, ,

Kurzmeldungen Inland (Nr. 368): von Radikalisierung bis zu Blutspenden

kurzmeldungen

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 368) reichen vom Aktionstag für Vielfalt über Gefahren durch IS-Anhänger bis zu einem Aufruf für Blutspenden.

Regierung lehnt Bau von 19 Siedlungen ab

BERLIN (IZ). Belgien, Kanada, Deutschland und zwölf weitere Staaten verurteilen in einer gemeinsamen Erklärung die Genehmigung von 19 neuen israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland durch das israelische Sicherheitskabinett als Verstoß gegen internationales Recht. Die Regierungen warnen vor wachsender Instabilität und einer Gefährdung des Gaza-Gesamtplans sowie der Perspektiven für eine Zwei-Staaten-Lösung. Israel wird aufgefordert, die Entscheidung im Einklang mit UN-Resolution 2334 zurückzunehmen.

Foto: Pixabay | Lizenz: CC0 Public Domain

Bündnis für mehr Vielfalt an Aktionstag

BERLIN (KNA/IZ). Mit Theaterworkshops, Spaziergängen und Debatten ein Zeichen gegen Spaltung und für Toleranz setzen. Das möchte ein breites Bündnis. Mit dabei sind auch die Kirchen, Muslime und der Zentralrat der Juden. Die „Initiative kulturelle Integration“ hat zum landesweiten Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ am 21. Mai aufgerufen. Zum Auftakt stellte das Netzwerk aus 28 Organisationen am 16. Januar in Berlin erste Veranstaltungen vor, die im Laufe des Jahres bundesweit stattfinden. Der Sprecher der Initiative und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sagte, alle Menschen seien eingeladen, sich aktiv für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark zu machen.

GdP sieht Gefahren durch IS-Anhänger

BERLIN (KNA/IZ). Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Kopelke hat vor einer möglichen unkontrollierten Rückkehr deutscher IS-Kämpfer aus Syrien gewarnt. Die aktuelle Lage sei gefährlich. „Einige der seit Jahren mit ihresgleichen in Syrien einsitzenden Islamisten könnten auf Rache sinnen“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“ am 21. Januar. Bei Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten im Norden soll es zu Ausbrüchen dieser Extremisten gekommen sein. Über die Zahl gibt es widersprüchliche Angaben.

kinder Bildungssystem

Foto: Anastasia Shuraeva, Pexels

Warnungen von Bildungsungerechtigkeit

BONN (KNA). Verbände und Hilfswerke weisen auf die Bedeutung von Bildung und auf fehlende Bildungsgerechtigkeit hin. Laut einer Umfrage des Deutschen Beamtenbunds DBB zum Internationalen Tag der Bildung sehen 90 % Probleme in der Bildung als größte Gefahr für die Zukunft des Landes. Erst dahinter folgen die Zunahme gesellschaftlicher Spannungen (88 %), die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich (85 %), der Mangel an qualifizierten Fachkräften (78 %), zunehmender Rechtsextremismus und „islamistischer Terror“ (je 70 %) und der Klimawandel (62 %).

Die Schura bestimmt einen neuen Vorstand

BREMEN (IZ). Die Schura Bremen hat im Dezember ihre ordentliche Mitgliederversammlung mit 22 Moscheegemeinden abgehalten und einen neuen Vorstand gewählt. Im Mittelpunkt standen der Umgang mit wachsendem antimuslimischem Rassismus, Reaktionen von Politik und Medien auf den Genozid an Palästinensern, Gebetsmöglichkeiten an Schulen, Jugendarbeit sowie die Ausweitung von Bestattungsflächen. Der Vorsitzende Murat Celik wurde im Amt bestätigt; seine Stellvertreter sind künftig Ömer-Faruk Coban, Halime A. und Yakup Akman. Generalsekretär bleibt Riyad Preukschas.

