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Winterhilfe von Islamic Relief: Wärme schenken, Leben retten und Sicherheit teilen

winter islamic relief

Pünktlich zum Wintereinbruch startet Islamic Relief Deutschland ihre jährliche Winterhilfe-Kampagne in 17 Ländern.

Köln (IRD). Unter dem Motto „Im Winter an ihrer Seite“ können Spenderinnen und Spender weltweit Wärme und Sicherheit mit Menschen in Not teilen. Angesichts anhaltender Kriege, Konflikte und Klimakatastrophen geht die humanitäre Winterhilfe weit über eine Solidaritätsbekundung hinaus – sie rettet gefährdete Leben in einer der härtesten Jahreszeiten.

Ob jung oder alt, wärmende Hilfe schützt Menschen in den unterschiedlichsten Regionen der Welt, vom Kosovo bis Afghanistan.

Ein harter Winter für Millionen Menschen in Europa und weltweit

Für Millionen von Menschen, die bereits unter Vertreibung, Krankheit und Armut leiden, bedeutet der Winter mehr als nur Kälte – er ist ein unaufhaltsamer Kampf ums Überleben.

In Regionen wie Afghanistan, Bosnien, Bangladesh, Gaza, dem Kosovo, Libanon und Syrien sinken die Temperaturen dramatisch, und viele Familien sind in notdürftigen Unterkünften oder heruntergekommenen Häusern auf Hilfe angewiesen.

„Die Kälte beeinträchtigt unsere Gesundheit, unsere Stimmung und unser tägliches Leben. Jeder Tag fühlt sich wie ein Kampf an, den es zu überstehen gilt“, erzählt Rabishe, eine alleinerziehende Mutter aus Podujeve im Norden des Kosovos.

„Manchmal bleiben wir alle in einem Raum, um Wärme zu sparen, und kuscheln uns unter Decken zusammen. Es ist schwer, hoffnungsvoll zu bleiben, wenn man ständig über den nächsten Tag nachdenkt.“

Kleinkind im Libanon, Winter 2025. (Foto: Islamic Relief)

Winter der Not: Winterhilfe spendet „Trost und Hoffnung in schwierigen Zeiten“

Auch außerhalb Europas verschärfen der Klimawandel und anhaltende Konflikte die extremen Wetterbedingungen. Immer mehr Menschen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um zu überleben. In den von Islamic Relief unterstützten Regionen müssen Familien im Winter oft zwischen Hunger und eisigen Nächten entscheiden.

„Diese Hilfe bietet nicht nur physische Sicherheit, sondern auch Trost und Hoffnung in schwierigen Zeiten“, sagt Familienvater Wisam aus Gaza, der mit seiner Frau Nariman in einer improvisierten Notunterkunft lebt.

Auch die Solidarität der Gemeinschaft hilft ihm, diese harten Monate zu überstehen. „Die Verteilung dieser Güter hat auch das Gefühl der Solidarität innerhalb der Gemeinschaft gestärkt, da alle in Zeiten der Not zusammenkommen, um sich gegenseitig zu helfen.“

Lebenswichtige Hilfe für 290.000 Menschen in 17 Ländern

Islamic Relief Deutschland unterstützt durch die Winterhilfe besonders gefährdete Menschen – wie Kinder, alleinerziehende Mütter, Waisenfamilien und ältere Menschen – mit dringend benötigten Gütern, darunter Lebensmittel, Decken, Heizmaterial und Gutscheine, um die kalte Jahreszeit zu überstehen.

In diesem Jahr werden 290.000 Menschen in 17 Ländern mit Winterhilfe-Kits erreicht, darunter Afghanistan, Bangladesh, Bosnien, Gaza, Syrien, Libanon, Kosovo, Jemen, Pakistan und viele weitere. Tausende von Familien in Not werden in den kommenden Monaten unterstützt, insbesondere in Regionen, in denen Menschen in beschädigten Zelten oder unter extremen Bedingungen leben.

Mohammed Nabi in Afghanistan. (Foto: Islamic Relief)

Im vergangenen Jahr versorgte das globale Islamic Relief Hilsnetzwerk mehr als 160.000 Menschen mit lebensnotwendigen Winterhilfepaketen. In den unterstützten Regionen müssen Familien oft zwischen Hunger und eisigen Nächten entscheiden.

Für Millionen von Menschen, die bereits unter Vertreibung, Krankheit und Armut leiden, ist der Winter nicht nur eine beängstigende Aussicht – er ist eine echte Überlebensfrage.

Dank der Hilfe von Spenderinnen und Spendern wird Islamic Relief auch in diesem Jahr wieder Tausenden von Familien das Überleben in dieser schwierigen Jahreszeit erleichtern.

Über Islamic Relief Deutschland

Islamic Relief Deutschland ist Teil eines globalen Hilfsnetzwerks von humanitären Organisationen, das jährlich Millionen von Menschen in Krisenregionen unterstützt. Die Winterhilfe ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Islamic Relief, die auf die Bedürfnisse der am stärksten gefährdeten Menschen weltweit eingeht.

Spenden und Informationen zur Winterhilfekampagne: https://www.islamicrelief.de/winterhilfe/

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Sarah Reinke von der GfbV über den Sudankrieg: „Geld, Macht und Einfluss“

reinke sudan

Sarah Reinke (GfbV) erklärt, wie der Sudankrieg zur weltgrößten humanitären Katastrophe wurde und wieso wir mehr Empathie brauchen. Lies das Interview exklusiv bei uns!

(iz). Nach Monaten globaler Anteilslosigkeit am Krieg im Sudan – der inzwischen zur größten humanitären Katastrophe der Welt geworden ist – rückte das Thema mit der Einnahme der lange umkämpften Stadt El Faschir wieder in den Fokus der internationalen Politik. Erstmals seit Kriegsbeginn im April 2023 äußerten sich Politikerinnen und Politiker von den USA bis Malaysia und forderten eine sofortige Waffenruhe.

Sudanesen, Hilfsorganisationen und Beobachter kritisieren jedoch nicht erst seit Ende Oktober, dass das weltweite Interesse an Afrikas Konflikten – nicht nur im Westen – viel zu gering sei. Zudem wüssten viele Menschen zu wenig über die betroffenen Länder oder hielten an stereotypen Bildern fest.

Darüber sprachen wir mit Sarah Reinke, die zwischen 2000 und 2017 und erneut seit 2022 bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aktiv ist. Dort leitet sie die Menschenrechtsreferate. Im Interview erklärt Reinke die Ursachen des Sudankriegs, beleuchtet die Verantwortung externer Akteure und plädiert für mehr Empathie im internationalen Diskurs.

Foto: Miros/Adobe Stock

„Es ist ein Krieg, der gegen die zivile Bevölkerung geführt wird.“

Islamische Zeitung: Liebe Frau Reinke, durch die Eroberung der sudanesischen Stadt El Faschir und den dortigen Massakern ist der Krieg ins internationale Augenmerk gerückt, hat aber eine längere Vorgeschichte. 2019 wurde der Diktator Al Baschir gestürzt, 2021 die Übergangsregierung und die Demokratiebewegung von Armee (SAF) sowie RSF-Milizen weggeputscht. Seit 2023 kämpfen die beiden um die Macht. Könnten Sie uns den Rahmen beschreiben, in dem die aktuelle Gewalt stattfindet?

Sarah Reinke: Die grundlegenden Daten hatten Sie schon genannt. Viele Sudanesen sagen mir, dass derzeit ein Krieg gegen die demokratische Revolution [von 2019, Anm.d.Red.] geführt wird. Das heißt, die junge Generation, die Frauen, die damals aufgestanden sind, und die Menschen, die ihr Land zu einem Wandel bringen wollen. Mit anderen Worten: Die Jugend soll für sie bestraft werden.

