Jahrhundertelang wurzelte die finanzielle Überlebensfähigkeit von Muslimen in zwei simplen Prinzipien: das Wucherverbot sowie die lokale Praxis der Zakat. (iz). Obwohl Großbritannien selbst ein relativ wohlhabendes Land ist, lebt hier […]
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Jahrhundertelang wurzelte die finanzielle Überlebensfähigkeit von Muslimen in zwei simplen Prinzipien: das Wucherverbot sowie die lokale Praxis der Zakat. (iz). Obwohl Großbritannien selbst ein relativ wohlhabendes Land ist, lebt hier […]
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Berlin (KNA). Helfer von Geflüchteten sehen sich nach Einschätzung des Hilfswerks Brot für die Welt weltweit zunehmend Repressionen ausgesetzt. „Wer sich für Menschen einsetzt, die Schutz und Unterstützung am dringendsten brauchen, wird kriminalisiert, an der Arbeit gehindert oder bedroht“, sagte die Präsidentin von Brot für die Welt, Dagmar Pruin, am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des Reports „Atlas der Zivilgesellschaft“. Von Michael Kinnen
Grafik Brot für die Welt | Daten: Civicus
Auch in der EU werde Hilfe für Geflüchtete behindert. Seit 2016 hätten Regierungen Schiffe zur Seenotrettung insgesamt über 1.000 Wochen lang blockiert. Das sei etwa jede dritte mögliche Einsatzwoche gewesen, erklärte Pruin. „Der Tod dient als Abschreckung. Das ist ein zynisches Spiel mit Menschenleben.“
In Griechenland seien Nichtregierungsorganisationen früher für ihre Hilfe „gefeiert“ worden, heute würden sie bedroht, heißt es in dem Bericht. Helfer und Anwälte hätten zum Teil keinen Zugang zu Geflüchteten.
Foto: studio v-zwoelf, Adobe Stock
Zum sechsten Mal hat Brot für die Welt aus Daten des zivilgesellschaftlichen Netzwerks Civicus sowie weiteren Analysen einen solchen Atlas erstellt. Mehr als jeder vierte Mensch auf der Welt lebt demnach in einem Land mit vom Netzwerk so bezeichneten „geschlossenen zivilgesellschaftlichen Handlungsräumen“, in denen Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit nicht gewährleistet sind.
In fünf Kategorien von „offen“ über „beeinträchtigt“, „beschränkt“ und „unterdrückt“ bis „geschlossen“ kategorisiert der Report Regionen und Staaten. Deutschland liegt mit 37 weiteren Ländern in der höchsten Kategorie „offen“.
Foto: Sergey Chayko, Shutterstock
Aber auch diese seien „keine Paradiese der Freiheit“, so Pruin. Auch dort würden zum Teil „mindestens fragwürdige Entscheidungen getroffen gegen engagierte Menschen aus der Zivilgesellschaft“. Angriffe auf Medienschaffende, wie sie in einem aktuellen Ranking von Reporter ohne Grenzen beschrieben werden, seien alarmierend, sagte Pruin.
Als „geschlossen“ gelten 26 Länder wie China, Nordkorea und Saudi-Arabien sowie in diesem Jahr neu hinzugekommen auch Russland, Afghanistan und Myanmar. Im Vergleich zur Erhebung davor habe sich die Lage in insgesamt 15 Ländern verschlechtert; in zehn Ländern sei sie im Vergleich besser geworden, darunter in den USA, Lettland und in Chile.
In den USA etwa seien die Gewerkschaften nach der Amtszeit von Präsident Trump wieder gestärkt worden. Lettland habe ein Online-Portal eingeführt, um die Zivilgesellschaft in Entscheidungen einzubinden. In Chile könnten zivilgesellschaftliche Gruppen an einer neuen Verfassung mitarbeiten.
Die Weltkarte im „Atlas der Zivilgesellschaft“ sei allerdings in weiten Teilen rot eingefärbt. 6,7 Milliarden Menschen weltweit lebten in Ländern mit beschränkten, unterdrückten oder geschlossenen Handlungsräumen. Nur für drei Prozent der Weltbevölkerung seien in ihren Ländern die Grundrechte garantiert, heißt es in dem Bericht.
