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Welche Loyalität?

(iz). Während der Sommer sich dem Ende neigt, werden Forderungen aus der Union lauter, die Deutsch-Türken mögen loyal und staatstreu sein. Von der Kanzlerin war zu hören: „Von den Türkischstämmigen, […]

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Es sieht nicht gerade rosig aus

„Beiden Seiten fehlt ­Empathie und ein Verständnis für die Sorgen und auch die Kritik der ­anderen Seite. Und während man all dies bei den Anderen bemängelt, nimmt man nicht wahr, dass es am eigenen Ufer nicht wirklich anders ­ausschaut.“
(iz). In diesen Tagen jährt sich das Anwerbeabkommen mit der Türkei zum 55. Mal. Mittlerweile leben Generationen von Deutsch-Türken in unserem Land, die hier in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Man glaubte, dass Deutschland auch zur Heimat für viele Türkeistämmige geworden sei.
Dieser Glaube wurde aber in den letzten Wochen und Monaten erschüttert. Politiker und auch einfache Bürger, sowohl Deutsche als auch Deutsch-Türken, stellen Fragen über das künftige Zusammenleben; manche stellen es sogar gänzlich in Frage.
Ist die Lage wirklich so schlimm, oder kochen die Emotionen aufgrund der Diskussionen über die politische Lage in der Türkei nur kurz hoch?
Die alt- oder biodeutsche oder deutsch-deutsche und die türkisch-deutsche – schon beim Vokabular fangen die Probleme ja an –, beide Seiten also sehen immer nur den Splitter im Auge des Anderen und nie den Balken im eigenen. Ein Bild übrigens, das sowohl in der Bibel vorkommt, als auch in einer Überlieferung des Propheten Muhammad.
Die deutsch-türkischen Debatten sind mittlerweile zu einer Art Obsession geworden. Es wird mehr übereinander als miteinander geredet.
Der Generalsekretär der CDU, Peter Tauber, stellt den Deutsch-Türken die Loyalitätsfrage oder der CSU-Politiker Scheuer empfiehlt sogar denjenigen, die hier in Deutschland demonstrieren wollen, die Ausreise. Auch grüne Politiker wie Cem Özdemir und Volker Beck schwadronieren von türkischen Moscheen als verlängertem Arm Erdogans in Deutschland, die den Religionsunterricht ideologisch unterwandern würden.
Eine Rhetorik, die an die 1970er und 1980er Jahre erinnert, an Franz-Josef Strauß und andere Politiker dieser Zeit, in der man immer noch dachte, der Türke sei ein Gastarbeiter, mit der Betonung auf Gast. Mit dieser Rhetorik, die nicht auf Tatsachen basiert, schürt man Ressentiments. Gleichzeitig umgeht man Probleme, die man in der Tat thematisieren müsste.
Aber auch auf der anderen Seite sieht es nicht gerade rosig aus. Deutsch-Türken beklagen sich vielleicht zu Recht über Verallgemeinerungen und Pauschalisierungen, die sie betreffen. Man selbst aber praktiziert eben das, wenn bundesdeutsche ­Medien oder Politiker die Entwicklungen in der Türkei kritisch begleiten, nach Rechtsstaatlichkeit fragen und die aktuellen Maßnahmen des türkischen Staates zumindest hinterfragen.
Bei allem Respekt: Nicht jede Kritik ist Türkenfeindlichkeit. Nicht jede Kritik ist ein Türkeibashing. Auf der einen Seite kritisiert man die Medienberichterstattung deutscher Medien. Man verurteilt Karikaturen und Satire, in denen der türkische Staatspräsident verhöhnt wird. Aber man schweigt zu den zahlreichen Titelseiten türkischer Tageszeitungen der letzten Zeit, in denen Bundeskanzlerin Merkel mit Hitlergruß sowie der Überschrift „Heil Merkel!“ und Hakenkreuzfahne abgebildet wird, und Deutschland als ein Land präsentiert wird, das sich „Türkenfeindlichkeit“ auf die Fahne geschrieben habe.
