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Indien am Scheideweg der antimuslimischen Gewalt

Indien

Es gibt genug Hinweise, wonach in Indien unter der Dominanz von Premier Modi und seiner BJP Gewalt gegen Minderheiten Staatsräson wurde.

(The Muslim News). Mehrere aktuelle Ereignisse in Indien, die an sich erschreckend sind, zeigen zusammen in der Gesamtsumme, dass sich das Land seit dem Amtsantritt von Premier Narendra Modi im Jahr 2014 auf eine alltägliche Akzeptanz von antimuslimischem Hass zubewegt.

Das sind keine zufälligen Tragödien, sondern Warnsignale aus einer Gesellschaft, in der Hassreden zur Routine geworden sind, Gewalt durch den Mob erwartet wird und Verantwortlichkeit immer mehr verschwindet. NGOs wie Human Rights Watch haben das alarmierende Ausmaß der Verfolgung aufgedeckt.

Ein junger Muslim, der in der Diwali-Nacht in Delhi zu Tode geprügelt wurde. Ein Kind, das sich entschuldigen musste, nachdem ein Mob wegen einer Bemerkung über Essen in sein Haus eingedrungen war. Ein ehemaliger Abgeordneter der Regierungspartei, der offen Regierungsjobs für hinduistische Männer verspricht, die „muslimische Mädchen mitbringen“.

Diese Vorfälle ereignen sich in verschiedenen Bundesstaaten, betreffen eine Vielzahl von Akteuren und haben unterschiedliche Auslöser. Dennoch verbindet sie ein unbestreitbarer roter Faden:

Sie werden allein deshalb angegriffen, weil sie Muslime sind, während diejenigen, die diese Übergriffe schüren bzw. begehen, sich oft durch politischen Schutz, die Apathie der Polizei oder einen öffentlichen Diskurs, der von unerbittlicher Entmenschlichung geprägt ist, abgeschirmt fühlen.

Foto: Ananya Bhardwaj, ThePrint

In Indien haben kleinere Provokationen wiederholt tödliche Folgen gehabt, sollten Muslime beteiligt sein, wodurch das tägliche Leben zu einem Minenfeld aus Misstrauen und Gefahr geworden ist. Der Mob wird immer dreister, sobald Hass mit Schweigen belohnt wird. Wenn diejenigen, die für Gerechtigkeit sorgen sollen, wegschauen, wird Terror zur Routine und Angst zu einem ständigen Begleiter.

Der frenetische Jubel der Menge unterstreicht, wie beunruhigend normalisiert solche abscheuliche Rhetorik geworden ist. Das sind keine Randphänomene, sondern bspw. gewählte Amtsträger, die öffentliche Autorität ausüben und eine Sprache des Hasses sprechen, die unzählige andere ungestraft wiederholen.

Die Werte der indischen Verfassung und mehrere Artikel versprechen allen Bürgern gleichen Schutz. Die Realität steht jedoch zunehmend im Widerspruch zu diesen Zusagen. Die Rhetorik der hinduistischen Nationalisten, die einst nur eine Randerscheinung war, hat sich in die Mainstreampolitik eingeschlichen, wird durch soziale Netzwerke verstärkt und findet bei Kundgebungen und an Straßenecken lauten Widerhall.

Indien Modi Hindu-Nationalismus

Foto: Talakdar David, Shutterstock

Islamfeindliche Angriffe auf Muslime folgen mittlerweile einem düsteren, vorhersehbaren Muster. Eine kleine Auseinandersetzung oder ein harmloser Beitrag in den sozialen Medien kann eine Konfrontation auslösen, die schnell eskaliert, wenn sich oft mit organisierten extremistischen Gruppen verbundene Mobs mit alarmierender Geschwindigkeit mobilisieren.

Diese Übergriffe werden gefilmt und online geteilt, wodurch Gewalt zu einem Spektakel wird, das ganze Gemeinschaften einschüchtern soll. Unterdessen reagiert die Polizei träge, zweideutig oder offen voreingenommen, und das allgemeine politische Klima belohnt, entschuldigt bzw. ignoriert die Täter oft.

