Wo das Gebet eingerichtet wird, Gemeinschaft entsteht und Menschen willkommen sind, erfüllt die Moschee ihren eigentlichen Auftrag.
(iz). Allah sagt in Seinem Edlen Buch: „Helft einander zur Güte und zur Furcht vor Allah, aber unterstützt einander nicht beim falschen Handeln und Feindschaft, und fürchtet Allah!“ (Al-Ma‘ida, Sure 5, 2)
Diese Last ist schwer für den Einzelnen, aber leicht, wenn sie von einer Gruppe getragen wird. Der simple Akt des sich Versammelns und des Zusammenkommens im Gemeinschaftsgebet löst viele Fragen und erleichtert alle möglichen Sorgen.
Der Ort, an dem dies immer unter Muslimen stattfand, war die Moschee. Sie ist die höchste Form des Versammlungsortes.
Foto: Rezki Trianto/Unsplash
Das Gebet ist die Verbindung des Dieners mit seinem Herrn, seine Lebensader und zentraler Pfeiler dieses Dins. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Das Gebet ist die wichtigste Unterstützung des Dins. Wer von ihm ablässt, wird seinen Din zerstören.“
Allah sagt in Seinem mächtigen Buch: „Richtet (arab. aqimu) das Gebet ein und bezahlt die Zakat und verbeugt euch mit den sich Verbeugenden.“ (Al-Baqara, Sure 2, 43)
Wir können alleine beten. Aber hier ist „einrichten“ gemeint. Das wird durch Allahs Verwendung des Wortes „aqimu“ in diesem Vers deutlich – und viele andere im ganzen Qur’an.
Etablierung bedeutet eine öffentliche Handlung, zu seiner Zeit und in Gemeinschaft. Mit anderen Worten, in der Moschee. Wird das so getan, ist es für das Individuum und die Gruppe um so vieles besser.
Der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, sagte: „Das gemeinschaftliche Gebet ist 27 Mal besser als das Gebet alleine.“
Foto: IZ Medien
Nach Ansicht vieler Gelehrter ist damit die soziale Anbetung in der Moschee gemeint. Mit anderen Worten: Ein gemeinsamer Akt hat den gleichen Wert, wie die Pflichtgebete von etwas mehr als fünf Tagen.
Den frühen Generationen der Muslime (arab. as-salaf) war dies existenziell bewusst. Sie machten es sich zur Gewohnheit, nach Möglichkeit niemals eines der Gebete in der Moschee zu verpassen.
Es war egal, wo sie waren oder was sie taten, sie ließen alles fallen und eilten zur Moschee, als sie den Gebetsruf (arab. adhan) hörten.
Es wurde berichtet, dass sie drei Tage lang trauerten, wenn sie das Anfangsritual des Gebets (arab. takbiratu’l-ihram) verpassten. Diesen Muslimen war bewusst, dass ihnen in diesem Moment etwas Großes entgangen war. „Wenn jemand 40 Tage in Gemeinschaft betet, ohne ein Takbiratu’l-Ihram zu verpassen, für den werden zwei Freistellungen niedergeschrieben: eine von Heuchelei und eine vom Feuer.“
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Selbst das war für diese großen Gestalten nicht genug. Sie begriffen die gesegnete Natur der Zeit, die sie in der Moschee zwischen dem Adhan und dem Gebet verbrachten. Davon sollte keine Sekunde verpasst werden. Also stellten die Salaf sicher, dass sie bereits dort saßen, bevor zur Anbetung gerufen wurde.
Sa‘id ibn Al-Musayyib, bekannter Angehöriger der Generation nach dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, und einer der „Sieben Rechtsgelehrten von Medina“, berichtete: „In den letzten 20 Jahren wurde nicht einmal der Adhan gerufen, bei dem ich nicht bereits in der Moschee gesessen hätte.“
Er wusste, dass das Geheimnis von Nähe zu Allah in Nähe zu Seinem Haus war. Das wurde durch die Worte des Gesandten Allahs, Heil und Segen auf ihm, bestätigt: „Wenn jemand sich der Moschee annähert, dem wird sich Allah annähern.“
Allah sagt in Seinem Buch: „Und wer ist ungerechter, als wer verhindert, dass an Allahs Gebetsstätten Sein Name genannt wird, und sich bemüht, sie zu zerstören?“ (Al-Baqara, Sure 2, 114)
Moscheen werden zerstört, wenn niemand in ihnen ist, der Seinen Namen anruft. Mit anderen Worten, der in diesen betet.