Foto: Falkschule, Hamm

Landesregierung hält an Islamunterricht fest

DÜSSELDORF (KNA). Die schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will den Islamischen Religionsunterricht an den Schulen weiter ausbauen. Eine von ihr beauftragte wissenschaftliche Untersuchung unterstreiche, dass der vor 14 Jahren in dem bevölkerungsreichsten Bundesland eingeführte Bekenntnisunterricht „ein wichtiger Bestandteil der Bildungsaufgabe und Ort der Orientierung für muslimische Schülerinnen und Schüler“ sei, sagte Schulministerin Dorothee Feller (CDU) am 21. Januar im Bildungsausschuss des Landtags. Gerade in einer Zeit, in der Social-Media-Inhalte polarisierten, aufhetzten oder falsch seien, gebe das Fach Orientierung.

Terror von Hanau fordert ein spätes Opfer

HANAU (IZ). Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau ist der 70-jährige Ibrahim Akkuş an den Spätfolgen seiner Schussverletzungen gestorben, wie die Stadt Hanau mitteilte. Akkuş hatte den Angriff vom 19.02.2020 schwer verletzt überlebt und lebte seitdem mit massiven körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen. Mit seinem Tod steigt die Zahl der Todesopfer des rechtsterroristischen Anschlags auf zehn und rückt erneut das ungelöste Versagen von Sicherheitsbehörden sowie die unzureichende Aufarbeitung in den Fokus. Angehörige und Initiativen kritisieren weiterhin mangelnde Transparenz, fehlende Konsequenzen und unzureichende, langfristige Unterstützung für Betroffene.

Foto: LV Zentralrat NRW, Facebook

Der Zentralrat kündigt Reformen an

KÖLN (IZ). Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat einen umfassenden Reform‑ und Transparenzprozess angekündigt. Zudem solle eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe gegen die zum ZMD gehörende ATIB durchgeführt werden. Der Text vom 8. Januar betont damit seinen Willen zu innerer Erneuerung und Rechenschaft. Generalsekretär Aladdin Beiersdorf‑El Schallah erklärte, man wolle Strukturen „kritisch überprüfen und zukunftsfest machen“.

Engpass bei Blutkonserven: Muslime sollen spenden

KÖLN (IGMG). „Die Blutkonserven werden immer knapper, weil immer weniger Menschen spenden. Moscheen helfen und informieren – mehrsprachig, verbindend, wirksam“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass sind Appelle deutscher Kliniken und des Roten Kreuzes an die Menschen, mehr Blut zu spenden. „Blutkonserven sind eine stille Lebensversicherung der Gesellschaft, die nur funktioniert, wenn genügend Menschen mitmachen. Doch nur etwa drei Prozent der Bevölkerung spenden“, so Mete weiter.

staatsvertrag

Foto: DITIB.org

1 Jahr Staatsvertrag: Muslime beim Runden Tisch

MAINZ (IZ). Ein Jahr nach der Unterzeichnung der Verträge mit vier islamischen Verbänden lud Ministerpräsident Schweitzer die Mitglieder des Runden Tisches Islam in die Staatskanzlei ein. Der Runde Tisch Islam besteht seit 2012 und steht unter der Leitung des Beauftragten für Migration und Integration Vicente. Mit der Unterzeichnung der Verträge im Dezember 2024 setzte Rheinland-Pfalz ein bundesweit bedeutsames Zeichen. Als erstes Flächenland in Deutschland wurden die Beziehungen zu islamischen Religionsgemeinschaften umfassend vertraglich geregelt.

, , ,

Abdassamad El Yazidi: bei vielen „negative Gefühle“

Islamismus yazidi

Der neue Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Abdassamad El Yazidi, über seinen Verband, den Rechtsruck und den Nahostkonflikt in Deutschland. (KNA). Abdassamad El Yazidi ist vor wenigen Monaten auf Aiman […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

,

Landtagswahlen in Hessen und Bayern: Verbände rufen zur Stimmabgabe auf

landtagswahlen Bundestagswahl

Landtagswahlen: Am 8. Oktober wird in Hessen und Bayern gewählt. Muslimische Organisation riefen zur Wahlbeteiligung auf.

Köln/Berlin (dpa/iz). Am kommenden Sonntag wird in den bevölkerungsreichen westdeutschen Bundesländern Bayern und Hessen ein neuer Landtag – und damit eine neue Landesregierung – gewählt. Spannende Fragen dabei sind bspw. das Abschneiden der AfD sowie ein mögliches Einziehen der freien Wähler in das Wiesbadener Landesparlament.

