Medien fehlt direkte Anschauung: Rückblick auf Berichterstattung zum Ramadan 2023
Berichterstattung: Dehydrierte Kinder, gewalttätige Palästinenser, gerissene Islamisten: Wenn deutsche Medien über den Ramadan berichten, erfährt man oft wenig über die Fastenzeit der Muslime; dafür umso mehr über den Kompetenzmangel in Redaktionen.
05.05.2023 Fabian Goldmann 5 Min. Lesezeit
Öffentliches Fastenbrechen auf dem Gelände der Berliner Sehitlik-Moschee. (Foto: Ömer Sefa)
(iz).„Gläubige verzichten zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken“. Dazu Bilder aus Pakistan und Afghanistan. Viel mehr fiel der Tagesschau-Sprecherin auch in diesem Jahr nicht zum Ramadan ein. Dass das Thema auch etwas mit Millionen Deutschen zu tun hat, erfuhr das Publikum ebenso wenig, wie dass der muslimische Fastenmonat dann doch mehr ist als eine kollektive 30-Tage-Diät.
Damit ist die Tagesschau nicht allein. Trotz mittlerweile fünf Millionen Deutschen, die zum Ramadan fasten (laut einer Studie des BAMF), ist die Berichterstattung vieler Medien zum Thema so schlecht wie eh und je. Mit einer Mischung aus Ignoranz, Unwissen, Exotismus, Vorurteilen und rechten Verschwörungstheorien zeigen viele Redaktionen zum Ramadan exemplarisch, was in der deutschen Islamberichterstattung ganz allgemein schiefläuft.
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