Die USA und Israel haben am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Iran begonnen, dessen Ausgang und Folgen noch nicht abzusehen sind.
(iz). Der ansonsten eher zurückhaltend auftretende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trat am 24. März anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Auswärtigen Amtes ungewohnt undiplomatisch auf.
Er bezeichnete den von den USA und Israel begonnenen Irankrieg als „Völkerrechtsbruch“. Dieser Krieg sei für ihn völkerrechtswidrig, daran gebe es wenig Zweifel. Darüber hinaus bezeichnete er ihn als „politisch verhängnisvollen Fehler“. Er sei vermeidbar und unnötig gewesen.
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Die bisher als „präventiv“ und „begrenzt“ präsentierte Aggression gegen Teheran hat sich innerhalb eines Monats zu einem offenen Regionalkrieg entwickelt, der sich nach wie vor einer klaren Prämisse entzieht, jedoch einer fatalen Logik der Eskalation folgt.
Dazu passt, dass der US-Präsident seit Beginn der Angriffe am 28. Februar wiederholt von unterschiedlichen Absichten, der Dauer des Konflikts und einem Endszenario sprach.
Mal war der Krieg fast entschieden, in anderen Momenten sollte er noch mehrere Wochen anhalten. So widerrief er am Morgen des 23. März ein für diesen Tag angekündigtes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus.
Am 28. Februar 2026 begannen koordinierte Luft- und Raketenangriffe auf iranische Führungseinrichtungen, Kommandozentralen, die Luftabwehr sowie Nuklearanlagen. Bei den ersten Schlägen wurde Revolutionsführer Ali Khamenei getötet, viele Spitzenfunktionäre kamen ums Leben.
Die von Washington als „Epic Fury“ bezeichnete Operation begann, obwohl die indirekten Nuklearverhandlungen unter omanischer Vermittlung offiziell noch nicht gescheitert waren. Bereits am ersten Tag wurde dabei eine iranische Schule getroffen, bei der nach dortigen Angaben bis zu 180 Schülerinnen ums Leben kamen.
In den ersten Stunden antwortete der Iran mit massiven Salven auf Israel, US-Basen in der Region sowie auf Ziele in Nachbarstaaten. Ein Teil der Angriffe wurde abgefangen, es gab jedoch Tote, Verletzte und erhebliche Schäden an der Infrastruktur. Schnell weitete sich das Schlachtfeld aus.
Während Tel Aviv und Washington weitere Wellen gegen Raketenstellungen, Marineeinheiten im Golf und dortige Einrichtungen flogen, nahm Teheran gezielt Städte in Israel, Luftwaffenstützpunkte und logistische Knotenpunkte in der Region ins Visier.
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Innerhalb einer Woche waren mehr als ein Dutzend Staaten betroffen, so durch Überflüge, Raketenabbrüche, Cyberangriffe und Störungen des zivilen Luft- und Schiffsverkehrs. In der Straße von Hormus und im Golf von Oman wurden iranische und US-Schiffe beschossen. Tanker meldeten Vorfälle und die ersten Handelsschiffe änderten ihre Routen oder stellten ihre Fahrten ein.
Parallel zum externen Krieg verschärft sich die innere Repression im Iran: Schon im Januar 2026 hatten Sicherheitskräfte die größten Proteste seit 1979 mit tausenden Toten niedergeschlagen. Nun nutzt die neue Führung unter Mojtaba Khamenei den Kriegszustand, um Oppositionelle, Journalisten und Aktivisten weiter zu verfolgen.
Die Intensität der Raketenangriffe seitens Teherans hat mittlerweile etwas abgenommen, doch der Konflikt ist nicht entschieden. Die US-israelische Koalition kontrolliert die Lufträume und Seewege nur teilweise.
Das Raketenarsenal des Irans ist geschwächt, aber nicht ausgeschaltet, und die Führungsstruktur des Regimes hat sich unter neuem Oberhaupt stabilisiert. Währenddessen droht jeder weitere eskalierende Schritt, wie die Zerstörung von Infrastruktur – etwa Entsalzungsanlagen, Wasser- und Elektrizitätswerke –, den Konflikt zu entgrenzen und zu verschärfen.
Trump ist sich bewusst, dass der Krieg im Land und bei Verbündeten auf Ablehnung stößt und die Weltwirtschaft destabilisiert. Am 16. März stiegen die Ölpreise auf über 87,59 Euro pro Barrel.
Netanjahu hingegen will ihn nicht beenden, ohne dem Iran eine entscheidende Niederlage zuzufügen, die zumindest dessen Atom- und Raketenprogramme beendet.
Während Bomben fallen: Als Nahostbeauftragter des Hilfswerks Misereor ist Frank Wiegandt für den Libanon, Jordanien, Syrien und Irak zuständig. Die neue Eskalation erlebt er hautnah mit.
Beirut/Rom (KNA). Dass über Beirut Drohnen kreisen, sind die Menschen gewohnt. Doch seit dem 2. März fallen Bomben, der Libanon befindet sich im Ausnahmezustand. Mitten drin: Frank Wiegandt, Nahostbeauftragter des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, das viele Projektpartner in der Region hat und etwa Geflüchteten hilft.
Wiegandt spricht im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) über Solidarität zwischen Christen und Muslimen, psychologische Kriegsführung und argwöhnische Blicke für einen Mitteleuropäer. Von Sabine Kleyboldt
Frage: Herr Wiegandt, wie erleben Sie derzeit die Situation im Libanon?
Frank Wiegandt: Ich wurde am Montagmorgen gegen 2.30 Uhr in meiner Wohnung in der Innenstadt von Beirut durch Explosionen geweckt, die auf Bombenangriffe der israelischen Armee folgten. Diese reagierte damit auf die kurz zuvor erfolgten Angriffe der schiitischen Miliz Hisbollah auf Ziele in Nordisrael.
Seither dauern die Bombenangriffe an, Drohnen kreisen ununterbrochen mit ohrenbetäubendem Getöse über Beirut. Den Lärm der Drohnen kannte ich schon, allerdings nur tagsüber und sporadisch; jetzt hört man die Drohnen auch in der Nacht, und das ist wirklich zermürbend und hat mit psychologischer Kriegsführung zu tun.
Frage: Wie blicken die Menschen auf die neue Eskalation?
Frank Wiegandt: Die libanesische Tageszeitung „L’Orient le Jour“ titelte am Dienstag: „Treibt die Hisbollah den Libanon in den Selbstmord?“ Das resümiert ganz gut die Situation, wie ich finde.
Es ist Krieg; die Menschen sind resilient, aber sie sind auch müde. Schon wieder mussten sie ihre Heimat verlassen, wieder wissen sie nicht, wann sie zurückkehren werden und in welchem Zustand sie ihre Häuser vorfinden werden.
Frage: Im Libanon gilt das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen als vorbildlich – jetzt immer noch?
Frank Wiegandt: Es gibt viel Solidarität. Libanesische Christen und Muslime sammeln Spenden und helfen ihren Landsleuten, die getroffen wurden oder flüchten mussten. Auch die Partnerorganisationen von Misereor mobilisieren sich. Es werden Unterkünfte, Nahrungsmittel, Hygieneartikel, aber auch psychosoziale Betreuung für die geflüchteten Menschen angeboten.
Die Schulen sind seit Montag geschlossen und der Verkehr ist deutlich geringer als üblich. Doch die Straßen sind voll von Autos der Menschen aus dem Südlibanon, die nach den Angriffen der israelischen Armee aus ihren Städten und Dörfern mit ihren Familien nach Beirut geflohen sind, um sich einigermaßen in Sicherheit zu bringen.
Die Menschen übernachten in ihren Autos, in Schulen, in Moscheen und Kirchen, in Zelten am Meer. Die, die es sich leisten können, wohnen im Hotel.
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Frage: Wer sind „die Schuldigen“ dieses neuen Kriegs?
Frank Wiegandt: Es gibt die Wut auf die israelische Armee und auf die „Zionisten“, aber stärker noch gibt es die Wut auf die eigenen Leute, die Führungsriege der Hisbollah, die offenbar blind ergeben die Befehle der iranischen Mullahs befolgte und Israel angriff. Das gab der israelischen Armee den Vorwand, sofort zurückzuschlagen.
Es war eigentlich allen klar, dass die gegenwärtige israelische Regierung die Hisbollah ein für alle Mal aus dem Weg räumen wollte und auf den richtigen Augenblick dafür wartete.
Das Handeln und Vabanquespiel der Hisbollah wird vielfach als unpatriotisch und eigentlich verräterisch bezeichnet, da es die Interessen einer fremden Macht, des iranischen Regimes, über die Sicherheit und das Gemeinwohl der libanesischen Bevölkerung stellt.
Am 26. September 2024 wurde der langjährige Anführer der Hisbollah, Hassan Nasrallah, von einem gezielten Luftschlag der israelischen Armee getötet. Heute ist die Hisbollah zwar geschwächt, aber immer noch da. Trotz vieler Ankündigungen und Versprechungen ist es der libanesischen Regierung bisher nicht gelungen, die Hisbollah zu entwaffnen und zu entmachten.
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Frage: Welche Reaktionen erleben Sie derzeit als Mitteleuropäer im Libanon?
