, , ,

Humanitäre Einsätze: Besserer Schutz für Helfer gefordert

islamic relief helfer schutz

Humanitäre Einsätze werden gefährlicher. Islamic Relief Deutschland fordert besseren Schutz besonders für lokale Helfer. (iz). Verschwinden Krisen aus den Nachrichten, endet die Not vor Ort nicht. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen arbeiten […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, ,

CARE-Krisenreport 2025: Humanitäre Brennpunkte, zu denen die Welt schwieg

CARE Krisenreport

Seit Jahren beleuchtet der CARE-Krisenreport jährlich die globale Online-Berichterstattung humanitärer Krisen. Am 28. Januar erschien die zehnte Ausgabe des Berichts.

(iz). Als der CARE-Krisenreport im Herbst 2025 erscheint, stehen andere Karten auf dem globalen Nachrichtentisch. Gaza, Ukraine, Palästina dominieren die Schlagzeilen, fast zwei Mio. Online-Artikel drehen sich allein um den Konflikt im Nahen Osten – für alle anderen humanitären Notlagen bleiben im großen Medienspiegel nur schmale Ränder.

Krisenreport: Menschen, die zu wenige sehen

Währenddessen leben rund 43 Mio. Menschen in Krisen, die kaum jemand wahrnimmt. Es ist diese Diskrepanz zwischen Aufmerksamkeit und Bedürftigkeit, die der Report im zehnten Jahr seines Erscheinens zum eigentlichen Thema macht.

Die Methode ist nüchtern, der Befund ernüchternd. Der Medienbeobachtungsdienst Meltwater wertet für CARE fünf Millionen Online-Artikel in 5 Sprachen aus und ordnet sie 43 humanitären Krisen zu. Auf der einen Seite: die „Top-Krisen“ mit Hunderttausenden Meldungen.

Auf der anderen: zehn Länder, über die zwischen Januar und Ende September jeweils nur einige tausend Texte erschienen sind – manchmal kaum mehr als über die Hochzeit eines US-Milliardärs oder eine Social-Media-Sperre.

Vergessene Krisen, so die EU-Definition, sind lang andauernde humanitäre Notlagen mit kaum Hilfe, wenig politischem Willen und minimaler medialer Präsenz. Genau hier setzt die Hilfsorganisation an.

Afrika steht erneut im Zentrum

Im Zentrum des Reports stehen die Länder, die in dieser statistischen Dunkelzone liegen: die Zentralafrikanische Republik, Namibia, Sambia, Malawi, Honduras, Nordkorea, Angola, Burundi, Simbabwe und Madagaskar.

Sie bilden ein geografisches Mosaik, das sich von Zentralafrika über das südliche Afrika bis nach Zentralamerika und Ostasien spannt – verbunden durch die gleichen Schlagworte: Konflikt, Hunger, Klimakrise, strukturelle Gewalt.

Die Zentralafrikanische Republik, in allen zehn Ausgaben vertreten, steht exemplarisch dafür. Dort leben mehr als 80 % der Bevölkerung in Armut, fast die Hälfte ist auf humanitäre Hilfe angewiesen, Hunderttausende sind im Land oder in den Nachbarstaaten auf der Flucht. Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen, sexualisierte Gewalt, unterfinanzierte Hilfsprogramme – all das bleibt meist Randnotiz.

Gegen die Unsichtbarkeit

Der Krisenreport arbeitet gegen diese Unsichtbarkeit mit einem Doppelblick: analytisch auf der Ebene von Zahlen und Medienlogik, narrativ in Form einzelner Biografien. Da ist Mable aus Sambia, die den Eimer vorsichtig in einen Brunnen hinablässt und schon beim Blick ins Wasser weiß, wie knapp die Zeit ist, bis die Quelle versiegt. In ihrer Region wechseln sich Dürre und Fluten ab, Dämme brechen, Felder werden weggespült, säurehaltige Abwässer aus Minen vergiften Flüsse. 

Mable hat in CARE-Trainings gelernt, Bäume zu pflanzen, Böden zu verbessern, Setzlinge aufzuziehen – „ohne Bäume gibt es weder Schatten noch Wasser“, sagt sie. Die Geschichte einer Kleinbäuerin steht hier stellvertretend für eine größere Diagnose: Klimawandel trifft jene am härtesten, die am wenigsten zur Erderhitzung beigetragen haben.