* „Atlas der Zivilgesellschaft 2023: Gefährlicher Beistand. Schwerpunkt Migration – Zahlen. Analysen. Interviews. Weltweit.“, Oekom-Verlag München, ISBN: 978-3-98726-017-9, 84 Seiten, 20 Euro.
Cemal Yasar ist Regionalkoordinator für Nordrhein-Westfalen bei der Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland und verantwortlich für Fundraising. Seit 15 Jahren arbeitet er für die Organisation. Wir befragten ihn über seine Eindrücke […]
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(dpa/iz). In den letzte beiden Tagen gingen Nachrichten über die Ticker der Agenturen, dass Gruppen, die selbst unter harten Bedingungen leben, sich solidarisch mit den Erdbebenopfern in der Türkei und Syrien verhalten.
Rohingya-Flüchtlinge aus überfüllten Lagern in Bangladesch haben Hilfe an die Opfer des verheerenden Erdbebens in der Türkei geschickt. Rund 700 Decken und 200 Jacken hätten sie dem Büro der Turkish Cooperation and Coordination Agency in der Hauptstadt Dhaka übergeben, sagte Rohingya-Anführer Sahat Zia Hero der Deutschen Presse-Agentur. Die Sachspenden seien mit kleinen Geldbeträgen der Flüchtlinge gekauft worden, die ihrerseits von internationaler Hilfe und der Hilfe von Rohingya in anderen Teilen der Welt abhängen. Bald wollten sie Windeln und Hygienebinden schicken.
„Es ist unsere Geste an die Menschen in der Türkei, ein Zeichen der Liebe für unsere Brüder und Schwestern, die in Schwierigkeiten leben“, sagte Hero. „Wir können den Schmerz, obdachlos zu sein, nachfühlen und rufen alle dazu auf, den Opfern beizustehen – mit den Mitteln, die sie haben.“ Er betonte, dass die Türkei besonders viel geholfen habe, als es 2017 zu einer Massenflucht der Rohingya gekommen war. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit waren damals vor Repression und Verfolgung in ihrem mehrheitlich buddhistischen Heimatland Myanmar vorwiegend ins Nachbarland Bangladesch geflüchtet.
Während es nach den schweren Erdbeben bislang nicht ausreichend Nothilfe für Syrien gibt, bekommen die Betroffenen dort Unterstützung von unerwarteter Seite: Kinder aus der Stadt Rakka hätten ihr Taschengeld und Ersparnisse für die Opfer der Katastrophe gespendet, teilten die Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Geld und Kleidung der Mädchen und Jungen sollen demnach von den Beben betroffenen Altersgenossen im Land zugutekommen.
Ein Video der Aktivisten zeigte, wie die jungen Helferinnen und Helfer der Reihe nach ihre Spenden abgaben. Einige Kinder hielten zudem Schilder mit Grußworten in die Kamera. „Was dich getroffen hat, hat auch uns getroffen“, ist darauf etwa zu lesen.
Foto: Amina Alađuz-Lomigora
Wie das Medium „Balkan Stories“ am 13. Februar auf seiner Webseite (https://balkanstories.net/2023/02/13/wer-nichts-hat-gibt-am-meisten/) unter dem zutreffenden Titel „Wer nichts hat, gibt am meisten“ meldete, kam es in den vorherigen Tagen zu einer enormen Solidaritätswelle vom Balkan. Demnach haben vor allem in Bosnien Arbeiter, Rentner und Arbeitslose in der Region Sachgüter und Geld gespendet. Mittlerweile hätten die Sarajevoer Verkehrsbetriebe eine „Sonderbuslinie“ eingerichtet.
Wegen der enormen Menge an Sachgütern, die zeitweise nicht mehr zu bewältigen war, baten die Helfer darum, vorläufig nur Geld zu spenden. Rechnet man die bisherigen getätigten Spenden, so „Balkan Stories“, inklusive einberechneter Einkommensunterschiede auf Wien um, wäre die Spendenmenge 30-40 Millionen Euro hoch.