Frank Wiegandt: Wenn ich jetzt die Corniche entlang gehe, spüre ich die argwöhnischen Blicke, die sich auf mich richten. Sie scheinen zu sagen: „Was machst du hier, sind wir auch deinetwegen oder wegen deinesgleichen hier gestrandet?“ Das ist natürlich Unsinn, aber ich kann es den Menschen nicht verdenken. Die Wahrheit ist nicht simpel, und im Krieg machen sich alle schuldig. Mein Eindruck ist aber auch der, dass die Hisbollah durch ihr Handeln ihren letzten Kredit bei der Bevölkerung verspielt hat.
Die Menschen verstehen nicht, warum die Hisbollah, trotz besseren Wissens und Warnungen der Regierung, den Libanon in diesen Krieg hineingezogen hat. So sieht das auch der lateinisch-katholische Bischof von Beirut, César Essayan. Als ich ihn am Dienstag traf, rief er mir zu: „Sind die alle verrückt geworden? Wird das jetzt der dritte Weltkrieg?“
Über das entpolitisierte Paradies Dubai inmitten einer hochpolitisierten Region.
(iz). Dubai ist in diesen Kriegstagen weniger eine Stadt als ein Symbol für ein Versprechen, das die Golfmetropolen der Welt gegeben haben: dass man hier, zwischen Meer und Wüste, einen sicheren Transit‑ und Luxuskorridor buchen könne, während ringsum ungelöste Konflikte brodeln.
Nun fallen Trümmer auf die Stadt, Alarmsignale der Mobiltelefone schneiden durch das klimatisierte Mall‑Atrien, und plötzlich verschiebt sich die Semantik: „Dubai“ bedeutet nicht mehr nur Shopping, Stopover, Expo‑Erinnerungen – sondern rückt gefährlich nah an den Sound von „Kriegszone Naher Osten“.
Dubai als Touristen-Symbol – und sein Riss
Über Jahrzehnte wurde Dubai als „sunny, safe, tax‑free oasis“ vermarktet, als Oase der Planbarkeit, in der fast 90 Prozent der Bewohner Expats sind und Sicherheit selbst zur Ware geworden ist.
Der Aufstieg vom Perlendorf zur globalen Drehscheibe folgte einer klaren Dramaturgie: Emirates als fliegende Brücke seit 1985, das Burj Al Arab als architektonische Ikone seit 1999, Eigentumsrechte für Ausländer in den 2000ern, bis hin zu einem Wirtschaftsmodell, in dem Öl nur noch einen winzigen Bruchteil des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, während Handel, Tourismus, Immobilien und Finanzdienstleistungen die Stadt tragen.
Dieses Dubai war ein Versprechen an Reisende, Wohlhabende und den globalen Mittelstand: Du kannst durch den Nahen Osten reisen, ohne ihn wirklich berühren zu müssen – in einem klimatisierten, entpolitisierten „safe cosmopolitan space“.
Genau dieses Versprechen wird im Irankrieg beschädigt, wenn Bilder fliegender Drohnen und Evakuierungen vom Palm Jumeirah um die Welt gehen, und wenn Flugausfälle, Luftraumwarnungen und höhere Versicherungskosten den bislang reibungslos surrenden Transitknoten ins Stocken bringen. Mit jeder Reisewarnung, mit jedem Storno rutscht Dubai ein Stück aus der Sphäre der Imagination („Oase“) in die Sphäre der Geopolitik, in der kein Ort sich auf Dauer entziehen kann.
Gleichzeitig bleiben die Finanzmärkte nicht unberührt: Börsen öffnen nur verkürzt oder bleiben tageweise geschlossen, die Kurse von Airline‑Aktien, Hotelketten und Duty‑free‑Betreibern stehen unter Druck, weil Investoren das politische Risiko neu einpreisen.
Entscheidend wird sein, wie lange dieser Ausnahmezustand dauert: Ein kurzer Schock lässt sich in die Erzählung resilienter Modernität einbauen. Ein langgezogener Konflikt hingegen könnte Geschäftsmodelle, Renditeerwartungen und touristische Routinen grundlegend verschieben.
Gelassenheit im Ausnahmezustand
Paradox ist, dass die Alltagserfahrung vieler Bewohner dieser Tage eher von Gelassenheit erzählt als von Panik. Auf den ersten Blick bleibt der Strom der SUVs vor den Malls, das Flanieren auf den Promenaden, das entspannte Leben in den Cafés: keine Hamsterkäufe, kein sichtbarer Kollaps der Versorgung, das Leben geht weiter, als hielte die Stadt demonstrativ an ihrer eigenen Normalität fest.
Die Regierung bemüht sich, Preise zu stabilisieren, Subventionen zu justieren und Lieferketten offen zu halten – nicht nur aus Fürsorge, sondern auch, um das Narrativ der Steuerbarkeit der Lage aufrechtzuerhalten. Die Kommunikationsstrategie ist dabei Teil der psychologischen Infrastruktur: Warn‑Apps, Hinweise, wann Schutz gesucht werden soll, und wann man „normal“ weiterarbeiten kann, suggerieren eine kontrollierte Ausnahme.
In dieser Mischung aus High‑Tech‑Sicherheitsstaat und alltäglicher Routine entsteht ein Bild von Bürgern und Residents, die gelernt haben, mit geopolitischer Volatilität zu leben, ohne ihr Lebensmodell preiszugeben – ein Habitus der Ruhe, der selbst wieder zur touristischen Ressource werden könnte.
Die strategische Logik der Flugabwehr
Jenseits der Glas‑und‑Stahl‑Oberfläche Dubais arbeitet in diesen Wochen eine zweite, unsichtbare Maschine: die Flugabwehr, in die die Emirate seit Jahren Milliarden investiert haben. THAAD‑Batterien, Patriot‑Systeme, hochreichweitige Radare wie AN/TPY‑2 fügen sich mit eigenen Rüstungsprojekten wie „SkyKnight“ zu einem vielschichtigen Schutzschirm, der ballistische Raketen in großer Höhe, billige Drohnen und Marschflugkörper in tieferen Lagen abfangen soll.
Die nackten Zahlen der aktuellen Angriffe – hunderte Raketen und Drohnen, eine angegebene Abfangrate von über 90 Prozent, bei sehr wenigen Todesopfern – erzählen von einem technologischen Großversuch unter Ernstfallbedingungen, bei dem die Verteidigung zwar nicht alle Schäden verhindert, aber die Zerstörung auf ein politisch verkraftbares Minimum reduziert. Der Staat zeigt sich vorbereitet und als Herr der Lage.
Die Systeme sind nicht nur militärische Hardware, sondern Teil des Geschäftsmodells: Sie schützen Flughäfen, Seehäfen, Freihandelszonen und die Skyline, die als Kulisse für den globalen Kapitalverkehr dient. Jede erfolgreich abgefangene Rakete ist zugleich eine Investition in das Narrativ, dass selbst der Krieg hier nur „am Rand“ stattfindet – als Lichtblitz am Nachthimmel, der den Betrieb nicht grundsätzlich lahmlegt.
Zugleich macht die hohe Sichtbarkeit dieser Verteidigungsanstrengungen deutlich, dass die vermeintliche Entpolitisierung Dubais immer schon auf einer massiven Militarisierung des Luftraums beruhte – auf einer technopolitischen Architektur, die der Tourismusindustrie den Rücken freihalten sollte.
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Zwischen US‑Israel‑Koalition und Golfinteressen
Der Krieg legt auch die Bruchlinien zwischen den Interessen der US‑Israel‑Koalition und denen der Golfstaaten frei. Während Washington und Jerusalem auf eine harte Linie gegenüber Teheran setzen, haben die Emirate und andere Golfmonarchien immer wieder eine diplomatische Lösung der iranischen Nuklearfrage gefordert und dem Westen in der aktuellen Eskalation die Nutzung ihrer Basen und ihres Luftraums für offensive Operationen verweigert.
Sie wollen nicht Schauplatz eines Stellvertreterkriegs werden– sind aber zugleich unmittelbare Zielscheibe iranischer Raketen, in größerer Zahl als Israel selbst.
Die offizielle Haltung wirkt trotzdem betont maßvoll: Die Opfer werden beklagt, auch die iranischen Zivilisten – etwa getroffene Schulkinder in Teheran – finden Eingang in die empathische Anteilnahme, als wolle man zeigen, dass dieser Krieg keine ethnokonfessionelle Schlacht sein soll, sondern eine Tragödie, die Menschen auf beiden Seiten trifft.
Die Botschaft nach innen lautet: Vertraut auf die Führung, auf unsere eigenen Fähigkeiten, unser Land zu verteidigen; nach außen: Wir sind keine Frontstaaten im Dienst einer fremden Agenda, sondern Akteure mit eigener strategischer Rationalität, die einen ideologisch aufgeladenen Krieg möglichst eindämmen wollen.
Dass die Emirate keinerlei Interesse an politischem Islam – weder in iranischer noch in jihadistischer Variante – haben, markiert dabei den Rahmen: Stabilität, Säkularität im Alltag, wirtschaftliche Offenheit stehen höher als jede ideologische Frontstellung.