Landtagswahlen: Zentralrat der Muslime ruft zur Wahl auf

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), eines der sieben Mitglieder im Koordinationsrat der Muslime (KRM) rief am Freitag „die Bürgerinnen und Bürger muslimischen Glaubens“ auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Pressebild: Zentralrat der Muslime in Deutschland

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, sagt dazu: „Wir sind Teil Deutschlands, und wir unterstreichen in unseren Gemeinden mit unserer Aktion ‘Meine Stimme zählt’ unsere Verantwortung als Deutsche und als Muslime, für unsere Demokratie und den Erhalt unserer freiheitlichen Grundordnung einzustehen. Jede Stimme, die nicht abgegeben wird, ist zudem eine Stimme für die falsche Seite, die eine gefährliche Spaltung in unser Land bringt.“

„Deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens bewerten die Demokratie und das Funktionieren des politischen Systems in Deutschland positiver als der Durchschnitt der Bürger. Dies geht aus einer älteren Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. So halten 81 Prozent der muslimischen Bürger die Demokratie für die beste Staatsform, im Vergleich zu 70 Prozent der Gesamtbevölkerung“, hieß es in einer diesbezüglichen Pressemitteilung des ZMD.

Dabei merkte der Zusammenschluss von einzelnen Vereinen und Verbänden an, dass die bisherige Wahlbeteiligung stimmberechtigter MuslimInnen in der Bundesrepublik vergleichsweise niedrig sei.

Das liege unter anderem daran, weil „kaum eine politische Partei nachhaltig die Interessen der Muslime vertritt oder als Korrektiv von Diskussionen fungiert, wo auf Kosten der Muslime antimuslimische Ressentiments geschürt oder Muslime ausschließlich dann erwähnt werden, wenn es um den sog. ‘Islamismus’ und ‘innere Sicherheit’ geht“.

Foto: Martin Kraft, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

DITIB-Hessen fordert „aktive Teilnahme an den Landtagswahlen“

Zeitgleich forderte der DITIB-Landesverband in Hessen die BürgerInnen des Bundeslandes dazu auf, sich an der Stimmabgabe zu beteiligen.

„Im Besonderen richtet sich der Wahlaufruf an die Gemeindemitglieder sowie Bürgerinnen und Bürger muslimischen Glaubens, die im Angesicht ihrer Verantwortung vor dem Menschen und vor Gott aufgerufen sind, sich für eine vielfältige demokratische Gesellschaft einzusetzen.“

Diese Wahl böte die Möglichkeit, die Anliegen der muslimischen Community im Bundesland vorzutragen. So lasse sich gewährleisten, „dass ihre Stimmen gehört und berücksichtigt werden, so etwa beim Religionsunterricht, bei der Seelsorge und den Wohlfahrtsdiensten“.

, ,

Religionsunterricht: Zentralrat in NRW beendet Bemühungen um Kommission

Religion Zentralrat Religionsunterricht

Der Zentralrat in NRW zog eine Klage zurück, mit der er eine Mitgliedschaft in der Kommission erreichen wollte.

(KNA/iz). Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) kann weiterhin keinen islamischen Religionsunterricht im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mitgestalten.

Der Verband zog seine Klage zurück, mit der er eine Mitgliedschaft in der Kommission erreichen wollte, die in NRW über die Lehrinhalte des islamischen Religionsunterrichts und die Lehrerlaubnis für die Religionslehrkräfte entscheidet. Das teilte das Verwaltungsgericht Düsseldorf am Montag KNA mit. Für Freitag war eine mündliche Verhandlung angesetzt.

Foto: Falkschule, Hamm

Zentralrat und andere nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt

Weil die muslimischen Verbände nicht als Religionsgemeinschaften anerkannt sind, bestimmt ersatzweise eine Kommission über die Inhalte des Religionsunterrichts. In ihr sind ein halbes Dutzend muslimische Verbände vertreten. Regierung in Düsseldorf hatte die Kommission vor zwei Jahren gegründet und damit einen Beirat ersetzt, dem staatliche Vertreter und nur vier große muslimische Dachverbände angehörten, darunter der ZMD.