Obwohl der Lebensmittelpunkt von knapp drei Millionen Türkeistämmigen in Deutschland liegt, scheinen viele Deutsche und Türken sich immer noch fremd zu sein. Zumindest, wenn man die Diskussionen der letzten Monate verfolgt. Aber eigentlich sind sie sich ähnlicher, als sie es sich vorstellen können.
Deutsch-Türken haben die „typisch deutsche“ Eigenschaft, alles schlechter zu sehen, als es in Wirklichkeit ist. Und auch sie neigen dazu, auf Kritik ähnlich zu reagieren, wie so manche deutsche Geistesverwandte: Verallgemeinerungen wie „DIE Medien“, „DIE Politiker“, ja sogar bedenkliche Terminologien wie „Lügenpresse“ machen auf beiden Seiten die Runde. Deutsch-Türken wittern hinter jedem kritischen Artikel über die Türkei oder Erdogan Machenschaften der Lügenpresse. Und besorgte deutsche Bürger brandmarken Journalisten, die differenzieren wollen und für Verständnis statt Hetze plädieren, ebenfalls als Vertreter der „Lügenpresse“.
Beiden Seiten fehlt Empathie und ein Verständnis für die Sorgen und auch die Kritik der anderen Seite. Und während man all dies bei den Anderen bemängelt, nimmt man nicht wahr, dass es am eigenen Ufer nicht wirklich anders ausschaut. Ein Peter Tauber muss verstehen lernen, dass Deutsch-Türken noch sehr gut wissen, wie die Verhältnisse unter den Militärdiktaturen, die übrigens säkular und kemalistisch waren, in der Türkei in jüngster Vergangenheit waren. Es hat nichts mit einer fehlenden Loyalität zu tun, wenn Deutsch-Türken aus Solidarität mit der Türkei gegen den Putschversuch auf die Straßen gehen.
Genauso müssen aber auch Deutsch-Türken nachempfinden, dass es auf viele Menschen befremdlich wirkt, wenn man bei Türkeithemen leidenschaftlich reagiert und demonstriert, während man zu Themen, die hier in Deutschland für alle Bürger von Bedeutung sind, schweigt und keinen Beitrag leistet. Parolen schwingen, Fahnen schwenken und die Schuld immer beim bösen Anderen suchen, das kennen wir auch von Pegida & Co.
Nach 55 Jahren sollten Deutsch-Türken ihre Opferhaltung endlich überwunden haben und sich mit dem Hier und Heute beschäftigen, statt Scheindebatten zu führen. Sie haben nämlich keinen Bezug zum Alltagsleben in Deutschland. Und die deutschen Politiker sollten endlich mal die Rhetorik der 1970er und 1980er Jahre überwinden. Denn türkische „Gastarbeiter“ gibt es in Deutschland nicht mehr.
Gerade als Muslime, die in Deutschland leben und leben werden, muss man sich die Frage stellen, warum man sich von Scharfmachern treiben lässt und unbewusst diesen immer mehr ähnelt, indem man fast nur noch damit beschäftigt ist, auf sie zu reagieren, statt selbst zu agieren. Man beobachtet, dass immer mehr junge Muslime negativer zu ihrem Umfeld in Deutschland stehen.
Damit machen wir uns unsere Möglichkeiten in Deutschland selbst kaputt und das Positive gerät aus dem Blick. Die Erdogan-Obsession mancher Medien und Politiker sollte unseren Blick nicht vor unserer Verantwortung hier in Deutschland benebeln. Ja, wir wehren uns gegen unfaire Angriffe gegen die Türkei und Muslime.
Aber in erster Linie sind wir verantwortlich für unsere Existenz hier in Deutschland. Wer sich von den Ressentiments und von der Negativität anderer zu sehr vereinnahmen lässt, wird am Ende auch selbst voller Ressentiments und Negativität sein. Das sollten aber nicht die Eigenschaften von uns Muslimen sein.