Al Habtoors Einspruch gegen Stellvertreterlogik
In diese Konstellation hinein spricht der einflussreiche Geschäftsmann Khalaf Al Habtoor, und seine Worte finden viel Beachtung in der Stadt. Er schreibt, man wisse sehr genau, warum man angegriffen werde, und ebenso, wer die Region in diese Eskalation hineingezogen habe, ohne seine Verbündeten zu konsultieren – ein klarer Hinweis darauf, dass Teile der Golfelite die strategischen Entscheidungen der US‑Israel‑Koalition als fahrlässig empfinden.
Wenn er betont, die Golfstaaten bräuchten keinen äußeren „Schutz“ und nichts sei kostbarer als das Leben unserer Söhne, keine Allianz den Preis wert, artikuliert sich darin ein souveränes Selbstverständnis, das die Logik klassischer Schutzmachtbeziehungen aufkündigt. „Wir brauchen euren Schutz nicht… haltet nur eure Hände von uns fern“ – in diesem Satz steckt der Wunsch, der eigenen Wohlstands‑ und Sicherheitsarchitektur zu trauen, statt als Schachfigur in einem globalen Rüstungsbusiness zu enden, das von jeder neuen Krise profitiert.
Al Habtoors Kritik am Waffenhandel – als Geschäft, das Konflikte eher nährt als eindämmt – wirkt wie eine selten ausgesprochene Selbstdiagnose der Region: Das, was die Skyline schützt, ist zugleich Teil eines global agierenden Industriekomplexes, der Kriegszyklen verlängert. Insofern ist seine Intervention auch eine Verteidigung Dubais als Lebensform: einer Wirtschaftsmetropole, die sich nicht permanent neu als Schlachtfeld verfügbar machen lassen will.
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Finanzielle Hebel – Dubai als Druckmittel
Doch Dubai ist mehr als touristisches Symbol und militärisch geschützter Knoten – es ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Schatten‑Durchgänge der iranischen Ökonomie. Über Firmenregister, Free Zones und Finanzkonstruktionen fließen Milliarden an iranischem Kapital durch Emirate‑Konten: Briefkastenfirmen, inoffizielle Wechselstuben, informelle Netzwerke sorgen dafür, dass Öleinnahmen kanalisiert, Sanktionen umgangen, Devisen beschafft und globaler Handel ermöglicht werden.
Dieses Geflecht bildet die unsichtbare Rückseite der Skyline, eine Grauzone, in der geopolitische Feindschaft und ökonomische Koexistenz sich berühren. Mit den iranischen Angriffen wächst nun der Druck, dieses Netzwerk als Hebel einzusetzen. Nach Berichten, die auf das „Wall Street Journal“ zurückgehen und von internationalen Medien aufgegriffen wurden, prüfen die Emirate die Möglichkeit, iranische Vermögenswerte in Milliardenhöhe einzufrieren: Konten mutmaßlicher IRGC‑Frontfirmen, Geldströme über Schattenbanken und inoffizielle Exchanges, bis hin zu möglichen maritimen Maßnahmen gegen iranische Schiffe.
Ein solcher Schritt würde Teherans Zugang zu Fremdwährungen und Handelsnetzen drastisch einschränken – potenziell wirksamer als manche militärische Option – und erklärt, warum in sozialen Medien bereits spekuliert wird, die in Emirate‑Banken liegenden Vermögen der Revolutionsgarden könnten den Krieg schneller beenden als jede Rakete.
Für Dubai selbst wäre das ein riskantes Manöver: Es würde Teile seines Finanzökosystems beschneiden und das Image als neutraler, transnationaler Umschlagplatz belasten, zugleich aber die Rolle der Stadt als strategischer Akteur im Finanzkrieg unterstreichen.
Unter der Oberfläche der Luxushotels wird hier eine stille, ökonomische Frontlinie gezogen, an der sich entscheidet, ob die Golfstädte reine Kulissen bleiben oder ihre Macht als Gatekeeper globaler Kapitalströme offensiv nutzen. Auf der anderen Seite weisen die Golfstaaten darauf hin, dass ihre Investitionen in den USA neu bewertet werden könnten. Eine Aussicht, die nicht nur in den USA Sorgen auslösen dürfte.
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Aussichten: Verwundbarkeit und Beharrungskraft
Die Frage nach Dubais Zukunft in Zeiten des Irankrieges ist keine Prognosefrage allein, sondern eine Frage nach der Haltbarkeit eines bestimmten Zivilisationsentwurfs. Kurzfristig zeigen die Daten eine erstaunliche Resilienz: Trotz Angriffen, Flugstörungen und verunsicherten Investoren kehrt die Stadt binnen Tagen weitgehend zum Normalbetrieb zurück, zwar buchen Touristen um, verschieben, stornieren – aber viele Auswärtige brechen Dubai nicht den Rücken.
Die Hochhäuser stehen, die Strände füllen sich, das Nachtleben dimmt vielleicht das Licht, aber es geht nicht aus. Langfristig hängt alles an der Dauer und Intensität des Konflikts – und daran, ob es den Emiraten gelingt, das Bild des sicheren Transit‑ und Luxuskorridors glaubhaft zu reparieren.
Gelingt es, die Angriffe als einmaligen Schock zu rahmen, flankiert von hwirksamer Luftverteidigung und klug dosiertem Finanzdruck auf Teheran, dann könnte Dubai sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen: als Stadt, die gezeigt hat, dass ihr Sicherheitsversprechen mehr ist als Marketing.
Zieht sich der Krieg dagegen über Monate oder gar Jahre, werden Versicherer, Fluglinien, Konzerne und Individualreisende ihre Risikomodelle neu zeichnen – und der Golf könnte einen Teil seines touristischen und finanziellen Magnetismus an andere, sichere wahrgenommene Korridore verlieren.
Vielleicht wird man Dubai dann einmal als Labor eines 21. Jahrhunderts lesen, in dem der Versuch unternommen wurde, ein entpolitisiertes Paradies inmitten einer hochpolitisierten Region zu erschaffen – und in dem sich, unter Raketenfeuer, zeigte, wie dünn die Trennwand zwischen Duty‑free‑Shop und geopolitischer Frontlinie tatsächlich ist.
Die kommenden Monate werden entscheiden, ob die Stadt diese Trennwand neu verstärken kann – oder ob der Rauch der Trümmer sich tiefer in das kollektive Gedächtnis der Reisenden einbrennt, als es jede Imagekampagne je wieder aufhellen kann. Die Situation ist gefährlich, denn wenn die ökonomischen Perspektiven in den Wohlstandszentren wegbrechen, könnte der gesamte Raum dauerhaft destabilisiert werden.
Während Bomben auf den Iran und viele Staaten der Region fallen, wirken die Aggressoren und die EU-Länder plan- und konzeptlos.
(iz, KNA, GFP.com). Ab dem Morgen des 28. Februar 2026 markierten die gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriffe auf iranische Ziele eine neue Phase des seit Jahren eskalierenden Schattenkriegs – erstmals als offener, regionaler Krieg geführt.
Seit 28. Februar fallen Bomben und Raketen
Am 28. Februar gegen Vormittag Ortszeit starteten massive Angriffe mit US‑Projektilen, Drohnen und israelischen Jets auf Ziele in West‑ und Zentraliran, darunter Luftabwehr, Raketenstellungen und Anlagen mit Bezug zum Nuklear‑ und Raketenprogramm.
Tel Aviv sprach von etwa 500 getroffenen militärischen Zielen und der größten Kampagne seiner Luftwaffe. US-Präsident Trump erklärte die Operation zu einer großangelegten Offensive zur Zerstörung von Irans Raketenindustrie, Seestreitkräften und nuklearen Kapazitäten. Entgegen den Behauptungen deutscher Kommentatoren geht es weder Washington noch Tel Aviv in erster Linie um „Freiheit“ oder „Demokratie“ in der Islamischen Republik.
Fast zeitgleich schlossen Iran, Israel und Nachbarstaaten ihren Luftraum; die USA signalisierten, dass diplomatische Optionen als ausgeschöpft gelten. Internationale Reaktionen reichten von scharfer Kritik an der Gefährdung der regionalen Stabilität bis zu Erklärungen der Unterstützung für das „Selbstverteidigungsrecht“ Israels und der USA.
Iran antwortet und weitet den Krieg auf die gesamte Region aus
In den Stunden nach den ersten Angriffen reagierte Teheran mit einem breiten Spektrum von Drohnen‑ und Raketenangriffen. Ziele sind weiterhin Israel, US‑Basen in der Region, zivile Objekte in Jordanien, Kuwait, Bahrain, Katar, Irak, Saudi‑Arabien und den VAE sowie zivile Flughäfen und Häfen der Nachbarstaaten.
Teheran schloss der Straße von Hormus, womit ein neuralgischer Punkt des Welthandels und der Energieversorgung getroffen ist. Die Ölpreise sprangen deutlich nach oben, asiatische Börsen geraten unter Druck.
Politisch verschiebt sich damit der Konflikt von einer bilateralen Konfrontation hin zu einem offenen regionalen Krieg, der Golfmonarchien, Irak, Libanon und de facto europäische Akteure über Militärbasen und Energieabhängigkeit einbindet. Sollten die USA angeblich Pläne zur Mobilisierung kurdischer Kräfte im Iran realisieren, dürfte nach Ansicht von Beobachtern auf die Türkei nicht abseits bleiben.