Die Landesregierung verweigerte dem Zentralrat die Mitarbeit in der neuen Kommission mit der Begründung, er würde Verbindungen zu Organisationen mit verfassungsfeindlichen Tendenzen pflegen. Mit der Rücknahme der Klage und der Einstellung des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens sei diese Entscheidung nun bestandskräftig geworden, hieß es auf KNA-Nachfrage aus dem Schulministerium.

NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hatte die Existenz der Kommission verteidigt. Ohne sie könne das Land den Ausbau des islamischen Religionsunterrichts nicht voranbringen. Alle teilnehmenden Verbände hätten der Landesregierung vertraglich zugesichert, dass sie eigenständig und staatsunabhängig seien und die Verfassungsprinzipien achteten, sagte sie im November im KNA-Interview.

Foto: LV Zentralrat NRW, Facebook

Dachverband will sich neu ausrichten

Als Reaktion entschied sich nun der NRW-Landesverband (LV ZMD NRW) in seiner Vorstandssitzung am 15.05.2023, das Verfahren gegen das das Bundesland nicht weiter zu betreiben. Man werde sich in Kürze zudem sowohl inhaltlich als auch personell neu ausrichten. Das Klageverfahren war ohnehin im Wesentlichen im Kontext des seinerzeit geführten Eilverfahrens (2020) angestrengt worden“.

Es „von Beginn an“ die Rechtsauffassung des Verbands gewesen, wonach das von der NRW-Regierung einsetzte Kommissionsmodell „eine unzulässige Einmischung“ in die verfassungsgemäße Zuständigkeit einer Religionsgemeinschaft darstelle. Diese Ansicht „konnte im Laufe der Entwicklungen bedauerlicherweise nicht entkräftet werden“.

, ,

Zentralrat begrüßt neue EU-Koordinatorin Lalisse

Die neue EU-Koordinatorin zur Bekämpfung von Muslimfeindlichkeit, Marion Lalisse, hat nach Einschätzung des Zentralrats der Muslime in Deutschland eine „Mammutaufgabe“ vor sich.

Berlin/Brüssel (KNA). Es sei ein immer weiterer Anstieg von Muslimfeindlichkeit und „gleichsam eine immer stärkere Leugnung dieses Rassismus in rechten Kreisen in Europa“ zu beobachten, erklärte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Donnerstag in Berlin. Die Wiederbesetzung der Koodinatorenstelle durch die EU-Kommission sei eine „richtungsweisende Entscheidung“.

Die EU-Diplomatin Lalisse, zuvor unter anderem im Jemen, in Mauretanien und in Marokko tätig, war am Mittwoch zur Anti-Islamfeindlichkeit-Beauftragten ernannt worden, nachdem die Stelle über anderthalb Jahre vakant war. Zuvor saßen der Malteser David Friggieri und der Italiener Tommaso Chiamparino auf dem 2015 geschaffenen Posten, ohne wesentliche Außenwahrnehmung zu erreichen.

Die EU-Kommissarin für Gleichstellungsfragen, Helena Dalli, erklärte zur Berufung von Lalisse, die neue Koordinatorin solle Maßnahmen gegen den Hass sowie gegen „strukturelle und individuelle Diskriminierung von Muslimen“ auf den Weg bringen.

,

Gespräche zwischen ZMD und DFV: Stehen „solidarisch hinter der Feuerwehr“

Berlin (ZMD). Seit Jahren verfolgen der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) gemeinsame Ziele. Zur Fortsetzung des Dialogs trafen sich der DFV-Präsident Karl-Heinz Banse und der ZMD-Vorsitzende Aiman A. Mazyek zum größeren Austausch.