Mit Leuten aber werden sie zu Türmen des Lichts, welche die Gesellschaft erhellen, und zu schlagenden Herzen, die Blut in alle Glieder der Gesellschaft pumpen. Das ermöglicht ein problemloses Funktionieren in einer Art und Weise, die Allah gefällt.
Die Mosche im Ramadan: Es ist die innere Solidarität und die Einfachheit, die jeden einschließt und die ohne große Worte auskommt, die unser Autor schätzt.
(iz). Eigentlich ist meine Moschee kein wirklich schöner Ort. Es steht zwar „Islamisches Kulturzentrum“ dran, aber eine kulturelle Meisterleistung ist dem Architekt auf dem kleinen Eckgrundstück nicht gerade gelungen. Ehrlich gesagt, sie liegt auch nicht schön, meine Moschee.
Es sei denn, man findet die Nachbarschaft von Netto und Aldi und einem Autohaus anregend. Der Backsteinbau im Gewerbegebiet unserer Kleinstadt ist schmucklos und doch ein wichtiger Orientierungspunkt.
Man braucht sicherlich eine klare Absicht, um sich an diesem unscheinbaren Ort am Rande der Gesellschaft einzufinden. Ganz egal woher man kommt. Wo andere ihre Autos waschen und ein Schnäppchen besorgen, widmet man sich hier anderen Geschäften. Hier zählen die berühmten inneren Werte und die spannende Unternehmung, sich dem Unsichtbaren zu nähern.
Auf einigen Hundert Quadratmetern findet hier das alltägliche Wunder des Lebens statt. Hier wird geheiratet, gebetet, gefeiert und das Totengebet verrichtet. Hier findet im Grunde all das statt, was unser Leben als Muslime wohl sichtbar und wirklich außergewöhnlich macht. So wie in diesem Ramadan.
Jeden Abend wird sich unsere Gemeinde, ob jung oder alt, zum Tarawwih-Gebet am Stadtrand treffen. Sogar der Mustafa und der Ali, die man ja sonst kaum sieht. Und jeden Abend werde ich wieder feststellen, dass wir ein Stückchen näher zusammenrücken. Und nicht nur, weil der Imam darum bitten wird, um die ungewohnte Fülle an Männern, Kindern und Frauen in das kleine Gebäude hineinzuzwängen.
Es ist diese innere Solidarität und die Einfachheit, die jeden einschließt und die ohne große Worte auskommt, die ich an diesen Tagen schätze. Erstaunlich, wie eine Hundertschaft von einfachen Arbeitern sich um das Gebet herum zu einem lebendigen sozialen Kunstwerk zusammenfindet und wir uns mit Muslimen in aller Welt in eine Orientierung fügen.
Das alles in einer Zeit, in der das ungezwungene Zusammenkommen auch zwischen uns Muslimen seltener wird. Überhaupt, es ist schön, die Generationen im Gebet versammelt zu sehen. Auch wenn hier und da hinter den Vorhängen das Kichern der Kleinen zu hören ist.
Das gehört aber zu unserer Gemeinde genauso dazu wie der alte Mehmet, der nun einen Stuhl braucht, weil er das Auf und Ab des Gebetes seinem Rücken nicht mehr zumuten kann. Man sagt immer, der Ramadan sei ein besonderer Monat. Das stimmt.
Es ist eine Art göttlich inspirierte menschliche Revolte gegen die Abhängigkeiten dieser Welt. Man lernt, dass, wie Rumi es sagt, die Welt eine Brust ist und wir Menschen, wenn wir erwachsen sein wollen, lernen müssen, uns zu entwöhnen. Nur dann sind wir für höhere Erfahrungen wirklich frei.
Jeden Abend, wenn mir eine Dattel zugeworfen wird und ich ein kleines Schlückchen Wasser trinke, wundere ich mich, wie schnell ich satt und zufrieden bin.
An den schwierigeren Tagen lache ich über die inneren Winkelzüge meines Selbst. Auch die Jungen machen diese Erfahrung und ernten Lob und Zustimmung von uns, dass sie es sich einmal „selbst“ statt wie üblich den Anderen gezeigt haben. Und immer, wenn der Ramadan endet, freue ich mich auf den Nächsten. Wenn es denn so für mich geschrieben ist.