Die Arabische Liga warnte vor einem „vollumfänglichen regionalen Krieg“ und drängt auf Deeskalation, während Teheran nach Tötung von Ayatollah Ali Khamenei und unzähligen hochrangigen Funktionären des Machtapparats jede Verhandlung mit Washington kategorisch ausschließt.
Die Opferzahlen im Iran steigen rapide an
Im Iran führen die Angriffe seit Beginn zu hunderten zivilen Toten und Verletzten in mehreren Provinzen. Die Aggression trifft dicht besiedelte urbane Räume, Schulen werden geschlossen, Familien fliehen aus besonders gefährdeten Vierteln. Die Internetverbindung bricht landesweit auf wenige Prozent ein, was Informationsfluss, Koordination von Hilfe und die Arbeit humanitärer Organisationen massiv behindert.
Unterbrechungen von Strom, Transportwegen, Gesundheitsdiensten und Versorgungsnetzen verstärken eine vorhandene strukturelle Krise. Wasserknappheit, steigende Preise und hohe Arbeitslosigkeit treffen insbesondere einkommensarme Haushalte, Tagelöhner und informell Beschäftigte.
Kinder, Ältere, Menschen mit Behinderungen und Kranke gelten als besonders gefährdet, da sie von funktionierenden öffentlichen Diensten und Medikamenten abhängen, während Binnenvertriebene und Flüchtlinge aufgrund prekärer Wohnverhältnisse und knapper Ressourcen doppelt exponiert sind.
Das Lager der Angreifer ist plan- und kopflos
Politisch steht Washington vor der Spannung zwischen dem Anspruch, Irans Sicherheitsapparat „zu zerschlagen“, und der Gefahr, in einen langwierigen Krieg ohne klar definiertes Endziel hineingezogen zu werden. Für Israel verschränken sich der Angriff gegen den Iran, die anhaltenden Operationen in Gaza und die neue Front im Libanon zu einem Mehrfrontenkrieg, der militärisch beherrschbar sein mag, aber enorme diplomatische und innenpolitische Kosten erzeugt.
Auf iranischer Seite schafft die Tötung Khameneis ein Machtvakuum mit unklarer Nachfolge, in dem Hardliner jede Form von Zugeständnissen als existenzielle Bedrohung rahmen und damit die Eskalationsspirale eher antreiben als bremsen.
Mit Raketen, Drohnen und Flüchtlingsbewegungen, die längst Grenzen überschreiten, ist die Region in eine Konstellation eingetreten, in der ein einzelner Fehlkalkulationsmoment genügen kann, um den Krieg weiter auszuweiten. Währenddessen ist die humanitäre Bilanz nach wenigen Tagen katastrophal und wird absehbar anwachsen.
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Berlin stellt sich grundlos auf die Seite eines Angriffskriegs
Die USA und Israel erhalten bei ihrem zweiten Krieg gegen den Iran binnen neun Monaten erneut die Rückendeckung der Bundesregierung. Bundeskanzler Friedrich Merz teilte am Sonntag mit Blick auf den völkerrechtswidrigen Überfall auf Iran mit, er wolle keine „völkerrechtliche Einordnungen“ des Krieges vornehmen.
Es sei „jetzt nicht der Moment, unsere Partner und Verbündete zu belehren“. Im Gegensatz dazu forderte er Iran auf, „diese wahllosen Angriffe sofort zu beenden“.
Deutsche Muslime rufen zur Deeskalation auf
Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland blickt nach eigenen Angaben mit großer Besorgnis auf die jüngste militärische Eskalation im Zusammenhang mit dem Iran. Die Entwicklungen drohen, eine ohnehin fragile Region weiter zu destabilisieren und neues Leid über die Zivilbevölkerung zu bringen.
Das Gremium rief in einer Erklärung vom Montag alle beteiligten Akteure eindringlich dazu auf, unverzüglich Schritte zur Deeskalation einzuleiten, das internationale Recht zu respektieren und zu einer politischen Lösung zurückzukehren. „Die internationale Gemeinschaft steht in der Verantwortung, weitere Eskalationen zu verhindern und Wege zu eröffnen, die langfristig Sicherheit und Stabilität fördern.“
Die OIC verurteilt Attacken gegen Ziele in arabischen Ländern
Ungeachtet der Darstellung von Präsident Massud Peseschkian, die Tötung von Khamenei durch die USA und Israel sei eine „Kriegserklärung an Muslime“, hat der Weltverband 57 muslimischer Staaten ein Ende der Eskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert. In einer am Abend des 28. Februar verbreiteten Erklärung verurteilte die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Riad die Angriffe Teherans auf benachbarte Mitgliedstaaten.
Das OIC-Generalsekretariat sprach mit Bezug auf iranische Luftangriffe auf Ziele in Saudi-Arabien, mehreren Golfstaaten und Jordanien von „Aggression“ und „einer inakzeptablen Eskalation“. Diese bedrohe die Stabilität der gesamten Region und habe schwerwiegende Folgen für Frieden und Sicherheit.
Die Verletzung der Souveränität von OIC-Mitgliedern und völkerrechtlicher Grundsätze durch den Iran stelle einen gefährlichen Präzedenzfall dar, so der islamische Staatenverband. Er verlangte die Wahrung gegenseitigen Respekts und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.
Leider wie immer: Jerusalem und palästinensische Gebiete werden zu Opfern des Teheraner Vorgehens
Im Felsendom nahm eine Studentengruppe gerade an einem Qur’anunterricht teil, als Alarm ertönte. Kaum jemand habe sich bewegt, berichtet eine Studentin. Zwar sei der Bereich geschlossen worden, aber die Besucher auf dem Plateau der Al-Aksa-Moschee hätten alle Ruhe bewahrt.
Auch außerhalb des Damaskustors zur Altstadt waren die Geschäfte zunächst geöffnet, auf den Straßen herrschte Treiben. Und im Garten der Dormitio, der deutschen Benediktiner-Abtei auf dem Zionsberg, ging die Zitronenernte ungestört weiter.
Dann aber gab es kurz nach 10 Uhr auch für Jerusalem Alarm. Die Bewohner suchten Schutzräume auf. Über der Stadt wurden Raketen gesichtet. Mehrere laute Explosionen waren zu hören, als das israelische Abwehrsystem erfolgreich ein Geschoss abfing. Die deutsche Schmidt-Schule am Rand der Altstadt schickte die Schülerinnen nach Hause.
Später entdeckte man im Hof der Schule zwei etwa 40 Zentimeter große Trümmerteile. Auch beim Sultanspool westlich der Altstadt fiel ein umfangreicheres Raketenstück nieder und sorgte für starke Rauchentwicklung. Der Platz vor der Klagemauer war inzwischen verwaist. Nach Tel Aviver Angaben feuerte der Iran rund 30 Raketen in Vergeltung ab.
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Dramatische Folgen für die Weltwirtschaft sind nicht abzusehen
Die ersten Ausläufer der zu erwartenden Konsequenzen des unnötigen Angriffs auf den Iran zeigte sich bereits an deutschen Tankstellen. Preise stiegen im Schnitt um 20 ct/Liter an. Ökonomen befürchten langfristig ein erneutes Absinken des Wirtschaftswachstums im Euroraum sowie eine Zunahme inflationärer Effekte. An vielen Börsen – von Europa bis Ostasien – sackten die Kurse ab.
„Wir sehen hier nicht nur eine Energiekrise, sondern eine sicherheitspolitische Eskalation mit gravierenden völkerrechtlichen und wirtschaftlichen Folgen. Die Dauer dieses illegalen und sinnlosen Krieges ist nun entscheidend. Für Verbraucher bedeutet jeder weitere Tag höhere Preisschwankungen, steigende Beschaffungskosten und das Risiko erneuter deutlicher Preissteigerungen für Energie. Anders als 2022 wird es diesmal vor allem um die Senkung der Nachfrage gehen“, sagte Dr. Pauline S. Heinrichs vom Londoner King’s College.
„Der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien ist eine Frage strategischer Souveränität. Jede zusätzliche Kilowattstunde aus Wind- und Solarenergie reduziert die Abhängigkeit von fossilen Staaten und fossilen Brennstoffen – und damit die Anfälligkeit für genau solche geopolitischen Schocks“, meint der Ökonom Lukas Scholle. Er ist Chefredakteur des kritischen Wirtschaftsmagazins „Surplus“.
Eine der Lehren aus dem Iran-Krieg müsse eine möglichst schnelle Energiewende sein. Fossile Energie sei eine zentrale ökonomische Grundlage für Kostenschocks – vom Gas aus Russland bis Öl aus dem Nahen und Mittleren Osten.
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Empfänger internationaler Hilfe leiden jetzt schon unter den Effekten des Kriegs
Die Kriegshandlungen im Nahen Osten bringen die Logistik für Hilfslieferungen in Engpässe. Die humanitären Lieferketten gerieten zunehmend unter Druck; Grund seien Behinderungen der Schifffahrt, aber auch gesperrte Lufträume, sagte der Regionaldirektor des Welternährungsprogramms WFP, Samer Abdeljaber, am 3. März in Genf. Das von den Vereinten Nationen getragene WFP ist mit seinem Transportnetz und seinen technischen Möglichkeiten einer der wichtigsten Akteure der Nothilfe weltweit.