Beide hatten sich sofort nach der Silvesternacht schockiert über die Ausschreitungen gegen Einsatzkräfte geäußert. Auch Tage nach den Ereignissen zeigte sich Mazyek betroffen: „Es ist Konsens in unserer deutschen Gesellschaft und muslimischen Communities, dass Gewalt gegen Feuerwehrleute absolut verwerflich ist, ja auch im religiösen Sinne eine Sünde darstellt.“

Banse kündigte an, die Bekämpfung von Gewalt gegen Einsatzkräfte zu einem Schwerpunktthema für 2023 zu machen und lud den ZMD ein, sich daran zu beteiligen. Der ZMD hat zudem Unterstützung bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in das Feuerwehr-Ehrenamt angeboten. „Die Türen islamischer Einrichtungen stehen den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr offen.“

Der staatsbürgerlichen Pflicht gegenseitiger Hilfe könnten religiöse Verbände auch theologischen Rückhalt bieten. So sind in vielen Religionen Barmherzigkeit und der solidarische Schutz vor Katastrophen fest verankert. Soziale Wohltätigkeit („Zakat“) gilt als eine der fünf Säulen des Islams. Der ZMD zählt darum das „Erfolgsmodell Freiwillige Feuerwehr“ zu den deutschen „Exportschlagern“, die die international insbesondere in der muslimischen Welt vernetzte deutsche Religionsgemeinschaft in Zukunft stärker in ihr Programm einbauen wird.

Im Gespräch war auch die Beteiligung im Beirat des DFV neben der Mitgliederwerbung, in der Notfallseelsorge und bei interreligiösen Gottesdiensten. An dem Gespräch nahmen u.a. auch der DFV-Geschäftsführer Rudolf Römer und ZMD-Generalsekretär Abdassamad El Yazidi teil.

, , ,

Zentralrat der Muslime verurteilt Gewalt gegen Demonstranten im Iran

Staatstrauer Iran Explosionen Anschläge Uran

Berlin (dpa). Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat die Gewalt der iranischen Sicherheitskräfte gegenüber Demonstranten verurteilt. „Viele deutsche Muslime haben großen Respekt vor dem Mut der protestierenden Frauen auf iranischen Straßen“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). „Sie bangen um Demonstrantinnen und Demonstranten, die brutal von iranischen Sicherheitskräften niedergeknüppelt werden.“

Zugleich warnte Mazyek davor, dass die Entwicklung im Iran hier dazu genutzt werde, „um erneut das Feindbild Muslim zu schüren und so Zwietracht zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu säen“. Als Beispiel nannte er den Farbanschlag auf eine Moschee in Hamburg am Wochenende, bei dem ein 71-Jähriger leicht verletzt wurde.

In einer Aktuellen Stunde debattiert der Bundestag am Mittwoch über die landesweiten Proteste im Iran. Dort hatte der Tod einer jungen Frau, die wegen ihres Kleidungsstils von der „Sittenpolizei“ in Gewahrsam genommen worden war, für große Empörung in der Bevölkerung gesorgt. Die Proteste dauern seit Tagen an. Mazyek betonte, dass es aus muslimischer Sicht „weder einen Kopftuchzwang noch einen Zwang, kein Kopftuch zu tragen“ geben dürfe.

, , ,

Neunköpfiges Team: Zentralrat der Muslime wählt neuen Vorstand

Köln (ZMD/iz). Am Sonntag, den 18.09.2022, trat der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) zu seiner ordentlichen Vollversammlung in Köln zusammen. Dabei wurde der bisherige Vorsitzende, Aiman Mazyek, mit absoluter Mehrheit wiedergewählt.

Der bisherige Generalsekretär, Abdassamad El Yazidi, wurde in seiner Funktion bestätigt. Neu im Vorstand sind die Stellvertretenden Vorsitzenden, Frau Özlem Başöz und Daniel Abdin, und ebenso der Schatzmeister Mohamed Abu El-Qomsan. Als neue Beisitzer sind Samir Bouaissa und Abdelkarim Ahroba gewählt worden, sowie die ehemaligen Stellvertreter Frau Nurhan Soykan und Dr. Mohammed Khallouk, die das neunköpfige Team des ZMD-Vorstandes komplettieren.

Die Zusammenarbeit des ZMD mit den muslimischen Verbänden, mit Politik und Gesellschaft in Bund und Länder soll weiter fortgesetzt werden – so das einhellige Votum des obersten Gremium des ZMD. Zudem will der ZMD-Vorsitzende verstärkt die regionalen Strukturen und Moscheemitglieder des ZMD weiter in seine Arbeit integrieren.