„Überwältigend auch die Hilfsbereitschaft im montenegrinischen Sandžak. Bis Freitag hatten die Moscheegemeinden in der mehrheitlich muslimischen Grenzregion zu Serbien und zum Kosovo 275.000 Euro für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien gesammelt“, beschrieb der Autor die Hilfsbereitschaft in der mehrheitlichen Provinz, die zwischen Serbien und Montenegro geteilt ist.
Auch in Deutschland geben Muslime seit Bekanntwerden des Erdbebens verschiedene Arten von Hilfen. Dazu gehören neben den vielen Einzelspendern individuelle Vereine, Dachverbände der Moscheen sowie mehrere muslimische Hilfsorganisationen.
Ein Beispiel dafür sind die kombinierten Bemühungen der IGMG, von Hasene International und des Islamrates. Mit einem Pool von 2.000 ehrenamtlichen Helfern und einem Logistikzentrum in Kahramanmaraş. Bisher konnten sie Folgendes leisten und liefern: 100 Lkw-Ladungen (davon 5 nach Syrien), 80 Fahrzeuge für die Verteilung, über 330 ehrenamtliche Fachkräfte (davon 30 Bergungskräfte, 50 medizinisches Personal), mobile Bäckerei (7.000 Brote täglich), mobile Suppenküche (für 10.000 Personen täglich), 2.700 Generatoren, 500 mobile Toiletten und 35 Betonbrecher, mobile Klinik, Hilfsgüter wie Lebensmittel (Babynahrung), Medikamente, Zelte, Winterkleidung.
In den Moscheen der IGMG wurde das Ereignis in den Freitagsgebeten thematisiert. Darüber hinaus verrichtete man für Verstorbene Toten- und Bittgebete in Abwesenheit.
WEFA e.V. https://wefa.org/de/
Islamic Relief https://www.islamicrelief.de/erdbeben-tuerkei-syrien/
muslimehelfen e.V. https://spenden.muslimehelfen.org/?emergency_disaster_relief=70
Hasene International https://www.hasene.org/de/
Tuisa Hilft Stiftung https://tuisa.de/catalog/product/view/id/481/s/verheerendes-erdbeben-turkei-syrien/
„Die Katastrophe hat auch uns tief im Herzen getroffen.“ Zenahir Mrakovic, Islamische Gemeinschaft der Bosniaken
Köln (iz). Nach dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet haben MuslimInnen in Deutschland mit Anteilnahme und Hilfsbereitschaft auf dessen verheerende Folgen für die Menschen in den betroffenen Regionen reagiert. In vielen deutschen Moscheegemeinschaften wurde die Katastrophe in den Freitagsgebeten erwähnt und für die MuslimInnen vor Ort gebetet. Darüber hinaus wurden in vielen Moscheen Hilfsgelder gesammelt.
Am Freitag trafen Repräsentanten der Union der Islamisch-Albanischen Zentren in Deutschland e.V. (UIAZD und der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland (IGBD) in der Zentrale des Moscheeverbands DITIB zu Kondolenzbesuchen ein. Dabei sprachen sie Überlebenden und Angehörigen ihre Anteilnahme sowie Solidarität aus. Mansur Khalili (Vorsitzender UIAZD) betonte: „Wir wollen am Freitag ebenfalls bundesweit in allen unseren Moscheen Spenden sammeln für die Erdbeben-Opfer. Unser Prophet sagte, dass die Ummah einem Körper gleicht, und wennn ein Glied leidet, so leidet der ganze Körper.“ Im Gespräch wurden Hilfsgelder und weitere Hilfen angeboten.