5 Mal am Tag: Das Gebet ist kein politisches Statement. Es ist auch keine kulturelle Show. Betrachtungen über das Verhältnis von Alltag, Identität und Akzeptanz.
(iz). Fünfmal täglich richtet sich der gläubige Muslim innerlich und äußerlich nach Mekka aus. Das Gebet, im Arabischen „Salat“, gehört zum Herzstück des islamischen Lebens (Şahinöz, 2018, 2023).
Es beginnt nicht irgendwann, sondern orientiert sich am Lauf der Sonne. Morgens vor dem Sonnenaufgang. Mittags, wenn die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht. Am Nachmittag, bevor sie untergeht. Dann zum Sonnenuntergang. Und schließlich in der Nacht, wenn alles still wird.
Diese fünf Abschnitte strukturieren den Tag. Und das ist kein Zufall, sondern Teil des spirituellen Aufbaus. Es geht um Achtsamkeit, Unterbrechung, Erdung.
Foto: imago images
Das Gebet als Anker im Tag
Im Gegensatz zum westlichen Verständnis von Religion ist das islamische Gebet kein privater Rückzugsmoment. Es ist ein öffentlicher, sichtbarer Akt, auch wenn er still ausgeführt wird.
Das beginnt mit der rituellen Waschung, der Wudu, und endet mit dem Gruß nach rechts und links. Jeder einzelne Schritt hat Bedeutung. Jeder Schritt macht deutlich, dass hier jemand betet, bewusst und in Richtung eines absoluten Ziels.
Was viele nicht wissen ist, dass man für das Gebet keine Moschee aufsuchen muss. Das Gebet ist an keine Architektur gebunden. Der Prophet Muhammed, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, sagte, die ganze Erde sei ein Ort der Niederwerfung, solange sie sauber ist:
„Die Erde ist für mich zu einem Ort der Anbetung und zu einem reinen Ort gemacht worden. Wer aus meiner Gemeinde zur Gebetszeit irgendwo ankommt, kann dort beten“ (Nasai, Mesacid, 42; vgl. bu Huraira, 2977).
In der Praxis bedeutet das, dass Muslime überall beten können. Auf einem Parkplatz, im Wald, im Büroflur. Wichtig ist, dass man nicht gestört wird und sich konzentrieren kann. In Deutschland stellt das viele Gläubige vor eine Herausforderung. Denn das öffentliche Gebet ist nicht immer selbstverständlich.
Schule: Zwischen Pausenklingel und Gebetszeit
Für muslimische Schüler, die ihre Religion ernst nehmen, ist das Gebet in der Schule ein heikles Thema. Gerade im Winter fällt das Mittagsgebet oft genau in die Unterrichtszeit. In vielen Schulen gibt es keine festen Räume dafür.
Manchmal dürfen sie in der Pause einen leeren Raum nutzen. Manchmal auch nicht. Dann wird in einem Gang gebetet oder auf der Toilette, aus Mangel an Alternativen. Das letztere entspricht in vielen Fällen weder dem islamischen Reinheitsgebot noch dem menschlichen Würdegefühl.
Schulen sind kein Ort der Religion, heißt es oft. Aber Schule ist ein Ort der Bildung. Und Bildung bedeutet auch, mit Unterschiedlichkeit umgehen zu lernen. Wo Toleranz nicht praktiziert wird, bleibt sie ein leerer Begriff.
Wer es Schülern ermöglicht, ihre Gebete zu verrichten, stärkt nicht die Religion, sondern die demokratische Kultur. Wichtig ist, dass die Schule den Rahmen vorgibt. Niemand soll missionieren, niemand soll stören. Ein neutraler Raum, eine saubere Ecke in einem Gang oder Flur, klar geregelt, reicht vollkommen aus.
Arbeitsplatz: Zwischen Termindruck und Gottesbewusstsein
Auch im Berufsleben gibt es Konflikte. Einige Gebetszeiten liegen meist mitten in der Arbeitszeit. Wer in einer großen Firma arbeitet, hat es oft einfacher.