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Weisheit und Muttermilch

(iz). Für die werdende Mutter ist die Spiritualität des ungeborenen Kindes von großer Bedeutung. Das hört mit der Geburt nicht auf, denn ihre Aufgabe als spirituelle Lehrerin ihrer Kinder beginnt […]

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Auf der Suche nach neuen Feinden

„Insbesondere im CDU-Lager gibt es die Befürchtung, die Wählerschaft könnte sich der AfD zuwenden, und von dieser Angst lassen sich auch die anderen Parteien anstecken. Also signalisiert man: Auch wir […]

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Den Stier bei den Hörnern packen

(iz). Wir können festhalten, dass alles im Jahre 2001 nach den Attacken in New York begann. Damals wurde das globale Bewusstsein, aber insbesondere das muslimische, durch die schweren Schläge erschüttert. […]

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Wohlergehen in der Schwangerschaft

(iz). Ob es ihr erstes oder fünftes Kind ist – so erlebt die Frau eine Mischung aus Emotionen, die sie im Verlauf ihrer Schwangerschaft erfährt. Eine dieser Emotionen ist die Freude […]

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Technifizierung von Sprache

(MFAS). „Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Masse ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Diejenigen, die die unsichtbaren Mechanismen der Gesellschaft manipulieren, stellen […]

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Yusra Mardini: Flüchtling, Lebensretterin, Olympionikin

(iz). Heute ist sie Berlinerin und vertritt fast 60 Millionen Menschen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Yusra Mardini gehört zum Team Refugee, einer Auswahl aus zehn Athleten, die alle Menschen, die derzeit gezwungen sind, aus ihrer Heimat zu fliegen, auf der großen Bühne repräsentieren soll.
2015 machte sie sich auf die Reise ins Ungewisse. Weil es in Syrien immer unsicherer wurde und der Krieg ein normales Leben unmöglich machte, entschlossen Yusra Mardini und ihre Schwester sich gemeinsam mit ein paar Verwandten, über den Libanon und der Türkei nach Griechenland zu flüchten.
Die heute 18-Jährige ist Schwimmsportlerin, das ehamals vielversprechendste Talent Syriens. Mit gerade einmal 14 Jahren stellte sie bei den Kurzbahnweltmeisterschaften 2012 in Istanbul den Landesrekord über 400m Freistil auf. Wenig später eskalierte die Situation in ihrer Heimat immer mehr. „Manchmal schwammen wir in Becken, über denen die Dächer weggebombt wurden“, erzählt sie „The Indipendent“.
Ihr Talent sollte in naher Zukunft Leben retten.
Die Heimat im Chaos hinter sich gelassen, stieg sie in ein Boot, das sie von der Türkei nach Griechenland bringen sollte. Nach nur 30 Minuten fiel der Motor aus. Er hielt die Last nicht aus. Sie waren 20 Menschen auf einem Boot für sechs. Auch nachdem die Insassen damit begannen, ihr Gepäck ins Wasser zu werfen, drohte das Boot weiter zu sinken. Fast niemand konnte schwimmen. Yusra Mardini und ihre Schwester, die auch Leistungsschwimmerin ist, sprangen ins Meer. Mit einem Seil befestigt schleppten sie schwimmend das Boot Richtung der griechichen Insel Lesbos.
Sie schafften es. Sie retteten mehreren Menschen das Leben. Nach einer Odyssee durch Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich, erreicht sie ihr Ziel: Berlin. Der Traditionsverein „Wasserfreunde Spandau 04″ gab ihrer Leidenschaft eine neue Heimat. „Ich hatte nichts, als ich zum ersten Mal zum Training meines Berliner Schwimmvereins kam“, sagt Mardini auf einer der mittlerweile zahlreichen Pressetermine. „Sie haben mich mit allem ausgestattet, der Klub ist zu meiner Familie geworden.“
Sie trainiert am frühen Morgen zwei Stunden, geht dann zur Schule und trainiert nachmittags weiter. Ihr Trainer Sven Spannekrebs erkannte schnell das Potenzial des neuen Vereinsmitglieds und wollte sie auf die Olympia 2020 in Tokio für die deutsche Auswahl vorbereiten.
Zeitgleich entwickelte das Olympische Komittee aber die Idee eines Flüchtlingsteam, das in Rio unter neutraler Flagge mitmachen soll. Neben neun anderen Flüchtlingen aus Syrien, dem Südsudan, Kongo und Äthiopien wird auch Yusra Mardini nominiert. Sie vertritt nun Millionen Vertriebene im olympischen Becken beim 100 Meter Schmetterling, 100 und 200 Meter Freistil.
„Ich möchte zeigen, dass Flüchtlinge nicht nur Opfer sind. Wir können etwas leisten und erreichen. Wir sind jemand“, zeigt sie sich im „Handelsblatt“ zielsicher. Noch zählt sie nicht zu den Anwertern für eine Gold-Medaille, Publikumsliebling ist sie aber bereits.

