Reiseblog: Albanien zwischen Bunkern und Baukränen
Reiseblog Albanien: Zwischen den Bunkern der Hoxha-Diktatur und den Baukränen einer rasanten Gegenwart erzählt eine Fahrt von der Riviera bis Tirana von einem Land im Aufbruch – und vom Streit darüber, wem dieser Fortschritt gehört.
Grafik: Abu Bakr Rieger/Islamische Zeitung
(iz). Die Straße an der albanischen Riviera windet sich über dem Ionischen Meer entlang. Links das Wasser, klar und blau, es wirkt fast unbeweglich; rechts die kargen Berge, die steil zur Küste hinabfallen.
Wir fahren langsam, nicht nur wegen der Kurven. Diese Landschaft lädt immer wieder zu Unterbrechungen ein: einem Halt an einer Bucht oder zu einem Kaffee an einem Ort, an dem die Zeit weniger eilig vergeht. Bei Porto Palermo, südlich von Himarë, halten wir tatsächlich an.
Auf einer kleinen Halbinsel steht die dreieckige Festung, die meist Ali Pascha von Tepelena zugeschrieben und um 1800 datiert wird. Von außen ist sie ein vertrautes Bild der albanischen Küste: Steinmauern, Kanonenstellungen, Meerblick und ein Rest osmanischer Geschichte.
Doch was uns mehr beschäftigt, liegt auf der anderen Seite der Bucht. Am Fuß des Berges öffnet sich ein dunkler, unscheinbarer Einschnitt im Fels. Vom Meer aus wäre er kaum zu erkennen.
Es ist der Eingang zu einer militärischen Anlage, einem in den Berg getriebenen Marine- und U-Boot-Stollen – ein Bauwerk aus jener Zeit, als Albanien sich nicht nur politisch, sondern buchstäblich in seine Landschaft zurückzog.
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Ein Land, das sich eingrub
Die Geschichte dieses Tunnels führt in die fünfziger und sechziger Jahre zurück. Albanien war 1955 dem Warschauer Pakt beigetreten. In der Bucht von Vlora, an der Marinebasis Pasha Liman, entstand ein strategisch wichtiger sowjetisch-albanischer U-Boot-Stützpunkt im Mittelmeerraum. Sowjetische U-Boote lagen hier, albanische Besatzungen wurden ausgebildet, und für einen kurzen historischen Moment schien das kleine Land an der Adria Teil einer Großmachtordnung zu sein.
Dann kam der Bruch. Enver Hoxha hatte Albanien nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem stalinistischen Einparteienstaat geformt. Zunächst orientierte sich sein Regime an Jugoslawien, dann an Moskau, später an Peking.
Aber jede dieser Allianzen endete im Konflikt: der Bruch mit Jugoslawien 1948, das offene Zerwürfnis mit der Sowjetunion um 1960/61 und schließlich die Loslösung von China 1978.
Als die Sowjetunion ihr Personal und einen Teil ihrer militärischen Präsenz aus Albanien abzog, behielt Albanien mehrere so genannte U-Boote der Whiskey-Klasse. Für Hoxha war das ein symbolischer Erfolg: ein kleines Land, das sich gegen einen übermächtigen ehemaligen Verbündeten behauptet hatte. Zugleich war es der Beginn einer immer tieferen Isolation.
Der Tunnel von Porto Palermo entstand in dieser späteren Hoxha-Zeit als Teil einer umfassenden Militarisierung der Küste. Er sollte Schutz bieten, Verfügbarkeit sichern und Angriffen standhalten. Seine genaue Baugeschichte wird unterschiedlich erzählt: Angaben zur Länge, zu ausländischer Unterstützung und zur Kapazität schwanken je nach Quelle.
Unstrittig ist jedoch die Idee, die hinter dem Bauwerk steht. Ein Staat, der kaum noch Verbündete hatte, grub sich in Berge und Küstenfelsen ein. Heute ist das Gelände weiterhin militärisch geprägt und nicht frei zugänglich. Die U-Boote sind verschwunden. Geblieben ist ein schwarzer Einschnitt im Fels, der von einer Politik erzählt, die auf Sicherheit mit Abschottung setzte.