Dort gibt es inzwischen Ruheräume, Stille Räume oder sogar Gebetsräume. Vor allem in Unternehmen mit internationalem Personal. In kleineren Betrieben sieht das anders aus. Da fehlt oft das Verständnis oder schlicht der Platz.
Viele Muslime lösen das pragmatisch. Sie beten in der Mittagspause. Oder kurz am Ende der Schicht. Aber nicht jeder Beruf lässt das zu. Wer im OP steht, im Einzelhandel arbeitet oder am Fließband, kann nicht einfach den Arbeitsplatz verlassen.
Hier hilft nur eins: Kommunikation. Wer frühzeitig erklärt, worum es geht, stößt meist auf Verständnis. Arbeitgeber, die mitdenken, ermöglichen Pausen, wo sie möglich sind. Denn sie wissen, ein zufriedener, respektierter Mitarbeiter arbeitet besser.
Und Gebet braucht nicht viel. Fünf Minuten Ruhe und einen kleinen, sauberen Ort. Mehr nicht.
Krankenhaus: Ein Ort voller Grenzen – und Möglichkeiten
In Krankenhäusern gibt es oft Gebets- oder Andachtsräume. Sie sind neutral gehalten, ohne Symbole. Für viele Muslime ist das hilfreich. Denn nicht nur Personal betet, sondern auch Patienten und Angehörige.
Der Wunsch nach Gebet ist in Krisensituationen besonders stark. Das Gebet gibt Halt, wenn medizinische Worte versagen.
Problematisch wird es, wenn der Raum nicht zugänglich ist oder nur bestimmten Gruppen offensteht. Es braucht klare Regeln. Wer den Raum betritt, muss ihn so verlassen, wie er ihn vorgefunden hat.
Kein Ort für Debatten oder religiöse Auseinandersetzungen. Einfach ein Ort der Stille, offen für alle. Dann klappt das auch im Krankenhausalltag.
Flughäfen: Orte des Transits und der Spiritualität
Reisende Muslime erleben oft, wie wohltuend es ist, an Flughäfen Gebetsräume vorzufinden. Überall gibt es inzwischen Rückzugsorte. Nicht aus Gefälligkeit, sondern aus Anerkennung der Realität. Millionen Muslime reisen jährlich.
Und viele von ihnen beten. Wenn sie einen stillen Ort finden, erhöht das nicht nur ihre Zufriedenheit. Es zeigt auch, dass ihr Glaube Raum findet, ohne die anderen zu verdrängen.
Universitäten: Lernen und Beten – kein Widerspruch
Auch an Universitäten ist das Gebet ein Thema. Viele Studierende organisieren sich in Gruppen, sprechen mit der Hochschulleitung, suchen Räume. Manchmal klappt das sofort. Manchmal gar nicht. Doch wo gegenseitiges Verständnis herrscht, entstehen kreative Lösungen.
Ein Seminarraum in der Pause. Ein leerer Kellerraum mit sauberem Teppich. Es geht nicht darum, Moscheen an Universitäten zu bauen. Es geht darum, Studierende nicht zwischen Bildung und Glaube wählen zu lassen.
Foto: placesyoullpray.com
Wenn Religion auf Unverständnis trifft
Trotz all dieser positiven Beispiele gibt es Konflikte. Manche Menschen fühlen sich durch das Gebet gestört. Andere glauben, Religion gehöre ausschließlich ins Private. In manchen Fällen kommt es zu offenen Auseinandersetzungen.
Dann wird das Gebet als Provokation wahrgenommen. Oder als Zeichen mangelnder Integration. Doch solche Sichtweisen übersehen, dass Integration nicht Selbstverleugnung bedeutet.
Konflikte entstehen meist aus Unwissenheit. Wer noch nie gesehen hat, wie ein Muslim betet, kann es für fremd halten. Wer es aber versteht, erkennt darin etwas sehr Menschliches. Ein Moment der Ruhe. Eine Form der Disziplin. Eine Haltung der Demut.
Deshalb braucht es Aufklärung, nicht Verbote. Das Gespräch ist entscheidend. Wer fragt, bekommt meist auch eine ruhige Antwort. Wer dagegen urteilt, ohne zu verstehen, bleibt außen vor.
