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Afghanistan: 5 Jahre nach dem Abzug

Afghanistan abzug seelsorge Kurzmeldungen

Der Machtwechsel in Afghanistan wurde zum Symbol für das Scheitern eines fast 20-jährigen Einsatzes. Fünf Jahre später ist das Land weiterhin auf internationale Hilfe angewiesen.

(KNA/IZ). Fünf Jahre ist es her, dass der Westen Afghanistan in einem chaotischen Rückzug verlassen musste. Als die USA und ihre Verbündeten am 15. August 2021 nach beinahe zwei Jahrzehnten den Abzug abschlossen, spielten sich am Flughafen von Kabul dramatische Szenen ab.

Menschen klammerten sich an startende Flugzeuge und stürzten in die Tiefe; Tausende drängten auf die Rollbahn, um den blitzartig vorrückenden Taliban zu entkommen. Die extremistischen Kämpfer trafen kaum auf Widerstand der afghanischen Armee, dafür aber auf große Mengen zurückgelassenen Kriegsmaterials.

Was in einer der schwersten Blamagen des Westens endete, hatte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mit ehrgeizigen Zielen begonnen. Die USA wollten nicht nur die Taliban stürzen, die Osama bin Laden und dem Terrornetzwerk Al-Qaida Unterschlupf gewährten.

the afghans

Foto: John Smith, Shutterstock | Lizenz: Shutterstock, erworben

Im Sinne des „Nation Building“ sollte unter dem Schutz der ISAF-Mission und mit westlichen Milliarden ein stabiler demokratischer Staat entstehen. Menschen- und Frauenrechte, Pressefreiheit, funktionierende Institutionen, moderne Bildung und wirtschaftlicher Aufschwung standen auf der Agenda.

Auch die Bundeswehr stellte für ISAF zeitweise mehr als 5.000 Soldaten – das drittgrößte Kontingent nach den USA und Großbritannien. Zwar entstanden neue staatliche Strukturen; Millionen Kinder gingen erstmals zur Schule, darunter viele Mädchen. Universitäten wurden ausgebaut, Medien gegründet und Infrastrukturprojekte verwirklicht.

Gleichzeitig herrschten Korruption und politische Machtkämpfe aber weiter. Die Taliban zogen sich keineswegs zurück. Terroranschläge gehörten in den Städten zum Alltag, während die Extremisten in ländlichen Gebieten einen langjährigen Aufstand gegen Regierung und internationale Streitkräfte entfesselten.

Insgesamt fielen mehr als 3.600 Angehörige der westlichen Koalition, darunter 59 Bundeswehrsoldaten. Die Zahl der zivilen Todesopfer lag um ein Vielfaches höher. Dies verstärkte bei vielen die Wahrnehmung der fremden Truppen als „ungläubige Besatzer“.

Foto: Bundeswehr/Rolf Klatt

Das Land am Hindukusch wurde so zum Sinnbild eines westlichen Wunschdenkens, das die Formen einer vielfach archaisch-islamischen Gesellschaft nicht erfasste. In dem bitterarmen, ethnisch und religiös zersplitterten Land galt die Loyalität vieler Menschen eher Familie, Sippe oder Clan als dem Staat.

Zugleich gelang es in 20 Jahren nicht, die wirtschaftliche Basis des Landes nachhaltig zu stärken. Den Fortschritten im Bildungswesen standen zu wenige Arbeitsplätze gegenüber, weil der industrielle Aufbau fehlte.

Korrupt, ineffizient und in weiten Teilen der Bevölkerung verhasst, gelang es der afghanischen Regierung nicht einmal, die mit Milliarden US-Dollar aufgerüstete Armee zu einer schlagkräftigen Truppe zu formen. Geld für Sold, Verpflegung und Munition versickerte ebenso wie die Moral der Soldaten. Als die Regierung von US-Präsident Donald Trump 2020 direkt mit den Taliban über den Abzug verhandelte und sein Nachfolger Joe Biden daran festhielt, schwand auch in den Städten das letzte Vertrauen in den westlichen Kurs.