Dies ist kein zufälliges Chaos. Es handelt sich um einen sorgfältig gepflegten Kreislauf, der durch Schweigen an der Spitze, Komplizenschaft in der Mitte und aktive Beteiligung an der Basis aufrechterhalten wird.

In diesem riesigen Staat mangelt es nicht an Gesetzen gegen Hassreden, Körperverletzung, Entführung oder Aufruf zur Gewalt. Was fehlt, ist der politische Wille, diese Rechte gleichermaßen durchzusetzen. Der selektive Einsatz des Apparats, der ein verletztes muslimisches Kind anklagt, während Extremisten ihre Drohungen live streamen, untergräbt nicht nur die Rechte von Minderheiten, sondern auch die Legitimität seines Justizsystems.

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Konflikt um Kaschmir: ein kurzer Krieg

kaschmir pakistan

Terror im indisch-besetzten Teil Kaschmirs: In den ersten neun Maitagen kam es in Südasien zu einer dramatischen Eskalation. Wir fassen die Entwicklungen zusammen. (iz). In den ersten neun Maitagen kam […]

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Kriegsgefahr in Asien: Religionsvertreter fordern Dialog

indisch pakistan Religionsvertreter

Religionsvertreter bemühten sich seit dem Anschlag in Kaschmir um Dialog und Deeskalation. Vergeblich – gestern ließ Delhi Ziele in Pakistan beschießen.

Neu Delhi/Islamabad (KNA/iz). Intellektuelle, Friedensaktivisten und Religionsvertreter stemmten sich bis zum Schluss gegen einen bewaffneten Konflikt zwischen Indien und Pakistan.

In der pakistanischen Provinz Belutschistan protestierten am 1. Mai Hindus gegen „haltlose Anschuldigungen“ der indischen Regierung in Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Pahalgam im indischen Teil von Kaschmir.

„Wenn Indien es wagt, Aggressionen zu begehen, werden die mehr als zehn Millionen Hindus in Pakistan hinter unserem Militär stehen“, sagte der Provinzlandtagsabgeordnete Sanjay Kumar laut pakistanischen Medien vor der Protestversammlung in Quetta.

Zuvor hatten Politiker, Akademiker, Journalisten und Friedensaktivisten aus Pakistan und Indien in einer gemeinsamen Erklärung tiefe Besorgnis über die rapide Verschlechterung der Beziehungen zwischen Indien und Pakistan geäußert.

Sie warnten eindringlich vor den Gefahren von Kriegshysterie und militärischer Eskalation. „Die Logik des Dialogs muss über den Wahnsinn von Vernichtungswaffen siegen“, hieß es in der unter anderen von dem prominenten indischen Katholiken John Dayal unterzeichneten Erklärung.

Bischof Samson Shukardin aus Hyderabad, Vorsitzender der Pakistanischen Bischofskonferenz, sagte dem asiatischen katholischen Pressedienst Ucanews, beide Länder müssten eine diplomatische Lösung finden, um das Wasser des Indus weiter gemeinsam zu nutzen. Der Indus sei „die Lebensader für Pakistans Wassersicherheit“.

Nach dem Terroranschlag vom 22. April hatte Indien das Abkommen über die Nutzung des Indus-Wassers ausgesetzt. Pakistan bezeichnete die Aussetzung des Vertrags als Kriegshandlung, die man „mit der gesamten Machtfülle des Landes beantworten“ werde.

kaschmir pakistan

Foto: Adobe Stock

Der 1960 unter Vermittlung der Weltbank geschlossene Wasservertrag regelt die Nutzung der Ressourcen des Indus-Flusssystems, das für beide Länder von zentraler Bedeutung ist. Der 13.180 Kilometer lange Indus entspringt in Tibet, fließt ein Stück durch Indien, bevor er Pakistan erreicht.