Ähnlich ist es in Malawi, das seit Jahren zu den „Stammgästen“ in der CARE-Liste gehört. Zyklone, Überschwemmungen, Dürreperioden – was früher Ausnahme war, ist Routine geworden. Im Dorf Kuntumanji verändert ein Forschungsprojekt die Art, wie Maisbrei gekocht wird und wie Felder bestellt werden.

Mercy, eine Bäuerin, experimentiert auf Testflächen mit Saatgut, Pflanzabständen und selbst hergestelltem Kompost, kombiniert Erdnüsse mit Mais, um den Boden zu schützen, und stellt organischen Dünger aus Kuhdung und Maisstroh her. 

„Früher waren meine Kinder oft hungrig, jetzt gehen sie satt zur Schule“, sagt sie, und plötzlich verbindet sich die abstrakte Kurve klimabedingter Ernährungsunsicherheit mit einem sehr konkreten Mittagessen.

Krisenland Honduras

Im mittelamerikanischen Honduras verschränken sich Klimakrise, Gewalt und patriarchale Strukturen zur „dreifachen Krise“. Teresa, Kleinbäuerin und Frauenrechtlerin, steht mit ihrer Gruppe „Caminando juntos y juntas“ auf Feldern, auf denen Mais und Bohnen wachsen sollten – bis Starkregen, Wirbelstürme und Überschwemmungen alles zerstörten.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, Dürren im „Trockenkorridor“ treiben Menschen in die Migration. Eine Schnellstudie zeigt: 61 % der befragten Frauen gaben an, im Vormonat Hunger gelitten zu haben, während es bei den Männern nur zehn % waren.

Parallel steigt in wirtschaftlich angespannten Zeiten die häusliche und sexualisierte Gewalt. Der Krisenreport lässt hier nicht nur Zahlen sprechen, sondern auch die Angst, die Frauen äußern, ihre Töchter allein zu lassen.

Der unbekannte Hunger von Nordkorea

Nordkorea wiederum erscheint der Weltöffentlichkeit meist als Nuklearmacht, als Sicherheitsrisiko – nicht als Land, in dem fast elf Millionen Menschen in unterschiedlichem Ausmaß unterernährt sind und beinahe jedes fünfte Kind Wachstumsverzögerungen durch Mangelernährung aufweist.

Klimabedingte Ernteausfälle, strikte Importbeschränkungen, unzureichende medizinische Versorgung und politische Isolation machen humanitäre Hilfe schwer. Angola kämpft gleichzeitig mit der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten, Cholera-Ausbrüchen und Protesten gegen steigende Lebenshaltungskosten.

In den südlichen Provinzen verenden Tiere, Felder liegen brach, Mio. sind auf Nothilfe angewiesen, Frauen und Mädchen laufen täglich Kilometer weit, um Wasser zu holen und verpassen Schulbildung.

Foto: CARE/David Mutua

Opfer des Klimawandels

In Simbabwe schließlich verdichtet sich der Klimawandel zu einer Abfolge von „mageren Zeiten“. El Niño hat 2023/2024 weite Teile des Landes austrocknen lassen, Dürren treten statt einmal pro Jahrzehnt nun alle zwei bis drei Jahre auf. 2,7 Millionen Menschen in ländlichen Regionen sind immer wieder von Ernährungsunsicherheit betroffen, fast ein Viertel der Kinder unter fünf Jahren ist mangelernährt.

Alice, Landwirtin und Mutter von drei Kindern, berichtet von Tagen mit zwei knappen Mahlzeiten, verlorenen Hühnern, Schulgebühren, die sie nicht mehr zahlen kann. Vier Monate lang erhält ihre Familie Lebensmittelgutscheine, später Schulungen zu klimaresistenten Nutzpflanzen.

„Die Lebensmittelhilfe hat unser Leben gerettet“, sagt sie – ein Satz, der in seiner Schlichtheit die Funktion humanitärer Unterstützung auf den Punkt bringt.

Keine Zufälle, sondern Symptome

Dass dieselben Länder – Zentralafrikanische Republik, Burundi, Sambia, Madagaskar, Malawi – in nahezu jeder Ausgabe wieder auftauchen, ist für CARE kein Zufall, sondern Symptom.