Muharrem Kuzey als Vorsitzender des obersten Religionsrates der DITIB und Leiter der Spendenkampagne bedankte sich für den Besuch. Er zeigte sich beeindruckt von der großen Anteilnahme und Solidarität in Deutschland sowie dem Zusammenhalt der Menschen in dem Katastrophengebiet in diesen schwersten Stunden. „Natürlich beten wir in unseren Moscheen für die Rettung so vieler Menschen, wie nur möglich. Gleichwohl sind wir als Menschen, als Gläubige dazu aufgerufen, zu helfen, wo und wie wir nur können. Bezeichnend dafür ist, dass Moscheen für die obdachlosen Erdbebenopfern geöffnet werden, ihnen Zuflucht bieten vor Kälte, Einsamkeit und Verzweiflung.“
Wie die IGMG am 10. Februar wurden alleine in ihren Reihen sowie im Hilfsverein Hasene International eine Million Euro für die Betroffenen im Erdbebengebiet gesammelt. „Die Hilfs- und Spendenbereitschaft der Menschen hält ungebrochen an. Die Situation vor Ort ist jedoch weiterhin katastrophal und wird zunehmend unerträglich“, teilte der Moscheeverband mit. „Was wir hier vorfinden und erleben, ist kaum in Worte zu fassen. Das Leid der Menschen ist unermesslich. Die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Bekleidung wird zwar immer besser, ausreichend ist das aber noch lange nicht“, teilte IGMG-Vorsitzender Kemal Ergün aus der Region mit.
Direkt, nachdem das Beben und seine Folgen bekannt wurden, erklärte der Zentralrat der Muslime: „Der ZMD ruft zudem alle Hilfsorganisationen, Menschen guten Willens und insbesondere die muslimische Gemeinschaft in Deutschland auf, schnell und unbürokratisch Geld- und Sachspenden in die Erdbebengebiete zu schicken.“
Am 6. Februar gab der Verein WEFA e.V. den Beginn seiner Nothilfe (https://wefa.org/de/nothilfe-tuerkei-wefa/?44005) bekannt. WEFA e.V. hat in Abstimmung mit verschiedenen Vereinen Hilfsmaßnahmen im Katastrophengebiet koordiniert und durchgeführt. Die in Europa gesammelten Spenden werden in Zusammenarbeit mit dem AFAD, dem Türkischen Roten Halbmond und der Diyanet Stiftung Türkei an die Erdbebenopfer übergeben.
Auch Islamic Relief Deutschland war kurz nach den Beben mit Helferteams vor Ort (https://www.islamicrelief.de/erdbeben-tuerkei-syrien/). Dabei wurden Lebensmittel und Winterkleidung verteilt, „um Betroffene vor der Kälte zu schützen“. Des Weiteren lieferten die Helfer Decken, Matratzen, Medikamente und weitere Unterstützung.
„Bei einer solchen humanitären Katastrophe wird jede Hilfe benötigt. Auch wir bemühen uns darum, unseren Brüdern und Schwestern beizustehen. Damit wir jedoch bei Notfällen wie diesen schnell handeln können, benötigen wir genügend Mittel“, gab muslimehelfen e.V. auf Facebook bekannt.
Auch die Tuisa Hilft Stiftung war mit HelferInnen vor Ort (https://tuisa.de/catalog/product/view/id/481/s/verheerendes-erdbeben-turkei-syrien/), um schnell Nothilfe zu leisten. „Menschen die alles verloren haben, stehen vor ihren zuerrütteten Häusern und warten darauf das Rettungskräfte ihre Kinder, Eltern, Ehepartner, Enkel oder Freunde bergen können. Darum sind wir hier, um den Menschen die überlebt haben, die warten und weinen aber auch hoffen eine helfende Hand zu sein.“
Einige muslimische Hilfsorganisationen in Deutschland:
WEFA e.V. https://wefa.org/de/
Islamic Relief https://www.islamicrelief.de/erdbeben-tuerkei-syrien/
muslimehelfen e.V. https://spenden.muslimehelfen.org/?emergency_disaster_relief=70
Hasene International https://www.hasene.org/de/
Tuisa Hilft Stiftung https://tuisa.de/catalog/product/view/id/481/s/verheerendes-erdbeben-turkei-syrien/
Augenzeugen berichten über die Momente, als die Erde bebte. Hierzulande bangen Menschen um Angehörige. Zahlreiche Organisationen aus Deutschland helfen in der Türkei und Syrien mit Mitarbeitenden, Geld und Utensilien. Von Leticia Witte
Bonn (KNA). Rettungskräfte versuchen, Verschüttete rechtzeitig aus Trümmern zu befreien. Menschen halten sich in der Kälte im Freien auf – aus Angst, dass weitere Gebäude einstürzen könnten. Die Situation nach den schweren Erdbeben am Montag in der türkisch-syrischen Grenzregion ist verheerend. Die Zahl der Toten steigt: Bisher werden mindestens 2.300 Opfer gemeldet, verletzt wurden Tausende weitere Menschen. Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf.