Wie man Konflikte löst
Lösungen beginnen mit Zuhören. Ein Arbeitgeber, der die Beweggründe kennt, kann individuelle Wege finden. Eine Lehrerin, die einem Schüler Raum gibt, zeigt pädagogische Größe. Eine Verwaltung, die Rückzugsräume schafft, beweist Weitblick.
Niemand verliert etwas, wenn ein Mensch kurz innehält, um zu beten. Die Gesellschaft gewinnt an Tiefe, wenn sie Raum für Vielfalt lässt.
Was nicht hilft, sind Extreme. Weder das Verbot noch die unkontrollierte Öffnung. Es braucht Regeln. Es braucht Respekt. Wer betet, soll niemanden stören. Und wer gestört ist, sollte überlegen, ob es wirklich das Gebet ist oder das eigene Unverständnis.
Ein stiller Akt mit öffentlicher Wirkung
Das Gebet ist kein politisches Statement. Es ist auch keine kulturelle Show. Es ist ein stiller, regelmäßiger Akt. Er macht Menschen ruhiger, aufmerksamer, fokussierter.
Fünfmal am Tag wird man aus dem Trott geholt. Nicht durch Push-Nachrichten, sondern durch einen inneren Ruf. Wer das verstanden hat, sieht das Gebet nicht als Störung. Sondern als Zeichen einer gelebten Überzeugung, die niemandem schadet.
Der öffentliche Raum ist groß genug für viele Wege. Auch für den Weg, der nach Mekka führt.
Literatur Nasai: Sunan An-Nasai. Dar-us-Salam Publications: Riyadh, 2007 Şahinöz C.: Das Gebetsbuch. Handbuch zum Islamischen Gebet. Theorie und Praxis. 11. Auflage. Yediveren: Istanbul, 2018 Şahinöz C.: Das große Buch der islamischen Bittgebete. Astec: Bochum, 2023
Zu den gemeinschaftlichen Kernaufgaben der Muslime gehört die Einrichtung des Gebets. Das ist weit mehr als nur seine Verrichtung. (iz). Allah sagt in Seinem Edlen Buch: „Helft einander zur Güte […]
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Zu den größten Mitteln für die Erlangung von Erleichterung in Zeiten der Beschwernis gehört das Gebet für den Propheten (As-Salat An-Nabi), möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben.
(iz). Diese Angelegenheit klärte der Gesandte Allahs selbst, wie es in einem Hadith heißt, das von Ubaij ibn Ka’ab überliefert wurde: „Ich fragte ihn: ‘Oh, Gesandter Allahs, ich mache viele Bittgebete. Wie viele von ihnen sollte ich dir widmen?’ Er entgegnete: ‘So viel, wie du wünscht.’Ich fragte: ‘Ein Viertel?’ Er sagte: ‘Wie du willst. Aber wenn du es steigerst, wäre es besser für dich.’ Ich wollte wissen: ‘Die Hälfte?’ Der Prophet antwortete: ‘Wie du willst. Aber wenn du es steigerst, wäre es besser für dich.’ (…)
Schließlich wollte ich wissen: ‘Und wenn ich dir meine Bittgebete in ihrer Gesamtheit widme?’ Darauf antwortete der Prophet: ‘Dann werden alle deine Bedürfnisse befriedigt und alle deine falschen Handlungen vergeben.’“
Wem Allah die weltlichen Bedürfnisse erfüllt, wird tatsächlich mit Allahs Freundlichkeit und Barmherzigkeit gesegnet. Er erhält Sicherheit von allem, was er fürchtet und bekommt den bestmöglichen Schutz vor jedem Schaden und Übel. Eine solche Person wird getragen vom Boot der Erlösung.
Das heißt, sie ist sicher vor allen beunruhigenden Sorgen und Bedürfnissen; sicher vor Armut, Schulden, Unterwerfung, Schwäche, Krankheit und allen anderen Problemen und Desastern. Ihm wird garantiert, dass seine weltlichen Angelegenheit aufrecht und gut sind. Und sollte er – darüber hinaus – auch Vergebung seiner falschen Taten und Rettung vor den Gefahren am Tage des Jüngsten Gerichts erhalten, sodass er in Frieden in den (Paradies-)Garten eintreten kann, so wurde ihm sicherlich garantiert, dass seine Angelegenheiten im Jenseits ebenfalls gut und aufrecht sein werden.