In der vergangenen Woche verurteilten Indiens katholische Bischofskonferenz sowie zahlreiche indische Muslime den Terroranschlag auf Touristen im indischen Kaschmir. Die Bischöfe nannten den Anschlag eine brutale Tat und einen schweren Verstoß gegen die Menschenwürde.

Sie appellierten an alle Konfliktparteien, den Weg des Friedens einzuschlagen. Das Islamische Zentrum Indiens rief alle Imame des Landes auf, besondere Gebete für die Opfer des Anschlags sowie dafür zu halten, „dass unser Land frei von Gewalt und Terrorismus bleibt“.

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Eskalation in Südasien: Indische Armee greift Ziele in Pakistan an

indisch pakistan Religionsvertreter

Mehrere Wochen nach dem tödlichen Terror in Kaschmir beschießt die indische Armee Ziele im Nachbarland. Islamabad reagiert mit Abschüssen.

Delhi/Islamabad (iz, dpa). Nach den tödlichen Angriffen Indiens auf pakistanische Ziele hat das attackierte Land Vergeltung angekündigt. „Pakistan hat jedes Recht, eine angemessene Antwort auf diese von Indien verhängte Kriegshandlung zu geben, und eine angemessene Antwort wird auch gegeben“, sagte Premierminister Shehbaz Sharif.

Zuvor hatte Indien in der Nacht mehrere Ziele in Pakistan und im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs angegriffen – als Reaktion auf einen Terroranschlag vor rund zwei Wochen.

Indien machte extremistische Gruppen mit Verbindungen nach Pakistan für den Anschlag verantwortlich und beschuldigt Islamabad, diese zu unterstützen oder zu dulden. Das Nachbarland bestritt eine Verwicklung und forderte – wie internationale Stimmen – Belege für diese Behauptung.

Die indische Operation „Sindoor“

Als Reaktion auf den Anschlag startete Indien am 6. Mai 2025 die „Operation Sindoor“. Angriffsziel waren nach Angaben aus Delhi ausschließlich „terroristische Infrastrukturen“ im Nachbarland und im pakistanischen Teil Kaschmirs. Insgesamt wurden neun Ziele attackiert, darunter Einrichtungen in den Städten Kotli, Muzaffarabad (Kaschmir) und Bahawalpur (Punjab).

Geheimdienstkreise und Armee in Islamabad hatten zuvor berichtet, die Städte Kotli und Muzaffarabad im pakistanischen Teil der Himalaya-Region sowie in Bahawalpur seien Ziel der Angriffe gewesen. In Bahawalpur sei dabei eine Moschee getroffen worden. 

Pakistans Militär sprach von Raketenangriffen. Die indische Seite betonte, keine pakistanischen Militäreinrichtungen angegriffen zu haben, und die Operation sei „gezielt, maßvoll und nicht eskalierend“ gewesen.

Das Verteidigungsministerium nannte die eigenen Aktionen „zielgerichtet, maßvoll und nicht eskalierend“. Indien habe bei der Auswahl der Ziele und der Methode der Ausführung beträchtliche Zurückhaltung geübt, hieß es. Der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar schrieb auf der Plattform X: „Die Welt darf dem Terrorismus keine Toleranz zeigen.“

Islamabad bezeichnete die Operation als „unprovozierte Aggression“ und kündigte Vergeltung an. Laut seiner Armee wurden mehrere indische Kampfjets abgeschossen, und der Luftraum über der Region zeitweise gesperrt. Pakistan erklärte, man werde auf die Angriffe „zu einer Zeit und an einem Ort seiner Wahl“ reagieren. Zur Zahl der Opfer gibt es bislang keine gesicherten Angaben. Bisherige Berichte konzentrieren sich auf die politischen und militärischen Reaktionen, nicht auf konkrete Opferzahlen.

imperialismus

Foto: The White House | Lizenz: gemeinfrei

Internationale Gemeinschaft ruft beide Seite zu Zurückhaltung auf

Die internationale Gemeinschaft, darunter die UNO und die USA, riefen beide Seiten zur Zurückhaltung auf, da beide Staaten Atommächte sind und der Konflikt als einer der gefährlichsten der Welt gilt.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich nach den Angriffen „sehr besorgt“. „Die Welt kann sich eine militärische Konfrontation zwischen Indien und Pakistan nicht leisten“, sagte er laut einer Mitteilung seines Büros am Dienstag (Ortszeit). Er rief beide Atommächte zur militärischen Zurückhaltung auf.