, , ,

Abdassamad El Yazidi über den KRM: „Gute Ergebnisse nicht kleinreden“

Abdassamad El Yazidi wurde 1975 im hessischen Langen geboren, wo er in Dreieich zur Schule gegangen ist. Der Deutschmarokkaner kommt aus dem kaufmännischen Bereich. Nach einem Engagement in einer lokalen […]

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.

, ,

25 Jahre Tag der Offenen Moschee: Starke Vorbehalte gegen Islam

Der Tag der Offenen Moschee wird 25 Jahre alt. Bundesweit laden Moscheegemeinden wieder am 3. Oktober ein. Vorurteile und Misstrauen gegenüber dem Islam sind weiter verbreitet. Muslime sehen sich Hassbotschaften und Attacken ausgesetzt, klagen Verbände. Von Yuriko Wahl-Immel

Köln/Münster (dpa/iz). Vorbehalte gegenüber dem Islam in größeren Teilen der Gesellschaft, ein weit verbreitetes Negativbild, Angriffe auf Moscheen, auf Muslime – und mittendrin der Tag der Offenen Moschee. Schon zum 25. Mal laden die Moscheegemeinden in diesem Jahr bundesweit ein.

Bewusst am 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit, als Zeichen der Verbundenheit und Zugehörigkeit. Selbst ein Vierteljahrhundert nach Start der Initiative lassen sich die Probleme aber nicht ausblenden. Antimuslimische und rassistische Töne seien unüberhörbar geworden, sagt Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime. „Das bekommen wir Muslime richtig ab, auch mit Hassbotschaften und Attacken.“

Der Tag der Offenen Moschee war 1997 auf Anregung des ZMD ins Leben gerufen worden. „Das Konzept, sich offen allen Fragen zu stellen und Vorurteile möglichst auszuräumen, ist in beide Richtungen aufgegangen – für die Moscheegemeinden wie auch die Besucher“, bilanziert Mazyek. Allerdings: „Es ist kein Streichelzoo. Es kommen auch Personen mit sehr festgefahrenen Vorstellungen und geballten Vorurteilen. Das können dann sehr anstrengende Gespräche werden. Aber wir sehen auch immer wieder Bewegung und das ermutigt.“

Rund 5,5 Millionen Muslime leben in Deutschland. Zugleich hält sich Skepsis gegenüber dem Islam hartnäckig, wie Studien zeigen. So nimmt etwa dem aktuellen repräsentativen „Religionsmonitor“ der Bertelsmann Stiftung zufolge jeder zweite in Deutschland den Islam als Bedrohung wahr. Rund 13 Prozent wurden demnach 2019 als islamfeindlich eingestuft.

Mit Blick auf Ablehnung und hundertfache Angriffe auf Muslime und Moscheen im Jahr sieht Mazyek Rückschritte. Er hoffe, dass von einer neuen Bundesregierung „nicht nur Sonntagsreden zum Zusammenhalt kommen, sondern auch echtes Engagement für die Umsetzung von Gleichstellung und Gleichbehandlung des Islam in Deutschland.“

Seit 2007 organisieren die im Koordinationsrat der Muslime (KRM) zusammengeschlossenen mittlerweile sechs Islamverbände den Tag gemeinsam. Er sei „Türöffner“ und „das älteste und verbreitetste Öffentlichkeitsprojekt der Muslime in Deutschland“, unterstreicht der KRM in einem Magazin zum 25. Geburtstag. Man knüpfe Kontakte, wolle Zerrbilder korrigieren, Vertrauen schaffen

 Deutschland habe ein Problem mit Islamfeindlichkeit, zugleich spüre man aber auch ein steigendes Interesse am Islam. Dieses Jahr lautet das Motto „Moscheen gestern und heute“. Mehr als tausend Moscheegemeinden machen mit. Die bundesweite Auftaktveranstaltung findet in der Kölner Zentralmoschee der Türkisch Islamischen Union DITIB statt.

Die Christlich-Islamische Gesellschaft lobt das „niederschwellige“ Angebot. Der Moscheetag sei „ein Ankerpunkt, der es vielen Menschen ermöglicht hat, zum ersten Mal überhaupt eine Moschee zu betreten“, schildert eine Sprecherin. Kennenlernen, Begegnung und Wissenserwerb hätten eine große Bedeutung. Islam wie Christentum seien sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst.