Die „Beutetürken“: Eine Migration der ganz eigenen Art
Das obige Bild zeigt die „Türckische Cammer” in Dresden. Sie ist eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen osmanischer Kunst außerhalb der Türkei. Anders als die zweitgrößte Sammlung in Deutschland, die sogenannte „Karlsruher Türkenbeute“ (Markgraf Ludwig von Baden, Spitzname „Türkenlouis“, war erfolgreicher Oberbefehlshaber der habsburgischen Armee) ist sie von August dem Starken weniger in Kriegen erbeutet worden, […]
21.03.2022 .Redaktion 6 Min. Lesezeit
Foto: D. Pinzer, Staatl. Kunstsamml. Dresden
Das obige Bild zeigt die „Türckische Cammer” in Dresden. Sie ist eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen osmanischer Kunst außerhalb der Türkei. Anders als die zweitgrößte Sammlung in Deutschland, die sogenannte „Karlsruher Türkenbeute“ (Markgraf Ludwig von Baden, Spitzname „Türkenlouis“, war erfolgreicher Oberbefehlshaber der habsburgischen Armee) ist sie von August dem Starken weniger in Kriegen erbeutet worden, als auf diplomatischem Weg oder durch gezielte Ankäufe entstanden. August liebte es, sich als Sultan zu kleiden und sich mit orientalischem Prunk zu umgeben. Im Verhältnis zum großen osmanischen Reich war das Königreich Sachsen eher provinziell – aber zu Beginn des 18. Jahrhunderts konnte man sich auch hier den Luxus des Orients leisten.
Für uns steht dieses Bild für einen Wendepunkt in den sogenannten Türkenkriegen. Diese Epoche dauerte von 1453 (Eroberung von Konstantinopel) bis zum Friedensschluss 1699. In dieser Zeit gelten „die Türken“ („Sarazenen“ verschwindet aus dem Sprachgebrauch und „Türke“ wird zum Synonym für Muslime) als Bedrohung und Feinde. Der Wendepunkt der Auseinandersetzungen kam 1683, als die Osmanen vor Wien zurückgeschlagen wurden.
Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)
Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.
Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.
Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.
* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.