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Hoxha und Tito
Auf der Weiterfahrt drängt sich ein Vergleich auf, der auf unserer Balkanreise fast unvermeidlich ist: Enver Hoxha und Josip Broz Tito. Beide waren kommunistische Führer. Beide regierten autoritär. Beide prägten ihre Länder über Jahrzehnte. Und doch führten ihre politischen Wege in gegensätzliche Richtungen.
Hoxha stand von 1944 bis zu seinem Tod 1985 an der Spitze Albaniens. Seine Herrschaft machte das Land zu einem der am stärksten abgeschotteten Staaten Europas. Die Grenzen waren fast unüberwindbar, Kontakte ins Ausland verdächtig und das Reisen ein Privileg weniger Funktionäre.
Die Angst vor Invasion und Verrat wurde zur Staatsdoktrin. Zehntausende, wahrscheinlich Hunderttausende Bunker prägten das Land: kleine Betonpilze an Stränden, in Weinbergen, auf Berghängen, neben Dörfern und Straßen.
Tito dagegen brach zwar bereits 1948 mit Stalin, führte Jugoslawien aber danach nicht in die totale Abkapselung. Im Gegenteil: Das Land wurde zu einer prägenden Kraft der Bewegung der Blockfreien Staaten und öffnete sich vergleichsweise weit nach Westen.
Millionen Jugoslawinnen und Jugoslawen arbeiteten als Gastarbeiter in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Westliche Touristinnen und Touristen kamen an die Adriaküste. Jugoslawische Pässe ermöglichten etwas, das für Albaner fast unvorstellbar blieb: Mobilität.
Der Kontrast zeigt sich besonders deutlich im Verhältnis zur Religion. Hoxhas Regime erklärte Albanien 1967 zum ersten Staat, der sich offiziell als atheistisch verstand. Moscheen, Kirchen, Klöster und andere religiöse Orte wurden geschlossen, zerstört oder umgewidmet. Geistliche wurden verfolgt, inhaftiert oder hingerichtet.
Öffentliche Religionsausübung wurde unter Strafe gestellt; selbst das private Praktizieren des Glaubens war gefährlich. Diese Radikalität war im europäischen Staatssozialismus beispiellos.
Auch im sozialistischen Jugoslawien waren religiöse Institutionen staatlicher Kontrolle, Enteignungen und Repression ausgesetzt, vor allem in den frühen Nachkriegsjahrzehnten.
Aber Religion wurde nicht vollständig aus dem sozialen Leben verbannt. Katholische Gemeinden in Kroatien und Slowenien, orthodoxe Kirchen in Serbien und Montenegro sowie muslimische Gemeinschaften in Bosnien, Kosovo und Teilen Nordmazedoniens bestanden weiter – beobachtet, begrenzt, politisch eingehegt, aber nicht ausgelöscht. Wir lernen auf unserer Reise immer wieder Muslime kennen, deren islamische Ausbildung im ehemaligen Jugoslawien erfolgte.
Tito regierte einen vielschichtigen föderalen Staat. Hoxha strebte dagegen eine radikal säkularisierte und ideologisch gleichgeschaltete Gesellschaft an. Der Unterschied war nicht nur eine Frage von Liberalität. Es waren zwei unterschiedliche Antworten auf Macht, Vielfalt und Angst.
Foto: Abu Bakr Rieger/Islamische Zeitung
Tourismus und Erinnerung
Später reihen wir uns in eine Kolonne aus Autos, Reisebussen und Wohnmobilen ein, die sich durch Dhërmi und Himarë schiebt. Strandbars, Beachclubs, überfüllte Parkplätze, neue Apartmentanlagen und Baukräne bestimmen den Blick. Die Riviera wirkt an diesem Nachmittag bereits wie eine Zone des Massentourismus.