Abdeljaber verwies auf Risiken für Schiffe in der Straße von Hormus und drohende Angriffe im Roten Meer. Die Störungen führten zu höheren Transportkosten, längeren Lieferzeiten und einer geringeren Containerverfügbarkeit. Die Beschränkungen im Luftverkehr sorgten für Probleme beim Austausch der Crews und erschwerten Einsätze.
Das WFP und Partnerorganisationen versuchten, sich der Situation anzupassen, etwa durch die Nutzung von Transitrouten in der Türkei, Ägypten, Jordanien und Pakistan sowie Landkorridoren zwischen den VAE und der Levante. Wichtig seien ägyptische Häfen und der Suezkanal. Beide stellten Knotenpunkte für die Region dar, so Adeljaber.
Pakistan wirft den Taliban vor, islamistischen Terrorgruppen Schutz zu gewähren, die im Grenzgebiet Anschläge verüben. Seit Monaten stocken die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den beiden Nachbarn.
Islamabad (KNA). Pakistans Luftwaffe hat afghanische Großstädte wie Kabul und Kandahar bombardiert und Berichten zufolge Militärstützpunkte, Kommandozentralen und Munitionsdepots zerstört. Die afghanische Taliban-Regierung bestätigte die Angriffe.
In beiden Ländern gab es überparteilich nationale Solidarität. In Pakistan bekundeten am Freitag Präsident Zardari, Premierminister Shehbaz Sharif und auch die oppositionelle PTI ihre Unterstützung des Militärs bei dem „offenen Krieg“ gegen Afghanistan zur Verteidigung der territorialen Integrität, wie pakistanische Medien berichteten.
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Afghanische Politiker verurteilten Pakistans Offensive „Ghazab lil-Haq“ (Gerechter Zorn) scharf. Ex-Präsident Hamid Karzai sagte dem Nachrichtenportal Pajhwok Afghan News, die Afghanen verteidigten ihr Land geeint und mutig.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul töteten die Streitkräfte des „Islamischen Emirats Afghanistan“ bei Vergeltungsschlägen gegen pakistanische Stellungen entlang der „Durand-Linie“ 55 pakistanische Soldaten. 15 Außenposten der pakistanischen Armee sollen eingenommen worden sein.
Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif beschuldigte unterdessen die Taliban, Afghanistan zu einer „Kolonie Indiens“ gemacht zu haben und als Stellvertreter für den Export von Terrorismus nach Pakistan zu fungieren.
Die Zusammenstöße brachten Berichten zufolge die Rückführung Tausender afghanischer Flüchtlinge zum Stocken, die am Grenzübergang Torkham auf die Rückkehr in ihr Land warteten. Berichten zufolge wurden sie in ein Auffanglager zurückgeschickt, da die Lage an der Grenze weiterhin instabil ist.
Hintergrund der seit Monaten eskalierenden Spannungen zwischen den beiden Ländern ist Pakistans Vorwurf, die Führung der militanten Gruppe „Tehreek-e-Taliban Pakistan“ (TTP) und viele ihrer Kämpfer seien in Afghanistan stationiert und griffen von dort aus immer wieder Pakistan an.
Die Führung in Kabul weist dies entschieden zurück und wirft ihrerseits Pakistan vor, Kämpfer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu beherbergen. Das dementiert wiederum Pakistan. Seit November stocken die von Katar und der Türkei vermittelten Waffenstillstandsverhandlungen. Seitdem haben Angriffe von Aufständischen auf Pakistan zugenommen.
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Die 2.500 Kilometer lange Durand-Linie war 1893 zwischen dem britischen Diplomaten Mortimer Durand und dem Emir von Afghanistan als internationale Grenze zwischen dem Emirat Afghanistan und Britisch-Indien festgelegt worden.
Nach der Gründung Pakistans 1947 übernahm der neue Staat diese Grenze, während Afghanistan sie nicht akzeptierte. Die Grenze teilt das Stammesgebiet der Paschtunen. Die Paschtunen sind die größte ethnische Gruppe in Afghanistan und eine Minderheit in Pakistan.
Der Krieg im Sudan ist zur größten Vertreibungskrise der Welt geworden. Im Flüchtlingslager im äthiopischen Ura zeigen sich die Folgen globaler Nothilfekürzungen. Derweil verändert sich Äthiopiens Rolle im Sudankrieg. (KNA). […]
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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 367: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. die Lage von Minderheiten, russische Einmischung in Frankreich sowie um strategische Konkurrenz im Jemen.
IKRK erurteilt Gewalt gegen humanitäre Helfer
KAIRO (KUNA). Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat am 8. Dezember erneut Angriffe auf karitative Freiwillige in Konfliktgebieten verurteilt und vor einem zunehmenden Verlust des Respekts für Grundsätze während bewaffneter Konflikte gewarnt. In ihrer Eröffnungsrede zur 13. Tagung der Arabischen Nationalkomitees für Völkerrecht in Kairo sagte Anna Brats, dass die Tagung zu einem „äußerst sensiblen Zeitpunkt“ stattfinde. Sie betonte die Dringlichkeit der Diskussionen angesichts der sich verschärfenden humanitären Krisen im Sudan, im Gazastreifen, in der Ukraine und anderen Konfliktgebieten. Über diese werde wenig berichtet, sie wies darauf hin, dass die Bevölkerung weiterhin die größte Last des Leidens zu tragen habe. Außerdem verwies Brats auf das alarmierende Ausmaß der Verstöße gegen Zivilisten und die Herausforderungen, die sich aus der modernen städtischen Kriegsführung ergeben und die Bemühungen um den Schutz der Zivilbevölkerung erschweren.
GÖTTINGEN (GfbV). Anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember warnte die Gesellschaft für bedrohte Völker vor einer dramatischen Verschlechterung der Lage indigener Gemeinschaften und Minderheiten in aller Welt. Kriege, Gewalt, autoritäre Regime, eine verfehlte Klimapolitik und wirtschaftliche Interessen gefährden demnach zunehmend die Existenzgrundlagen und Rechte dieser Gruppen. Mit einer Politik, die sich nur dann für Menschenrechte einsetzt, wenn es geopolitischen Absichten dient und die humanitäre Hilfe und Entwicklungsgelder kürzt, befördere die Bundesregierung diese dramatische Entwicklung, kritisiert die Menschenrechtsorganisation. Eine Innenpolitik, die rein auf Abschottung setzt, sei mitverantwortlich dafür, dass Empathie und Solidarität mit Notleidenden abnehmen.
Washington schikaniert internationale Richter
WASHINGTON (IZ). Die US-Regierung verschärft ihren Konfrontationskurs gegenüber internationalen Strafgerichten und belegt Richter des IStGH mit Sanktionen. Präsident Trump unterzeichnete im Februar 2025 ein Dekret, das Einreisesperren und das Einfrieren von Vermögen gegen IStGH‑Personal vorsieht, nachdem das Gericht Haftbefehle gegen Israels Premier Netanjahu und Ex‑Verteidigungsminister Gallant erlassen hatte. Im Sommer wurden weitere Richter wegen ihrer Mitwirkung an Verfahren zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen in Palästina und Afghanistan sanktioniert. Parallel drängt eine Mehrheit im US‑Kongress auf zusätzliche Gesetzesinitiativen, die künftige Ermittlungen gegen US‑Bürger und Verbündete faktisch blockieren und Unterstützer des Gerichts ebenfalls ins Visier nehmen würden.
Foto: Freepik.com
Steigender Waffenhandel hält Kriege aufrecht.
NEW YORK (IPS). Die Einnahmen aus Waffenverkäufen und militärischen Dienstleistungen der 100 größten Waffenproduzenten stiegen 2024 um 5,9 % und erreichten laut neuen Daten des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) einen Rekordwert von ca. 580 Mrd. Euro. Die weltweiten Waffenumsätze stiegen 2024 stark an, da die Nachfrage durch die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen, globale und regionale geopolitische Spannungen sowie immer höhere Militärausgaben angekurbelt wurde. Zum ersten Mal seit 2018 steigerten alle fünf größten Rüstungsunternehmen ihre Waffenumsätze, so SIPRI, eine der maßgeblichen Quellen für Waffenverkäufe und weltweite Militärausgaben.
Bisher konnte Afrika nicht profitieren
NEW YORK (IPS). Obwohl der Kontinent über mehr als 30 % der weltweit wichtigsten „grünen Mineralien“ verfügt (wie Kobalt, Lithium, Mangan und Seltenerdelemente, die für die Herstellung von Batterien, Windkraftanlagen und Solarzellen unerlässlich sind), hat dies nicht zu Wohlstand geführt. In einer Rede zum Thema forderte der Exekutivsekretär der UN-Wirtschaftskommission für Afrika, Claver Gatete, eine geeinte Front, um diese Rohstoffe strategisch zu nutzen. „Wir können es uns nicht leisten, die Ausbeutungsmuster der Vergangenheit zu wiederholen“, sagte er. „Afrika muss sich mit seinen eigenen Ressourcen industrialisieren, Arbeitsplätze schaffen und ein nachhaltiges Wachstum für unsere Bevölkerung erzielen.“
Foto: alexlibris/Adobe Stock
Warnung von antimuslimischer Kampagne
SARAJEVO (IZ). Die Islamische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina warnte vor einer systematischen islamfeindlichen Kampagne gegen BosniakInnen und den Staat Bosnien und Herzegowina. In Statements rechtsradikaler Politiker und pseudo-akademischen Texten werde eine „islamische Bedrohung“ konstruiert und sogar ein Volk, das Völkermord überlebt habe, des „demografischen Opportunismus“ bezichtigt. Die Gemeinschaft rief Politik, Medien und Wissenschaft auf, dieser Entwicklung entschieden entgegenzutreten.