US-Präsident Donald Trump äußerte seine Hoffnung, dass der Konflikt zwischen den beiden Atommächten nicht weiter eskaliert. „Ich hoffe nur, dass es sehr schnell endet“, sagte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus mit Blick auf den Angriff. Außenminister Marco Rubio schrieb auf der Plattform X, er werde weiter sowohl die indische als auch die pakistanische Führung auf eine friedliche Lösung hinweisen.

BRICS-Staaten erweisen sich hier als impotent

Die Krise belastet besonders das Verhältnis innerhalb der BRICS-Gruppe. China, traditioneller Partner Pakistans, steht Indiens Vorgehen kritisch gegenüber, während Indien für den Westen – und damit auch für einige BRICS-Staaten – als Gegengewicht zur Volksrepublik immer wichtiger wird.

Ein offener Konflikt zwischen Indien und Pakistan könnte daher den Zusammenhalt der BRICS-Staaten erheblich schwächen, vor allem das Verhältnis zwischen Delhi und Peking. Es gibt bislang keine einheitliche BRICS-Position; vielmehr zeigen sich Differenzen unter den Mitgliedern – insbesondere zwischen China und Indien.

Wie reagiert der Partner Peking?

China ist ein langer und enger Handelspartner Pakistans. Es hatte im Vorfeld angekündigt, schwerwiegende Angriffe auf dessen Souveränität seien nicht hinnehmbar. In einer ersten Reaktion rief es beide Seiten zu „Zurückhaltung“ auf.

Man bedauere die Militäraktion Indiens und sei über die Entwicklung der Lage besorgt, teilte ein Sprecher des Außenamtes in Peking mit. China fordere beide Seiten auf, Frieden und Stabilität Vorrang einzuräumen und weitere Handlungen zu vermeiden, die die Lage verkomplizieren würden.

Während das chinesisch-indische Verhältnis unter anderem wegen Grenzkonflikten im Himalaya-Gebirge als äußerst angespannt gilt, unterhält Peking enge Wirtschaftsbeziehungen zu Pakistan. Über seine Investitions- und Infrastrukturinitiative „Neue Seidenstraße“ baut China Straßen und Schienen in dem südasiatischen Land, um die westchinesische Region Xinjiang mit dem Arabischen Meer im Südwesten Pakistans zu verbinden.

Aufgrund der engen Beziehungen zu Pakistan und der angespannten Lage mit Indien bleibt China zwar aufmerksam, bevorzugt aber diplomatische Kanäle und Stabilität in der Region. Ein direktes Handeln Pekings – etwa militärische Unterstützung oder Sanktionen – ist daher derzeit unwahrscheinlich.

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Nach dem Terror: Spannung zwischen Indien und Pakistan steigt

Khan Pakistan Proteste terror

Als Folge des tödlichen Anschlags in Kaschmir auf Touristen hat Delhi eine Reihe eskalierender Maßnahmen beschlossen. Islamabad zog nach.

Delhi/Islamabad (dpa, KNA, iz). Nach einem Terroranschlag auf Inder durch Terroristen, die aus Pakistan in den indisch besetzten Teil Kaschmirs eingedrungen sind, verschärft sich der Konflikt zwischen beiden Ländern. Indien kündigte Vergeltung an und beschloss teils drastische Maßnahmen.

