Hitze in Deutschland: Was findet sich in der islamischen Lebenspraxis?

Hitze in Deutschland hat ihre eigene Chronik: Flirrende Straßen, aufgeheizte Fassaden und das leise Surren der Ventilatoren in den Büros.

24.06.2026 Sulaiman Wilms 4 Min. Lesezeit
hitze islam

Foto: Adobe Stock

(iz). Während Wetter-Apps vor „gefühlten 35 Grad“ warnen, wirkt es beinah beiläufig, wenn der Qur’an daran erinnert, dass Kleidung nicht nur Zierde, sondern auch Schutz ist: „Kleider, die euch vor der Hitze schützen.“

Darin steckt mehr Lebenskunst, als eine flüchtige Meldung über den nächsten Hitzerekord verraten würde.

Aus islamischer Perspektive betrachtet, beginnt man den Sommer mit der Grundhaltung, dass der Körper anvertraut ist und nicht beliebig verfügbar. Hitze ist demnach kein Feind, den es niederzukämpfen gilt, sondern eine Kraft, mit der man sich arrangiert.

Im Alltag des Propheten Muhammed, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, fand dies eine konkrete Form. Überliefert ist etwa der Rat, das Mittagsgebet bei großer Hitze hinauszuzögern, „denn die starke Hitze ist von der Glut der Hölle“. 

Dies ist keine meteorologische, sondern eine geistige Erklärung: Der Mensch nimmt das Wetter nicht nur physisch, sondern auch spirituell wahr. Er reagiert mit Anpassung statt mit Trotz. Die Praxis der „Qailulah“, des kurzen Mittagsschlafs, gehört genau in diesen Zusammenhang: Ruhe im heißesten Teil des Tages, Arbeit in die kühleren Randstunden verlagern.

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