Zukunft unserer Lebensmittelsysteme: Den Preis zahlen andere
„Die bestdokumentierten Fälle unlauterer Handelspraktiken stehen in Zusammenhang mit führenden Supermärkten, die im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Vormachtstellung im Lebensmitteleinzelhandel erreichten und die Machtverteilung in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten radikal verändert haben.“ (BASIC-Report, 2017) (iz). Der Einzelhandel ist die letzte Stufe in der Wertschöpfungskette. Er ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Anbau sowie Produktion und dem Konsum […]
14.02.2022 Sulaiman Wilms 7 Min. Lesezeit
Foto: EKH-Pictures, Adobe Stock
„Die bestdokumentierten Fälle unlauterer Handelspraktiken stehen in Zusammenhang mit führenden Supermärkten, die im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Vormachtstellung im Lebensmitteleinzelhandel erreichten und die Machtverteilung in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten radikal verändert haben.“ (BASIC-Report, 2017)
(iz). Der Einzelhandel ist die letzte Stufe in der Wertschöpfungskette. Er ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Anbau sowie Produktion und dem Konsum der Waren durch die VerbraucherInnen. Der Einkauf im globalen Supermarkt gibt uns die Sicherheit, im wiedererkennbaren Umfeld mit einem wiederkennbaren Sortiment eindecken zu können.
Dieses Modell und (sein weniger attraktiver Bruder) der Discounter waren vor Jahrzehnten nur eine von verschiedenen Formen des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland. Heute sind beide dominant. Andere Möglichkeiten des Einkaufs wie Direkterzeuger, Wochenmärkte oder der Feinkosthandel machen zwar die Mehrheit der Verkaufsstellen aus, müssen sich aber mit einer absoluten Minderheit bei den Marktanteilen begnügen. Experten gehen davon aus, dass Konzentration und Internethandel den unabhängigen Handel schwer unter Druck setzen wird. Das schlägt sich bei Filialen des Lebensmitteleinzelhandels nieder. Von 2009 bis 2019 ist deren Zahl um sieben Prozent auf 37.400 gesunken.
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