So konnten die Taliban im August 2021 fast kampflos bis nach Kabul vorrücken. Nach ihrem Sieg hofften Beobachter zunächst, die Gruppe würde sich im Vergleich zu ihrer ersten Herrschaft vor 2001 mäßigen, um internationale Isolation zu vermeiden und weiter Hilfsgelder zu erhalten.

Stattdessen errichteten die Taliban erneut ein rigides System im Namen der „Scharia“. Mädchen dürfen nur noch die Grundschule besuchen; weiterführende Schulen und Universitäten bleiben ihnen ebenso verschlossen wie die meisten Berufe außerhalb des Gesundheitswesens. Frauen sind aus weiten Teilen des öffentlichen Lebens verdrängt. Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer systematischen Entrechtung.

Auch ethnische und religiöse Minderheiten wie die schiitischen Hazara, Tadschiken und Usbeken leiden unter Diskriminierung durch die überwiegend aus Paschtunen bestehenden Taliban. Hinzu kommt eine schwere Wirtschafts- und Versorgungskrise.

Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut und Arbeitslosigkeit; Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Taliban erschweren internationalen Hilfsorganisationen die Arbeit zusätzlich, etwa durch ein weitgehendes Beschäftigungsverbot für Frauen. Internationale Sanktionen verschärfen die Lage.

Winterhilfe

Ein Mädchen im afghanischen Torkham. (Foto: Islamic Relief Deutschland)

Auch fünf Jahre nach der Machtübernahme bleibt das „Islamische Emirat Afghanistan“, wie die Taliban das Land nennen, eines der größten Problemfelder der internationalen Politik. Die Staatengemeinschaft steht vor dem Dilemma, humanitäre Hilfe für die Bevölkerung zu ermöglichen, ohne das Regime politisch aufzuwerten.

Zweimal haben Aufständische hier bereits eine Supermacht besiegt: die USA sowie von 1979 bis 1989 die Sowjetunion. Doch die jahrzehntelange Katastrophe ihres Landes haben sie damit nur verlängert.

Für Deutschland blieb Afghanistan zudem innenpolitisch ein sensibles Thema. Dabei geht es einerseits um die Aufnahme ehemaliger Ortskräfte und weiterer gefährdeter Afghanen. 

Oppositionspolitiker warfen der damaligen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) vor, die Visavergabe unzureichend kontrolliert und Aufnahmezusagen auf Grundlage fehlerhafter oder unvollständig geprüfter Unterlagen ermöglicht zu haben.

Deutschland erkennt die Taliban-Regierung zwar nicht an, spricht aber mit ihr über Rückführungen ausreisepflichtiger Personen und humanitäre Hilfe.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 375): von umstrittenen Deals mit Taliban bis zu Penzberg

kurzmeldungen penzberg moschee verkehrsschild

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 375) reichen vom Umgang mit den Taliban, über rechte Gewalt bis zu Solidarität in Penzberg.

Kritik an Bundesregierung wegen Taliban

AMBERG (KNA). Das katholische Hilfswerk Misereor wirft der Bundesregierung eine De-facto-Zusammenarbeit mit den Taliban in Afghanistan vor. Die Bundesregierung stimme Abschiebungen afghanischer Straftäter bilateral mit dem Regime ab und plane weitere Abschiebungen von Menschen ohne Vorstrafen, kritisierte das Hilfswerk Mitte August. Gerade jährt sich ihre Machtübernahme zum fünften Mal. Innenminister Dobrindt (CSU) habe erklärt, das „De-facto-Regime“ nicht anerkennen zu wollen, tue dies aber zunehmend direkt.