Chronische Krisen, strukturelle Ungleichheit, fehlende politische Lösungen und eine humanitäre Finanzierung, die regelmäßig hinter den Bedarfen zurückbleibt. Expert:innen wie Michelle Nunn von CARE USA und Ramesh Rajasingham von UN OCHA weisen im Report darauf hin, dass langwierige Notlagen politisch verursacht sind und fortbestehen, weil es keine politischen Lösungen gibt – und weil, zugespitzt formuliert, Kameras und Budgets dorthin folgen, wo Machtzentren ihre Interessen verorten.

Wenn die USA ihre humanitären Mittel drastisch kürzen und Hilfe stärker an nationale Interessen koppeln, verschärft das die Lage in jenen Regionen, die ohnehin kaum mediale Präsenz haben.

Nach zehn Jahren zieht die Publikation eine Art Zwischenbilanz der eigenen Rolle. Der Titel hat sich verändert – von „Suffering in Silence“ über „Breaking the Silence“ hin zum nüchterneren „CARE-Krisenreport“ –, die Grundfrage ist geblieben: Was geschieht mit Menschen, über die wir nichts hören?

Der Bericht antwortet, ohne Pathos, aber mit klarer Haltung: Sie hungern, sie verlieren ihre Lebensgrundlagen, sie werden vertrieben – und oft bleibt ihr Leid unsichtbar, solange es nicht erzählt wird.

Der Versuch, diese Geschichten in Daten, Karten und Porträts zu fassen, ist damit mehr als eine Bestandsaufnahme. Es ist ein stiller Appell, die Hierarchie der globalen Aufmerksamkeit zu hinterfragen – bevor aus vergessenen Krisen endgültig abgeschriebene Zonen werden.

, ,

Sudan: Humanitäre Krise erreicht Belastungsgrenze

Sudan

In den letzten Wochen hat sich die Krise im Sudan erheblich verschärft, da eskalierende Feindseligkeiten, Massenvertreibungen, Krankheitsausbrüche und ein weit verbreiteter Mangel an Zugang zu grundlegenden, lebenswichtigen Dienstleistungen weiterhin die Zivilbevölkerung im ganzen Land gefährden.

(IPS). Die Situation wurde durch einen massiven Anstieg der Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen im Oktober weiter verschärft, wodurch das ohnehin schon fragile Gesundheitssystem des Landes erheblich geschwächt wurde und Tausende von Menschen keine lebensrettende Versorgung mehr erhalten konnten. Von Oritro Karim

Am 23. Oktober veröffentlichten mehrere UN-Organisationen der Vereinten Nationen (UN) eine gemeinsame Erklärung, in der sie auf die sich rapide verschärfende humanitäre Krise im Sudan hinwiesen und zu dringenden, koordinierten internationalen Maßnahmen aufriefen.

Foto: Abd_Almohimen_Sayed, Shutterstock

Dazu gehörten die Internationale Organisation für Migration (IOM), das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) und das Welternährungsprogramm (WFP)

Nach Angaben der Agenturen haben über 900 Tage Dauerkrieg und der Zusammenbruch lebensrettender Dienste „Millionen Menschen an den Rand des Überlebens gebracht“, wobei Frauen und Kinder unverhältnismäßig stark betroffen sind.

„Dies ist eine der schlimmsten Schutzkrisen, die wir seit Jahrzehnten erlebt haben“, sagte Kelly T. Clements, stellvertretende Hochkommissarin des UNHCR. „Millionen Menschen sind innerhalb und außerhalb des Landes auf der Flucht, und zurückkehrende Familien erhalten kaum Unterstützung, da ihnen keine anderen Optionen zur Verfügung stehen.

Islamic Relief

Seit Beginn der Belagerung von El Faschir 2024 war die Stadt letzter Zufluchtsort für unzählige Menschen. (Foto: MSF/Jérôme Tubiana)

Ich habe mit Familien gesprochen, die kürzlich aus El Faschir geflohen sind und schreckliche Geschichten darüber erzählten, wie sie gezwungen waren, alles zurückzulassen und unter großem Risiko gefährliche Routen zu nehmen. Es ist eine dynamische Situation, und überall wird Unterstützung benötigt.“

Schätzungsweise 30 Mio. Sudanesen benötigen dringend humanitäre Hilfe, darunter fast 15 Mio. Kinder. Der Konflikt hat mehr als 9,6 Mio. Personen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen, wodurch der Sudan die größte Binnenflüchtlingskrise weltweit darstellt.