Am 22. April 2025 griffen Terroristen im indischen Baisaran-Tal, etwa fünf Kilometer von der Kleinstadt Pahalgam entfernt, eine Gruppe von Touristen an. Dabei wurden 25 indische Staatsbürger und ein Tourist aus Nepal erschossen. Weitere 17 Personen erlitten teils schwere Verletzungen. Bei dem Anschlag starb auch der kaschmirische Muslim Adeel Hussein Shah beim Versuch, die Attentäter an ihrem Anschlag zu hindern.

Foto: Harsh Chauhan, Unsplash

Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die militante Gruppe „The Resistance Front“ (TRF), ein Ableger der von Pakistan aus operierenden Lashkar-e-Taiba. Pakistan wird von Indien beschuldigt, dort operierende terroristische Gruppen zu unterstützen. Islamabad bestreitet diesen Vorwurf.

Pakistaner sollen Indien bis Sonntag verlassen

Neu Delhi (KNA) Nach einem Terroranschlag auf indische Staatsbürger durch pakistanische Terroristen will Indien nun sämtliche Pakistaner ausweisen. Mit sofortiger Wirkung sei die Visavergabe für pakistanische Staatsangehörige ausgesetzt, berichtet das staatliche Nachrichtenportal DD News am Donnerstag unter Berufung auf das Außenministerium. Zudem sollen sie Indien bis zum 27. April verlassen.

Gleichzeitig habe das Ministerium für Äußeres in Delhi seinen Staatsbürgern dringend von Reisen nach Pakistan abgeraten. Inder, die sich dort befänden, seien aufgefordert worden, so bald wie möglich zurückzukehren. „Diese Maßnahmen spiegeln den Ernst der Lage und Indiens Entschlossenheit wider, sowohl die Täter als auch ihre Unterstützer zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte Außenminister Vikram Misri.

Islamabad kündigte als Reaktion auf vorherige indische Maßnahmen an, seinen Flugraum für indische Fluggesellschaften zu sperren und wies Vertreter des Landes aus. Zudem schloss es seinen wichtigsten Grenzübergang nach Indien. Pakistanische Diplomaten mussten schon am Mittwoch ausreisen.

Narendra Modi

Foto: kremlin.ru, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 3.0

Vertrag über Indus-Wasser wird ausgesetzt

Als Reaktion auf einen verheerenden Terroranschlag hat Indien am Mittwoch einen wichtigen Vertrag mit Pakistan über die Nutzung der Flüsse in der Himalaya-Region ausgesetzt. Der Wasservertrag mit dem Nachbarland werde mit sofortiger Wirkung suspendiert, erklärte ein Staatssekretär im Außenministerium. Er warf dem verfeindeten Nachbarland vor, grenzüberschreitenden Terrorismus zu unterstützen.

Er ist der bedeutendste Fluss Pakistans. Aus der chinesischen Region Tibet kommend strömt er durch Ladakh, das bis 2019 noch offiziell zum indischen Teil Kaschmirs gehörte. Hier gibt es wichtige Zuflüsse, unter anderem den Zanskar. Von dort fließt der Indus weiter ins westliche Nachbarland.

eskalation pakistan

Foto: OrangeSalt, Shutterstock

Experten sorgen sich um militärische Eskalation

In Indien wächst inzwischen die Furcht, die Armee des Landes könnte bspw. vermutete Basen von Terrorgruppen auf pakistanischem Boden oder weitere Ziele angreifen. Premierminister Modi drohte in einer öffentlichen Rede im Bundesstaat Bihar mit Blick auf den Anschlag, „unmenschliche Terroristen und ihre Mitverschwörer werden stärker bestraft als sie sich vorstellen können“. Die Zeit sei gekommen, jedes Stück Land, auf dem sie stünden, zu zerstören.

In Deutschland äußerten sich Beobachter besorgt. „Die Entwicklungen markieren eine deutliche Verschärfung in den ohnehin angespannten bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Atommächten“, sagte Schahina Gambir, die Südasien-Berichterstatterin bei der Grünen-Fraktion ist. Beide Staaten müssten unter allen Umständen eine militärische Eskalation vermeiden.