Ernste Lage, mutiges Volk

(iz). Keine Frage, die Lage in der Türkei war ernst und es ist schon arrogant, den mutigen Einsatz der türkischen Bevölkerung gegen den drohenden Militärcoup gering zu schätzen. Auffällig sind auch Anspielungen auf – in der rationalen Politik verpönte – Verschwörungstheorien und das Assoziationsspiel rund um die islamische Terminologie, die im Alltag von Muslimen eben eine große Rolle spielt.
Hochkonjunktur hat die geistige Form „Wir sind so demokratisch, weil sie so undemokratisch sind“. Die westlichen Demokratien vergessen dabei geflissentlich, dass die Finanzkrise, der Kampf gegen den Terror generell und der technologische Fortschritt auch bei uns altgewohnte Vorstellungen um die demokratische Wirklichkeit längst in Frage stellen. Nebenbei erwähnt nimmt die Idee eines türkischen Präsidialsystems – zumindest bisher – Frankreich und die USA zum Vorbild.
Fakt ist, Erdogan wurde nicht nur persönlich angegriffen, sondern auch ein ganzes Land in seiner Existenz bedroht. Ja, die berechtige Sorge um rechtsstaatliche Standards in der Türkei und die Abläufe im Ausnahmezustand können anur blinde Parteigänger nicht teilen. Es geht hier um das allzeit problematische Verhältnis von Politik und Recht. Auffallend ist aber gleichzeitig die Einseitigkeit, diese Bedenken und Ängste nur auf die (für Muslime paradoxe) Möglichkeit einer „islamischen“ Diktatur zu lenken.
Praktisch unreflektiert bleibt der geistige Hintergrund der Putschisten. Wie kann es sein, dass in der NATO, dem Bündnis der Demokratien, radikale Kräfte über Jahrzehnte ignoriert wurden? Natürlich hat auch der Säkularismus eine in sich wohnende Möglichkeit des Terrors, der Diktatur und der Unfreiheit. In dieser Hinsicht muss man türkische Muslime wirklich nicht belehren.
Als Muslime gilt es gerade jetzt, unsere Unterscheidungskraft zu schulen. Hierzu gehören fundierte Kenntnisse über unsere Geschichte und unsere Terminologie. Fähnchenschwenken reicht hier nicht. Eine ultimative Gefahr droht zum Beispiel, wenn anerkannte Rechtsschulen des Islam ihren eigenen Grund verlieren sollten, eines Tages der Macht das Wort reden, schlimmstenfalls in den Alltag von de facto Diktaturen eingebettet werden.
Durum ciddi, insanlar yürekli