Die Symptome sind vertraut: verdichtete Bebauung, steigende Grundstückspreise, Druck auf Wasser und Abwasserentsorgung, überlastete Straßen, privatisierte Zugänge und Küstenabschnitte, die sich für Einheimische anders anfühlen als noch vor wenigen Jahren. Es wäre leicht, darüber den Kopf zu schütteln. Aber diese Kritik wäre unvollständig.
Wir waren in den neunziger Jahren schon einmal in Albanien, kurz nach dem Ende der Diktatur.
Damals war das Land eines der ärmsten Europas. Die Straßen waren schlecht, Stromausfälle gehörten zum Alltag. Die Läden waren leer oder schlecht versorgt. Viele Menschen sahen keine Zukunft im eigenen Land. Die Bilder überfüllter Boote, mit denen Albaner über die Adria nach Italien gelangen wollten, gehören bis heute zum Gedächtnis dieser Zeit.
Nach Jahrzehnten der Abschottung stand Albanien wirtschaftlich vor einem Neuanfang, ohne robuste industrielle Basis, mit schwachen Institutionen und wenig Kapital. Der Tourismus war deshalb nie bloß eine Lifestyle-Branche. Er wurde zu einer der wichtigsten Möglichkeiten, Devisen, Beschäftigung und Infrastruktur ins Land zu bringen.
Heute trägt der Tourismussektor erheblich zur albanischen Wirtschaft bei. Für 2024 weist die Weltbank einen Anteil von 26,4 Prozent am Bruttoinlandsprodukt und 20,4 Prozent an der Beschäftigung aus.
Im selben Zeitraum wurden rund 11,7 Millionen internationale Besuche gezählt, eine enorme Zahl für ein Land mit weniger als drei Millionen Einwohnern. Der Tourismus schafft Arbeit, Einkommen und neue wirtschaftliche Perspektiven. Er trägt zur Herausbildung urbaner Einkommensgruppen und einer neuen konsumorientierten Mittelschicht bei.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Albanien auf Tourismus setzen darf. Natürlich darf es das. Die Frage lautet, wer davon profitiert. Werden Küstenlandschaften geschützt? Bleiben Strände zugänglich? Entstehen Arbeitsplätze, die langfristig Perspektiven bieten? Werden lokale Gemeinden beteiligt?
Oder konzentrieren sich Grundstücke, Gewinne und politische Einflussmöglichkeiten bei wenigen gut vernetzten Akteuren? Erst an diesem Punkt wird Kritik notwendig.
Foto: Abu Bakr Rieger/Islamische Zeitung
Tunnel, Resort und Macht
Vor dem Llogara-Pass wird diese Ambivalenz sichtbar. Nahe Palasë liegt Green Coast, ein groß angelegtes Ressortprojekt mit Villen, Ferienwohnungen, Hotelangeboten und einem privaten, sorgfältig gestalteten Küstenabschnitt.
Entwickelt wird es von der BALFIN Group des Unternehmers Samir Mane, der häufig als reichster Mann Albaniens bezeichnet wird. Green Coast ist nicht einfach ein Hotelkomplex. Es steht für ein neues Modell der Riviera: geplante Ferienimmobilien, Service-Infrastruktur schaffen eine Küstenlandschaft, die zunehmend als internationale Anlageklasse dient.
Für manche bedeutet das Modernisierung, hochwertige Arbeitsplätze und eine neue Positionierung Albaniens auf dem europäischen Reisemarkt. Für andere bedeutet es den Verlust von Landschaft, öffentlichem Raum und lokaler Kontrolle.
Das Projekt ist seit Jahren umstritten. Kritiker werfen staatlichen Stellen vor, Investitionen privilegiert zu behandeln und Entscheidungen über Genehmigungen nicht transparent genug zu machen.
Gerade bei Projekten dieser Größenordnung sollte man jedoch sauber zwischen Beobachtung, politischer Kritik und juristisch festgestellten Tatsachen unterscheiden. Nicht jeder Vorwurf ist bewiesen; aber die wiederkehrende Frage nach Transparenz ist real.