Prediger solingen magdeburg

Symbolfoto: FooTToo, Shutterstock | Lizenz: Shutterstock, erworben

Der CSD-Anschlag verschiebt die Debatte

BERLIN (IZ). Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD rücken innere Sicherheit und Migration in den Mittelpunkt der politischen Debatte. Fachleute verweisen darauf, dass solche Taten rechte Parteien begünstigen können: Eine Studie nennt im Schnitt rund sechs Prozentpunkte mehr AfD-Stimmen in betroffenen Gemeinden. Zugleich warnen Beobachter vor weiterer Polarisierung im Wahlkampf.

bpb: Rechtsextremismus bleibt im Fokus

BERLIN (KNA). Die Bundeszentrale für politische Bildung will trotz eines stärkeren Fokus auf Linksextremismus und Islamismus das Thema Rechtsextremismus nicht vernachlässigen. „Neben den Themen Linksextremismus und Islamismus wird die Bundeszentrale für politische Bildung selbstverständlich auch weiterhin zahlreiche Angebote zum Rechtsextremismus machen“, sagte eine Sprecherin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Einrichtung befindet sich aktuell in einer Führungskrise.

Prien will Prävention gegen Extremismus stärken

BERLIN (IZ). Bundesfamilienministerin Karin Prien will das Förderprogramm „Demokratie leben!“ stärker auf Prävention und Deradikalisierung ausrichten. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD prüft sie, fünf Millionen Euro für Angebote gegen religiös begründeten Extremismus umzuschichten. Prien kündigte Gespräche mit Ländern, Experten und muslimischen Verbänden an. Kritik aus der Queer-Community weist sie zurück. Sie betont, Minderheitenschutz bleibe Teil der Förderung.

afd Rechtsextrem Bundestag widerstand Bundestagswahlen

Foto: photocosmos1, Shutterstock | Lizenz: Shutterstock, erworben

Rechte Gewalt bleibt auf hohem Niveau

BERLIN (IZ). Nach Angaben des Verbandes der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt blieb rechte Gewalt in Deutschland 2025 auf hohem Niveau. Die Stellen registrierten 3.167 Angriffe auf 4.298 Betroffene. Besonders häufig waren rassistische Motive, zudem nahmen Angriffe auf politische Gegner zu. Die Bundesregierung meldete für das erste Quartal 2026 bereits 96 rechts motivierte Gewaltdelikte mit 48 Verletzten. Opferberatungen warnen zugleich vor einer hohen Dunkelziffer, weil viele Fälle nicht angezeigt oder nicht als politisch rechts eingeordnet werden.

IWH sieht Milliardenlücke bei AfD-Programm

HALLE (IZ). Das Regierungsprogramm der AfD für Sachsen-Anhalt ist laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle nicht finanzierbar. Das IWH berechnet eine jährliche Finanzierungslücke von mindestens 2,2 Mrd. Euro. Von 136 kostenwirksamen Vorhaben ließen sich 28 beziffern. Sie kosten rund 1,6 Mrd. Euro. Einschließlich geplanter Neuverschuldung ergibt sich ein Bedarf von 2,5 Mrd. Euro, dem 243 Mio. Euro Einsparungen gegenüberstehen. Das DIW warnte ebenfalls vor den Folgen.

Universales Recht Gerechtigkeit

Foto: Lightspruch, Adobe Stock | Lizenz: Adobe Stock, erworben

Keine Verbeamtung wegen angeblicher Zugehörigkeit

KARLSRUHE (IZ). Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Verweigerung einer Verbeamtung für eine Sachbearbeiterin einer kommunalen Ausländerbehörde bestätigt. Die Frau ist nach Angaben des Gerichts ehrenamtlich als Lehrerin in einer Moschee tätig, die den Strukturen der „Muslimbruderschaft“ zugerechnet wird. Das Gericht sah deshalb berechtigte Zweifel daran, ob sie jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintrete. Für die Übernahme in ein Beamtenverhältnis sei diese uneingeschränkte Verfassungstreue jedoch eine Voraussetzung. Die Entscheidung betrifft den konkreten Einzelfall. Sie bedeutet nicht, dass ein ehrenamtliches Engagement in einer Moscheegemeinde grundsätzlich einer Verbeamtung entgegensteht.