Türkiye’de geçen günlerde cereyan eden olaylar şüphesiz ciddi idi, ve Türkiye toplumunun darbe tehdidine karşı cesur duruş ve direnişini küçümsemek olsa olsa kibir alametidir. Dikkat çeken şeylerden birisi şu: rasyonel siyaset sahasında hiç itibarı olmayan komplo teorilerine imalar, ve Müslümanların günlük yaşamlarında önemli anlamlar taşıyan İslami kavramlar etrafında kurulan çağrışım teraneleri.
untitled“Bizim ne kadar demokrat olduğumuzun delili, onların olmamalarıdır” şeklinde bir zihinsel tutum moda oluvermiştir. Ancak Batı demokrasilerinde unutulan şudur ki, finans krizi, teröre karşı savaş ve genel manada teknolojik gelişme bizim buralarda demokrasi gerçekliğinin ne olduğu hakkındaki geleneksel anlayışları epeydir tehdit etmektedir. Burada şunu da ifade edelim: Türkiye’de gerçekleştirilmek istenen Başkanlık Sistemi, Fransa ve ABD’yi örnek almaktadır.
Gerçek şu ki, yapılan bütün bu saldırılar Erdoğan’ın şahsını değil, bütün bir devlet yapısını hedef aldı. Türkiye’de hukuk devleti standartları hakkında haklı kaygıları ancak gözü perdelenmiş partizan tipi particiler göz ardı edebilirler. Olayın aslı ise, prensipte zaten devamlı süregiden ve her zaman sorunlu olan siyaset ve hukuk ilişkisidir. Ancak bu bağlamdaki kaygıları ve korkuları sadece ve sadece – Müslümanlar için paradoks bir düşünce olan – “islami diktatörlük” olasılığına odaklamak ve bunu tek tehlike olarak sunma çabaları göze batmaktadır.
Darbecilerin fikri yapıları da yeterince sorgulanmıyor. Nasıl olur da Demokrasiler İttifakı olan NATO’nun bir üye ülkesinde böylesine radikal güçler onlarca sene boyunca farkedilememiştir? Gerçek şu ki, yapılan bütün bu saldırılar Erdoğan’ın şahsını değil, bütün bir devlet yapısını hedef aldı. Sekülerizm de doğal olarak kendine has bir terör, diktatörlük ve özgürlük eksikliğini içinde barındırmaktadır. Bu bağlamda Türkiye Müslümanlarının derse ihtiyaçları yoktur.
Müslümanlar olarak özellikle şimdilerde furkan ve basiretimizi geliştirmeliyiz. Bunun bir parçası, İslam tarihimiz ve kendimize has ıstılahımız hakkında derin bilgi sahipleri olabilmemizdir. Sadece meydanlar coşkusu bunun yerini tutamaz. Bu bağlamda Ehl-i Sünnet Mezhepleri’nin usul ve esaslarının muhafaza edilip güclendirilmesi elzemdir; ve – örnegini görebildigimiz gibi – bunlarin yok edilip mezheplerin sadece kaba gücün sözcüleri haline getirilmeleri veya daha da kötüsü kurulu ve süregiden bir diktatörlük içinde günlük hayatın bir parçası haline dönüştürülmelerinden ibret almak gerekir.