Direkt neben dem Projekt verläuft der Llogara-Tunnel. Mit rund sechs Kilometern ist er der längste Straßentunnel Albaniens. Er wurde 2024 für den Verkehr freigegeben und soll die Verbindung zwischen Vlora und der Riviera erheblich beschleunigen.
Was früher eine lange, kurvenreiche Fahrt über den Pass war, wird nun zu einer deutlich schnelleren Passage. Für Reisende ist das komfortabel. Für die Riviera bedeutet es eine neue Entwicklungsstufe. Mehr Erreichbarkeit bringt mehr Gäste, mehr Immobilieninteresse und mehr Investitionsdruck.
Doch auch der Tunnel hat eine politische Geschichte. Die Sonderstaatsanwaltschaft SPAK ermittelte wegen des Vergabeverfahrens. Ende Oktober 2025 wurde Infrastrukturministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Belinda Balluku im Zusammenhang mit dem Vorwurf geführt, bei öffentlichen Ausschreibungen gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen zu haben.
Eine rechtskräftige juristische Bewertung lag damit nicht vor; der Fall war und ist Teil eines laufenden Verfahrens. Tunnel und Resort liegen offensichtlich nicht zufällig nebeneinander. Der eine steht für öffentliche Infrastruktur, der andere für privates Kapital.
Beide erzählen von einem Albanien, das sich öffnet, beschleunigt und neu erfindet. Beide werfen aber auch dieselbe Frage auf: Wer entscheidet, wie dieses Land sich verändert?
Die Flamingo-Revolution
Hinter dem Tunnel öffnet sich der Blick auf Vlora und die Bucht. In der Ferne liegen die Insel Sazan und die Landschaft um Zvërnec und die Narta-Lagune. Von oben sieht alles ruhig aus: das Licht über Wasser, die Feuchtgebiete und das Meer dahinter.
Die Szene ist Bühne für einen politischen Skandal: Auf Sazan und im Küstenraum von Zvërnec sind luxuriöse Tourismusprojekte geplant, die mit Jared Kushners Investmentfonds Affinity Partners verbunden sind.
Ivanka Trump trat dabei öffentlich als Unterstützerin und Gestaltungsfigur auf. Internationale Berichte bezifferten die Investitionen für die verschiedenen Vorhaben zusammen auf rund zwei Milliarden US-Dollar.
Befürworter sehen darin eine historische Möglichkeit: internationales Kapital und hochwertige Resorts sollen neue Perspektiven schaffen. Kritiker sehen etwas anderes.
Sie warnen vor Eingriffen in eine ökologisch sensible Küsten- und Feuchtlandschaft, die für Flamingos, Zugvögel und marine Lebensräume bedeutsam ist. Sie kritisieren außerdem Verfahren, in denen Genehmigungsfragen, Umweltprüfung und öffentlicher Zugang aus ihrer Sicht nicht transparent genug geklärt wurden.
Im Mai 2026 tauchten am Küstenabschnitt bei Zvërnec Zäune und Baumaschinen auf. Was zunächst wie eine lokale Auseinandersetzung wirkte, weitete sich rasch aus. Nach Konflikten zwischen Demonstrierenden und privaten Sicherheitskräften wurde aus dem Protest ein landesweites Symbol. Die Bewegung gab sich einen Namen, der die bedrohte Landschaft in ein politisches Bild verwandelte: Flamingo-Revolution.
Auf Plakaten in Tirana und in der albanischen Diaspora tauchte der entscheidende Satz auf: „Albania is not for sale.“ Der Slogan richtet sich nicht nur gegen ein Resort. Er bündelt eine tiefere Erfahrung: dass öffentliche Landschaft, politische Macht und privates Kapital in Albanien oft zu eng miteinander verbunden erscheinen.
Die Entscheidungen fallen schnell, bevor Öffentlichkeit und Gemeinden wirklich beteiligt sind. Das Versprechen von Wachstum, das für manche Menschen nach Aufbruch klingt, bedeutet für andere Verlust.