KRM setzt auf mehr Prävention in Moscheen

KÖLN (IZ). Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland will das Thema Gewaltprävention in den Moscheegemeinschafte stärker verankern. Imame sollen vor allem junge Menschen dafür sensibilisieren, dass Gewalt und Islam unvereinbar sind. Nach Angaben des Gremiums geht es darum, Radikali­sierung früh entgegenzuwirken und reli­giöse Orientierung mit klarer Distanz zu Extremismus zu verbinden.

Diskriminierung in Sachsen-Anhalt steigt an

MAGDEBURG (IZ). In Sachsen-Anhalt melden Beratungsstellen deutlich mehr rassistische und diskriminierende Vorfälle. Die Fachstelle Entknoten registrierte im ersten Halbjahr 67 Beratungsfälle; 2025 waren es im gesamten Jahr 81. Die dortige Antidiskriminierungsstelle zählte 87 Fälle, nach 74 im Vorjahreszeitraum. Besonders oft geht es um Benachteiligung am Arbeitsplatz und in Schulen. Beratende rechnen mit einer hohen Dunkelziffer, weil Betroffene aus Angst vor Folgen häufig keine Hilfe suchen.

Foto: islam-penzberg.de

Hunderte setzen Zeichen für Zusammenhalt

PENZBERG (IZ). Mehrere hundert Menschen haben sich am 1. Augustwochenende in der Penzberger Moschee zu einer Solidaritätsveranstaltung gegen Hass und Ausgrenzung versammelt. Trotz der kurzfristigen Einladung und der begonnenen Sommerferien kamen Besucher aus der Stadt und dem Umland. Aufgerufen hatte der Verein „Penzberg bleibt bunt“. Bürgermeister Thomas Kopf sowie Vertreter der christlichen Kirchen nahmen ebenfalls teil. Nach Angaben der Veranstalter stand die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft im Mittelpunkt. Im Anschluss lud die Moschee die Gäste zu Tee und Kuchen ein.

Reis-Wahlen betreffen auch hiesige Moscheen

WIESBADEN (IZ). Die bevorstehende Wahl eines neuen Reis-ul-Ulema in Bosnien und Herzegowina hat auch Bedeutung für muslimische Gemeinden in Deutschland. In Wiesbaden sitzt die Isla­mische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland, der zentrale Dachverband bosniakischer Moscheegemeinden hierzulande. Sie unterhält enge institutionelle und religiöse Beziehungen zur Islamischen Gemeinschaft in Bosnien. Ihre Mitgliedsgemeinden betrachten den Reis-ul-Ulema, häufig als Großmufti bezeichnet, als geistliches Oberhaupt. Die Wahl könnte daher auch Impulse hier setzen.

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Drei Jahre nach Taliban-Rückkehr: Afghanistan krisengeschüttelt

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Niemand hatte geahnt, wie zügig die Taliban vor drei Jahren wieder die Macht in Afghanistan übernehmen konnten. Die Welt scheint sich damit abgefunden zu haben – das Land jedoch steht […]

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Taliban: Rechte der Afghanen liegen am Boden

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Taliban seit zwei Jahren an der Macht: Alle Hoffnungen auf eine halbwegs gemäßigte Herrschaft waren vergebens. (KNA). Die schnelle Einnahme Kabuls durch die Taliban am 15. August 2021 und der […]

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Wasserknappheit lässt Teheran und Kabul kollidieren

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Wasserknappheit: Das Ausbleiben von Niederschlägen führt zu Konflikt zwischen Teheran und Taliban (iz). Die Menschen entlang der Grenze im Iran und in Afghanistan sind angesichts langer Trockenphasen vom Wasser des […]

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Hunger auf Rohstoffe. China weitet Beziehungen zu Taliban aus

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China ist eines der wenigen Länder, das seine Beziehungen zur Talibanregierung in Afghanist an ausbauen will. Es hofft, die riesigen natürlichen Ressourcen besser nutzen zu können und gleichzeitig seine eigene […]

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Außenminister rufen Taliban zur Achtung der Menschenrechte auf

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Seit der Machtübernahme der Taliban sei die Achtung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen weltweit mit am stärksten zurückgegangen.