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„Momentan stagniert alles“

(iz). Die juristische Situation muslimischer Institutionen in Deutschland ist ein spannendes Feld, in dem es viele Kontroversen gibt. Der Berliner Fazli Altin studierte sowohl Rechtswissenschaften als auch islamisches Recht und beleuchtet regelmäßig die Entwicklungen aus beiden Gesichtspunkten. Wir sprachen mit dem Juristen über die Situation der Verbände und die damit zusammenhängenden Probleme in Bezug auf die Islamische Theologie.
Islamische Zeitung: Wie sind die Strukturen von Moscheegemeinden in Deutschland? Haben sie einheitliche Strukturen, gibt es verbindliche Merkmale?
Fazli Altin: Rein juristisch betrachtet sind sich alle Vereine oder Verbände in ihrer juristischen Struktur ziemlich ähnlich. Es gibt natürlich Unterschiede, so hat der VIKZ beispielsweise lange gemeinsam gehaftet, während bei der IGMG und DITIB die Mitgliedsvereine einzeln haften. Es ist die einfachste Form für Moscheegemeinden, sich als Verein zu organisieren. Ziel war es ja immer hauptsächlich, die Moscheegemeinde aufzubauen, den Betrieb zu halten und den Imam zu bezahlen. Erst später kamen andere religiöse Dienstleistungen hinzu.
Islamische Zeitung: Wie hat sich die Idee entwickelt, dass einzelne muslimische Gemeinden im Verband organisiert sein ­sollten?
Fazli Altin: Das deutsche Gesellschaftsrecht hat diese Rechtsform angeboten. Man hat entweder Kapitalgesellschaften oder Personengesellschaften. Bei den Personengesellschaften ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GBR) erst seit einigen Jahren überhaupt rechtsfähig, davor war die passendste Rechtsform für eine islamische Gemeinde der Verein. Sportvereine nutzen auch die Form des Vereins, es ist die einfachste Art, eine Personengesellschaft zu formieren.
Islamische Zeitung: Das wirkt ja schon fast wie typisch deutsches Vereinsleben. Nimmt das auch Einfluss auf die Wahrnehmung der religiösen Zugehörigkeit?
Fazli Altin: Wenn Moscheevereine in einem größeren Verband wie der Milli Görüs organisiert waren, hat natürlich eine Idee dahinter gestanden. Man hat nicht gesagt „Ich bin Gemeindemitglied der Moschee XY“, sondern hat sich der Idee verbunden gefühlt. Und das hat die Verbände auch bis heute gestärkt. Die IGMG ist beispielsweise in Deutschland der mitgliedsstärkste Verband, soweit ich weiß. Die Leute arbeiten mit Herzblut an der Sache, es ist nicht vergleichbar mit der Arbeit in einem Sportverein. Man versteht sich eher als Mitglied der Umma und möchte für diese etwas tun. Da ist es eher nachrangig, in welcher Rechtsform man das tut.
Islamische Zeitung: DITIB, IGMG und ATIB sind türkisch geprägt, IGD palästinensisch/ägyptisch. Haben die Moscheen in den Herkunftsländern ähnliche Strukturen?
Fazli Altin: Überhaupt nicht. Das kann man nicht vergleichen. Das ist auch ein riesiges Problem, insbesondere in den arabischgeprägten Gemeinden hier. Die Moschee ist in den Ursprungsländern eine Moschee und kein Verein. Die Rechtsform hinter der Moschee kennt niemand. Man wird dort nicht Mitglied, man geht einfach hin und nimmt Teil an den Gottesdiensten. Deshalb musste man den Leuten, ich kenne das hier in Berlin so, erstmal vermitteln, dass die Moschee Mitglieder braucht, um zu überleben, um sich zu finanzieren. Und heute ist die Mitgliederzahl arabischgeprägter Moscheen im Vergleich zu den türkischgeprägten Moscheen immer noch recht gering. Das hängt eben damit zusammen, dass die Moscheen in den Herkunftsländern ganz andere Strukturen haben.
Islamische Zeitung: Die Moscheen hier sind freitags gänzlich voll. Man hört aber vereinzelt, dass die Verbände eigentlich eine sehr geringe Mitgliederzahl hätten und deshalb nicht wirklich die Muslime repräsentieren.