Das mag auf den ersten Blick nicht die naheliegendste Erklärung sein, für viele Sudanesen stellt sich die Situation jedoch genau so dar. Eine ganze Reihe von Personen, die für sie wichtig waren, wurden getötet, mussten fliehen oder ihre Lebensplanung aufgeben. Viele engagieren sich bspw. in den Emergency Response Rooms, die 2024 und 2025 für den Nobelpreis nominiert waren und dieses Jahr den „alternativen Nobelpreis“ erhielten.

Es ist ein Krieg, der gegen die zivile Bevölkerung geführt wird. Deshalb greift die Erklärung, wonach sich zwei Kriegstreiber bekämpfen, meiner Meinung nach zu kurz. Ein Grundthema im heutigen Sudan ist, dass nur der eine Chance auf politischen Einfluss hat, der hochmilitarisiert ist. Demnach führt nur Gewalt zu Macht.

Die Kriegsursachen sind ansonsten komplex. Im Land bleiben viele ungelöste Fragen. Dazu gehört die ungleiche Verteilung von Reichtum und Ressourcen zwischen dem Zentrum und dem Umland. Zusätzlich gibt es Bodenschätze wie Gold. Wer hat Zugriff darauf und profitiert von ihrem Verkauf?

Ein weiteres Problem ist Rassismus gegen die nichtarabische Bevölkerung. Das spielt gerade in El Faschir eine große Rolle. Hier werden spezifische Gemeinschaften massiv angegriffen.

Foto: kremlin.ru, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 4.0

„Geld, Macht und Einfluss. Sie haben kein Interesse an den Menschen, ebenso wenig an Demokratie und Frieden.“

Islamische Zeitung: Um was geht es beiden Seiten in dem Krieg?

Sarah Reinke: Geld, Macht und Einfluss. Sie haben kein Interesse an den Menschen, ebenso wenig an Demokratie und Frieden. Und sind überzeugt, diese Auseinandersetzung militärisch gewinnen zu können. Die RSF (Rapid Support Forces) sind Nachfolger der berüchtigten Janjaweed-Milizen, die für den Völkermord 2003 verantwortlich waren.

Auch die offiziellen Streitkräfte (SAF) üben brutale Gewalt aus. Bei der Rückeroberung von Khartum konnte man beobachten, wie sie sich an jenen rächten, denen sie eine Zusammenarbeit mit ihren Feinden unterstellte.

Ebenso wichtig ist es, zu betonen, wie sehr wir es mit einem kompletten Scheitern der internationalen Gemeinschaft zu tun haben – falls es diese überhaupt noch gibt. Es gibt kaum humanitäre Hilfe, insbesondere seitdem die USA ihre Hilfsagentur USAID eingestellt haben. Dadurch eskalierte die Katastrophe weiter. Hinzu kommt der fehlende politische Wille für eine Lösung.

„So schlimme Zeugenberichte wie aus dem Sudan habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Insgesamt ist die Lage kaum zu erfassen.“

Islamische Zeitung: Seit April 2023 tobt zwischen beiden Kriegsparteien ein blutiger Konflikt. Er stellt nach Angaben von Organisationen die größte humanitäre Katastrophe dieser Zeit dar. Welches Ausmaß hat das Leid der Zivilbevölkerung mittlerweile angenommen?

Sarah Reinke: Die Zahlen sind erschreckend. Unsere Zahlen decken sich praktisch mit denen vom UNHCR. Rund 12 Mio. Menschen wurden durch den Krieg vertrieben – ca. 7,5 Mio. flohen in andere Landesteile, der Rest über die Grenzen in Nachbarländer. Unter den Flüchtlingen gibt es viele Sudanesen, die schon zum zweiten oder dritten Mal seit Beginn des Konflikts fliehen mussten.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen. Vielen davon leiden an akuter Hungersnot.

Was die Zahl der zivilen Kriegstoten betrifft, so ist die Rede von ca. 150.000 Menschen. Allerdings steht diese Angabe seit Monaten im Raum. Es gibt niemanden, der ihr Ausmaß erfassen könnte.

Des Weiteren haben sich Krankheiten wie Denguefieber, Cholera u.a. ausgebreitet. Das liegt daran, dass das Gesundheitssystem zusammengebrochen bzw. absichtlich zerstört wurde; insbesondere von Seiten der RSF.

Ehrlich gesagt würde ich mich den KollegInnen aus allen Organisationen anschließen: So schlimme Zeugenberichte wie aus dem Sudan habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Insgesamt ist die Lage kaum zu erfassen.

sudan frauen 2025 hilfe

Foto: UNICEF | UN Photos

„In diesem Krieg wird Vergewaltigung zur Waffe.“

Islamische Zeitung: Inwiefern sind die Opfer, Tote wie Verletzte, die Folge „normaler“ Kriegshandlungen. Und wie stark Ergebnis eines gezielten Handelns der Kriegsparteien?

Sarah Reinke: Mir fällt der Vergleich schwer. Beim Hunger kann man das beobachten. Hier werden Menschen bewusst von Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Ich würde sagen, dass im Sudan Hungersnot als Waffe eingesetzt wird.

Ebenso werden Krankenhäuser gezielt bombardiert. Und Flüchtlingsströme werden dorthin dirigiert, wo sie keine Hilfe finden. Das sehen wir im Sudan deutlich.

Hinzu kommt die Militarisierung sexueller Gewalt. In diesem Krieg wird Vergewaltigung zur Waffe. Es gibt Berichte von Frauenrechtsorganisationen, denen zufolge dieser Konflikt praktisch auf dem Körper von Frauen ausgetragen wird.

„Die ausländische Mitwirkung heizt den Krieg an. Sie verlängert das Leid der Zivilbevölkerung.“

Islamische Zeitung: Sowohl SAF wie RSF werden von einer Reihe staatlicher Akteure aus dem Ausland unterstützt. Hinzu kommen weitere Staaten, die Interessen im Sudan haben und nichtstaatliche Beteiligte wie Söldnergruppen sowie ethnische Verbündete bspw. aus dem Tschad. Welchen Einfluss hat die auswärtige Beteiligung auf den Sudankrieg?

Sarah Reinke: Die ausländische Mitwirkung heizt den Krieg an. Sie verlängert das Leid der Zivilbevölkerung. Ich kenne Sudanesen, die sagen, man müsse die Grenzen schließen, um zu verhindern, dass Waffen und Söldner ins Land kommen. Das ist allerdings nicht möglich, da die Nachbarländer bereits sehr viele Flüchtlinge aufgenommen haben.

Als Gesellschaft für bedrohte Völker fordern wir seit Jahren, dass genau diese Unterstützer – die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten usw. –, die den Krieg mit Waffen, Gerät und Milizen verlängern und anheizen, mit Sanktionen belegt werden. Da beißen wir beim Auswärtigen Amt jedoch auf Granit. Europa und Deutschland scheitern daran, auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Wir müssen die VAE unter Druck setzen, dass dieser Krieg nicht durch weitere Waffen angeheizt wird. Nach Berichten soll in El Faschir die VAE-Flagge gehisst worden sein.

UN Vereinte Nationen

Foto: UN Photo, Evan Schneider

„Da erkenne ich momentan keinen politischen Willen.“

Islamische Zeitung: Es gab in der Vergangenheit – mit unterschiedlichem Erfolg – internationale Versuche, die schlimmsten Formen von Gewalt in Konflikten durch multinationale Interventionen zu unterbinden bzw. zu beenden. Sehen Sie hierfür derzeit Entschlossenheit bei der Politik?