Von unserem Aussichtspunkt sehen wir nur die Lagune in der Nachmittagssonne. Doch in diesem Bild liegt die ganze Spannung eines Landes, das gelernt hat, wie wichtig Öffnung sein kann – und nun darüber streitet, welcher Weg in eine gute Zukunft für alle führt.
Foto: Abu Bakr Rieger/Islamische Zeitung
Ein Stellplatz zwischen Baukränen
Am Abend erreichen wir Tirana. Unser Stellplatz liegt mitten in einer Stadt, die sich mit atemberaubender Geschwindigkeit verändert. Überall wachsen Türme aus dem Boden. Kräne drehen sich noch in der Dämmerung. Baulärm reicht bis in die Nacht. Zwischen alten Häusern, improvisierten Geschäften und kleinen Gärten entstehen Glasfassaden, Wohnkomplexe und Bürogebäude.
Der Besitzer des Stellplatzes erzählt, dass sein Grundstück bald verkauft sein wird. Ein Bauträger plant einen Neubau. Wir fragen halb im Scherz, ob er nun reich werde. Er lacht und schüttelt den Kopf. „Erst in zehn Jahren“, sagt er.
Dann, so erzählt er, solle er als Ausgleich eine Wohnung in dem Gebäude erhalten, das hier entstehen wird. Das Geld fließt nicht sofort, sondern der „Verkäufer“ erhält ein Versprechen auf Eigentum in der Zukunft. Eine Wohnung an der Stelle, an der heute noch Wohnmobile stehen und Gäste ihre Stühle zwischen Staub und Baustellenlärm aufstellen.
Es ist eine kleine Geschichte, aber sie erzählt viel über Tirana. Die Stadt wird nicht einfach gebaut. Es wird getauscht, verhandelt, verdichtet und spekulativ investiert. Alte Quartiere verschwinden nicht von heute auf morgen. Sie werden in Zukunftswerte übersetzt. In den Cafés hört man hin und wieder über den Verdacht, es könnte sich um eine riesige Immobilienblase handeln.
Blick nach vorn
Später sprechen wir mit einem jungen Mann, der in Deutschland studiert hat und heute für ein albanisches Bauunternehmen arbeitet. Vielleicht baut seine Firma an einem jener Türme, die wir vom Stellplatz sehen.
Er spricht offen über Korruption, Vetternwirtschaft und die enge Verbindung von Politik und Geschäft. Über all das, was auf unserer Fahrt immer wieder sichtbar geworden ist. Und doch klingt er nicht resigniert.
Seine Generation, sagt er, habe die Kriege der neunziger Jahre nicht mehr selbst erlebt. Sie kenne die Armut und Isolation der Hoxha-Zeit aus den Geschichten der Eltern und Großeltern, nicht aus eigener Erfahrung. Europa sei für ihn kein fernes Versprechen, sondern ein konkreter Horizont.
Albanien erhielt 2020 grünes Licht für EU-Beitrittsverhandlungen. Formell begannen sie mit der ersten Regierungskonferenz im Juli 2022. Die Regierung in Tirana verfolgt das Ziel, die Verhandlungen bis Ende 2027 abzuschließen.
Ein tatsächlicher EU-Beitritt wäre damit allerdings nicht automatisch erreicht. Er hängt weiterhin von Reformen bei Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung ab—und letztlich von der Zustimmung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Bunker und Baukräne. Der Bunker steht für die Angst eines Staates, der glaubte, nur durch Abschottung überleben zu können. Der Baukran steht für das Gegenteil: für Öffnung, Wachstum, Geschwindigkeit und die Hoffnung, endlich aufzuholen. Aber auch für die Gefahr, dass Fortschritt zu etwas wird, das über Menschen und Landschaft hinweggebaut wird.
Albanien entwickelt sich mit großer Geschwindigkeit. Die nächste Aufgabe besteht darin, die Zukunft so zu gestalten, dass nicht nur Investoren, Reisende und politische Eliten davon profitieren—sondern auch jene Menschen, die unter den neuen Türmen leben, an den Stränden arbeiten und auf die Lagunen blicken, bevor sie verändert werden.
Link zur Kampagne: https://commonsplace.de/project/balkan
