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„Kein Zurück mehr.“ Millionen Sudanesen vor der Hungersnot

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Die internationale Gemeinschaft muss der Krise im Sudan dringend Vorrang einräumen und ihre Bemühungen zur Verhinderung einer Ernährungskrise verstärken, so die Hilfsorganisation Islamic Relief. (IRD/IZ). Ein neuer Bericht vom IPC […]

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Kurzmeldungen aus Ausgabe 349: Rekordzahlen bei Flucht, Hunger und muslimische Wähler in Großbritannien

abschiebe EU-Staaten Asyl kurzmeldungen

Kurzmeldungen Ausgabe 349: In dieser Ausgabe spannen sich die Nachrichten von Burma, über Gaza bis zum Krieg im Sudan. 117 Mio. Menschen auf der Flucht – neuer Rekord GENF (Agenturen/IZ). […]

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Caritas: 23 Millionen Afghanen leiden Hunger

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2021 übernahmen die Taliban die Macht über die Afghanen. Caritas international betont aber: Es müsse möglich sein, „dass Frauen mit uns und wir für Frauen arbeiten können“.

Freiburg (KNA). Rund drei Jahre nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist dort die Situation der Bevölkerung nach Caritas-Angaben dramatisch. „Die humanitäre Lage ist weiterhin äußerst prekär“, sagte der Leiter des Hilfswerks Caritas international, Oliver Müller, in einem Interview der Zeitschrift „Herder-Korrespondenz (Juni-Ausgabe).

„Rund 23 Millionen Menschen, die Hälfte der Bevölkerung, leiden Hunger“, betonte Müller. Die Machtübernahme habe zur Folge gehabt, dass sich der wirtschaftliche Niedergang des Landes weiter beschleunigt habe – nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg und mehreren Naturkatastrophen.

Durch das Ende der bewaffneten Kämpfe habe sich zwar die Sicherheitslage verbessert. „Sehr schwer wiegt jedoch die dramatische Verschlechterung der Menschenrechtslage, insbesondere für ethnische Minderheiten wie die Hazara sowie für Frauen und Mädchen“, sagte Müller. Frauen seien vom Universitätszugang und „von weiten Teilen der Arbeit für Hilfsorganisationen“ ausgeschlossen.

Hilfswerke könnten weiter aktiv sein in Afghanistan. Die Rahmenbedingungen müssten jedoch immer wieder neu ausgehandelt werden, sagte der Caritas-international-Chef. Das sei oft mühsam, aber derzeit vielerorts machbar.

Es gebe aber durchaus „rote Linien“ für eine Zusammenarbeit seitens der Caritas: „Wenn die Möglichkeit nicht mehr besteht, dass Frauen mit uns und wir für Frauen arbeiten können, müssen wir die Hilfen einstellen.“ Dies sei in einigen Provinzen schon passiert.

Zur Frage, was aus den Ortskräften, die einst für Deutschland oder die USA in Afghanistan gearbeitet haben, geworden sei, sagte Müller: „Wir können nur für unsere Mitarbeitenden sprechen, die bis August 2021 in unserem Kabuler Büro für uns gearbeitet haben. Wer von diesen Kollegen Afghanistan verlassen wollte, ist mittlerweile außer Landes und hat in Deutschland Aufnahme gefunden.“

Die Eingewöhnung sei „für nahezu alle ein oft sehr steiniger Weg“. Frustrierend sei, dass in vielen Fällen die Berufsabschlüsse dieser Menschen nicht anerkannt würden.

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Hunger, Krieg und Spendenbereichtschaft: Kurzmeldungen aus Ausgabe 347

Jemen Kurzmeldungen

Kurzmeldungen: In dieser Ausgabe reichen unsere Kurzmeldungen von Hunger, über Protest gegen den Krieg in Gaza bis zur Spendenfreude von US-Muslimen. Hunger: Das Gesicht von Kriegen und Konflikten NEW YORK […]

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Klima lässt auch außerhalb des Ramadan hungern

klima

Für viele Muslime könnte der Klimawandel ganzjährig die Lebensmittelversorgung verringern

(The Conversation). Jeden Ramadan organisieren Freiwillige in der Westall Moschee und im OneSpace in Melbourne wöchentlich kostenlose Iftars (gemeinsame Abendessen zum Fastenbrechen im Ramadan). In diesem Jahr waren die Teilnehmerzahlen nach Angaben der Freiwilligen höher. Von Nasya Bahfen

Selbst das Iftar kann dem Klima schaden

Um die Müllberge zu reduzieren, werden die Teilnehmer gebeten, ihre eigenen wiederverwendbaren Essensbehälter und Wasserflaschen mitzubringen. Flaschen und Dosen werden in speziellen Behältern gesammelt und im Rahmen des staatlichen Pfandsystems recycelt, was nach Angaben der Helfer pro Wochenende zwischen 12 und 25 Dollar in die Kassen der Moscheen spült.

Viele Besucher sind ausländische Studenten aus Indonesien oder Malaysia. Sie leben weit weg von ihren Familien, zahlen hohe Studiengebühren, jonglieren mit dem Studium in prekären Arbeitsverhältnissen und repräsentieren einen Teil der australischen Gesellschaft, der besonders stark von den steigenden Lebenshaltungskosten betroffen ist. Dazu gehört der sprunghafte Anstieg der Lebensmittelpreise infolge der durch die globale Erwärmung verursachten Ernteausfälle.

Dies ist nur ein kleines Beispiel für ein weltweites Problem. Die Art und Weise, wie Muslime auf der ganzen Welt den Ramadan erleben, verändert sich durch den Klimawandel, oft zum Schlechteren.

Tschad Ernährung Sicherheit

Foto: UN Photos

Ernährungsunsicherheit das ganze Jahr über

Wie die Mitglieder weiterer islamischer Gemeinschaften in Australien bilden die Muslime indonesischer Herkunft in Melbourne eine privilegierte Minderheit, die in einem wohlhabenden und friedlichen Land lebt.

Muslime in anderen Teilen der Welt stehen vor größeren Herausforderungen. Einige Staaten, die als besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels gelten, sind Länder mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit (wie Indonesien, Bangladesch und Pakistan).

Im Nahen Osten und in Nordafrika, wo es viele Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit gibt, beschreibt das Welternährungsprogramm eine „anhaltende Krise der Ernährungssicherheit“. In dieser von Konflikten und Klimaveränderungen geprägten Region ist laut WFP der (zeitweise) Verzicht auf Nahrung (als religiöse Tradition) für Millionen von Menschen das ganze Jahr über zur Realität geworden.

Die Ernährungsunsicherheit im Nahen Osten und in Nordafrika wird durch seine Trockenheit verschärft, in der 12 der trockensten Länder der Welt liegen.

Dazu gehören Algerien, Bahrain, Katar, die Palästinensischen Gebiete, Saudi-Arabien, Tunesien und Jemen. Angesichts des prognostizierten Rückgangs der Niederschläge, der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der nahöstlichen Staaten dezimieren wird, stellt der Klimawandel eine große Bedrohung für diese Länder dar.

Extreme Wetterbedingungen führen zu extremen Verlusten

Ernährungsunsicherheit und Wasserknappheit sind nicht die einzigen Auswirkungen des Klimawandels, die im Ramadan zu spüren sind. Steigende Temperaturen haben dazu geführt, dass Menschen aufgrund extremer Wetterereignisse wie Stürme, Waldbrände und Wassermassen vertrieben wurden.

Im Jahr 2022 zerstörten Fluten in Pakistan die Wasserversorgung, sodass mehr als fünf Millionen Personen auf Teiche und Brunnen angewiesen waren. Dies trug zu einem Anstieg von Krankheiten bei, da das Wasser verunreinigt war.

Foto: Asianet-Pakistan, Shutterstock

Auch Hitzewellen während der Fastenzeit können tödlich sein. Im Jahr 2018 starben Dutzende von Menschen, auch in Pakistan, in der brütenden Hitze zu Beginn des Ramadan. Nach einem Extremwetterereignis ist das Bruttoinlandsprodukt eines konfliktgeplagten Landes viermal so stark betroffen wie das eines stabilen Landes.

In Zentralasien wurden nach Klimakatastrophen dauerhafte BIP-Verluste von 5,5 % verzeichnet, im Nahen Osten und Nordafrika von knapp über 1 %. Solche Verluste verschärfen die ohnehin prekäre Stabilität dieser mehrheitlich muslimischen Länder.

Extreme Wetterereignisse wie die Überschwemmungen in Bangladesch beeinträchtigen die Produktion von Gütern des täglichen Bedarfs. Auf praktischer Ebene wirken sich die Einkommensverluste, die durch die Überschwemmung ganzer Städte entstehen, auf die lokale Wirtschaft während des Ramadan und darüber hinaus aus, da die Überlebenden weniger ausgeben und sparsamer feiern. (The Conversation)

* Übersetzt und veröffentlicht im Rahman einer Creative Commons-Lizenz.

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„Vergessene Krise“. Sahel zwischen Terror und Armut

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Im Sahel sind Mio. Menschen auf der Flucht, davon allein 1,8 Mio. Kinder. Hauptgrund sind Anschläge und Angriffe islamistischer Terrorgruppen. Die Militärregierungen erscheinen hilflos. (KNA). Die Zahl der Menschen, die […]

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Opferzahlen in Gaza steigen weiter

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Die Bevölkerung des Gazastreifens leidet derzeit unter der schlimmsten Hungersnot der Welt, die zu einem hohen Grad an Unterernährung, Auszehrung, Verkümmerung und Traumatisierung geführt hat. (IPS). Schätzungen der Sterblichkeitsrate im […]

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Deutschland will sich an Seebrücke für Gaza beteiligen

kinder gaza kinderpsychologin

Hilfe für Gaza über das Meer – Eine Seebrücke soll die dringend nötigen Lieferungen zur Bevölkerung bringen, auch Deutschland will sich beteiligen.

Berlin (KNA). Deutschland hat seine Unterstützung für eine Seebrücke für die humanitäre Hilfe in Gaza bestätigt. Die Bundesregierung befürworte einen gemeinsam mit anderen Staaten – darunter die USA, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate – einzurichtenden Korridor von Zypern nach Gaza, teilte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag auf der Plattform X mit. „Diese Unterstützung wird dringend gebraucht“, betonte der Bundeskanzler. Von Johannes Senk

kurzmeldungen

Foto: Florian Gaertner, Photothek, Deutscher Bundestag

Seebrücke: EU kündigt Start eines Korridors an

Zuvor hatte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem Treffen mit mehreren Diplomaten aus der EU und Partnerstaaten auf Zypern den Start eines Seekorridors für Sonntag angekündigt. Zudem sagte sie Gaza EU-Hilfen in Höhe von 250 Millionen Euro für das laufende Jahr zu.

Nach einem Bericht des „Spiegel“ (Samstag) prüft die Bundeswehr derzeit bereits, wie die deutsche Marine eine Seebrücke für Gaza unterstützen könne. Dabei handle es sich jedoch noch um eine erste Planung.

Zunächst müsse in der Region ein provisorischer Hafen errichtet werden, über den die Hilfslieferungen abgewickelt werden könnten.

Foto: www.flickr.com, The White House

Hilfswerke wollen mehr Druck auf Israel

Gleichzeitig fordern Hilfswerke mehr diplomatischen Druck der Bundesregierung gegenüber Israel. Als enger Partner müsse Deutschland seinen Einfluss nutzen, um damit auf einen Waffenstillstand sowie mehr Hilfslieferungen für die eingeschlossene Bevölkerung hinzuwirken, heißt es in einer Forderung der Hilfsorganisationen Misereor und medico international.

„Die Bundesregierung betont immer wieder den besonderen Charakter der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, nun muss sie dieser Verantwortung gerecht werden“, so medico-Geschäftsführer Tsafrir Cohen.

„Sie sollte alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen und nötigenfalls mit entsprechendem Druck die Umsetzung der im Januar verkündeten rechtsverbindlichen Anordnungen des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag gegenüber dem Kriegskabinett unter Netanjahu einfordern.“

Gaza

Foto: UNRWA

Beinahe alle Menschen sind von Hunger bedroht

Nach Helferangaben sind durch den Krieg in Gaza derzeit rund 2,2 Millionen Menschen von Hunger bedroht, fast die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Etwa 85 Prozent der Bevölkerung in der Region seien auf der Flucht vor den Kampfhandlungen.

„Die Verhältnismäßigkeit ist nicht gegeben, humanitäre Hilfe wird vorenthalten, und das Leben von Hunderttausenden ist gefährdet“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des katholischen Entwicklungshilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel.

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Ramadan 2024: Wie den Hunger begreifen?

hunger ramadan fasten

Die erste und für sehr viele grundlegendste körperliche Erfahrung des Fastens – insbesondere im Ramadan – ist der Hunger.

(iz). Diese Phase des Verzichts, obwohl streng genommen täglich begrenzt, wird von vielen Fastenden entweder als schnell zu überwindende oder als zu bewältigende Belastung erlebt. Andere nehmen sie als einen Moment der Erschütterung wahr, der die Tore zur Wahrnehmung und Nähe Allahs öffnet.

Im Gegensatz zu dem Zustand, in dem wir sehnsüchtig auf das tägliche Ende des Verzichts mit dem Fastenbrechen warten, gibt es in der islamischen Praxis und Lehre eine Denklinie, die uns dazu anregt, Müdigkeit, Appetit und die Unerfüllbarkeit von (ansonsten legitimen) Wünschen als Chancen zu begreifen. Einer der Lehrer und Sufis, die die positive Rolle des Hungers betonten, war der persische Gelehrte Imam Al-Ghazali.

In seinem Grundlagenwerk zur Wiederbelegung der religiösen Wissenschaften („Ihya Ulum Ad-Din“), das heute nichts an seiner Bedeutung verloren hat, zählt der Imam verschiedene Vorteile dieses Zustands auf. Hunger gibt uns, so der Imam, geistige Deutlichkeit sowie tiefe Einsicht (arab. basira).

Normalerweise verstehen wir, dass das Gefühl der Sättigung uns der Klarheit beraubt. Man solle keine Entscheidung treffen, wenn der Magen so voll ist, dass wir nicht mehr atmen können.

Als weiteren Vorteil beschreibt der Imam, dass eine große Sattheit den Geist vernebelt. „Hunger hingegen macht das Herz weich und lässt die Süße des Gesprächs mit Allah, dem Allmächtigen, und die Wohltat des Gottesdienstes erfahren.“ Wer voll sei, könne kein intimes Zwiegespräch mit Allah, dem Allmächtigen, führen. Der Geist sei dann vernebelt und Dhikr sowie Anbetung hätten keine vergleichbare Wirkung.

Auch Dschunaid Al-Bagdadi, der große Bagdader Sufi, Faqih und Vertreter eines „nüchternen“ Sufismus, sagt, dass übermäßiges Essen unsere spirituelle Verbindung und den Verstand behindert.

Der dritte Vorteil des Hungers ist, dass er das Ego demütigt und die Spuren der Arroganz beseitigt. Nichts bricht das Selbst mehr als das. Es kontrolliert uns die meiste Zeit, deshalb fühlen wir uns im Ramadan Allah näher, wenn wir es brechen. Dadurch nehmen wir uns weicher und leichter wahr.

Im folgenden Text behandelt der Naturheilkundler Abu Bakr Carberry die körperlichen Vorteile von Hunger und warum wir ihn nicht vermeiden sollten.

Dattel

Foto: Anna Tarazevich, Pexels

Der Hunger hat einen wichtigen Zweck

In Sachen Ernährung befindet sich der Mensch stets zwischen Hunger und Sättigung. Die korrekte Balance ist für ihn daher, zu essen, wenn er hungrig ist – wenn er denn die Möglichkeit hat, tatsächlich hungrig zu sein. In unserer Zeit erleben wir eine Beschädigung dieser Fähigkeit, wirklichen Hunger zu spüren. Es ist so viel an Essen vorhanden.