Pakistan reagierte am Donnerstaf mit einer scharfen Drohung auf die Aussetzung des Wasservertrags: Jeder Versuch, den Wasserlauf zu stoppen oder umzuleiten werde als Kriegshandlung betrachtet „und mit dem gesamten Spektrum der nationalen Macht beantwortet werden“, teilte das Büro von Premierminister Sharif mit.

Südasien-Experte Michael Kugelman sieht deutliche Zeichen einer neuen Eskalationsstufe. „Die Bedeutung der Aussetzung des Indus-Wasservertrags kann kaum überschätzt werden“, schrieb er auf der Online-Plattform X. So eine Maßnahme habe es zuvor nicht gegeben.

Das muslimische Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 umstritten. Die beiden südasiatischen Atommächte werfen sich immer wieder Verletzungen des Waffenstillstands in der geteilten Region vor.

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Hassrede in Indien verunglimpft vor allem Muslime

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Muslime in Indien leben zunehmend in Angst. Politiker beschimpfen sie als „Eindringlinge“. Aufrufe zur Zerstörung muslimischer Gebetsstätten werden laut.

Washington (KNA). In Indien ist die Zahl der Hassreden gegen religiöse Minderheiten im vergangenen Jahr stark angestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der US-amerikanischen Denkfabrik India Hate Lab.

Demnach gab es eine Zunahme um 74,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023, berichtete der asiatische katholische Pressedienst Ucanews.

Foto: Manoej Pateel, Shutterstock

Vor allem Muslime von Hass betroffen

Vor allem von Hassrede betroffen sind demnach Muslime. Sie seien in 98,5 Prozent der dokumentierten Fälle Ziel solcher Äußerungen gewesen. Das steht laut Untersuchung in Zusammenhang mit dem Wahlkampf der hindunationalistischen Partei von Premierminister Narendra Modi, der Bhartatiya Janata Party (BJP). Deren Ziel sei es gewesen, die hinduistische Mehrheit zu mobilisieren.

So verschärfte sich während des Wahlkampfs zur Parlamentswahl 2024, der größten der Welt mit rund 969 Millionen Wahlberechtigten, laut Analyse der Denkfabrik die Rhetorik gegenüber Muslimen. Modi nannte diese bei Auftritten etwa „Eindringlinge“. 

Die zunehmende Feindseligkeit habe bei zahlreichen Muslimen Ängste geschürt. Besonders alarmierend sei die steigende Zahl an Aufrufen zur Zerstörung muslimischer Gebetsstätten. Auch wurde auf dem Gelände einer im Jahr 1992 zerstörten Moschee ein hinduistischer Tempel eröffnet.

Foto: N. Modi, flickr | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Unter den Augen der BJP

Dokumentiert wurden im Jahr 2024 insgesamt 1.165 Hassreden. Über zwei Drittel dieser Vorfälle ereigneten sich in Bundesstaaten, die von der BJP oder ihren Verbündeten regiert werden. Mehr als 450 der Hassreden sollen von BJP-Politikern stammen, darunter 63 von Modi selbst. 

Zur Verbreitung hatten laut Bericht auch Soziale Medien beigetragen. 266 Hassreden führender BJP-Politiker wurden simultan auf offiziellen Social-Media-Kanälen der Partei veröffentlicht. Diese hatte in der Vergangenheit ähnliche Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen. 

In Indien leben rund 1,4 Mrd. Menschen. Knapp 80 Prozent sind Hindus. Zum Islam bekennen sich gut 14 Prozent. Die Anzahl der Christen liegt bei 2,3 Prozent.