Gleichzeitig sind etwa 2,6 Mio. Menschen in aktive Konfliktgebiete zurückgekehrt – darunter rund eine Million nach Khartum –, nur um festzustellen, dass ihre Häuser und Lebensgrundlagen zerstört und grundlegende Versorgungsleistungen praktisch nicht mehr vorhanden sind.

Nach drei Jahren Konflikt gehört das Bildungssystem des Sudan zu den am stärksten betroffenen Bereichen. Schätzungsweise 14 von 17 Millionen Kindern im schulpflichtigen Alter haben keinen Zugang zu Schulbildung.

Darüber hinaus hält die Hungerkatastrophe an, wobei 2024 in Teilen des Sudan eine Hungersnot bestätigt wurde. Kinder sind weiterhin einem erhöhten Risiko der Unterernährung ausgesetzt, und Tausende von ihnen sind voraussichtlich „unmittelbar vom Tod bedroht“, wenn nicht bald eine Ernährungshilfe sichergestellt wird.

Darüber hinaus kämpfen sudanesische Familien weiterhin mit aggressiven Ausbrüchen von Cholera, Dengue-Fieber, Malaria und Masern, die durch nicht funktionierende Gesundheitssysteme und zerstörte Wasserversorgungssysteme noch verschlimmert werden.

Nach aktuellen Zahlen des UNHCR gehören die Gebiete Darfur und Kordofan zu den am stärksten von Cholera betroffenen Gebieten. Allein in der Region Tawila in Nord-Darfur wurden ab Mai mehr als 6.000 Infektionen und 11 Tode registriert – die meisten davon in Flüchtlingslagern. In Süd-Darfur hat das UNHCR seit Ende August 3.229 bestätigte Fälle und 177 Todesfälle dokumentiert.

, ,

WHO: Hunger quält Menschen im Gazastreifen

WHO gaza

WHO: Im dritten Kriegsmonat wird die Versorgung der Zivilisten im Gazastreifen immer prekärer. Wer die Bombardierungen überlebt hat, leidet Hunger und Durst.

Gaza/Tel Aviv (dpa, iz). Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, forderte bei einer Sondersitzung des WHO-Exekutivrats am Sonntag in Genf eine neue Feuerpause.

Die Vertreterin des UN-Nothilfebüros Ocha für die Palästinensergebiete, Lynn Hastings, hat die Verstöße gegen die Menschenrechte durch Israelis und Palästinenser scharf kritisiert. „Es ist, als hätten wir in den vergangenen 75 Jahren nichts gelernt“, teilte Hastings am Sonntagabend mit.

Sie bezog sich dabei auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die am Sonntag vor 75 Jahren verabschiedet wurde und die erstmals den Schutz grundlegender Menschenrechte wie das Recht auf Leben und Freiheit festlegte.

WHO kann kaum noch Hilfe leisten

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) betonte, es könne kaum noch humanitäre Hilfe für die Bevölkerung leisten. Und Außenministerin Annalena Baerbock warnte vor den Folgen.

„Wir sehen auf dramatische Art und Weise nicht nur das Leid, sondern der Hunger nährt auch weiteren Terrorismus“, sagte sie in Dubai. In einem Interview des Deutschlandfunks rief sie arabische Staaten auf, die Hamas dazu zu bewegen, die Waffen niederzulegen.

Screenshot: IKRK

Ghebreyesus: verheerende Lage im Gazastreifen

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat am Sonntag die verheerende Lage im Gaza-Streifen geschildert. „Die Folgen des Konflikts auf die Gesundheit sind katastrophal“, sagte er zum Auftakt einer Sondersitzung des WHO-Exekutivrats in Genf.

Der Rat nahm am Abend ohne Abstimmung eine Resolution an, die unter anderem eine Ausweitung der humanitären Hilfslieferungen fordert. Die USA, Deutschland und andere Länder bemängelten, dass der Terroranschlag auf Israel am 7. Oktober in dem Text nicht erwähnt und verurteilt wird.

Die aus Ramallah im besetzten Westjordanland zugeschaltete palästinensische Gesundheitsministerin Mai al-Kaila rief die Weltgemeinschaft auf, alles zu tun, um den brutalen Krieg zu beenden. Israel müsse für die Zerstörung und Angriffe von Krankenhäusern zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Exekutivrat ist das höchste Entscheidungsgremium der WHO zwischen den Jahrestagungen. Darin sind 34 Länder vertreten, die für jeweils drei Jahre gewählt werden. 17 der 34 hatten die Sondersitzung beantragt und eine Resolution vorgeschlagen, über die am Sonntag abgestimmt werden sollte.