Drei Jahre an gebrochenen Versprechen
MONTEVIDEO (IPS). Vor drei Jahren übernahm Kapitän Ibrahim Traoré in Burkina Faso die Macht mit zwei Zusagen, die sich als hohl erwiesen haben: die sich verschärfende Sicherheitskrise anzugehen und die Zivilregierung wiederherzustellen. Jetzt hat er die Wahlen auf 2029 verschoben, die unabhängige Wahlkommission aufgelöst und das Land aus der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten und dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zurückgezogen. Burkina Faso ist zu einer Militärdiktatur geworden. Mit der Festigung der Militärherrschaft sind die bürgerlichen Freiheiten verschwunden. Der CIVICUS Monitor stufte das Land im Dezember 2024 auf „unterdrückt“ herab.
Screenshot: Arakan Army, YouTube
Waffenembargo gegen die Junta gefordert
LONDON (AA). Eine Menschenrechtsgruppe forderte die UNO am 10. Dezember auf, angesichts der anhaltenden Verfolgung der Muslime in Myanmar ein Waffenembargo gegen die de facto herrschende Junta zu verhängen. Die Organisation Burma Human Rights Network forderte den UN-Sicherheitsrat auf, „seine Untätigkeit zu beenden und die Lage in Myanmar an den Internationalen Strafgerichtshof zu verweisen“ sowie „ein verbindliches globales Waffenembargo zu verhängen, das ein Verbot von Sicherheitshilfe, Verkauf und Transfer von Waffen und Dual-Use-Technologie sowie die Aussetzung der Lieferung von Flugkraftstoff umfasst“.
EU-Minister beschließen neue Asylverschärfungen
BRÜSSEL (IZ). Die EU-Innenminister haben in Brüssel weitreichende Verschärfungen des Asylsystems beschlossen. Abschiebungen sollen durch ein gemeinsames Rückkehrsystem erleichtert, Verfahren beschleunigt und teils in Drittstaaten verlagert werden. Auch das Konzept „sicherer Drittstaaten“ und eine kollektive Liste „sicherer Herkunftsländer“ wurden ausgeweitet. Kritiker warnen vor massiven Grundrechtseingriffen.
Foto: Shutterstock, VP Brothers
Heizt Moskau aktiv Spannungen an?
PARIS (IZ). Frankreichs Geheimdienste sehen Russland hinter einer Serie orchestrierter Provokationen, die gezielt Spannungen zwischen jüdischen und muslimischen Gemeinden schüren sollen. Nach Recherchen von „Mediapart“ haben Dienste Kreml-Dokumente abgefangen, in denen die Präsidialverwaltung in Moskau einen Plan gebilligt hat, Frankreich zugleich als antisemitisch und islamfeindlich erscheinen zu lassen. Demnach soll der serbische Staatsbürger Aleksandar Savic, ein als russischer Agent geführter Aktivist, aus dem Untergrund heraus Operationen gesteuert haben. Dazu zählen laut Berichten u.a. mit grüner Farbe beschmierte jüdische Einrichtungen im Mai 2025 sowie im Herbst abgelegte Schweineköpfe vor Moscheen. Ziel der mutmaßlichen Einflussoperation ist es, das politische Klima weiter zu radikalisieren und Frankreich als gespaltenen, unsicheren Staat zu destabilisieren.
Arabische Israelis sind skeptisch geworden
JERUSALEM (KNA). Sie haben einen israelischen Pass und sehen sich trotzdem oft benachteiligt: arabische Israelis. Mehr als die Hälfte bezweifelt, dass ihre jüdischen Nachbarn an politischer Zusammenarbeit interessiert sind. Zwei Drittel (66 %) glauben an eine politische Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden. Aber nur 40 % sind der Meinung, dass es in der jüdischen Bevölkerung dafür auch tatsächlich Unterstützung gibt. Das geht aus einer Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel hervor.
Foto: Husam Alqoliaa, Shutterstock
Geopolitischer Streit um mehr Einfluss im Land
ADEN (IZ). Mahra, die östlichste Provinz, ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen den Golfstaaten: Saudi‑Arabien sichert dort Grenzübergänge, Küsten und eine mögliche Ölpipeline zum Meer, während Oman seine historische Position über Stämme und Handelswege verteidigt. In diese ohnehin fragile Balance stößt nun der von den VAE unterstützte Übergangsrat vor, der nach seinem Vormarsch in Hadramaut Flagge zeigte. Laut aktuellen Berichten haben STC‑verbundene Kräfte in Hadramaut zentrale Institutionen übernommen und entlang der Grenze zu Oman sowie in Mahra die Fahne des ehemaligen Südjemen gehisst.
Kritik an Aussagen der iranischen Führung
RIAD (KUNA). Der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrats (GCC), Al-Budaiwi, brachte am 7. Dezember die Verurteilung und Ablehnung der GCC-Staaten gegenüber den Äußerungen iranischer Regierungsvertreter gegen die GCC-Staaten zum Ausdruck. In einer Presseerklärung wies er darauf hin, dass diese Äußerungen die Souveränität Bahrains und der Emirate verletzten.
Foto: Adobe Stock
Trump heizt die Lage an
ABUJA (IPS). Die Beziehungen zwischen Nigeria und den USA haben sich weiter verschlechtert, nachdem Präsident Trump mit einer „militärischen“ Intervention gedroht hatte, weil einige amerikanische Gesetzgeber von einem „Völkermord an Christen“ sprachen. In einer Reihe von Erklärungen warf er der nigerianischen Regierung vor, die Ermordung von Christen durch „radikale Islamisten“ zu ignorieren. Er warnte, dass Washington alle Hilfen für Nigeria aussetzen und mit „gefeuerten Waffen“ in das „in Ungnade gefallene“ Land einmarschieren werde, sollte Abuja nicht reagieren.
Angriff auf Flüchtlinge: Kriegsverbrechen prüfen
KHARTUM (KNA). Ein schwerer Angriff auf das Flüchtlingslager Zamzam im Westen des Sudan muss nach Einschätzung von Amnesty International als Kriegsverbrechen untersucht werden. Die Menschenrechtsorganisation wirft den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) in einem in der Nacht zum 3. Dezember veröffentlichten Bericht vor, in dem größten Lager für Binnenflüchtlinge in der Region Nord-Darfur im April gezielt Zivilisten getötet und Geiseln genommen zu haben. Auch seien Unterkünfte, Moscheen, Schulen und Kliniken geplündert und zerstört worden. Etwa 400.000 Menschen hätten in der Folge aus dem Lager fliehen müssen, so die Organisation.
Foto: luzitanija , Adobe Stock
Partner am Golf – Rivalen im Sudankrieg
KAIRO (IZ). Die GCC-Partner Riad und Abu Dhabi stehen sich im Sudankrieg faktisch als Rivalen gegenüber: Die Saudis stützen politisch und logistisch die reguläre Armee und präsentieren sich als Vermittler. Die VAE gelten dagegen laut UN‑Experten und westlichen Geheimdiensten als wichtigster Waffenlieferant der RSF, inklusive Drohnen und Munition, die über Libyen und Tschad nach Darfur geschleust werden. In Washington drängte Kronprinz Bin Salman deshalb zunehmend auf ein härteres Vorgehen der USA gegen die Emirate; bis hin zu angedrohten Sekundärsanktionen, was den Bruch der einst eng koordinierten Golfpartner im Sudan offenlegt.
CARE warnt vor Kürzungen der Hilfen
BONN. Ein Jahr nach dem politischen Umbruch in Syrien ist die humanitäre Lage dramatischer denn je. Rund 16,5 Millionen Menschen – zwei Drittel der Bevölkerung – sind auf Hilfe angewiesen. Besonders kritisch ist die Situation im Gesundheitswesen. Laut einer Untersuchung der WHO sind höchstens 57 % aller Krankenhäuser und 37 % der primären Gesundheitsdienste in Syrien funktionsfähig. Deutschland hatte viele Jahre entscheidend zur Stabilisierung der Gesundheitsversorgung im Norden des Landes beigetragen. Die Hilfsorganisation CARE appellierte am 5. Dezember, die Menschen in dieser kritischen Zeit nicht im Stich zu lassen.
GÖTTINGEN (GfbV). Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigt sich zutiefst besorgt über die Festnahme der weltweit bekannten krimtatarischen Politikwissenschaftlerin und Journalistin Lenora Dyulber durch Strafverfolgungsbeamte. „Die internationale Gemeinschaft darf die russischen Menschenrechtsverletzungen auf der Krim nicht länger ignorieren“, betonte Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsarbeit. „Es braucht klare politische Signale und konkrete Maßnahmen, um den Schutz der Krimtataren zu gewährleisten.“
Muslime verklagen Gouverneur von Florida
WASHINGTON (CAIR). Der Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) gab bekannt, dass er eine Klage gegen den Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, eingereicht hat, weil dieser die Bürgerrechtsorganisation als „ausländische terroristische Vereinigung“ eingestuft hat. Hiba Rahim, Geschäftsführerin von CAIR in Florida, erklärte am 9. Dezember, dass die Entscheidung von DeSantis die Islamfeindlichkeit in Florida und in den gesamten USA schüren könnte.