Dies hat zu einer Schwächung der Verdauungsorgane geführt. Durch diesen Schaden finden wir uns heute in einer Situation, in der Nährstoffe nicht gut verarbeitet werden können. Das Resultat ist, dass Rückstände dessen, was wir ausscheiden sollten, in der Physis gehalten werden, weil wir sie nicht loswerden können.

Somit beginnen wir, Krankheiten zu entwickeln, die mit körperlicher Vergiftung zusammenhängen. Unter ihnen sind Arthritis, Psoriasis, Ekzeme, usw. Sie alle werden durch das physische Versagen verursacht, Fäkalien richtig auszuscheiden.

Eine der Möglichkeiten, die uns der Ramadan bietet, ist die Rolle, die der Hunger im Leben spielt, wiederzuerkennen. Wenn wir aus Angst essen, führt dies immer zu einem Überschuss. Denn es ist keine Nahrungsaufnahme, um Appetit zu stillen, sondern eine, um unsere Furcht zu stillen. Wir befürchten, nicht genug zu haben, um einem Verlangen nachzukommen. Wir sehen, dass einige Muslime diese Angewohnheit spezifisch im Ramadan entwickelt haben.

In dieser Zeit ist unser Zustand als Muslime sichtbar – in dem Moment, wenn das Fastenbrechen beginnt. Und dann machen wir all die Witze über das Tarawwih-Gebet, welches mit einem überfüllten Magen verrichtet wird. Die Grundaufgabe besteht für uns also darin, das Gleichgewicht zum Hunger wiederherzustellen.

Gleichgewicht in schwieriger Zeit

Jedoch ist es sehr schwer, in einer Zeit, die an sich nicht balanciert ist, Balance zu finden. Wir lesen die Ahadith und die Ratschläge der Sufis und finden darin Anweisungen, wenig zu essen und zu schlafen.

Aber die Natur unserer Epoche ist, dass wir übermäßig viele Stunden arbeiten. Wir haben die Nacht erleuchtet, indem wir durch Elektrizität künstliches Licht im Dunkeln geschaffen haben. Also gehen wir erst spät schlafen. Weitere Faktoren hierfür sind das Fernsehen und das Internet.

All dies hält uns von einem natürlichen Schlafrhythmus ab. Wenn man spät schlafen geht und lange Arbeitstage hat, wird man müde sein. Sind wir übermüdet, neigen wir dazu, Süßes essen zu wollen und generell Kohlenhydrate zu suchen. Der Körper schreit nach einfacher, schneller Energie.

Viele haben deswegen Ringe unter den Augen, denn die Nebenniere ist einem Druck ausgesetzt. Solche Leute werden oft auf Schokolade und weitere Süßigkeiten zurückgreifen. Und es ist fast unmöglich für sie, diese Angewohnheit zu ändern. Sollten sie es über einen Zeitraum hinweg aushalten, finden sie sich meist in einer Situation wieder, in der sie aufgeben und sich „vollstopfen“.

Die Fitra beachten

Der Mensch hat eine Fitra. Wenn wir diese nicht berücksichtigen, dann werden wir verlieren. Denn Allah sagt, dass nichts die Balance brechen wird. Wenn wir all diese schlechten Gewohnheiten beibehalten und dem Körper nicht die Art von Bewegung und Ruhe sowie die Nahrung, die er tatsächlich braucht, zukommen lassen, wird er aufhören, eine natürliche Reaktion auf den Hunger zu haben. Daraus ergeben sich zwei sich gegenüberstehende Seiten: Diäten und Fettleibigkeit.

Viele Leute befinden sich daher in einem Ohnmachtszustand, da sie einfach erschöpft sind. Sie können den Kreislauf der Kohlenhydrataufnahme nicht stoppen, weil unser System stets danach verlangt. Insulin wird ständig ausgeschüttet und das Resultat davon ist, dass der Körper es in Fett wandelt und wir zunehmen. Das Hungergefühl ist pervertiert. Denn eigentlich ruft der Körper nach Erholung und wir geben ihm stattdessen Zucker.