Sarah Reinke: Nein, da erkenne ich momentan keinen politischen Willen. Staatliches Handeln kann jedoch auch unterhalb einer solchen Maßnahme aktiv werden. Das sind bspw. kleinteilige Schritte: Zugänge für humanitäre Unterstützung verhandeln. Diese gibt es, sie stauen sich jedoch in Port Sudan, weil die Regierung sie nicht ins Land lässt. Dadurch wird die Hilfe gestohlen und dann teuer auf den Märkten verkauft.

Ein anderes Thema wäre die Einrichtung von Fluchtkorridoren. Diplomaten u.a. haben Kontakte und Zugang zu den Konfliktparteien. Das wird einfach nicht genutzt.

Diese Art des Engagements ist deutlich kostengünstiger und wäre leichter zu bewerkstelligen. Leider sehen wir viel zu wenig davon.

„Es darf keine Konkurrenz zwischen den Opfern geben.“

Islamische Zeitung: Seit 2017 veröffentlicht CARE International seinen Jahresbericht „Breaking the Silence“ (dt. „Gegen das Vergessen“). Über Jahre dominiert Afrika in der Aufzählung vergessener Kriege. Woher kommt das globale Desinteresse an dem Kontinent?

Sarah Reinke: Ich denke, das hat im Kern mit Rassismus zu tun. Viele Menschen fühlen sich überfordert, wissen zu wenig und haben zu wenig Interesse. Dann entsteht solch eine Haltung: wieder ein Krieg in Afrika. Das liegt allerdings auch an den Medien und den Menschenrechtsorganisationen, die hierzu kommunizieren.

Betrachten wir das Beispiel Sudan. Hier wurden für die Menschheit einzigartige Kulturgüter zerstört, die mehr als 2.000 Jahre alt sind. In diesem Land gibt es eine spannende Kultur mit Musik, Filmen und Literatur. Das heißt, wir müssen anders über diese Länder sprechen.

Allerdings habe ich das Gefühl, dass die Empathie nicht ausreicht. Das finde ich bestürzend. Es darf keine Konkurrenz zwischen den Opfern geben. Es ist ungemein wichtig, dass alle ungeachtet ihres Ortes die gleichen Rechte haben und geschützt werden müssen.

Foto: yiannisscheidt, Shutterstock

„Wichtig wäre es, Möglichkeiten für eine Begegnung zu schaffen. Auch hier leben Sudanesinnen und Sudanesen, die über ihr Land sprechen könnten.“

Islamische Zeitung: Bei Kriegen, über die allgemein wenig bekannt ist bzw. die keine starken Emotionen beim Publikum auslösen, werden oftmals stereotype Erklärungen wie „die sind immer schon so“ bzw. ethnische, kulturelle oder religiöse Motive genommen. Und zeitgleich auf komplexe Ursachenforschung verzichtet. Woran liegt das und lässt sich etwas dagegen unternehmen?

Sarah Reinke: Inzwischen sind die deutschen Medien stark ausdifferenziert. Hinzu kommt, dass soziale Plattformen eine größere Reichweite haben. Was die vereinfachte Darstellung betrifft, stimme ich einerseits zu. Dabei handelt es sich um Themen, die keine Mehrheiten erreichen.

Trotzdem ist es wichtig, dass wir das volle Spektrum zeigen. Und Geschichten erzählen, wie die sudanesische Revolution entstanden ist, wie mutig die Leute in den Emergency Response Rooms arbeiten oder wie sich Flüchtlinge täglich um ihre Versorgung sorgen müssen.

Wichtig wäre es, Möglichkeiten für eine Begegnung zu schaffen. Auch hier leben Sudanesinnen und Sudanesen, die über ihr Land sprechen könnten.

Wir müssen uns fragen, was dieser Krieg mit uns zu tun hat – jenseits des Motivs, keine Flüchtlinge aus dem Sudan aufnehmen zu wollen. Das war bisher ein starkes Motiv der europäischen Politik. Wir sollten beleuchten, welchen Einfluss die hiesige Politik und Wirtschaft auf den Sudankrieg haben.

Und müssen fragen, wie wir praktisch mit den Sudanesen verknüpft sind; das gilt ebenfalls für die hier lebenden Menschen aus dem Sudan. Durch direkte Begegnungen kann sich die Haltung zu Kriegen wie diesem verändern. 

Islamische Zeitung: Liebe Frau Reinke, wir bedanken uns für das Gespräch.

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Takaaya im Sudan: eine Zivilgesellschaft im Krieg

Takaaya Sudan

Die sogenannten Takaaya (Gemeinschaftsküchen): Die Sudanesen kochen in jahrhundertealter Tradition solidarisch für ihre Mitmenschen – auch unter Kriegsbedingungen. Köln (IRD, iz). Der Sudan steht nach zweieinhalb Jahren Gewalt und Konflikt […]

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Freundschaft: Lektionen aus Quran und Hadith

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Freundschaft spielt in Allahs Din, in unserer Lebenspraxis sowie im charakterlichen Wachstum von Muslimen eine wichtige Rolle. Der Begriff selbst findet mehrfach Erwähnung in der Offenbarung bzw. den prophetischen Aussagen. […]

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Rohe: Jeder Zweite hat antimuslimische Vorurteile

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Muslimfeindlichkeit ist in Deutschland eine Alltagserfahrung für viele muslimische Frauen und Männer – das sagt der Wissenschaftler Mathias Rohe. Er fordert „mehr Alltagssolidarität“ – und zeitgemäßere Schulbücher.

Stuttgart (KNA) In Deutschland sind Vorbehalte gegenüber muslimischen Menschen nach Angaben des Islamwissenschaftlers und Juristen Mathias Rohe weit verbreitet.

„Ungefähr 50 Prozent der Bevölkerung pflegen oder haben antimuslimische Vorurteile“, sagte der Wissenschaftler am Dienstag in Stuttgart. Er verwies auf „eigene breit angelegte Umfragen“ und Auswertungen von Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Von Norbert Demuth

„Eine Alltagserfahrung“

Muslimfeindlichkeit ist eine Alltagserfahrung für viele muslimische oder als muslimisch wahrgenommene Menschen in diesem Land“, bilanzierte Rohe. In Deutschland leben derzeit rund 5,5 Millionen Musliminnen und Muslime.

Die Gruppe, die im öffentlichen Raum am heftigsten Diskriminierungen erleide, seien muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen, sagte Rohe. Sie seien „allerlei Formen von Aggressionen ausgesetzt“ – bis zu brutalen kriminellen Übergriffen, erläuterte er bei einer Tagung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Thema „Muslimfeindlichkeit in Deutschland“.

Community

Foto: Hendra Fauzy, Adobe Stock

Mehr Solidarität mit Muslimen gefordert

Rohe forderte „mehr Alltagssolidarität“ mit Muslimen, wenn man diskriminierendes Verhalten ihnen gegenüber beobachte. Manchmal reiche es schon, wenn man sich zu den Betroffenen stelle.

Aysun Pekal vom Sozialdienst muslimischer Frauen in Stuttgart schilderte, antimuslimischer Rassismus werde seit der letzten Bundestagswahl unverblümter geäußert – etwa in der Nachbarschaft. „Menschen haben keine Hemmungen mehr“, so Pekal.

Der Antisemitismusbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, sagte, nicht nur antisemitische oder muslimfeindliche Äußerungen hätten zugenommen. „Zugenommen haben generell Äußerungen, die andere herabwürdigen.“ Dazu gehörten Beschimpfungen von Menschen mit Behinderungen oder von armen oder kranken Personen.

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Foto: Ryan Nash Photography, Shutterstock

„Entsolidarisierung von oben gegen unten“

Es gebe eine öffentliche „Verrohung“ und eine „Entsolidarisierung von oben gegen unten“, erklärte Blume. Zudem stelle er ein Ausspielen von Religionen gegeneinander fest. Das mache ihm große Sorgen.

„Und wenn man das Verbindende betont, wird man angegriffen“, erläuterte Blume mit Blick darauf, dass er Hassmails von unterschiedlichen Seiten bekomme. In dieser Situation sei es „eine dumme politische Strategie“, wenn etablierte Parteien „den Rechtspopulisten nachlaufen“.

Der Wissenschaftler Rohe forderte eine zeitgemäßere Behandlung des Islam für Schüler. „Muslimische Alltagskultur hier und heute“ finde in deutschen Schulbüchern fast nicht statt. „In vielen Schulbüchern kommt das Thema Islam nur sehr sparsam vor.“

Dies beschränke sich häufig auf das 7. Jahrhundert, in dem die monotheistische Religion durch den Propheten Mohammed gestiftet wurde. „Wo bleibt der Islam des 21. Jahrhunderts, der in Stuttgart gelebt wird oder in anderen Städten“, fragte Rohe. „Man nimmt nicht wahr, dass auch die islamisch geprägte Welt eine unglaubliche Entwicklungsgeschichte hat und noch mittendrin steckt.“

Zu wenig beachtet werde auch, „dass der Islam und muslimisches Leben in Deutschland sich grundlegend unterscheiden von dem, was in Saudi-Arabien passiert oder in Malaysia oder in Marokko oder anderen Teilen der Welt“, sagte Rohe.

Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Rohe war auch Koordinator des 2023 vorgestellten Expertenberichts „Muslimfeindlichkeit – eine deutsche Bilanz“.

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Community im Ramadan: Barak durch Sadaqa

gemeinschaft muslime handlung sadaqa

Zum Ramadan 2025: Von der Kraft der muslimischen Community und ihrer Selbstorganisation am Beispiel der Plattform commonsplace.de. (iz). Die Webseite commonsplace.de ist eine muslimische Community-Plattform, die es Muslimen ermöglicht, sich […]

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Wir können wir in Gemeinschaft leben?

gemeinschaft muslime handlung sadaqa

Geht es um Gemeinschaft und Beisammensein kollidieren bei vielen Anspruch und Wirklichkeit bzw. eine Norm wird in Relation zur Realität gesetzt. 

(iz). Die Reaktionen waren in den letzten Jahren gemischt: Einige zogen sich ins Private zurück, mancher ging in die innermuslimische Öffentlichkeit, um Barrieren offen anzusprechen und andere verarbeiten das Thema idealistisch. Schaikh Habib Bewley, Schaikh Yousef Wahb & S. Wilms

Muslime und Gemeinschaft: Wo stehen wir?

Im November 2021 (mitten in der Pandemie) veröffentlichte Leonard Sezgin-Just seinen nachdenklichen Essay „Weitermachen: Fluchtpläne aus der geistigen Enklave“, in dem er auf die innere Lage der muslimischen Community in Deutschland einging.

Er stellte sich auch die Frage, ob es derzeit so etwas wie ein muslimisches Subjekt gebe. Er konstatierte, dass hinter einer „omnipräsenten Stimmung der Lähmung“ mehr steckt als „bloße Durststrecken in Einzelbiografien“. Damit tat er etwas Entscheidendes und dachte über unser Selbst nach und versucht eine Standortbestimmung, anstatt einer bloßen Reaktion auf dominante Diskurse.

Ebenso wichtig ist die Feststellung, dass wir es hier mit Menschen mit „einem ungeheuren intellektuellen und künstlerischen Potenzial“ zu tun haben. Ihre positive Möglichkeit wird zu selten von außen und innen gesehen.

Insbesondere gesamtgesellschaftlich gelten junge Muslime häufig als Problem, das zu behandeln wäre. Hier weist er auf etwas anderes hin: Trotz „aller Zersplitterungen und Verwerfungen“ sieht er bei ihnen ein „lebendiges Gruppenbewusstsein“.

Ob gewollt oder nicht führt der Autor damit in einen wichtigen Aspekt ein, der im innermuslimischen Gespräch leider randständig geblieben ist: Asabiyya, oder Gruppensolidarität, wie sie von Ibn Khaldun beschrieben wurde. Bedauerlicherweise wurde und wird sie von vielen als Tribalismus missverstanden.

Das behinderte bisher das ohnehin schwierige Wachstum eines Subjektcharakters. Ohne ein Mindestmaß ist die vom Autor gezeichnete Lage kaum aufzulösen. Ironischerweise ist gelegentlich bei intellektuellen MuslimInnen eine seltsame Dissonanz mit Community zu finden. Manche haben das in ihr Sprechen integriert, wenn sie betonen, „kein Teil einer Gemeinschaft“ zu sein.

imame gebet

Foto: Muslimische DiaLogen | Rat Berliner Imame

Warum Gemeinschaft?

Sie ist der Schlüssel zum Erfolg des menschlichen Wesens. Es gibt Dinge im Laufe des Lebens, die wir nicht alleine bewältigen können und nicht durch uns selbst überwinden können. Es ist egal, welche Strukturen wir errichteten. Isolation zerstört uns. Aber das Modell der Moderne ist eines des stetig anwachsenden Alleinseins, bei dem der Staat als Ersatz für Mitmenschen agiert.

Im muslimischen Denken ist sie klar die Antwort für Schwierigkeiten, aber es ist genauso offenkundig, dass jede Generation beobachtet, wie sie sich weiter auflöst. Also ist es unsere Aufgabe, sie wiederzubeleben. Wir kennen sie besser als die meisten anderen, denn wir wissen um ihre Bedeutung. Gemeinschaft bedeutet uns – immerhin normativ – noch etwas. Wir haben ein Maß an Geschwisterlichkeit und Dschama’at. Sie waren immer der Eckstein unseres großen Dins.

Wir wurden nicht von Allah geschaffen, um alleine als Einsiedler zu leben. Das bedingt Austausch und keinen Rückzug. Das Beispiel des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, war das Knüpfen von Bindungen und nicht ihre Trennung. Dieser Din ist einer der sozialen Interaktionen und der gemeinsamen Anbetung, nicht nur der individuellen ‘Ibadat.

Die Vervollkommnung aller Säulen des Islam findet sich nur in Gemeinschaft. Das Glaubensbekenntnis ist nicht besiegelt, solange es nicht bezeugt wird. Das Gebet ist bedeutungsvoller und wertvoller gemeinsam mit anderen.

Zakat wird nicht an sich selbst gezahlt, sondern an die Bedürftigen der Gesellschaft. Fasten lässt sich am besten mit Mitmenschen brechen. Das Bittgebet wird eher beantwortet, wenn es einen breiten Rahmen hat und mehr Menschen miteinbezogen werden.

Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Die Hand der Barmherzigkeit Allahs ist mit der Gruppe.“ Diese Dschama’at, von der wir sprechen, ist nicht nur eine wahllos zusammengewürfelte Sammlung von Leuten.

Gesellschaft kann schädlich sein, wenn sie auf der Lüge basiert und nicht auf Wahrheit. Man muss nur die zerstörerische Wirkung eines Mobs betrachten. Menschen, die auf der persönlichen Ebene scheinbar zivilisiert und vernünftig sein können, können als Gruppe verrückt und irre handeln.

Das Geheimnis des Erfolgs in dieser Sache ist – wie bei allen anderen – Unterscheidungsvermögen (arab. Furqan). Diejenigen, mit denen wir Zeit verbringen, prägen unser Selbst. Sie werden einen auf ihr Niveau bringen – ungeachtet der eigenen Qualitäten –, bis man so wie sie wird. Das ist die unausweichliche Konsequenz von Gesellschaft. Die Folgen sind schnell zu spüren und können innerhalb von Wochen permanent werden.

Wer vierzig Tage mit einer Gruppe verbringt, wird einer von ihnen. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Männer folgen dem Din ihres engen Freundes. Also schaut genau hin, mit wem ihr euch anfreundet.“ Sind die Leute rechtschaffen bzw. handeln sie falsch? Verbringen sie ihr Leben mit nützlichen Dingen oder sinnloser Zeitverschwendung?

Wie sieht das angemessene Umfeld aus?

Sobald man die richtigen Menschen gefunden hat, soll man an ihrer Gesellschaft festhalten und sie niemals loslassen. Man sollte wissen, dass es zwei Arten von Gemeinschaft gibt – den breiteren sowie den inneren Kreis. Wir müssen beide haben, um sicher zu sein. Wir brauchen die zweite Stufe der Dschama’at, um wirklich überleben zu können.

Dieser Kreis korrespondiert mit unserem gelebten Alltag. Es sind die Leute, mit denen wir tatsächlich regelmäßig Zeit verbringen. Solch eine Gruppe von Männern und Frauen muss in der Lage sein, sich aufeinander zu verlassen – durch dick und dünn, Überfluss und Hunger.

Sie sind füreinander da – in den besten Zeiten und den schlimmsten. Solche Leute brauchen keine Katastrophen, um großzügig, liebend und menschlich zu sein. Sie sollten klar, offen und frei sein. Und es darf weder Tratsch noch üble Nachrede geben. In diesem Fall können wir nicht auf Erfolg hoffen.

Im Nachwort seines Buches „The Entire City“ schreibt Schaikh Dr. Abdalqadir as-Sufi: „Entscheidend sind einige wenige Gefährten für Gesellschaft im Dunklen.“ Ein Kreis von „Männern und Frauen, die nicht durch Blut oder Rang verbunden sind, sondern eine geteilte Qualität des Lebens, die reine Anbetung des Herrn der Welt verlangt. Ein anhaltender Wettstreit unter seinen Mitgliedern“ in Großzügigkeit, Hilfe, Wachstum, Lernen und gegenseitiger Sorge.

Gehen

Foto: Yaseer Booley

Muslimische Gemeinschaften haben auch Pflichten

Unsere Communitys haben nicht nur die Pflicht, Handlungen der Anbetungen wie dem Gebet zu etablieren, sondern müssen auch eine weite Spannbreite anderer wesentlicher sozialer und ökonomischer Dienstleistungen anbieten.

Als Gemeinschaft stehen wir in der Verantwortung, nach dem körperlichen, geistigen und spirituellen Wohlergehen des Anderen zu schauen. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Die Beziehung des Gläubigen zu einem anderen Gläubigen ist wie (die Ziegelsteine eines) Gebäudes: jeder stärkt den anderen.“

Religiöse Verpflichtungen haben viele Facetten im Recht. Dazu gehören einige, spezifische Handlungen wie das fünfmalige tägliche Gebet. Es gibt aber auch die Wahl zwischen einem Bestand an Pflichtangeboten wie die verschiedenen Möglichkeiten, ein gebrochenes Fasten wieder gut zu machen.

Juristen haben viele Belege für die Existenz von Gemeinschaftspflichten gesammelt. Dazu gehörten Qur’anverse in Hinblick auf die Verteilung wesentlicher Verantwortlichkeiten unter den Gemeinschaftsmitgliedern und die soziale Pflicht des Aufrufs zum Guten und der Verhinderung des Schlechten.

Wie es mehrheitlich unter Muslimen bekannt ist, bedeutet Fard Kifaya, dass ihre Erfüllung – durch eine unbestimmte Anzahl an Handlungspflichtigen (arab. mukallafin) – andere Mitglieder von ihr entbindet. Wenn niemand dies tut, dann stehen alle Teile in der Pflicht.

Aufgrund des breiten Spektrums bei Anwendungen von gemeinschaftlichen Obligationen haben einige Gelehrte sie entsprechend ihrer Vorteile kategorisiert; andere nach ihren Kontexten. Al-Ghazali beispielsweise übernahm eine dreigeteilte Taxonomie: religiös, weltlich oder gemischt. Auf der anderen Seite akzeptierten Al-Qarafi, As-Subki und Al-Zarkaschi einen Unterschied zwischen: 1.) was einmalig geleistet werden muss wie die Rettung eines Ertrinkenden und: 2.) was immer getan werden muss, wenn es nötig wird, wie Totengebete oder die Bildung von Kindern.

Verteilt über die Rechtsbücher finden sich Beispiele für diese Pflichten bzw. sie werden in Büchern zu juristischen Maximen wie As-Suyutis „Al-Aschbah wa’an-Nazir“ aufgezählt. Dabei lassen sich unterschiedliche thematische Schwerpunkte (in verschiedenen Schulen und nach objektiven Zielen) ausmachen.

Dazu gehören rituelle Handlungen, soziale Dienstleistungen und Wohlfahrt, der Aufruf zum Guten, Erziehung und Einladung zum Islam, die Verbreitung und Aneignung von Wissen oder bürgerliche Tugenden.

Entgegen dem heutigen Trend zur religiösen Individualisierung sind die Rituale der Anbetung oft gemeinschaftlich vorgesehen. Zwei der bekanntesten Beispiele sind die Bestattung von Toten und das Gebet für sie. Ein weiteres die Etablierung (mehr als nur die Verrichtung) des Gebets – der fünfmal täglichen, am Freitag, den Feiertagen sowie bei einer Mondfinsternis. Andere sind die Bestimmung der Gebetsrichtung, die Organisation des Hadsch und der gegebenenfalls nötige Moscheebau sowie ihr Unterhalt und Schutz.

Die Hadsch als muslimische Vision für interreligiöse Solidarität

hadsch

Ein Essay von Dr. Zeyneb Sayılgan über den menschheitsverbindenden Charakter der Hadsch.

(iz). Gemeinschaft ist eine chaotische Angelegenheit. Ich liebe meine muslimische Gemeinde. Dennoch habe ich manchmal den Impuls, mich in meine eigene kleine Blase zurückzuziehen und alleine zu sein. Es ist nicht einfach, miteinander auszukommen, zu kommunizieren, zusammenzuarbeiten, und zu kooperieren.

Das „ICH“ – das Ego – aufzugeben und das „WIR“ aufzubauen, ist komplizierte Arbeit, anstrengend und manchmal enttäuschend. In meinen Jahren der freiwilligen Gemeindearbeit habe ich gelernt, dass es keine perfekte Gemeinschaft gibt. Vollkommenheit ist allein Gott vorbehalten.

Gemeinschaft hat mir im Laufe meines Lebens viele Dinge bedeutet: mein Körper und mein ganzes Selbst ist eine Mikro-Gemeinschaft, meine Familie, meine Nachbarschaft, mein Arbeitsplatz, meine muslimische und meine interreligiöse Gemeinde und die Schöpfung – dieser heilige Planet als Ganzes.

Sie alle sind meine Gemeinschaft und ich versuche, gesunde Verbindungen zu jedem dieser Kreise aufrechtzuerhalten. Während die muslimische Pilgerzeit – und Reisezeit des Sommers – vor der Tür steht, denke ich darüber nach, was es bedeutet, in Gemeinschaft zu sein, und komme am heiligen Schrein in Mekka an – der Kaaba. Mit bis zu drei Millionen Menschen pro Jahr ist die Hadsch nach wie vor die größte religiöse Versammlung der Menschheit.

Der muslimischen Tradition zufolge errichtete der Prophet Abraham in diesem alten Land zusammen mit seinem Sohn Ismael das Fundament des Monotheismus. Muslimische Gelehrte vertraten sogar die Ansicht, dass Engel das erste Haus Gottes für die Ankunft der Menschen vorbereitet hätten oder dass der Prophet Adam – der Urvater der gesamten Menschheit – dies getan habe.

Wenn sich heute weltweit zwei Milliarden Muslime in ihrem fünfmal täglichen Gebet der Kaaba als gemeinsamem Mittelpunkt zuwenden, werden sie an ihre heilige Bindung zur Menschheitsfamilie als Ganzes und an ihre besondere Geschwisterbeziehung zu den abrahamitischen Religionen erinnert. Damit bekräftigen sie ihre Verpflichtung, ein Leben zu führen, das mit Gottes Vision und Rechtleitung für die Menschheit im Einklang steht.       

Wie Muslime bezeugen, ist die Wallfahrt nach Mekka trotz aller modernen Bequemlichkeiten immer noch die körperlich und emotional anstrengendste Herausforderung. Sich mit Millionen von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten auf engstem Raum zurechtzufinden ist in der Tat kein leichtes Unterfangen. Doch trotz aller Widrigkeiten ist es möglich, gemeinsam voranzukommen. Welche Charaktertugenden sind dann von jedem Menschen erforderlich, damit dies in Harmonie und Frieden gelingen kann?

Ich greife auf einige der zeitlosen Tugenden zurück, um die überwältigende Masse von Menschen zu navigieren. Diese Charaktereigenschaften haben den Test der Zeit bestanden und sind in der Gemeinschaft von universellem Wert: Liebe, Barmherzigkeit, Mitgefühl, Respekt, Selbstlosigkeit, Aufopferungsbereitschaft, Güte, Sanftmut, Geduld, Vergebung, Demut, Neugier, Aufgeschlossenheit, Einfachheit, Genügsamkeit, Anpassungsfähigkeit und Flexibilität.

Trotz aller Hürden, die das Leben in Gemeinschaft mit sich bringt, kann man sich ihrer Schönheit nicht entziehen. Es sind immer noch diese menschlichen Beziehungen, in denen unser Bestes – und leider auch unser Schlechtes – zum Vorschein kommen. Charaktertugenden werden nicht im leeren Raum kultiviert, sondern durch die Pflege sozialer Verbindungen.

Wie kann ich Liebe, Barmherzigkeit, Geduld, Vergebung, Demut und Neugier zeigen, wenn ich mich nicht auf eine menschliche Begegnung einlasse? Dabei vertiefe ich meine eigene Selbsterkenntnis und wachse in meiner eigenen Menschlichkeit.   

Gott – der Gastgeber des Hadsch – heißt uns alle willkommen: die Fehlbaren, die Schwachen, die Bedürftigen, die Unvollkommenen. Mit unseren Mängeln werden wir von Gottes heiliger und barmherziger Gegenwart umarmt. Gott versichert uns, dass wir beides sein können: ein perfektes Meisterwerk und ein unvollständiges Kunststück.

Wenn Gott uns mit unserer angeborenen Schwäche und unseren Fehlern akzeptiert, können wir uns dann vielleicht gegenseitig annehmen und mehr Genügsamkeit füreinander zeigen? Hier auf der Pilgerfahrt – einer Probe für den Tag des Jüngsten Gerichts, an dem sich alle menschlichen Seelen versammeln werden – spielen Alter, Geschlecht, Reichtum, Titel und Ränge keine Rolle. Hier bin ich, hier bin ich, oh mein Herr – verkünden die Pilger unaufhörlich. Ich habe nichts anzubieten, aber hier bin ich.

Und Gott sagt gemäß dem Koran (Vers 15), O ihr Menschen! Ihr seid es, die auf Gott angewiesen sind, während Gott der Unbedürftige, der Lobenswerte ist. Hier sind wir alle gleich wie eine prophetische Überlieferung mitteilt: Gewiss, Gott schaut nicht auf eure Körper und auch nicht auf euer Aussehen; vielmehr schaut Er in eure Herzen und auf eure Taten.

Wie bei vielen religiösen Ritualen besteht immer die Gefahr, dass sie leer und bedeutungslos werden können. Die Hadsch wurde nicht ohne Grund zu einer der wichtigsten Säulen des Islam ernannt. Sie bietet endlose Weisheiten an und hat weiterhin einen tiefgreifenden Einfluss auf die Herzen der Menschen.

Malcolm X bewegender Brief von der Hadsch, ist ein Beweis dafür, wie dieses religiöse Ritual die Einstellung eines Menschen radikal verändern kann. Wenn man sich aufrichtig auf diese spirituelle Reise begibt, kann man einer tiefen Veränderung begegnen. Die Hadsch ist ein außergewöhnliches, verkörpertes Zeugnis, dass wir im Grunde eine Menschheitsfamilie sind. Jeder einzelne Mensch ist heilig.

Jedem Einzelnen wurde von Gott Ehre und Würde verliehen, wie der Koran (Vers 70) betont, Wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt, sie über Land und Meer getragen und mit guten Dingen versorgt; und sie wurden über viele von denen erhoben, die Wir erschaffen haben. Wenn Gott den Menschen mit Würde ausgestattet hat, wie können wir uns dann gegenseitig erniedrigen und ausschließen? Wie können wir uns unserem Schöpfer würdig erweisen und diesen Gemeinschaftsvertrag ehren?

Migration, Bewegung und Mobilität sind Teil unserer spirituellen DNA. Niemand wird auf dieser Erde ewig verweilen. „Sei auf dieser Welt wie ein Fremder oder ein Reisender“, betont eine prophetische Überlieferung. Dies deutet auf einen paradoxen Lebenszustand hin: Überall in der Fremde zu Hause zu sein, alle mit Achtung zu behandeln, aber nirgendwo so wirklich vollkommen dazuzugehören.

Die Menschheit ist daher aufgerufen, gesunde Bindungen zueinander zu pflegen, diesen Planeten mit Respekt und Fürsorge zu behandeln, sich auf das Wesentliche auf dieser Lebensreise zu konzentrieren und ein bleibendes spirituelles oder moralisches Erbe zu hinterlassen.

Der Theologe Bediüzzaman Said Nursi ermutigt daher seine Mitmenschen, dem lebendigen Vorbild der Schöpfung – dem Ökosystem der Welt – nachzueifern: Wir sollten offen einander zugehen und uns kennenlernen (tearüf), wir müssen uns zusammenschliessen (teanuk), einander unterstützen (tesanüd), auf die Bedürfnisse des anderen eingehen (tecavüb) und einander helfen (teavün). In unserem Kern sind wir soziale Wesen, die eng miteinander verbunden und verwoben sind.

Wenn wir in Solidarität auf die Kaaba blicken, erneuern wir unser Versprechen, diesen heiligen Gemeinschaftsvertrag einzuhalten: Wir streben danach, rassische, ethnische, nationale, politische und soziale Grenzen und konstruierte Label zu überwinden. Gemeinsam versuchen wir die spirituellen Krankheiten unserer Zeit zu eliminieren. Egoismus, Rassismus, Sexismus, Materialismus und alle Arten von Ungerechtigkeiten sind destruktiv und haben keinen Platz in unserer Welt.

In globaler Einheit setzen wir uns für die Erhaltung dieses heiligen Planeten ein. Wenn wir uns gegenseitig auf dieser gemeinsamen Lebensreise unterstützen, werden wir nicht nur gemeinschaftlich wachsen und heranreifen, sondern auch unser endgültiges Ziel in Frieden und Sicherheit erreichen.

Dr. Zeyneb Sayılgan ist Islamwissenschaftlerin am Institut für Islamische, Christliche und Jüdische Studien in Baltimore. Sie ist in Mainz als Tochter von kurdisch-muslimischen Migranten aus der Türkei geboren und aufgewachsen und lebt seit dem Jahr 2006 in den Vereinigten Staaten. Zeyneb’s Forschung setzt sich mit dem theologischen Gedankengut des muslimischen Gelehrten Bediüzzaman Said Nursi (1876-1960) auseinander. Hierzu moderiert sie den Podcast “Begegnung mit dem Islam: Weisheiten aus der Risale-i Nur.” Ihre Arbeit wird in wissenschaftlichen und populären Fachzeitschriften wie DIALOG, Religion News Service, Covenant, U.S.Catholic und deutschen Medien wie MIGAZIN und Islamische Zeitungveröffentlicht.

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Eine Radtour – ungewöhnliches Gedenken an die Opfer

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Radtour: Sejfuddin Dizdarevic berichtet über eine Reise von Wien nach Srebrenica. (iz). Als eine Form des ungewöhnlichen Andenkens an die Opfer des Völkermordes in Srebrenica unternahm ich im August 2021 […]

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Crowdfunding – die Macht der Gemeinschaft

Crowdfunding

Die Crowdfunding-Plattform Commonsplace knüpft an eine muslimische Praxis an, die bis Salman Al-Farisi zurückreicht.

(iz). In der faszinierenden Geschichte von Salman Al-Farisi, möge Allah mit ihm zufrieden sein, einem herausragenden Gefährten des Propheten Muhammad, offenbart sich uns die beeindruckende Kraft des gemeinschaftlichen Engagements und der Solidarität sowie die erstaunlichen Resultate, die daraus entstehen können. Von M. Samy Adamou & Samim Faiz

Salman, ein Sklave, der von Meister zu Meister weitergereicht wurde, strebte nach der Wahrheit und fand schließlich den Propheten und in Medina sein spirituelles Zuhause.

Doch die Fesseln seiner Knechtschaft konnten nur durch die entschlossene Unterstützung seiner Brüder im Islam zerschlagen werden. Auf Befehl des Propheten halfen seine Gefährten, Salman beim Freikauf zu helfen, und jeder trug nach seinen Möglichkeiten bei. Schließlich wurde Salman befreit und entwickelte sich zu einer Persönlichkeit, die der gesamten Umma großen Nutzen brachte.

Salman al-Farisi war nicht nur ein befreiter Mann, sondern entwickelte sich zu einem hervorragenden Mitglied der Umma. Sein Wissen und seine Weisheit waren beeindruckend, und er spielte eine maßgebliche Rolle bei der Verbreitung und Verteidigung des Islam.

Er wurde von seinen Gefährten hochgeschätzt und als „Vater der zwei Bücher“ bezeichnet, da er sowohl die christlichen Schriften als auch den Qur’an kannte. Salman Al-Farisi war ein leuchtendes Beispiel für einen Muslim, der seine Talente und Ressourcen zum Wohl der Gemeinschaft einsetzte.

Vorläufer des Crowdfundings finden sich in der prophetischen Praxis

Das Beispiel des Propheten, in dem er seine Gefährten dazu aufforderte, sich um „ihren Bruder“ zu kümmern, ist vergleichbar mit commonsplace – der deutsch-muslimischen Crowdfunding-Plattform. Crowdfunding bezeichnet den Zusammenschluss einer Gruppe von Menschen, die individuell entsprechend ihrer Möglichkeiten für einen gemeinsamen Zweck spenden, um eine Initiative zu unterstützen, die ihnen wichtig ist.

Während damals in Medina die beste Gemeinschaft sich vereinte, um ihrem Bruder zu helfen, nutzt Commonsplace, die deutsch-muslimische Crowdfunding-Plattform, die Kraft einer zumindest größeren Gemeinschaft, um gemeinschaftlich großartige Ideen und Projekte der Community umzusetzen. 

Die Funktionsweise von Commonsplace beruht auf dem Prinzip des Crowdfundings. Beim Crowdfunding wird eine Vielzahl von Personen, in unserem Fall die Community, eingeladen, jeweils kleine bis mittlere Beträge beizusteuern, um Projekte zu finanzieren.

Dieser Ansatz ermöglicht es Einzelpersonen, Organisationen, Unternehmen usw., ihre Visionen mit der Gemeinschaft zu teilen und innovative, großartige und nachhaltige Projekte und Ideen zu realisieren, die ohne die finanzielle Unterstützung der Community möglicherweise nicht umsetzbar wären.

Dieser Prozess erinnert an die Gemeinschaft in Medina, die sich vereinte, um gemeinsam Salman zu befreien – welcher ein unverkennbarer Wert für die Umma war. In dieser Tradition greift Commonsplace auf die Kraft einer viel größeren Gemeinschaft zurück, um großartige Ideen und Projekte gemeinsam zu verwirklichen.

Foto: Commonsplace

Commonsplace – Plattform für Muslime in Deutschland

Mit Commonsplace bieten wir Muslimen in Deutschland eine Plattform, um geschwisterlich zu wirtschaften, Ressourcen zu bündeln, innovative Projekte zu unterstützen und gemeinsam Großartiges zu schaffen. Unsere Plattform ermöglicht es Muslimen, ihre Ideen und Initiativen zu präsentieren und Unterstützung von ihrer deutsch-muslimischen Community zu erhalten.

Diese Community repräsentiert ein breites Spektrum an Talenten, Wissen und Erfahrungen, das genutzt werden kann, um Innovationen, soziale Projekte und vieles mehr voranzubringen. Durch das Crowdfunding-Modell von Commonsplace wird die finanzielle Belastung auf viele Schultern verteilt und die Realisierung von Projekten ermöglicht, die sonst vielleicht nur schwer finanzierbar wären.

Gleichzeitig fördert es das Gefühl der Gemeinschaft, da jeder Beitrag, unabhängig von seiner Größe, zum Erfolg des Projekts beiträgt. Es stärkt den Zusammenhalt, fördert die Partizipation und ermöglicht eine direkte Beteiligung an der Gestaltung der Gemeinschaft und der Gesellschaft.

Foto: Commonsplace

Die Reise begann vor zwei Jahren mit mehreren Schlüsselimpulsen.

Erstens wollten wir die muslimische Selbstorganisation in Deutschland stärken und unabhängig von Drittmitteln im In- und Ausland machen. Durch die Fokussierung auf die Unterstützung innerhalb unserer Gemeinschaft haben wir eine Plattform geschaffen, die es der muslimischen Gemeinschaft ermöglicht, selbstbestimmt und unabhängig zu handeln.

Zweitens war es uns ein Anliegen, die bisher als unprofessionell wahrgenommene finanzielle Infrastruktur der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland zu stärken. Commonsplace bietet als Community-Alternative eine Plattform, auf der Projekte professionell und transparent präsentiert und finanziert werden können.

Drittens wollten wir Innovationen innerhalb der Community fördern. Die Plattform gibt nicht nur Hilfsorganisationen eine Bühne, sondern schafft auch Raum für generischere Projekte wie Moscheeprojekte. Dadurch können eine Vielzahl von Bedürfnissen und Interessen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland abgedeckt und gestärkt werden.

Viertens haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Narrative neu zu denken und das Engagement der Muslime in Deutschland sichtbar zu machen. Ein Nebeneffekt unserer Plattform ist, dass wir durch die Vorstellung verschiedener Projekte ein „Digitales Museum des muslimischen Engagements“ präsentieren können. Dadurch betonen wir die Vielfalt und das Engagement der Muslime in Deutschland.