In den letzten Wochen hat sich die Krise im Sudan erheblich verschärft, da eskalierende Feindseligkeiten, Massenvertreibungen, Krankheitsausbrüche und ein weit verbreiteter Mangel an Zugang zu grundlegenden, lebenswichtigen Dienstleistungen weiterhin die Zivilbevölkerung im ganzen Land gefährden.
(IPS). Die Situation wurde durch einen massiven Anstieg der Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen im Oktober weiter verschärft, wodurch das ohnehin schon fragile Gesundheitssystem des Landes erheblich geschwächt wurde und Tausende von Menschen keine lebensrettende Versorgung mehr erhalten konnten. Von Oritro Karim
Am 23. Oktober veröffentlichten mehrere UN-Organisationen der Vereinten Nationen (UN) eine gemeinsame Erklärung, in der sie auf die sich rapide verschärfende humanitäre Krise im Sudan hinwiesen und zu dringenden, koordinierten internationalen Maßnahmen aufriefen.
Foto: Abd_Almohimen_Sayed, Shutterstock
Dazu gehörten die Internationale Organisation für Migration (IOM), das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) und das Welternährungsprogramm (WFP)
Nach Angaben der Agenturen haben über 900 Tage Dauerkrieg und der Zusammenbruch lebensrettender Dienste „Millionen Menschen an den Rand des Überlebens gebracht“, wobei Frauen und Kinder unverhältnismäßig stark betroffen sind.
„Dies ist eine der schlimmsten Schutzkrisen, die wir seit Jahrzehnten erlebt haben“, sagte Kelly T. Clements, stellvertretende Hochkommissarin des UNHCR. „Millionen Menschen sind innerhalb und außerhalb des Landes auf der Flucht, und zurückkehrende Familien erhalten kaum Unterstützung, da ihnen keine anderen Optionen zur Verfügung stehen.
Seit Beginn der Belagerung von El Faschir 2024 war die Stadt letzter Zufluchtsort für unzählige Menschen. (Foto: MSF/Jérôme Tubiana)
Ich habe mit Familien gesprochen, die kürzlich aus El Faschir geflohen sind und schreckliche Geschichten darüber erzählten, wie sie gezwungen waren, alles zurückzulassen und unter großem Risiko gefährliche Routen zu nehmen. Es ist eine dynamische Situation, und überall wird Unterstützung benötigt.“
Schätzungsweise 30 Mio. Sudanesen benötigen dringend humanitäre Hilfe, darunter fast 15 Mio. Kinder. Der Konflikt hat mehr als 9,6 Mio. Personen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen, wodurch der Sudan die größte Binnenflüchtlingskrise weltweit darstellt.
Gleichzeitig sind etwa 2,6 Mio. Menschen in aktive Konfliktgebiete zurückgekehrt – darunter rund eine Million nach Khartum –, nur um festzustellen, dass ihre Häuser und Lebensgrundlagen zerstört und grundlegende Versorgungsleistungen praktisch nicht mehr vorhanden sind.
Nach drei Jahren Konflikt gehört das Bildungssystem des Sudan zu den am stärksten betroffenen Bereichen. Schätzungsweise 14 von 17 Millionen Kindern im schulpflichtigen Alter haben keinen Zugang zu Schulbildung.
Darüber hinaus hält die Hungerkatastrophe an, wobei 2024 in Teilen des Sudan eine Hungersnot bestätigt wurde. Kinder sind weiterhin einem erhöhten Risiko der Unterernährung ausgesetzt, und Tausende von ihnen sind voraussichtlich „unmittelbar vom Tod bedroht“, wenn nicht bald eine Ernährungshilfe sichergestellt wird.
Darüber hinaus kämpfen sudanesische Familien weiterhin mit aggressiven Ausbrüchen von Cholera, Dengue-Fieber, Malaria und Masern, die durch nicht funktionierende Gesundheitssysteme und zerstörte Wasserversorgungssysteme noch verschlimmert werden.
Nach aktuellen Zahlen des UNHCR gehören die Gebiete Darfur und Kordofan zu den am stärksten von Cholera betroffenen Gebieten. Allein in der Region Tawila in Nord-Darfur wurden ab Mai mehr als 6.000 Infektionen und 11 Tode registriert – die meisten davon in Flüchtlingslagern. In Süd-Darfur hat das UNHCR seit Ende August 3.229 bestätigte Fälle und 177 Todesfälle dokumentiert.
Alessandro Arduino über Krieg und Gewalt. Oft genug jenseits der globalen Aufmerksamkeit finden seit Jahren unzählige bewaffnete Konflikte in Afrika statt. (iz). Ihre Ursachen sind vielfältig: Kampf um politische Macht, […]
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Krisen verarbeiten: Dieser Text ist ein Versuch, Kunst sowie andere Techniken des Selbst als Chance für Ausdruck und Heilung zu deuten.
(iz). Der aktuelle Krieg und das unvorstellbare Grauen für die Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen hat viele in Deutschland in vielfältiger Weise betroffen. Dazu gehören in erster Linie die Verwandten der Getöteten, Verletzten oder Verschleppten auf palästinensischer und israelischer Seite.
Nimmt man Empathie und Mitgefühl ernst, dann gilt ihnen Solidarität und der Wunsch, dass das Leiden ihrer Angehörigen und Freunde ein Ende haben möge.
Foto: Shutterstock, FooToo
Krisen: Hiesige Gemeinschaften sind durch den Krieg betroffen
Über diesen Aspekt hinaus sind JüdInnen in Deutschland und ihre Institutionen von antijüdischer Gewalt betroffen, die sich hier manifestiert hat. Nach Berichten öffentlicher Stellen kam es nach dem 7. Oktober zu einem massiven Anstieg antisemitischer Übergriffe. Berührt sind ebenso Angehörige der palästinensischen und arabischen Communitys.
Ein Teil stammt aus Palästina oder Israel; ein anderer aus einer Familie mit regionaler Fluchtbiografie. Sie sind nicht nur unmittelbar von Krieg, Terror und Gewalt betroffen. Sondern werden von Generalverdächtigungen und Assoziationslogiken im öffentlichen Diskurs berührt. Viele haben in den letzten Wochen eine deutliche Enttäuschung über den bundesdeutschen Umgang mit ihnen und ihren Perspektiven geäußert.
Im weiteren Sinne sind muslimische Gemeinschaften und ihr Verhältnis zur sogenannten Mehrheitsgesellschaft tangiert. Sie selbst und kritische nichtmuslimische Stimmen sind vielfach an die düsteren Monate und Jahre nach 9/11 erinnert (vgl. S. 14).
Manche Forderungen und Positionen der Politik mit dem organisierten Islam, die schon überwunden schienen, werden von Ampelkoalition und Opposition erneut hervorgeholt.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Text bezieht sich selbstverständlich nicht auf die Situation der Zivilbevölkerung vor Ort. Was sie braucht, liegt auf der Hand: ein sofortiges Ende von Krieg und Gewalt, Nothilfe und langfristige Versorgung, Perspektiven für ein menschenwürdiges Leben und endlich eine tragfähige (Auf-)Lösung des Nahostkonflikts.
Foto: wohislimos, Unsplash
Mit dem Krieg kommen individuelle wie kollektive Belastungen
Dieser Krieg (wie frühere Ereignisse und Krisen) bringt Belastungen und Stress für Individuen und Communitys mit sich. Hinzu kommt, dass der Umgang mit einer Flut negativer Nachrichten (siehe S. 23) auch für die körperliche, emotionale und geistige Gesundheit ungesund ist. Zudem zeigt sich nicht erst seit dieser Krise, dass eine emotions- und affektgesteuerte Verarbeitung weder nachhaltig noch produktiv ist.
Meine Grundthese lautet: Wir brauchen (individuell und kollektiv) einen Rückgriff auf Traditionen (s. S. 19) des Umgangs mit Krisen- und Belastungsmomenten. Finden wir sie nicht, müssen wir sie suchen, adaptieren und neu erfinden. Ich bin der Überzeugung, dass uns derzeit drei wesentliche Elemente für einen gesunden Umgang mit Krisen und Negativität fehlen: Sublimierung, Katharsis und Ekstase (im erlaubten Sinne).
Auch hier bedarf es einer Erklärung: Dieser Text ist nicht eskapistisch. Weder soll er zur Weltflucht motivieren, noch bedeutet er, die Wirklichkeit durch eine „rosarote Brille“ zu betrachten. Nein, die Dinge sind, wie sie sind.
Was sich meiner Meinung nach ändern muss, ist die Weise, wie wir sie interpretieren und ob wir zulassen, dass die in ihnen enthaltene Negativität und Gewalt unser innerstes Dasein und Selbstverständnis beeinträchtigen.
Man möge mir den kruden biologischen Vergleich verzeihen: Als sozialer Organismus muss sich die Reaktion (und das verbundene Verhalten) auf diese Form von äußerem Stress ändern. Sonst bleiben wir bei unbewussten und für uns ungesunden Affekten.
