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Versagen Plastikmüll: Was können Einzelne tun?

Plastikmüll

Die Fortschritte auf dem Weg zu einem rechtsverbindlichen globalen Vertrag über Plastikmüll sind Mitte August ins Stocken geraten und ein angestrebtes Abkommen gescheitert. Dies ist ein unglaublich enttäuschendes Ergebnis. (The […]

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Medien: Nicht noch eine Studie…

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Medien: Für bessere Islamberichterstattung braucht es konkrete Veränderungen und aktives Handeln (iz). Die Diskussion um Islamfeindlichkeit und das Bild des Islams in den Medien ist längst kein neues Phänomen. Seit […]

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Muslime und Politik: Sind wir ein handelndes Subjekt?

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Ein Debattenbeitrag zur Frage, ob Muslime genug gemeinschaftliche Identität haben, um gesellschaftlich agieren zu können. (iz). Der Wunsch nach Transformation in der muslimischen Community, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen […]

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Ramadan 2023 oder Der kontemplative Mittelweg

Mittelweg Ramadan

Der Ramadan ist ein Monat der Besinnung und eine gute Gelegenheit, über unseren geistigen Zustand und unsere Handlungsoptionen nachzudenken. Der Dreiklang von Islam, Iman und Ihsan verweist auf einen Mittelweg, […]

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Sprache schützen, um Wissen zu bewahren

Sprache Nachrede

Bedauerlicherweise befindet sich Sprache in diesem Stadium der Geschichte im Niedergang. Das ist keine nostalgische oder sentimentale Aussage. „Und als dein Herr zu den Engeln sagte: ‘Ich bin dabei, auf […]

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Dürren müssen nicht zu Hunger führen

Am Horn von Afrika herrscht die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Wissenschaftler vermuten, dass ein mehrjähriger La-Niña-Zyklus durch den Klimawandel verstärkt wurde und zu einer Verlängerung der trockenen und heißen […]

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Muslime und das Klima: Zum Teil der Lösung werden

Glaubensgemeinschaften

„Während viele von ihnen – im subsaharischen Afrika, auf dem indischen Subkontinent oder in Südostasien – längst unter extremen Wetterereignissen leiden, tragen andere – wie die erdölproduzierenden Staaten sowie die aufstrebende, konsumwillige muslimische Mittelklasse – zu ihnen bei.“

(iz). Begleitet von Protesten ging am 12. November der UN-Klimagipfel in Glasgow (COP26) zu Ende. Während der Gipfel-Präsident zum Schluss die optimistische Losung „Wir können“ ausgab, zogen Hunderte Delegierte durch das Gebäude, die für „Klimagerechtigkeit“ demonstrierten. Muslime in Großbritannien, den USA oder Indonesien beschäftigen sich seit Längerem intensiver mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Wie enorm die Aufgabe ist, zeigte der Physiker Harald Lesch bei Markus Lanz. Laut Lesch herrsche in Sachen roher Energie, die für alle Prozesse nötig sei, eine Art „Fettleibigkeit“. Alleine mit neuen Technologien sei die Herausforderung nicht zu meistern.

Beim Ausstoß der klimaschädlichen Gase CO2 und Methan ist vom durch die Pandemie verursachten Rückgang nichts mehr zu spüren. Germanwatch geht davon aus, dass die „Werte von 2019“ in nächster Zeit wieder übertroffen werden. Insbesondere die 20 größten Industrienationen der G20 haben einen Riesenanteil an den Emissionen. Sie sind für rund 75 Prozent verantwortlich. Während klassische Industrienationen wie Italien, Frankreich, Großbritannien oder Deutschland sich ambitionierte Ziele gesetzt haben wie einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030, sind es Schwellenländer und klassische Kohlendioxid-Erzeuger, die gegenwärtige und zukünftige Zuwächse zu verantworten haben. Insbesondere in China und Indien ist eine für deutsche Verhältnisse unglaubliche Zahl neuer Kohlekraftwerke anvisiert.