Was mehr könnte ein Anbetender darüber hinaus verlangen? All dies erlangt man durch die Anrufung von Segen und Frieden auf den Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Hierin liegt der Schlüssel für ein gutes Ende unserer Angelegenheiten in diesem Leben wie im jenseitigen.
Medina Al-Munawwara: Besucher an der letzten Ruhestätte des Gesandten Allahs. (Foto: Muhammad Afzan, Shutterstock)
Wir führen hier einige Vorteile des Bittgebets für unseren Meister Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, an. Diese wurde in den Werken der islamischen Gelehrten angeführt, namentlich von Schaikh ibn Al-Qajjim und Schaikh ibn Hadschar Al-Haitami:
– Dem Befehl Allahs, des Erhabenen und Prächtigen, zu folgen. „Gewiss, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. Oh, die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.“ (Al-Ahzab, 56)
– Dem Hinweis Allahs zu befolgen im Erbitten auf die Herabsendung von Segen auf Seinen Gesandten. Der Segen (Salawat) unterscheidet sich. Bei uns ist es Bittgebet und Anrufung, bei Allah Erhebung und Veredelung.
– Die Nachfolge der Engel im Gebet für den Gesandten Allahs.
– Zehn Segnungen von Allah im Austausch für einen, der für den Propheten erbeten wird.
– Wer Segen für den Propheten erfleht, wird von Allah um zehn Rangstufen erhoben.
– Ihm werden zehn gute Taten zugeschrieben.
– Zehn falsche Handlungen werden ausgelöscht.
– Das Bittgebet steigert die Chance, dass das eigene Bittgebet erhört wird; insbesondere, wenn es dem Segenswunsch für den Propheten folgt. Denn dieser Segenswunsch erhebt die Bittgebete für den Herrn der Welten, die zwischen dem Himmel und der Erde verharren.
– Das Salat An-Nabi ist ein Mittel zur Erlangung der Fürsprache des Propheten, Allahs Frieden und Segen auf ihm; unabhängig davon, ob eine solche Fürsprache beabsichtigt war oder nicht.
– Es ist ein Mittel zur Vergebung der falschen Taten.
– Das Salat An-Nabi hilft bei der Erfüllung der weltlichen Bedürfnisse der Diener Allahs.
– Wer um Segen für den Gesandten Allahs, Allahs Frieden und Segen auf ihm, bittet, kann ihm so am Tage der Auferstehung nahe kommen.
– Es ist ein Ersatz für diejenigen, die zu arm sind, um Spenden zu geben.
– So kann man die eigenen, notwendigen Dinge erlangen.
Der Text ist ein Auszug von „Abwab al-Faraj“ von Schaikh Muhammad ibn Alawi al-Maliki, der im Ramadan 2004 in Mekka verstarb. Schaikh al-Maliki war ein führender Gelehrter der Ahl As-Sunna in Saudi Arabien, Nachfahre des Propheten und Sufi-Schaikh.
Islamische Lebenspraxis: Das Reisegebet ist eine der Erleichterungen, die Beschwernisse des Reisens abzumildern.
(iz). Das Reisegebet (Salat As-Safar), auch Gebet des Reisenden (Salat Al-Musafir) genannt, ist eine Erleichterung für jene, die sich auf Reisen befinden. Dabei werden die Pflichtgebete, die vier Rak’at (Gebetseinheiten) umfassen, also das Mittags-, Nachmittags- und Nachtgebet, auf zwei Rak’at verkürzt (arab. qasr). Sowie das Mittags- und Nachmittagsgebet und das Abend- und Nachtgebet zusammengelegt (Dscham’), also unmittelbar aufeinander folgend ohne eine Pause dazwischen gebetet.
Das bedeutet, dass man Mittags- und Nachmittagsgebet auch noch in der Zeit des Nachmittagsgebetes verrichten kann und das Abend- und Nachtgebet in der Zeit des Nachtgebetes. Man hat also zeitlich einen größeren Spielraum für die Gebete, sie sind kürzer und man muss weniger häufig eine Gebetspause einlegen, da man durch das Zusammenlegen de facto nur drei Mal statt fünf Mal am Tag betet.
Eine Ausnahme bildet die hanafitische Rechtsschule, hier ist nur das Verkürzen der Gebete möglich, nicht aber das Zusammenlegen. Letzteres ist im hanafitischen Fiqh nur während der Hadsch am Tag von Arafat erlaubt. Nicht gekürzt wird das Morgengebet, das ohnehin zwei Rak’at beinhaltet, und das drei Rak’at umfassende Abendgebet.
Die Möglichkeit zur Verkürzung und Zusammenlegung ist eine Erleichterung, die man, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind, nicht nur in Anspruch nehmen kann, sondern auch soll.
Wann kann man aber ein Reisegebet verrichten? Nach allgemeiner Auffassung ist eine Mindestentfernung zwischen Aufbruchsort und Zielort beziehungsweise Radius um den Aufbruchsort, von der ab das Reisegebet verrichtet werden kann, von umgerechnet (je nach Rechtsmeinung) zwischen 80 und 120 km notwendig.
Das Verkürzen der Gebete ist erst dann erlaubt, wenn man den eigenen Lebensbereich (arab. ‘umran) bereits verlassen hat; also seinen Ort oder in größeren Städten das eigene Wohnviertel, und nicht früher.
Erfolgt das Verbinden oder Zusammenlegen in der Zeit des ersten der beiden zu verbindenden Gebete, nennt man es „Dscham’ taqdim“, Zusammenlegen mit zeitlichem Vorziehen. Wird es in der Zeit des zweiten der beiden Gebete gebetet, so wird dies als „Dscham’ ta’khir“, Zusammenlegen mit zeitlicher Verzögerung, bezeichnet. Dabei sollte dem Reisenden aber klar sein, dass sich die Reise über mehr als die erste Gebetszeit der beiden zusammengelegten Gebete erstrecken wird.
Ist die Reise wider Erwarten beendet, nachdem die erste Gebetszeit verstrichen ist (, zum Beispiel die des Mittagsgebets), ist man also innerhalb der zweiten Gebetszeit (der des Nachmittagsgebets) zurückgekehrt, muss man das erste (das Mittagsgebet) ungekürzt nachholen und das zweite (das Nachmittagsgebet) ungekürzt beten.
Kommt man aber, um bei diesem Beispiel zu bleiben, erst nach Anbruch der Zeit des Abendgebets von der Reise zurück und hat das Mittags- und Nachmittagsgebet nicht gebetet, holt man beide dennoch verkürzt als Reisegebet nach; denn man hätte sie ja auf der Reise auch verkürzt gebetet.
Beim Gemeinschaftsgebet gilt vereinfachend gesagt, dass der Reisende – auch wenn er als Imam vorbetet – sein Gebet kürzt und (außer im hanafitischen Fiqh) auch zusammenlegt. Er muss dann den Nichtreisenden vor Beginn des Gebetes klar sagen, dass er Reisender ist. Sie stehen dann, nachdem der Imam sein Gebet nach zwei Rak’at beendet hat, auf und beten die verbleibenden Einheiten allein weiter.
Betet ein Reisender hinter einem Imam, der Nichtreisender, also Ortsansässiger (arab. muqim) ist, so darf er zwar zusammenlegen, nicht aber kürzen. Er muss also alle vier Einheiten hinter dem Imam verrichten. Anschließend kann er, auch zusammen mit anderen, die zwei Rak’at Reisegebet des nächsten Gebets beten.
Darüber, wie lange man das Reisegebet verrichten kann, wenn man am Zielort angekommen ist, was sich danach richtet, wie lange man sich aufzuhalten beabsichtigt, gibt es in den vier Fiqh-Schulen unterschiedliche Positionen, über die man sich informieren sollte.
Das Pflichtgebet, das fünf Mal am Tag zu festgelegten Zeiten verrichtet werden muss, prägt den muslimischen Tag. (iz). Diese Pflicht im Alltag einer nichtmuslimischen Gesellschaft zu erfüllen, ist organisatorisch nicht […]
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Beim rituellen Gebet (arab. as-salat) werfen sich Muslime nieder. Diese Niederwerfung (sudschud oder sadschda genannt) beinhaltet, dass Stirn, Nase, Hände, Knie und Zehen gleichzeitig den Boden berühren. In dieser Position […]
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Die britische Hauptstadt besitzt wahrscheinlich mehr Moscheen als jede andere Stadt der westlichen Welt, mit Ausnahme der Türkei, auch wenn nur Schätzungen darüber angestellt werden können, wie viele es wirklich […]
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