Diese Impulse haben uns in den letzten zwei Jahren geleitet, und wir sind stolz darauf, was wir gemeinsam mit unserer Community erreicht haben. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft mit der Community zusammenzuarbeiten, um diese Impulse zu vertiefen und die muslimische Gemeinschaft in Deutschland weiter zu stärken.

Foto: Commonsplace

Deutsch-muslimisches Crowdfunding funktioniert

In den letzten zwei Jahren konnten wir unsere Konzepte und Annahmen bestätigen und hautnah miterleben, wie Commonsplace im deutsch-muslimischen Raum an Dynamik gewonnen hat. Gemeinsam haben wir in der Community mehr als 120 verschiedene innovative, humanitäre, religiöse und soziale Projekte und Ideen realisiert.

Dabei konnte Commonsplace mehr als 15.000 Unterstützer in ganz Deutschland mobilisieren und insgesamt über 600.000 Euro an Fördergeldern für verschiedene Projekte sammeln. Allein während des Ramadans 2023 konnten über Commonsplace mehr als 100.000 Euro zusammenkommen. Diese Zahlen sind inschallah erst der Anfang und zeigen uns, dass gemeinschaftliches Wirtschaften viel Gutes bewirken kann.

Ein bemerkenswertes Beispiel für ein bisheriges Projekt auf unserer Plattform ist das Projekt von Dima e.V. (vorher: Interkulturellen Institut für Inklusion e.V.) das ehrgeizige Verbesserungen anstrebt. Dima e.V. setzt sich mit großem Engagement dafür ein, die Inklusion in der (muslimischen) Gesellschaft zu fördern und Barrieren abzubauen. Ihr Fokus liegt auf der Schaffung von Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen und der Förderung interkultureller Verständigung.

Dank der Unterstützung durch die deutsch-muslimische Community und mehr als 400 Unterstützern konnte Dima e.V. über 15.000 Euro sammeln. Dies ermöglichte es ihnen, als erstes Institut in Deutschland Videos über den Islam in Deutscher Gebärdensprache zu produzieren und somit tauben und schwerhörigen Menschen den Zugang zum Islam zu erleichtern. Mit diesem Projekt haben sie eine Lernplattform für taube und schwerhörige Muslime aufgebaut, die es ihnen ermöglicht, grundlegendes islamisches Wissen wie die Säulen des Islams zu erlernen.

Dieses Projekt ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie durch die gemeinschaftliche Unterstützung innovative und inklusive Initiativen realisiert werden können. Wir sind stolz darauf, solche inspirierenden Projekte auf unserer Plattform zu sehen und freuen uns darauf, weiterhin dazu beizutragen, dass solche wichtigen Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden.

Ein weiteres erfolgreich unterstütztes Projekt stammt von WaliAktiv aus Dortmund. Ihr Ziel war es, während des Ramadan täglich Iftar-Mahlzeiten für Studenten, Bedürftige und alleinstehende Menschen anzubieten. Dank erfolgreicher Spendenaktionen konnten insgesamt ca. 6000 Euro gesammelt werden, um dem Verein die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, um jeden Tag im Ramadan Iftar zu kochen und auszuteilen.

Besonders für Gemeinden, die in der Regel auf Spenden angewiesen sind, um ihre laufenden Kosten zu decken, hat sich Commonsplace als äußerst effektives Mittel erwiesen, um zusätzliche Ressourcen zu beschaffen. Das Projekt von WaliAktiv zeigt deutlich, wie die Plattform dazu beiträgt, wichtige Initiativen zu unterstützen und Menschen sozial zu helfen.

Auch in Fällen von kurzfristigen Anliegen und Notfällen konnte Commonsplace der deutsch-muslimischen Gemeinde dabei helfen, schnell handlungsfähig zu werden. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das Projekt von Asiyah International e.V., einer humanitären Organisation, die angesichts der verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in der Türkei und Syrien aktiv wurde. Ihr Ziel war es, den betroffenen Gemeinden in beiden Ländern dringend benötigte Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen.

Angesichts der erschütternden Ereignisse konnten hier mehr als 1000 Unterstützer mobilisiert und überzeugt werden, ihre Spenden beizusteuern. Innerhalb weniger Tage kamen beeindruckende 80.000€ zusammen, die einen bedeutenden Beitrag zur Unterstützung der betroffenen Gemeinden leisteten. Al-Hamdulillah.

Foto: Commonsplace.de

Crowdfunding ermöglicht schnelle Hilfe

Dieses Projekt verdeutlicht, wie Commonsplace in Krisensituationen eine rasche und effektive Unterstützung ermöglichen kann. Es zeigt die Stärke und Solidarität der deutsch-muslimischen Gemeinde und ihre Bereitschaft, in Zeiten der Not zusammenzustehen und zu helfen.

Eine beeindruckende Anzahl weiterer Projekte wurde erfolgreich auf unserer Plattform realisiert. Ein zukünftiger Schwerpunkt besteht darin, die finanzielle Unterstützung von Innovationen und Gründung von Start-ups und Unternehmen in der deutsch-muslimischen Community stärker voranzutreiben. Durch diese Unterstützung können neue Arbeitsplätze geschaffen und wirtschaftliche Chancen genutzt werden.

Die vielfältige Bandbreite an finanzierten und umgesetzten Projekten spiegelt die Stärke und den Tatendrang der deutsch-muslimischen Gemeinschaft wider. Sie verdeutlicht eindrucksvoll, dass bedeutende Veränderungen und Fortschritte durch gemeinsame Anstrengungen und die Unterstützung durch Crowdfunding möglich sind. Die Vielfalt der Projekte unterstreicht die kreative und vielseitige Natur unserer Community und ihre aktive Gestaltung der Zukunft.

Gemeinsam haben wir bewiesen, dass durch die Bündelung unserer Ressourcen und die Zusammenarbeit auf unserer Plattform eine außergewöhnliche Kraft entsteht. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir auch in Zukunft Großartiges erreichen können. Die deutsch-muslimische Gemeinschaft spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Innovationen, sozialem Wandel und wirtschaftlichem Wachstum.

Unsere Erfolge sind ein klares Zeichen dafür, dass wir gemeinsam eine starke und dynamische Zukunft aufbauen können. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft unsere Plattform nutzen können, um die Community weiterhin zu unterstützen und zu inspirieren. Es erfüllt uns mit Stolz, Teil einer solch positiven Veränderung zu sein, und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der Community weitere bedeutende Projekte umzusetzen.

Für die Möglichkeit, einen positiven Einfluss zu haben, sind wir von Herzen dankbar, und wir werden weiterhin unser Bestes geben, um sicherzustellen, dass wertvolle Hilfsprojekte erfolgreich realisiert werden können.

Es ist unsere feste Überzeugung, dass unsere Plattform nicht nur einen bedeutenden Beitrag zur Identitätsentwicklung der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland leistet, sondern auch die gesamte Gemeinschaft stärkt und miteinander verbindet. Daher sind wir bestrebt, kontinuierlich auf das Feedback unserer Community zu hören und die aktuelle Website fortlaufend zu modernisieren und zu aktualisieren, sofern es Allah will.

Sei auch du Teil dieser Erfolgsgeschichte. Besuche jetzt commonsplace.de und starte dein eigenes erfolgreiches Projekt oder unterstütze zahlreiche spannende Vorhaben. Gemeinsam können wir Großartiges erreichen!

Wir freuen uns darauf, dich auf unserer Plattform willkommen zu heißen.