun.“

Es reiche nicht, dass man Verbesserungen für die Betroffenen der Klimakrise lediglich fordere, man müsse auch selbst aktiv werden, die eigene Lebensweise kritisch unter die Lupe nehmen, erläuterte Ali Mete weiter.

„Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Hier stünden in erster Linie die großen Industriestaaten als die größten Umweltsünder in der Pflicht“, sagte der IGMG-Generalsekretär.

Foto: NourEnergy e.V.

Für ein emissionsarmes Leben

Im Rahmen des Aktionswoche soll für ein emissionsarmes Leben und für mehr Umweltbewusstsein im Alltag sensibilisiert werden. Das Thema wird aus theologischer Perspektive auch in den Freitagspredigten und im Islamunterricht in den Moscheen aufgegriffen.

Die Aktionswoche wird in Deutschland sowie in weiteren europäischen Ländern durchgeführt. Geworben wird für das Projekt mit Plakaten, Informationsmaterialien sowie Social-Media-Posts im Netz.

„Die Islamische Gemeinschaft arbeitet bereits seit Längerem an Ideen und Lösungen für mehr Umweltbewusstsein in Moscheen. Die Aktionswoche soll nur ein Auftakt sein und langfristig einen Beitrag leisten. Tatkräftig unterstützt wird das Vorhaben von Jugendabteilungen der Islamischen Gemeinschaft sowie den Regionalverbänden. Wir wollen so viele Menschen wie möglich erreichen – jung wie alt, Frauen genauso wie Männer“, so Ali Mete.

, ,

EU und Bundesregierung kritisieren Tempelberg-Besuch von Ben-Gvir

Berlin (KNA/iz). Die Bundesregierung hat den Tempelberg-Besuch des israelischen Ministers für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, kritisiert. Die Regierung lehne einseitige Schritte ab, die den Status quo gefährdeten, sagte ein Regierungssprecher am 4. Januar in Berlin. Der Besuch sei eine Provokation gewesen.

Ben-Gvir, der als rechter Hardliner gilt, hatte die heilige Stätte in der Jerusalemer Altstadt am Dienstagmorgen unter hohem Polizeischutz besucht. Begleitet wurde der Vorsitzende der Partei Otzma Jehudit (Jüdische Stärke) laut Medien von jüdischen Tempelbergaktivisten. Ben-Gvir gilt als starker Verfechter von Gebetsrechten für Juden am Tempelberg. Wiederholt hatte er erklärt, den geltenden Status quo an der heiligen Stätte ändern und „gleiche Rechte für Juden“ einführen zu wollen.

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels. Zahlreiche biblische und religiöse Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, die Opferung Isaaks oder aufseiten des Islam die Himmelsreise Mohammeds werden mit dem Ort verbunden.

Der geltende Status Quo gestattet Nichtmuslimen zwar den Besuch; das öffentliche Gebet ist auf dem Tempelberg aber Muslimen vorbehalten. An Besuchen nationalistischer Israelis sowie an jüdischen Forderungen nach Gebetsrechten auf dem Tempelberg entzündete sich in der Vergangenheit wiederholt teils gewalttätiger Protest von Palästinensern. Ein Besuch des späteren israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon auf dem Tempelberg 2000 gilt als Mitauslöser der zweiten Intifada. Nach Worten des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu soll der Status quo „strikt und unverändert“ beibehalten werden.

EU mahnt zu Verzicht auf Provokationen in Israel

Als Reaktion auf den Besuch von Ben-Gvir auf dem Jerusalemer Tempelberg hat die EU zu Zurückhaltung gemahnt. Die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung werde von deren Handlungen abhängen, kündigte der Chefsprecher des Auswärtigen Dienstes in Brüssel, Peter Stano, am 4. Januar an. Der Status quo der Heiligen Stätten, also die Regelung der Zutritts- und Nutzungsrechte religiöser Orte für Juden, Christen und Muslime in Jerusalem, müsse erhalten bleiben. „Wir als EU sind besorgt über Handlungen, die dem zuwiderlaufen“, sagte Stano.

Über die vergangenen Wochen habe man „eine gefährliche Zunahme von Spannungen“ mit Toten und Verletzten beobachtet, so der Sprecher weiter. „Deeskalation ist das Wort der Stunde“, mahnte Stano. Dabei gelte es, „jegliche Handlungen und Provokationen zu vermeiden, die diese Spannungen anheizen“.

Netanjahu: Status quo am Tempelberg soll beibehalten werden

Der Status quo am Tempelberg soll nach Worten des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu von Dienstagnachmittag „strikt und unverändert“ beibehalten werden. Netanjahu reagierte damit auf scharfe Kritik aus dem In- und Ausland am Besuch seines Ministers für nationale Sicherheit, dem Rechtsextremen Itamar Ben-Gvir, an der umstrittenen heiligen Stätte in der Jerusalemer Altstadt am Morgen des gleichen Tages.

In seiner Erklärung wies Netanjahu Behauptungen als falsch zurück, der Besuch Ben-Gvirs stelle eine Änderung des bisherigen Zustands dar. „Im Rahmen des Status quo sind in den letzten Jahren Minister auf den Tempelberg gegangen, darunter auch der [frühere; Anm. d. Red.] Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan“, so der Regierungschef. Israel lasse sich von der palästinensischen Hamas nichts vorschreiben.

Die Muslimische Gemeinde dankt dem SPD-Vorsitzenden für seinen Besuch

(iz). Man hätte sich einen positiveren Anlass gewünscht: Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler, Sigmar Gabriel, hat nach einem Brandanschlag die Berliner Mevlana-Moschee besucht. Gabriel setzte so ein vielbeachtetes Zeichen der Solidarität auf […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.