Foto: A-One Rawan, Shutterstock

Save the Children: Unaussprechliches Leiden im Gazastreifen

Gegen das grauenhafte Leiden der Zivilbevölkerung im Gazastreifen sehen sich inzwischen auch Hilfsorganisationen machtlos. „Gegenwärtig bei all der Gewalt, den Angriffen und dem Beschuss können wir nicht hinausgehen und sicher liefern“, sagte die Präsidentin von Save The Children, Janti Soeripto, in der TV-Sendung „Face the Nation“ des Senders CBS.

Die Kinder, die noch am Leben seien, würden aus Mangel an Trinkwasser verdrecktes Wasser trinken. Mit Beginn des Winters und starker Regenfälle spülten Abwässer auf die Straßen. „Es gibt kein Essen, keinen Strom, und die meisten Krankenhäuser funktionieren nicht mehr“, so Soeripto. „Es ist im Grunde unaussprechlich, was sich vor unseren Augen abspielt“.

Es sei eine „unglaubliche humanitäre Katastrophe“, sagte sie. Während der kürzlichen einwöchigen Feuerpause seien zwar immer noch nicht genügend Hilfsgüter in den Gazastreifen gelangt, aber man habe zumindest einige Güter bis in den Norden bringen können.

Doch jetzt, da die Kämpfe sogar noch intensiver weitergingen, seien die Helfer nicht mehr sicher. Auch könne man Familien nicht bitten, die Hilfe selbst zu holen, da es auch für sie nicht sicher sei. „Humanitäre Organisationen können der Bevölkerung des Gazastreifens und den Kindern in der derzeitigen Situation nicht helfen“, so Soeripto.

, ,

IKRK: Bisherige Hilfen „nur Tropfen auf heißen Stein“. Hilfskonvoi beschossen

IKRK

Das IKRK sieht bisherige Lieferungen nur als „Tropfen auf heißen Stein“. Am Dienstag geriet ein Hilfskonvoi unter Beschuss.

Gaza/Tel Aviv (dpa, IKRK, KNA). Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) forderte mehr Hilfe für die Menschen im Gazastreifen. Die bisher eingetroffenen Lieferungen seien nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagte Imene Trabelsi, Regionalsprecherin des IKRK im Nahen und Mittleren Osten, der Deutschen Presse-Agentur.

Die humanitäre Lage für die Bevölkerung verschlechtere sich von Tag zu Tag. Für die Hunderttausenden geflohenen Familien sei die Situation besonders schlimm, da die Notunterkünfte überfüllt seien. „Viele sind gezwungen, auf offenen Flächen auf der Straße zu schlafen“, sagte Trabelsi. Ihnen fehlten Dinge wie Decken oder Babynahrung.

Screenshot: IKRK

IKRK zur Lage in Gaza: Humanitäre Situation wird täglich schlechter

Das Gesundheitssystem in Gaza ist stark belastet. Ein aus sieben Fahrzeugen bestehender Konvoi des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, der medizinische Hilfsgüter an Gesundheitseinrichtungen lieferte, geriet am Dienstag unter Beschuss. Währenddessen berichtete ein IKRK-Chirurg, er habe keine Vaseline-Mullbinden mehr, um Patienten mit schweren Verbrennungen zu behandeln.

Der Konvoi transportierte lebensrettende medizinische Hilfsgüter für Gesundheitseinrichtungen, unter anderem für das Al-Quds-Krankenhaus der Palästinensischen Rothalbmondgesellschaft, als er beschossen wurde. Zwei Lastwagen wurden beschädigt, und ein Fahrer wurde leicht verletzt.

„Das IKRK konnte den Plan aufgrund erheblicher Sicherheitsprobleme auf der Straße, bei denen einer unserer Lastwagen beschädigt und einer unserer Fahrer verletzt wurde, nicht wie vorgesehen durchführen. Wir waren jedoch in der Lage, den Großteil der Hilfsgüter, die wir dabei hatten, an eines der großen Krankenhäuser, Al Shifa, zu liefern. Dies sind jedoch keine Bedingungen, unter denen humanitäre Helfer arbeiten und die dringend benötigten Bedürfnisse der Zivilbevölkerung befriedigen können“, sagte William Schomburg, der Leiter der IKRK-Delegation in Gaza.