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Gnadenlos kapitalistisch: Indien und seine versteckte Unterklassen

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Im Jahr 2023 wurde Indien die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Es ist ein rasender Kapitalist. Das Gefälle ist größer als in den USA. (Ayaan Institute). Im Jahr 2023 wurde Indien […]

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Schlappe für Modi: Indiens Hindu-Nationalisten verfehlen Super-Mehrheit

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Noch steht das Ergebnis der Megawahl in Indien nicht im Detail fest. Nach aktuellem Stand hat die hindunationalistische Parteienallianz von Premier Modi ihr selbstgestecktes Ziel aber verfehlt.

Neu Delhi (KNA). Nach der Parlamentswahl in Indien hat das Parteienbündnis Nationaldemokratische Allianz (NDA) sein selbstgestecktes Ziel von 400 Parlamentssitzen verfehlt. Der von der hindunationalistischen Regierungspartei Bharatiya Janata Party“ (BJP) angeführte Zusammenschluss schnitt laut indischen Medienberichten (Dienstag) möglicherweise schlechter ab als bei der Wahl 2019.

Einen Erfolg verbuchte hingegen offenbar das Oppositionsbündnis INDIA. Es wird von der Kongress-Partei der Gandhi-Dynastie angeführt und wird mit mindestens 230 Sitzen im Parlament vertreten sein. 2019 hatte der Zusammenschluss 202 Sitze verloren und stellte nur noch 91 Abgeordnete. Die BJP verfügte hingegen mit 303 Sitzen über eine eigene Mehrheit und zusammen mit anderen Parteien über 353 Abgeordnete.

Nach aktuellem Stand der Stimmauszählung könnte die BJP nun ihre Mehrheit verfehlen, berichtet das Nachrichtenportal „Times of India“ (Dienstagnachmittag). Dann könnte Premierminister Narendra Modi nur mit Unterstützung anderer Parteien zum dritten Mal in Folge Regierungschef werden. Modi hatte im Wahlkampf mit dem Hindu-Nationalismus und antimuslimischen Parolen geworben.

Einen schweren Rückschlag mussten die BJP/NDA laut „Times of India“ ausgerechnet im hinduistischen Kernland im Norden Indiens hinnehmen. Stand Dienstagnachmittag lag INDIA im Bundesstaat Uttar Pradesch (UP) vor der BJP/NDA. Uttar Pradesch wird von dem Hindu-Hardliner Yogi Adityanath regiert. Der 52-jährige Priester galt bislang als ein potenzieller künftiger Nachfolger von Modi (73).

Modi und die BJP stehen fest auf dem Fundament der Hindutva-Ideologie. Indien, so die Hindutva, muss auf Grundlage eines kulturellen, religiösen und politischen Hinduismus regiert werden. Unter Modi hatten seit seiner ersten Wahl vor zehn Jahren Hass und Gewalt gegen Christen und Muslime durch radikal-militante Hindutva-Organisationen sprunghaft zugenommen.

Die seit Anfang April bis 2. Juni in sieben Etappen durchgeführte Wahl galt wegen ihres schieren Ausmaßes als die größte weltweit. Man habe mit 642 Millionen Wählern einen Weltrekord aufgestellt, so Wahlleiter Rajiv Kumar zu Wochenbeginn. Die Wahlbeteiligung von 66,3 Prozent lag demnach knapp unter den 67,4 Prozent von 2019. Insgesamt waren 970 Millionen der 1,4 Milliarden Einwohner Indiens wahlberechtigt.

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Modis Hass auf Minderheiten

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Indiens Premierminister Modi und seine BJP betreiben eine völkische Politik, und dürften wahrscheinlich die Wahlen damit gewonnen haben. (The Conversation). Bereits vor der Verkündung der endgültigen Wahlergebnisse am 4. Juni […]

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Von Bosnien bis zur USA: Kurzmeldungen aus Ausgabe 346

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Kurzmeldungen: In dieser Ausgabe reichen unsere Kurzmeldungen von globalen Themen bis zu den USA. Resolution gegen Muslimfeindlichkeit beschlossen NEW YORK (Agenturen). Die UN-Generalversammlung hat am 15. März mit überwältigender Mehrheit […]

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