Reflexion
„Wohin geht ihr also?“ (At-Takwir, Sure 81, 26)
Als Muslime wissen wir, dass jeder von Allahs Dienern entsprechend seiner Fähigkeit geprüft wird: „Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag.“ (Al-Baqara, Sure 2, 286) Einige Prüfungen sind bekannt. Dazu gehört die gegenwärtige schmerzliche Situation in muslimischen Ländern. Aber auch die der Gesellschaften, in denen wir leben.
Für dieses Wissen und andere Aussagen (z.B. dass mit der Bedrängnis auch die Erleichterung kommt) gilt, dass sie nicht instrumentalisiert werden dürfen, um die Auseinandersetzung mit der Realität zu vermeiden oder auszublenden.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es neben solchen Versen und/oder Hadithen eine Person braucht, die sie verwirklicht. Wer in einer kleinbürgerlichen Existenz lebt, kann diese Wahrheiten zwar aussprechen, aber kennt ihre Wirklichkeit nicht.
Wenn Allah in dem obigen Vers sagt „Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag“, dann heißt das nicht nur, dass Er uns nicht über das Maß hinaus etwas auferlegt, das wir zu tragen vermögen. Sondern zugleich, dass es Prüfungen gibt. Das gehört zur Existenz. Wir können sie weder „wegdenken“ noch in falsch verstandener Innerlichkeit leugnen.
Auch das ist für heutige Muslime ein schwieriger Gedanke: Allah offenbart sich in Seinen schönen UND Seinen majestätischen Namen. In der Nachfolge Seines edlen Gesandten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, dürfen wir nie vergessen, dass Allah in Seiner Schöpfung regiert.
Bei der Vorbereitung dieser Ausgabe bin ich auf ein Zitat des verstorbenen türkischen Sufis Seyyid Ahmet Arvâsî gestoßen, das die „condition humaine“ unserer Zeit beschreiben könnte: „Der Mensch wird unvermeidlich deprimiert sein. Das ist ein normaler Teil seines Lebens. Es ist das Phänomen, innere Energie zu sammeln und sie nutzbar zu machen. Abnormal ist die Unfähigkeit, die Depression zu sublimieren, oder der Versuch, sich nicht depressiv zu fühlen.“
Wir brauchen „theologische Antworten“
Wenn es um die Beschäftigung mit kollektiven Prüfungen und Herausforderungen dieser Welt geht, wie es der Nahostkonflikt oder die Diskriminierung von Minderheit in Europa der Fall ist, fällt in der muslimischen Sphäre ein Aspekt auf: Mit wenigen Ausnahmen werden wir zu funktionalen Atheisten. Was bedeutet das? Wir verstehen Leid, Krieg oder Muslimfeindlichkeit als diesseitige, sichtbare Phänomene ohne dazugehörige Transzendenz.
Werden MuslimInnen angesprochen, dann meist unter identitätspolitischen Gesichtspunkten. Das Göttliche kommt kaum oder nur als Anrufung eines vermeintlich Abwesenden vor. Die Folgen sind, wie oben angedeutet, eher negativ. So schleichen sich Depression, Verzweiflung und Ressentiment in den Kern muslimischer Existenz.
Der amerikanische Denker Sherman Jackson beschreibt in seinem Buch „Islam and Problem of Black Suffering“ einen anderen Weg. Er befasst sich mit der komplexen Schnittmenge zwischen Allahs Din und der Erfahrung des Schwarzen Leidens. Er setzt sich mit den wichtigsten Schulen der Glaubenslehre auseinander, um deren Perspektiven auf menschliches Handeln, göttliche Gerechtigkeit und den Sinn der Bedrängnis zu analysieren.
Der muslimische Intellektuelle untersucht dabei „Fitra“, der inhärenten Güte aller Menschen in der islamischen Tradition und argumentiert, dass dieses Konzept die angeborene Würde und den Wert von Schwarzen bekräftigt und den entmenschlichenden Auswirkungen von Rassismus und Unterdrückung entgegenwirkt.
Im Buch betont Jackson die Rolle von Community und des sozialen Handelns in der Überwindung des Leidens. Er stützt sich auf die Begriffe „Umma“ (Gemeinschaft) und „Schura“ (Beratung), um für gemeinsame Anstrengungen zur Bekämpfung von Rassismus, Armut und anderen Formen der Ungerechtigkeit zu plädieren.
Sublimierung
Ein wichtiger Anfang ist Erkenntnis einer ungesunden Situation. Zuerst muss man sich bewusst werden, dass etwas falsch läuft. Dazu gehört das Eingeständnis seiner Existenz. Und dann danach suchen, was nicht stimmt. Resilienz (siehe S. 23) kann beispielsweise durch Sublimation erreicht werden. Dabei werden Impulse, die das Wohlbefinden bei ständiger Belastung gefährden, in konstruktive Verhaltensweisen umgewandelt. Das ist ein Weg, negative Emotionen zu bewältigen, Stress abzubauen und Wachstum zu fördern. Dies kann auf natürliche Weise geschehen. Es gibt aber auch Strategien, die bewusst eingesetzt werden können.
Eine davon ist künstlerischer Ausdruck. Er bezieht sich hier auf den Prozess, Erfahrungen, Gefühle und Gedanken in kreative Ausdrucksformen umzuwandeln. Kunst wird so zu einem Medium der Sublimierung von Emotionen, indem sie diese in greifbare Formen umwandelt, die von anderen geteilt und verstanden werden können.
Bis zur „große[n] Weißung“ (E. Jünger) des modernen Kapitalismus hatten Gemeinschaften, die ihrer Fitra nahe blieben, Rituale und Traditionen, die dies ermöglichten. Heute müssen wir sie suchen. Ein Beispiel ist die Musik der Schwarzen in den USA. Gospel, Blues und Jazz wuchsen in der Auseinandersetzung mit Sklaverei und hundert Jahren Rassentrennung. Sie entstanden als urtümlicher Ausdruck, angesichts der permanenten Tyrannei die innere Freiheit und Freude nicht zu verlieren – ja, überhaupt am Leben zu bleiben.
Katharsis
Mit Sublimation wird ein Prozess der Läuterung und Reinigung assoziiert. Es handelt sich um ein psychologisches und literarisches Konzept, das sich auf die Veränderung der Gefühlslandschaft vor allem durch Kunst bezieht.
Der Begriff stammt aus dem Griechischen. Wichtig ist dabei, dass mit Gefühlen nicht nur etwas Abstraktes gemeint ist, sondern auch der körperliche Aspekt unserer Existenz, der sich – meist unbewusst – mit Emotionen auseinandersetzen muss.
Der Begriff wurde erstmals von Aristoteles in seinem Werk „Poetik“ eingeführt. Er vertrat die Ansicht, dass die Tragödie durch die Darstellung von Leid, Mitleid und Angst beim Publikum ein kathartisches Erleben hervorrufen könne. Durch diese Erfahrung würden diese Emotionen freigesetzt, was zu einem Gefühl der emotionalen Reinigung und Erleichterung führe.
Was für die antiken Griechen die Geburt der Tragödie war, durch die sie u.a. ihren archaischen Drang zum Menschenopfer überwanden (vgl. IZ Nr. 341), muss sich heute erweisen. Eines davon kann Musik sein.
So wussten Muslime seit frühester Zeit, dass und welche Zustände (Maqamat) ihre Entsprechung in der menschlichen Psyche haben. Auch der Dienst am Nächsten (arab. khidma) und seine Bevorzugung (arab. ithar), die in der Futuwwa praktiziert werden, haben kathartische Wirkung.
Ekstase
Wenn wir von „Ekstase“ sprechen, meinen wir nicht den verbotenen Rausch durch Substanzen, die haram sind. Es geht, in der Sprache der Sufis, um den „Wein, der nicht betrunken macht“ oder den „nüchternen Rausch“.
Diese Momente müssen nicht auf einen „Sufismus“ beschränkt sein. Aber was wir zweifellos brauchen, kommt in Schillers „Ode an die Freude“ zum Ausdruck, wo es zum Beispiel heißt: „Freude heißt die starke Feder. In der ewigen Natur, Freude, Freude treibt die Räder in der großen Weltenuhr“.
Um lebendig zu sein, müssen wir die blockierten Energien in uns freisetzen. So wie die Schwarzen den Blues sangen, um am Leben zu bleiben, brauchen wir einen solchen „wilden Lebensimpuls“, wie Schaikh Dr. Abdulqadir vor Jahren in einem Text über Ägypten schrieb. Mit dieser Lebensenergie, die aus der Gemeinschaft und der Freude des Dhikr erwächst, wird Handeln erst möglich.
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Wird von WooCommerce gesetzt, sobald sich etwas im Warenkorb befindet. Der Cookie enthält nur den Wert 1 und teilt der Website mit, dass der Warenkorb nicht leer ist. Er enthält keine Angaben zu Ihrer Person und ist für den Betrieb des Warenkorbs erforderlich.
wp_woocommerce_session_*
2 Tage
Wird von WooCommerce gesetzt und verbindet Ihren Browser mit der zugehörigen Warenkorb- und Bestellsitzung auf dem Server. Der Cookie enthält eine Kennung und eine Prüfsumme, keine Bestell- oder Zahlungsdaten. Er ist für Warenkorb und Kasse erforderlich. Laufzeit 2 Tage, bei angemeldeten Kunden 7 Tage.
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