Diäten sind auch Ausdruck eines Problems

Die verschiedenen Diätarten, die wir auf dem heutigen Markt finden, sind eine Ausprägung eben dieser Sache, nur in verschiedenen Gewändern. Oft sind sie bloß eine neue Art, uns genauso zu ernähren wie vorher, nur mit anderen Lebensmitteln, die wir nun für gesund halten. Ein wirkliches Umdenken unserer Lebensgewohnheiten findet dabei nicht statt.

Das ist eine Sache, die die Lebensmittelindustrie sehr gut verstanden hat. Zucker macht süchtig, daher finden wir in den Supermärkten mehr und mehr Lebensmittel, die reichlich zuckerhaltig sind, denn wenn wir süchtig nach ihnen sind, ergibt dies einen großen Markt und die Lebensweise, die dieses Konsumverhalten fördert, bleibt erhalten. Dies ist der Grund für die Vorherrschaft der kohlenhydratreichen Lebensmittel in den Geschäften – sie sichern Profit.

Ich bitte meine Patienten daher meist, einfach früh uns Bett zu gehen. Nach etwa zwei Wochen verändert sich ihr Verlangen nach Zucker und ihre Ernährungsweise allgemein. Denn der Körper stellt seine Balance wieder her und die Pervertierung des Hungergefühls geht allmählich zurück.

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Foto: Albert González Farran, UNAMID/CCL

Tradierte Ernährungsformen sind gewichen

Wenn wir uns die Entwicklung unserer Essgewohnheiten anschauen, sehen wir, dass das, was als traditionelle Ernährung in verschiedenen Völkern galt, heute im Prinzip nicht mehr existiert. Was wir für die traditionelle Küche eines Landes halten, ist es meist nicht.

Denn wir waren geschichtlich nie in der Lage, Getreide und Kartoffeln in den Mengen zu produzieren, in welchen wir sie jetzt vorfinden. Erst durch die Schaffung von Düngemitteln waren wir imstande, Unmengen dieser Lebensmittel, die heute unser Hauptbestandteil an Nährstoffen sind, günstig anzubauen.

Dies hat mit Tradition nichts zu tun. Der Großteil der wissenschaftlichen Literatur zum Thema Ernährung begünstigt diesen Umstand, denn sie wird von der Lebensmittelindustrie bezahlt, um Resultate zu erbringen, die in ihrem Interesse liegen.

Wenn wir aber unseren Fokus weg von Kohlenhydraten und hin zum Fett verlagern, finden wir, dass unser Energiehaushalt eine Veränderung durchläuft. Besteht Ernährung hauptsächlich aus Gemüse und guten Fetten, Protein in Maßen und ein wenig Kohlenhydraten, kann der Körper Fett abbauen und Energie über einen längeren Zeitraum hinweg halten.

Wenn wir ihm hingegen Zucker geben, dann wird er nur diesen verbrauchen, weil dies für den Körper am einfachsten ist, und unsere Fettleibigkeit bleibt erhalten oder steigt sogar. Lange haben wir geglaubt, dass Fett dick macht. Das Gegenteil ist der Fall.

Es gibt uns exzellente Energie, solange es nicht in Verbindung mit Kohlenhydraten eingenommen wird, beziehungsweise diese in geringen Mengen gehalten werden. Im Gemüse finden sich zudem alle Nährstoffe, die der Mensch benötigt – von Kohlenhydraten und Fetten, bis hin zu Proteinen, Mineralien und Vitaminen.

Grundlegend ist aber unser Problem, dass wir Gewohnheiten nicht ändern wollen. Wenn wir Gesundheit und gute, langanhaltende Energie in unserem Leben erreichen wollen, dann müssen wir uns und das, was wir wollen, fundamental ändern.

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UN-Agenturen: Jetzt Seuchen in Gaza verhindern!

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Verschiedene UN-Agenturen haben inmitten der anhaltenden Gewalt gegen Gaza vor Hungersnot und Seuchen gewarnt. (KUNA). Angesichts der wachsenden Gefahr einer Hungersnot und der steigenden Zahl von Menschen, die tödlichen Seuchen […]

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