Organisationen aus Deutschland sind Teil der internationalen Hilfe. Auch wurden die Menschen in Deutschland zu Spenden aufgerufen. Mitglieder der türkischen Gemeinschaft in Deutschland bangen zum Teil um Angehörige. Spitzen aus Politik und Kirche hierzulande drückten ihre Trauer aus und riefen zu Solidarität und Unterstützung auf.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, er hoffe, dass noch viele Menschen aus Trümmern gerettet würden. Bundeskanzler Olaf Scholz erklärte, dass Deutschland „selbstverständlich“ Hilfe schicken werde.
Derweil schickte Malteser International ein Nothilfeteam. „Vor allem in den Flüchtlingsgebieten im Norden Syriens benötigen unsere lokalen Partner dringend Unterstützung, denn dort leben hunderttausende Menschen in einfachen Unterkünften und sind nun nach dem Erbeben schutzlos“, hieß es. Auch andere Organisationen machten darauf aufmerksam, dass auf syrischer Seite Menschen vom Bürgerkrieg ausgezehrt seien.
Caritas international stellt nach eigenen Angaben 250.000 Euro bereit: „Der Bedarf an Hilfsgütern wie Nahrungsmittel, Wasser oder an Decken und Zelten für die provisorische Unterbringung wird gewaltig sein, das ist jetzt schon abzusehen.“ Die Diakonie Katastrophenhilfe stellte 500.000 Euro für Nothilfemaßnahmen zur Verfügung. Weitere Organisationen, darunter Misereor, kündigten ebenfalls Hilfsgelder sowie Sachspenden an.
Ein Helfer von World Vision aus Syrien wird mit den Worten zitiert: „Während wir schliefen, begann das Haus zu zittern.“ Jedes Nachbeben löse bei ihm erneut Panik aus. „Die meisten Menschen halten sich derzeit bei Schnee und Regen auf den Straßen auf.“ Rami Araban von Care Deutschland, ein weiterer Augenzeuge, berichtete aus Gaziantep: „Ich dachte, dass die ganze Stadt zusammenstürzt.“ Es gebe kein Wasser, Menschen stünden im Schnee.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte, dass jede Hilfe in Bewegung gesetzt werde, „die wir aktivieren können“. Dabei nannte sie auch das Technische Hilfswerk. Dieses stimme sich bereits eng mit dem Türkischen Zivilschutz ab.
Der Zentralrat der Muslime bat die Bundesregierung, schweres Gerät und Nothilfe „schnell und unbürokratisch“ zu entsenden. Auch rief er die muslimische Gemeinschaft zu Spenden auf.
Spendenaktionen von muslimischen Hilfsorganisationen:
Hasane International https://www.hasene.org/de/
WEFA e.V. https://wefa.org/de/nothilfe-tuerkei-wefa/?44005
Islamic Relief Deutschland https://www.islamicrelief.de/erdbeben-tuerkei-syrien/
Kennen Sie die Aussage „Wenn du verletzt bist, bin ich verletzt“? Zweifelsohne ist das gut gemeint. Jedoch verstärkt sie die Schwächung wichtiger Grenzen und missversteht Mitgefühl komplett. Uns wird oft […]
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Verschiedene Redner in Brüssel erinnerten daran, dass auch die muslimische Welt eine Pflicht gegenüber den von China verfolgten Uiguren habe. (IslamiQ/iz). Am 9. November fand in Brüssel das erste „Internationale […]
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„Gemeinsam essen, gemeinsam helfen“ – unter diesem Motto ging die größte bundesweite Spendenaktion der Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland erfolgreich zu Ende. Fast 230.000 € konnten für bedürftige Waisenkinder weltweit gesammelt werden.