Ungeachtet dessen, was in Glasgow beschlossen wurde und was gegen enorme Widerstände realisiert werden kann, zeigten sich Experten des Weltklimarates (IPCC) skeptisch. Nach Angaben der Fachzeitschrift „Nature“ vom August des Jahres seien rund 60 Prozent der befragten Forscher, dass sich die Erde in Relation zur vorindustriellen Periode bis Ende des Jahrhunderts um drei Grad erhöhen werde. Nur 20 Prozent waren optimistisch, dass eine Begrenzung auf zwei Grad möglich werde. Der Internationalen Energieagentur zufolge hätten die Glasgower Ankündigungen bei Einhaltung eine Erderwärmung von 1,8 Grad zur Folge. „Das ist ein großer Schritt nach vorne, aber es braucht noch viel mehr“, erklärte ihr Chef Birol.

Zur Dramatik und tatsächlichen Ungerechtigkeit der Klimakrise zählt, dass diejenigen, die historisch und aktuell am wenigsten zu ihr beitragen, den höchsten Preis bezahlen. Namentlich betrifft das Menschen in Afrika – insbesondere südlich der Sahara. Hier kam es in den letzten Jahren zu veränderten Klima- und Wettermustern, was zu weiteren Dürren, Hitzeperioden aber auch Sturmfluten und Überschwemmungen führte.

Die volatil werdenden Wetterereignisse bewirken nicht nur eine Zunahme von „Naturkatastrophen“, sie erschweren die Lebensgrundlage vieler Menschen. Namentlich erhöhen sie politische Unsicherheiten, Fluchtbewegungen, wirtschaftliche Verluste und insbesondere eine Abnahme der Lebensmittelsicherheit. Diesen Punkt sprach kürzlich der Leiter im Berliner Büro des Welternährungsprogramms (WFP), Dr. Martin Frick, an. Er warnte „vor den katastrophalen Folgen der Klimakrise für den Welthunger“. 811 Millionen Menschen litten bereits jetzt an Hunger. Wenn sich die Erderwärmung um zwei Grad erhöhe, rechnet das Welternährungsprogramm mit weiteren 189 Millionen Hungernden.

In einem Jahr, in dem in Teilen der Welt Rekordtemperaturen herrschten, sich ungewöhnliche Kälteeinbrüche ereigneten, das Ahrtal in Deutschland hinweggespült wurde, und manche Regionen zwischen Dürren und Fluten pendelten, gibt es keine global signifikante Gruppe, die nicht zugleich Akteure und Betroffene der Klimakrise sind. Hierzu zählen zahlreiche Muslime in aller Welt. Während viele von ihnen – im subsaharischen Afrika, auf dem indischen Subkontinent oder in Südostasien – längst unter extremen Wetterereignissen leiden, tragen andere – wie die erdölproduzierenden Staaten sowie die aufstrebende, konsumwillige muslimische Mittelklasse – zu ihnen bei. Es greift zu kurz, Angehörige von Religionsgemeinschaften ausschließlich in Kategorien wie „Opfer“ und „Täter“ zu sehen.

Nach Angaben einer Studie, die von Jens Koehrsen herausgegeben wurde, der unter anderem am Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik der Universität Basel arbeitet, gibt es wachsende Erkenntnisse zur Rolle von Religion im Verständnis von und der Herangehensweise zur Klimakrise. Obwohl Muslime die zweitgrößte Religionsgruppe weltweit sind, sei in der Vergangenheit nur wenig über ihre Positionen zum Klimawandel bekannt gewesen. Hier stecken Potenziale. So erfreuen sich religiöse Führer und Organisationen oft einer hohen Glaubwürdigkeit. Sie haben eine wichtige Stimme in Debatten und können durch ihre Netzwerke politische Entscheidungsprozesse beeinflussen. Darüber hinaus haben Institutionen finanzielle und organisatorische Ressourcen, die sie mobilisieren können, um eine Transformation in Richtung umweltfreundlicherer, nachhaltiger Gesellschaften anzustoßen. Religionswissenschaftler deuten einen interessanten Aspekt an: Sie sprechen von einem anhaltenden „Begrünungs“-Prozess bei Religionen. Damit meinen sie, dass religiöse Traditionen über die Zeit ökologisch bewusster und aktiver werden.

