Kennen Sie die Aussage „Wenn du verletzt bist, bin ich verletzt“? Zweifelsohne ist das gut gemeint. Jedoch verstärkt sie die Schwächung wichtiger Grenzen und missversteht Mitgefühl komplett. Uns wird oft fälschlicherweise beigebracht, dass Fürsorge für andere bedeutet, ihre Last zu tragen, ihre Gefühle zu absorbieren, sie von ihrem Schmerz zu erlösen oder ihre Persönlichkeit zu reparieren. Aber nichts von alledem ist Empathie. Von Anika Munshi
Allah, der Erhabene, fordert uns zur Vermeidung von Extremen und zum Beschreiten eines mittleren Pfads auf. Er sagte in Seinem Buch: „Sprich: ‘O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurer Religion außer in (dem Rahmen) der Wahrheit und folgt nicht den Neigungen von Leuten, die schon zuvor irregegangen sind und viele (andere mit ihnen) in die Irre geführt haben und vom rechten Weg abgeirrt sind.’“ (Al-Ma’ida, Sure 5, 77)
Empathie ist die Art und Weise, wie wir uns mit den Gefühlen einer anderen Person verbinden und sie wissen lassen, dass sie mit ihrem Problem nicht allein ist. Empathie erfordert, dass wir uns an unangenehme Gefühle – wie Frustration, Hilflosigkeit, Schuld oder Scham – erinnern beziehungsweise darüber nachdenken und versuchen, diese Perspektive des Anderen einzunehmen. Hier geht es darum, ein Gefühl so weit zu erkennen, dass wir es identifizieren können, als wäre es das eigene, ohne es zu unserem Problem zu machen.