Köln (IRD). Angesichts der Krisen weltweit ist die bundesweit einzigartige interkulturelle Hilfsaktion „Speisen für Waisen“ ist auch im elften Jahr erfolgreich. Rund 25.000 Menschen beteiligten sich jüngst an der Hilfsaktion. So begegneten sich diesen Herbst unter dem Motto „Gemeinsam essen, gemeinsam helfen“ wieder bundesweit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion am gedeckten Tisch, kamen miteinander ins Gespräch und sammelten Spenden für Waisenkinder in Not.
Nuri Köseli, der die Kampagne verantwortet, zieht eine positive Bilanz: „In diesen Krisenzeiten ist es besonders wichtig, gemeinsam den Ärmsten dieser Welt zu helfen. Dank der großzügigen Spenden können Waisenkinder wieder zur Schule gehen, erhalten notwendige medizinische Versorgung und können gemeinsam mit ihrer Familie ernährt werden.“
Nach einer zweijährigen pandemiebedingten Pause war ein großes gemeinsames „Speisen für Waisen“ der Hilfsorganisation ein besonderes Highlight. Über 100 Gäste folgten vergangene Woche der Einladung ins Bürgerzentrum Ehrenfeld, um für den guten Zweck zu speisen und gemeinsam zu feiern. Neben dem gemeinsamen Essen sorgte ein unterhaltendes Programm aus Redebeiträgen, Live-Musik und Poetry-Slam für eine feierliche Stimmung.
Tarek Abdelalem, Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland, freut sich über den gelungenen Abschluss der Aktion: „Es freut uns sehr, nach einer so langen Zeit unsere jährliche Spendenaktion wieder mit einem krönenden Abschluss beenden zu können. Waisenkinder zu unterstützen, ist vielen Menschen ein wichtiges Anliegen. Gemeinsam Gutes tun ist persönlich doch am schönsten.“
Die bundesweite Hilfsaktion „Speisen für Waisen“ fand bereits zum elften Mal statt: In den letzten Jahren nahmen mehr als 200.000 Menschen in Deutschland daran teil, um Waisenkinder in Not mit einer Spende zu unterstützen. Mit ihrem Waisenprogramm erreicht die Hilfsorganisation Islamic Relief als Teil eines weltweiten Netzwerks mehr als 60.000 Kinder in 27 Ländern.
Am Mittwoch fand in Brüssel das erste „Internationale Uiguren Forum“ statt. Ziel sei es, den Völkermord an den Uiguren sichtbarer zu machen und Handlungsmöglichkeiten zu erörtern.
(IslamiQ/iz). In der Ost-Turkistan werden Hunderttausende Uiguren mithilfe von sogenannten Umerziehungslagern und Zwangsarbeit unterdrückt. Immer mehr Staaten beurteilen das Vorgehen der chinesischen Regierung als Völkermord und nicht mehr nur als Unterdrückung.
Um auf das Verbrechen gegen die Uiguren aufmerksam zu machen, kamen an diesem Mittwoch in Brüssel Gäste aus der ganzen Welt zusammen, darunter bekannte Experten aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Medien, Wissenschaft und Recht sowie Vertreter der Uiguren.
Organisiert wurde das „Internationale Uiguren Forum“ von Hasene International, dem World Uyghur Congress (WUC) und der International Union of East Turkistan Organizations.
Das Hauptziel der Veranstaltung sei, über eine „einheitliche, globale politische Reaktion auf den Völkermord an den Uiguren nachzudenken“, hieß es in der Pressemitteilung der Organisatoren. Weiter wollte das Forum die Zusammenarbeit fördern und eine globale Antwort formulieren, die für die „Notlage der Menschen in Ostturkestan“ erforderlich ist.