Fazli Altin: Es ist überhaupt nicht relevant, wie viele Menschen dort Mitglied sind. Man kann auch nur fünf Mitglieder haben und viel mehr Menschen mobilisieren. Und das ist das Ausschlaggebende. Wenn man also wirklich wissen möchte, wie repräsentativ eine Gemeinde ist, muss man schauen, wie viele Leute dort zum Freitagsgebet oder Festtagsgebet kommen. Zum Freitagsgebet sind zum Beispiel hauptsächlich Männer anwesend und die muss man mindestens mit drei multiplizieren, wenn man wissen möchte, wie viele Menschen diese Freitagspredigt erreicht, denn die Familien sollte man nicht außer Acht lassen. Und so verhält es sich mit der Mitgliedschaft in den Moscheen. Es verläuft ja nicht so, dass aus einer Familie fünf Personen gleichzeitig Mitglieder werden, in der Regel wird nur eine Mitglied und alle anderen sind trotzdem dieser Gemeinde verbunden. Die Mitgliederzahlen haben also nicht viel zu bedeuten.
Islamische Zeitung: Die meisten Moscheen beschäftigten oder beschäftigen immer noch Imame aus dem Ausland. Wie steht es um den juristischen Hintergrund dieser Tätigkeit?
Fazli Altin: Sie werden in Deutschland tatsächlich als Imame angestellt. Das deutsche Aufenthaltsrecht sieht vor, dass Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft einen Aufenthalt zur Tätigkeit bekommen können, wenn es in Deutschland niemanden gibt, der diese ausüben kann.
So verhält es sich derzeit mit Imamen, solange nicht genügend Imame ausgebildet werden. Ich kann mir vorstellen, dass, wenn es mit den Fakultäten der Islamischen Theologie richtig funktioniert, Imame richtig ausgebildet werden und diese auch von den Gemeinden angenommen werden, die Ausländerbehörde sagen könnte, sie erteilt keine Genehmigungen mehr für Imame aus dem Ausland.
Islamische Zeitung: Lässt sich vermuten, dass der deutsche Staat darauf abzielt, zukünftig alle Imame selbst auszubilden und damit Einfluss zu nehmen, oder ist es nur ein einfaches Angebot?
Fazli Altin: Ich möchte natürlich erstmal an den guten Willen des deutschen Staates glauben. Wenn Fakultäten für Islamische Theologie finanziert werden, kann man das erstmal gutheißen. Auf der anderen Seite gibt es Stiftungen wie die Konrad-Adenauer-Stiftung, die spezifisch einzelne Muslime finanziert und fördert, die eben keinen guten Ruf genießen und keine Basis haben. Da muss schon die Frage aufgeworfen werden, ob der deutsche Staat, eventuell über Stiftungen, in die muslimischen Strukturen eingreifen möchte. Es ist vielleicht auch noch zu früh darüber zu spekulieren. Wir haben noch keine Absolventen dieser Fakultäten, wir wissen nicht, ob diese Absolventen in der muslimischen Mitte, in den Moscheegemeinden, wo sie tätig sein sollen, Fuß fassen können. Die Fakultäten bemühen sich ja, soweit ich weiß, mit den Gemeinden vor Ort zu kooperieren. So sollen die Studenten beispielsweise Praktika machen, Freitagsgebete leiten, mal den Gebetsruf ausrufen oder einfach in der Moschee anwesend sein, sodass sie auch vorher in den Gemeinden bekannt sind.
Islamische Zeitung: Sie sagen, die Fakultäten bemühen sich um Kooperation mit den Gemeinden vor Ort. Es soll in der Theorie konfessionsgebunden gelehrt werden. Ist es aber rechtlich geregelt, dass die Verbände eingreifen könnten, wenn das missachtet wird?
Fazli Altin: Momentan nicht. In nahezu allen Bundesländern haben wir das Problem, dass keine islamische Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist, sodass der Staat oder die Bundesländer sagen können, sie hätten keinen Ansprechpartner, also entwerfen sie sich einen Beirat. Dieser Beirat wird mit bedingten Rechten ausgestattet.