Berlin (dpa/iz). Außenministerinnen und -minister aus mehr als 20 Staaten rufen die Taliban in Afghanistan auf, alle Entscheidungen und Praktiken rückgängig zu machen, die Frauen und Mädchen in der Ausübung ihrer Menschenrechte und Grundfreiheiten einschränken.

In Afghanistan sei die Achtung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen in den vergangenen anderthalb Jahren weltweit mit am stärksten zurückgegangen, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichen Stellungnahme, die auch von Deutschland unterstützt wird. Afghanischen Frauen und Mädchen werde der Zugang zu Bildung, zu öffentlichen und politischen Räumen und zu Arbeitsmöglichkeiten verwehrt.

Foto: John Smith, Shutterstock

Auch Muslime wenden sich an Taliban

Zu weiteren Unterzeichnern zählen unter anderem Australien, Frankreich, Italien, Japan, Saudi-Arabien, Katar, Spanien, Großbritannien, die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate. Länder wie Saudi-Arabien und Katar stehen selbst wegen Menschenrechtsverletzungen international in der Kritik.

Foto: John Smith, Shutterstock

Seit der Machtergreifung der militant-islamischen Taliban im August 2021 sind die Freiheiten der Frauen in Afghanistan stark eingeschränkt worden. So dürfen sie keine höheren Schulen und seit Ende vergangenen Jahres keine Universitäten mehr besuchen.

Auch ist ihnen mittlerweile der Besuch von öffentlichen Parks und Fitnessstudios untersagt. Ende des Jahres sprachen die Taliban ein Berufsverbot für afghanische Frauen bei Nichtregierungsorganisationen aus, mit Ausnahmen weniger Bereiche.

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Pakistan: Tote und Verletzte nach Anschlag

Khan Pakistan Proteste terror

In Pakistan sind Polizei- und Regierungseinrichtungen immer wieder Ziel islamistischer Terroranschläge.

Islamabad (KNA). Bei einer Explosion auf dem Markt im pakistanischen Barkhan sind am 26. Februar mindestens vier Menschen getötet und 14 verletzt worden. Der zuständige Regierungschef der Provinz Belutschistan, Mir Abdul Quddus Bizenjo, sprach gegenüber pakistanischen Medien von einem Terroranschlag.

„Diejenigen, die das Blut unschuldiger Menschen vergießen, sind Feinde der Menschheit“, sagte Bizenjo und fügte hinzu: „Terroristen schaffen Unsicherheit, um ihre bösen Ziele zu erreichen.“ Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Gewalt von Taliban in Pakistan

In dem an den Iran und Afghanistan grenzende Belutschistan haben Berichten zu Folge mit der verbotenen Terrorgruppe „Tehreek-i-Taliban Pakistan“ (TTP) verbündete Milizen in letzter Zeit ihre Kampfhandlungen verstärkt. Die Rebellen fordern die Unabhängigkeit der Provinz.

Nachdem die Gespräche zwischen der Regierung und TTP im November letzten Jahres abgebrochen wurden, hat die Gruppe ihre Gewaltaktionen ausgeweitet. In der vergangenen Woche hatten schwerbewaffnete Kämpfer der TTP den Amtssitz des Polizeichefs der Millionenstadt Karatschi gestürmt und vier Menschen, darunter zwei Polizisten, getötet.