Tom Potokar, der Chefchirurg des IKRK, der jetzt im Europäischen Krankenhaus in Gaza arbeitet, sagte: „In der letzten Woche musste ich einem Vater sagen, dass sein Kind nicht überlebensfähige Brandverletzungen hat. Wir mussten junge Patienten behandeln, die nach 48 Stunden aus den Trümmern gezogen wurden.“

Pototka fügte hinzu: „Uns gehen jetzt wirklich die Dinge aus, vor allem die Verbände für die Verbrennungen. Uns gehen die Anästhesie- und Schmerzmittel aus. Das Personal, sowohl wir als auch das örtliche Personal, ist sehr erschöpft. Die Lebensbedingungen sind sehr einfach. Es gibt nicht viel zu essen. … Aber das ist natürlich nichts im Vergleich zu dem, was die Menschen hier in Gaza im Moment erleiden.“

Foto: g7hiroshima.go.jp

Kreise: G7 halten Ausbau humanitärer Hilfe in Gaza für dringend nötig

Die G7-Runde hält einen Ausbau der humanitären Hilfe für die notleidende palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen für dringend geboten.

Darüber habe in der Gruppe der G7-Außenministerinnen und -minister bei ihren Beratungen über den Gaza-Krieg am Vorabend in Tokio „große Einigkeit“ bestanden, hieß es am Mittwoch aus deutschen Delegationskreisen. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und ihre japanische Kollegin Yoko Kamikawa forderten humanitäre Feuerpausen zur Versorgung der Bevölkerung in dem von Israel abgeriegelten Gebiet.

Kamikawa erklärte nach Angaben des japanischen Außenministeriums, „dass die sofortige Freilassung der Geiseln und die Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen oberste Priorität haben und wir die betreffenden Länder auffordern müssen, humanitäre Pausen einzulegen und den Zugang für humanitäre Hilfe zu gewährleisten“.

Japan sei bereit, weitere humanitäre Hilfe für Gaza über rund 65 Millionen Dollar (61 Millionen Euro) zu leisten. Der G7-Gastgeber hatte bereits eine Soforthilfe von zehn Millionen US-Dollar beschlossen.

Gemeinsame Sorge gebe es vor einer Zunahme der Spannungen im Westjordanland, auch durch zunehmende Siedlergewalt, hieß es aus den deutschen Delegationskreisen.

Screenshot: IKRK

Jüdische und arabische Menschenrechtler für Waffenruhe in Gaza

Waffenstillstand im Gazastreifen, Freilassung der von der Hamas entführten israelischen Geiseln und eine politische Lösung des Nahost-Konflikts: Das sind die Forderungen von 35 jüdischen und arabischen Friedens- und Menschenrechtsgruppen in Israel.

„Es ist offensichtlich, dass es keine militärische Lösung für diesen Konflikt gibt und auch niemals geben kann“, heißt es laut der Zeitung „Haaretz“ in einem Offenen Brief der Organisationen von Montag.

Das brutale Massaker der Hamas vom 7. Oktober sei durch weitere Gräueltaten ergänzt worden, bei denen Tausende Menschen durch israelische Bombenangriffe im Gazastreifen getötet wurden und immer noch getötet werden, so der Brief. „Das Verletzen Unschuldiger auf der einen Seite gleicht den Schmerz des Tötens auf der anderen Seite nicht aus – es fügt nur noch mehr Schmerz hinzu.“

Das Blutvergießen stoppen könnte nach Ansicht der Verfasser nur ein politisches Abkommen, das beiden Nationen Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit garantiert. Israel müsse einen stabilen Waffenstillstand anstreben, um dann unmittelbar Verhandlungen über eine politische Lösung aufzunehmen, die auf „der gegenseitigen Anerkennung des Rechts beider Völker auf Selbstbestimmung beruht“.

Ferner fordern die Unterzeichner, darunter die Gruppe „Rabbiner für Menschenrechte“ und die linke jüdisch-arabische Partei „Chadasch“, ein umfassendes Gefangenenabkommen und das Ende der Siedlergewalt in den besetzten Gebieten. Es müsse darum gehen, „in Gedenken an die Ermordeten und um der Lebenden willen“ gemeinsam für ein Ende des Kriegs zu arbeiten.