In Berlin haben wir den Sonderzustand, dass die Islamische Föderation seit 2001 als Religionsgemeinschaft nach dem Schulrecht anerkannt ist und Religionsunterricht an öffentlichen Schulen anbietet. Das heißt, die Berliner Regierung kann nicht sagen, sie hätte hier keinen Ansprechpartner. Und die Islamische Föderation hat sich bislang als verlässlicher Partner bewiesen. Trotzdem ist man in Berlin gerade dabei, einen Beirat für die neu entstehende Fakultät zu gründen. Man versucht, etwas nachzuahmen, was in anderen Bundesländern eigentlich nur eine Übergangslösung darstellt.
Islamische Zeitung: Muslime versuchen, den Status als Körperschaft im öffentlichen Recht zu erlangen. Gleichzeitig kann diese subtile Einmischung in den muslimischen Religionsgemeinschaften seitens staatlicher oder halbstaatlicher Stellen weiterhin stattfinden, weil es juristisch noch keine Einmischung in religiöse Angelegenheiten darstellt. Auch von Professoren dieser Fakultäten ist derartiges zu beobachten. Hängt die Blockade der Anerkennung mit der versuchten Einflussnahme zusammen?
Fazli Altin: Das geht mit der Frage einher, ob die Wissenschaft um der Wissenschaft Willen gemacht wird oder, ob andere Ziele dahinter stecken. Ziel und Zweck der Fakultäten ist ja offiziell, dass man Lehrer, Imame und andere Kräfte ausbildet, die in der islamischen Gemeinschaft tätig werden.
Und die islamische Gemeinschaft ist derzeit über die Verbände organisiert, ob man das mag oder nicht. Wenn jemand, der diese Menschen ausbildet, auf Kriegsfuß mit den Verbänden ist, muss man sich fragen, für wen man diese Menschen denn ausbildet.
Islamische Zeitung: Gibt es bei den Verbänden angesichts dieses Drucks irgendwelche Entwicklungen?
Fazli Altin: Momentan stagniert alles. Es gibt weder rechtlich noch inhaltlich eine Entwicklung. Man versucht aufrechtzuerhalten, was man bislang aufgebaut hat. Und das hängt auch mit äußeren Faktoren zusammen. Wenn einer Religionsgemeinschaft mit Beobachtung vom Verfassungsschutz gedroht wird, ist das eine Einschüchterung.
Aus Thomas Bauers „Die Kultur der Ambiguität“ kann man einiges lernen. So ist die Forderung des deutschen Staates, nur einen Ansprechpartner haben zu wollen, ein typisch westliches Denken. Man möchte immer eine praktische Einheit auf der Gegenseite haben, es gibt nur „den Anderen“ oder „den Islam“, der nur eine Richtung haben darf. Was auch der Aufbau der Fakultäten zeigt. Man stelle sich vor, in Istanbul würde eine Fakultät für christliche Theologie gegründet und der Beirat bestünde aus Katholiken, Protestanten, Orthodoxen oder selbst Zeugen Jehovas, und sie hätten den Auftrag, eine einheitliche christliche Theologie anzubieten. Ebenso gibt es nicht nur eine islamische Theologie.
Der Aufbau ist meines Erachtens nach von Anfang an falsch gewesen. Christliche und jüdische Gemeinschaften dürfen in Deutschland einzeln mit dem Staat handeln. Warum sollten muslimische Gemeinschaften das nicht tun? Eine muslimische Einheit ist zwar wünschenswert, aber rechtlich nicht notwendig. Ich denke, eines der Hauptprobleme für die Stagnierung ist, dass viele Gemeinden gedanklich immer noch mit dem Ausland zusammenhängen.
Es wird zu selten die Frage gestellt, wie man hierzulande Menschen helfen kann, wie man sich hier festigt und ein ernstzunehmender Ansprechpartner wird. Wir haben wenige Strukturen für weiterführende Angebote. Wir haben keine Schulen, wo wir Lehrer anstellen könnten, keine Kindergärten oder Krankenhäuser. Diese ganze karitative Struktur, die zweifelsohne auch zu unseren Aufgaben gehört, fehlt. Ich denke nicht, dass sich das in naher Zukunft ändern wird, aber ich sehe, dass immer mehr darüber nachgedacht wird.
Islamische Zeitung: Lieber Fazli ­Altin, vielen lieben Dank für das ­Gespräch.