Im mehrheitlich sunnitisch-islamischen Pakistan sind sowohl Polizei- und Regierungseinrichtungen als auch Kirchen sowie Moscheen der muslimischen Minderheiten der Schiiten und Ahmadiya immer wieder Ziel islamistischer Terroranschläge. Die Stadt Barkhan liegt etwa 500 Kilometer östlich von Belutschistans Hauptstadt Quetta, wo 2013 bei einem Terroranschlag mehr als 130 Menschen ums Leben kamen.

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Zahl der Toten nach Anschlag in Pakistan steigt weiter an

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Islamabad (dpa/KNA). Die Zahl der Toten nach einem Selbstmordanschlag in einer Moschee im Nordwesten Pakistans ist auf mindestens 89 gestiegen. Andere Medien sprachen von mindestens 95 Opfern. In der Nacht zum Dienstag seien mindestens zehn Tote aus den Trümmern des eingestürzten Gebäudes geborgen worden, sagte ein örtlicher Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr als 220 Menschen seien verletzt worden. Der Angriff ereignete sich am 30. Januar während des Mittagsgebets in einer Hochsicherheitszone der Stadt Peschawar, in der sich auch viele Polizeigebäude befinden.

Die Opfer seien hauptsächlich Polizisten, sagte der Sprecher weiter. Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Anschlag. „Es war nichts weniger als eine Attacke auf Pakistan“, sagte er.

Bislang hat sich keine Gruppe zu dem Anschlag bekannt. Ende vergangenen Jahres hatten jedoch die pakistanischen Taliban – die unabhängig von der islamistischen Taliban-Regierung im benachbarten Afghanistan sind – eine Waffenruhe mit der Regierung in Islamabad aufgekündigt. Seither haben sie mehrere Anschläge für sich reklamiert. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat hatte sich in der Vergangenheit zu Anschlägen auf Moscheen bekannt.

In Pakistan ist die große Mehrheit der Bevölkerung von mehr als 230 Millionen Einwohnern muslimischen Glaubens. Peschawar mit seinen etwa zwei Millionen Einwohnern war lange Zeit Zentrum einer Unruheregion in Pakistan – nach einer Militäroffensive gegen islamistische Terrorgruppen im Jahr 2014 war es dort ruhiger geworden.

In den vergangenen Jahren gab es jedoch dort wieder vermehrt Anschläge. Erst im März 2022 sprengte sich ein Attentäter der Terrormiliz IS in Peschawar in die Luft und tötete mehr als 60 Menschen. Die Sicherheitslage in Pakistan hat sich laut Experten seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August 2021 rapide verschlechtert. Pakistans Innenminister Rana Sanaullah sagte Ende Dezember 2022, im eigenen Land sei die Zahl der Taliban-Kämpfer gestiegen und liege mittlerweile zwischen 7.000 und 10.000.

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OIC-Delegation soll mit Taliban über Frauenrechte sprechen

Ankara (AA/iz). Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) plant die Entsendung einer Delegation nach Afghanistan, um mit der Taliban-Regierung über das Recht von Frauen auf Bildung und Beschäftigung zu sprechen. Die Organisation sprach von Besorgnis über jüngsten Beschränkungen.

Im vergangenen Monat hatte die Taliban-Übergangsregierung Mädchen den Besuch von Universitäten untersagt und Frauen von der Arbeit in lokalen und internationalen humanitären Organisationen sowie von der Teilnahme an politischen Aktivitäten ausgeschlossen.

„Wir sind bestrebt, ein zweites Team von Ulama nach Afghanistan zu entsenden, um den Dialog über die Entscheidung, afghanischen Frauen das Recht auf Bildung und Beschäftigung vorzuenthalten, fortzusetzen“, erklärte OIC-Generalsekretär Hissein Brahim Taha.

Der Dialog solle sich auf Maßnahmen konzentrieren, die afghanischen Mädchen und Frauen ihre Grundrechte auf Bildung, Beschäftigung und soziale Gerechtigkeit vorenthalten. „Diese Rechte sind für die islamische Welt von höchster Priorität.“