Der Koran im „Divan“ (1) – über Goethes Begegnung

Goethe war sich der Problematik von Übersetzungen des Koran sehr bewusst. Sein Divan ist auch Annäherung.

19.04.2023 Serdar Aslan 10 Min. Lesezeit
Goethe Koran Divan

Bild: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein | Lizenz: gemeinfrei

„Durch Herder wurde Goethe frühzeitig, womöglich schon im Straßburger Winter 1770/71, zur Lektüre des Korans veranlaßt. Bald stoßen wir auf Zeugnisse ungewöhnlicher innerer Anteilnahme am Islam und am Propheten Mohammed. Damals wurde der Grund gelegt zu jener Wertschätzung des Korans, die in Goethes Altersjahren der West-östliche Divan bekundet, das Werk, in dem Islam und Koran auf unvergleichliche Weise geehrt werden.“ Katharina Mommsen

Der Koran „in einer klaren arabischen Sprache“

Der Koran, das heilige Buch der Muslime, ist nach islamischer Auffassung das unmittelbare Wort Gottes. Er wurde dem letzten Propheten Muhammad über einen Zeitraum von 23 Jahren (610-632 n. Chr.) herabgesandt. Der Koran wurde „in einer klaren arabischen Sprache“ offenbart. Wie der erste Vers „Lies/Trage vor! Im Namen deines Herrn“ impliziert, wurde der Koran zunächst mündlich vorgetragen, dann aber parallel dazu systematisch memoriert und schriftlich fixiert.

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