Muslime haben unterschiedliche Strategien im Umgang mit dem Phänomen entwickelt hätten. Eine derzeitige Minderheit engagiere sich in öffentlichen Kampagnen zur Aufklärung, wolle CO2-Minderungen durch sozio-technologische Anstrengungen und setze sich für eine Befragung der islamischen Lehre in Hinblick auf Klimafreundlichkeit ein. Eine zahlenmäßig größere Gruppe in verschiedenen Teilen der Welt betrachte die Erderwärmung als göttliche Reaktion und Strafe auf eigenes Fehlverhalten. Und schließlich ein kleineres Segment, welches in der Diskussion des Themas beteiligt ist, vermute im Klimaaktivismus ein „Komplott des Westens“.

Umfragewerte aus dem Jahre 2018 ergeben, dass eine Mehrheit muslimischer Verantwortungsträger in aller Welt den Klimawandel als wichtige soziale Herausforderung betrachten. Die Forscher befragten 150 einflussreiche Personen aus Nordafrika, dem Nahen Osten, der EU, den USA, Asien und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Jedoch würden anhaltende ökonomische Herausforderungen in mehrheitlich muslimischen Staaten und Armut die Bevölkerungen dazu treiben, auf Wachstum und Armutsreduktion und Armutsminderung zu setzen.

Muslimische Umweltaktivisten beziehen sich auf den Qur’an und die Sunna als Hauptquellen zur Entwicklung ökologischer Prinzipien. Damit schaffen sie eine Interpretation der Lehre und formulieren eine islamische Umweltethik. Dabei sind die Kernbegriffe durchaus nicht für alle gleich. Für die meisten von ihnen sind die Begriffe Tauhid und Khalifa aber bestimmend. Hinzukommen zwei weitere Konzepte: Mizan und Maslahah. Tauhid – die Einheit des Göttlichen – wird als Einheit von Schöpfung inklusive von Mensch und Natur gedeutet. Mizan – Gleichgewicht – steht für ein balanciertes Verhältnis aller Kreaturen. Khalifa – auf den Menschen bezogen – sieht den Menschen als Sachwalter Allahs auf Erden. Und Maslahah – Gemeinwohl – verweist auf Umsicht und Sorge für zukünftige Generationen.

Vielen in Umweltschutz und Klimagerechtigkeit aktiven MuslimInnen ist es längst nicht mehr genug, alleine auf die Quellenlage und mögliche Interpretationen für mehr Umweltbewusstsein bei den Gläubigen zu setzen. Dabei setzen sie auf ihre Reichweite in den Communitys, um verstärkt nach Innen für Aufklärung und Handeln zu sorgen.

Parallel zum Beginn des Glasgower Gipfels meldeten sich die führenden muslimischen Organisationen und Gelehrten Großbritanniens mit einer eindeutigen Erklärung zu Wort. „Wir müssen jetzt handeln, wenn wir sicherstellen wollen, dass wir künftigen Generationen eine lebenswerte Erde hinterlassen, und uns vom Qur’an und der Sunna leiten lassen, die uns den Weg weisen“, hieß es in dem Text. Solle nachhaltige Entwicklung irgendeine Chance zum Funktionieren zugunsten des ärmeren Teils der Menschheit haben, müssen „die Glücklicheren unter uns unsere Wirkungen“ auf die natürlichen Systeme der Erde reduzieren. Die Autoren folgen in ihrem Aufruf der wegweisenden „Islamischen Erklärung zum globalen Klimawandel“ aus dem Jahre 2015.

Muslime wollen jetzt handeln und das praktische Verhalten in Richtung Klimafreundlichkeit verändern. Der Veteran unter den Projekten ist die britische Islamic Foundation for Ecological and Environmental Sciences (IFEES), die vom Ehepaar Fazlun und Saba Khalid ins Leben gerufen wurde. Nach umfangreichen Jahren der Forschung hat die Stiftung in aller Welt lokale ökologische und klimafreundliche Projekte in Kooperation mit der Bevölkerung und religiösen Führern verwirklicht.

Sie haben eine neue Generation klimabewusster Umweltaktivisten in aller Welt inspiriert. Diese finden sich in der „Green Deen“-Bewegung aus den USA und Großbritannien, die Moscheen zeigt, wie man klimafreundlich Iftare organisieren kann. In Deutschland gibt es das Projekt NourEnergy, das unter anderem Religionsgemeinschaften dabei hilft, seine Gebäude und seinen Betrieb nachhaltig zu gestalten.

Die Anfänge sind gemacht und das nötige Fundament für ein klimafreundlicheres Verhalten gelegt. Jetzt stehen MuslimInnen in aller Welt vor der Aufgabe, ihre Existenz in der Welt entsprechend anzupassen.

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Klimawandel: Nach islamischem Recht hat die Verhinderung von Schaden Priorität

(The Conversation). Als sich diesen November mehr als hundert globale Führer auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow trafen, richtete sich die Aufmerksamkeit unter anderem auf eine Handvoll einflussreiche Wirtschaftsmächte in der Hoffnung, COP26 würde eine Wende beim Klimawandel einleiten. Für echten Fortschritt muss jedes Land seinen Anteil tun – dazu gehören auch Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

Mit einer globalen Bevölkerung von 1,8 Milliarden in mehr als 56 Staaten machen Muslime mehr als 23 Prozent der Menschen in aller Welt aus. Sie leben in der Regel in Entwicklungsländern und haben meistens keinen großen Anteil an den globalen CO2-Emissionen. Aber sie müssen Teil des Gesprächs über und der Lösung dieser globalen Krise sein.

Das islamische Denken in der heutigen Welt hat sich oft auf Themen wie Radikalismus, Terror, Sicherheit und den Umgang mit dem Erbe des westlichen Imperialismus und der Entstehung der modernen Wissenschaft konzentriert. Der Klimawandel und die ökologische Nachhaltigkeit nehmen noch keinen wichtigen Platz ein.

Die Pionierarbeit von Personen wie Seyyed Hossein Nasr über ein islamisches Verständnis von der Sorge um die Schöpfung hat nur gelegentlich zu weiterer Forschung und Handlung angeregt. Nasr bezog sich auf die spirituellen und metaphysischen Dimensionen innerhalb der islamischen Tradition, um die Wichtigkeit der Umwelt und der menschlichen Pflicht zu ihrem Schutz zu betonen. In den letzten Jahren hat sich die weltweite Besorgnis von der Nachhaltigkeit und dem Verlust der biologischen Vielfalt auf die dringenden und ernsthaften Bedrohungen durch den vom Menschen verursachten Klimawandel verlagert.

Angesichts der sich verschärfenden Krise veröffentlichten muslimische Umweltaktivisten und Wissenschaften eine „Islamische Erklärung über den globalen Klimawandel“. Sie wurde 2015 kurz vor der Pariser Klimakonferenz auf einem Symposium in Istanbul vorgestellt. In ihr wurde der Versuch unternommen, die Klimawissenschaft gemeinsam mit der relevanten qur’anischen Weisheit zu denken.

Das Dokument macht sich keine Illusionen: Darin wurde jede Person dazu aufgerufen, als „Sachwalter oder Stellvertreter (arab. khalifa)“ in dieser Zeit zu agieren. Die gegenwärtige Frequenz des Klimawandels sei nicht mehr aufrechtzuerhalten und „wir sind in Gefahr, das Leben auf unserem Planeten zu beenden, wie wir es kennen“. Hier findet sich eine krasse Anerkennung des menschlichen Scheiterns in der Ausübung dieser Sachwalterschaft sowie des Effekts, den solche Missbräuche für die Ordnung der Schöpfung hatten.

Die Erklärung schließt mit einer Reihe an Forderungen und Punkten. Verlangt wird eine Rechenschaftspflicht. Darüber hinaus gibt es spezifische politische Aufrufe an wohlhabende Nationen, erdölproduzierende Staaten und Firmen sowie die Finanzwelt und die Industrie.

Das Dokument aus dem Jahre 2015 schließt mit einem Aufruf an alle Muslime: „Wo auch immer Sie sein mögen (…), um Gewohnheiten, Mentalitäten und die Grundursachen des Klimawandels, der Umweltzerstörung und des Verlusts der biologischen Vielfalt in ihrem jeweiligen Einflussbereich zu bekämpfen, folgen Sie dem Beispiel des Propheten Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm), um eine Lösung für die Herausforderungen herbeizuführen, vor denen wir heute stehen.“

In dem Text finden sich viele Bezüge zum Qur’an. Allerdings sind das häufig isolierte Stellen, welche die allgemeine Richtung des Arguments unterfüttern sollen, ohne damit eine haltbare Theologie zu formulieren. Die Kritik an der Erklärung bezeichnete sie als „defensiv, wenn nicht gar apologetisch“ und behauptete, sie stelle „angesichts des Ausmaßes der heutigen Umweltkrise“ keine ausreichenden Fragen. Indem die Erklärung die Wissenschaft des Klimawandels unter Berufung auf den Qur’an beschreibt, verankert sie das Problem nichtsdestotrotz im Herzen des Islam, was Muslime nicht ignorieren können.

Der weltweite Schaden, der durch menschliches Handeln verursacht wurde, befindet sich an einem kritischen Punkt. Nach islamischem Recht ist die Verhinderung oder Eingrenzung von Schaden eine Priorität. Sorge um Umwelt und ein Handeln, dass den Klimawandel begrenzt oder sogar umkehrt, sollte für muslimische Völker, Organisationen und Regierungen den Stellenwert einer kollektiven Pflicht (arab. fard kifaja) haben. Im Gegensatz zur individuellen bedeutet diese, dass ihre Erfüllung durch eine Gruppe von Muslimen diese für alle erfüllt. Daneben muss der Schutz der Schöpfung auch einen persönlichen Stellenwert für Muslime haben.

Aus einer aktivistischen Perspektive kann die Möglichkeit des Umweltschutzes auch durch das islamische Konzept von „Dschihad“ abgedeckt werden – insbesondere für Einzelne und Organisationen. Im religiösen Sinne ist das ein wichtiger Oberbegriff. Er bezieht sich auf alle persönlichen Herausforderungen, die man überwinden muss, um Erfolg zu haben. In diesem Hinblick kann Umweltaktivismus dem Konzept zugeschrieben werden. Friedlicher Aktivismus, der sich mit aufrichtigen Absichten gegen Quellen und Kräfte richtet, die der Umwelt Schaden zufügen, ist eine legitime Form, die Allah im Jenseits belohnen wird, wie die islamische Lehre verspricht.

Jede Person und jeder Haushalt hat eine nachweisbare Kohlenstoffbilanz. Solange sie keine Anstrengungen zu ihrer Reduzierung unternehmen, wird die Schädigung an der Umwelt nicht geringer werden: Es wird schlimmer werden. Da die Schädigung der Erde immer mehr zunimmt und die bisherigen Maßnahmen die Situation nicht umkehren, ist jeder Muslim dazu verpflichtet, selbst aktiv zu werden.

Das heißt aber nicht, dass die Pflicht organisierter Gruppen von Muslimen, die größere Ressourcen, Geldmittel und Fähigkeiten haben, damit erledigt wäre. Jede Struktur und Institution muss sich am Umweltschutz beteiligen. Zumindest jede kann ihre Ökobilanz verbessern, indem sie bewusst umweltfreundlich arbeitet und ihre Mitarbeiter und die Gemeinschaft, der sie dient, über die Notwendigkeit des Umweltschutzes aufklärt.

Selbst dieses Handeln dürfte nicht ausreichen. Die Regierungen der mehrheitlich muslimischen Länder sind darüber hinaus in der Pflicht, weil die Kultur- und Wirtschaftspolitik eines Landes einen großen Einfluss auf seinen CO2-Fußabdruck hat. Sie müssen aktiv daran arbeiten, die globale Politik zum Klimawandel über internationale Organisationen zu beeinflussen.

Eine Umkehr der Auswirkungen von Klimawandel verlangt Opfer von allen Menschen. Sie müssen weniger Ressourcen verbrauchen und weniger Müll erzeugen. Durch seine Theologie der Umwelt und die Kraft seiner ethischen Haltung kann der Islam zusammen mit anderen Weltreligionen dieses entscheidende Ergebnis erleichtern.

Dieser Beitrag wurde im Rahmen einer CCL-Lizenz veröffentlicht und übersetzt.