Das Forum beschäftigte sich mit den Fragen, was die UN und ihre Mitgliedstaaten gegen die Menschenrechtsverletzungen Chinas unternehmen können, und welche Rolle die Zivilgesellschaft und die Medien bei der Reaktion auf den Völkermord an den Uiguren spielen werden.
Die Eröffnungssitzung des Uiguren-Forums begann im Europäischen Parlament. Dolkun Isa, Präsident des Uigurischen Weltkongresses, erklärte in seiner Eröffnungsrede, dass das Schweigen von Regierungen mit muslimischer Mehrheit wie Indonesien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Pakistan „besonders enttäuschend“ ist.
Auch Kemal Ergün, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), forderte in seiner Begrüßungsrede Muslime zum Handeln auf. „Die Verfolgung der Uiguren stellt uns vor eine große Herausforderung: Sollen wir die Situation der Uiguren ignorieren, ihre zerstörten Moscheen und die Unterdrückung ihrer religiösen Identität, oder sollen wir für die Menschenrechte und die Gleichheit aller eintreten?“, so Ergün.
Neben Ergün und Isa sprachen auch die Abgeordneten des Europäischen Parlaments Ismail Ertuğ, Miriam Lexmann und Raphael Glucksmann im Forum. „Wenn man nicht überall für die Freiheit kämpft, wird es nirgendwo Freiheit geben“, so Lexmann. Ertuğ kritisierte das Vorgehen der chinesischen Regierung. „Die Internierung und Umerziehung von Tausenden von Menschen wird die Probleme nicht lösen, sondern eher vergrößern“, so Ertuğ in seiner kurzen Rede.
Nach der Eröffnungsrede berichteten Überlebende über ihr Leiden und die Folter, die sie in den Umerziehungslagern erlebt haben. „Ich glaube fest daran, dass wir eines Tages die Freiheit haben werden“, erklärt die Überlebende Gülbahar Xaitiwaji.
Im ersten Panel ging es um die Erwartungen an die internationale Gemeinschaft und die Europäische Union im Hinblick auf den Völkermord an den Uiguren. „Es ist erschreckend, dass einige muslimische Länder die UN-Resolution zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen an Uiguren abgelehnt haben“, erklärte Kelley Currie, ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Der Versuch, eine Debatte über den Bericht des UN-Hochkommissariats über Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Region Xinjiang durchzusetzen, scheiterte im Oktober. 19 Mitglieder des Rates stimmten gegen den Antrag, 17 dafür und 11 enthielten sich.
Auch Hamid Sabi vom Uiguren-Tribunal sieht Muslime in der Pflicht. „Ich glaube nicht an die Westmächte. Sie haben einige Dinge getan, aber nicht genug. Aber es ist auch an der Zeit, einigen Ländern mit muslimischer Mehrheit die Stirn zu bieten und sie zu verurteilen. Sie haben nichts getan. Sie haben sich sogar auf die Seite Chinas gestellt“, so Sabi im zweiten Panel. Dort ging es um die internationalen rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Reaktionen auf den Genozid.
Für den britischen Abgeordneten Afzal Khan ist es „unmoralisch und unverantwortlich“, wenn Menschen die Augen vor dem Leid der Uiguren schließen. Vor allem dann, wenn jeden Tag neue Studien und Berichte erscheinen, die diesen Vorwurf.
Weiterhin wurde über die Reaktionen der internationalen Zivilgesellschaft und der Medien auf den Völkermord in Ost-Turkestan debattiert. “Unsere Haltung richtet sich gegen die chinesische Regierung, nicht gegen das chinesische Volk. Dieser Punkt ist wichtig”, erklärte Mesud Gülbahar, Vorsitzender von Hasene International, am Anfang des Panels. Der Journalist Marco Respito betonte, dass leider eine große Anzahl von Journalisten die Propaganda des chinesischen Staates wiederholen, ohne diese zu hinterfragen. „Wir müssen über die üblichen Methoden hinausgehen“, erklärte die Direktorin des René-Cassin Mia Hasenson-Gross. Nur so könne man andere Menschen für sich gewinnen.“
Im Anschluss der Panels soll am Donnerstag eine Deklaration veröffentlicht werden.
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