Kann unsere Ökonomie die Natur respektieren?

Unsere heutige Ökonomie belastet nicht nur Menschen, sondern auch die Natur. Finden sich Alternativen in der Tradition?

02.07.2026 .Redaktion 6 Min. Lesezeit
ökonomie natur

Foto: imago images

(Renovatio). Die Insel Misali, die zum Sansibar-Archipel im Indischen Ozean gehört, ist ein wunderbares Beispiel dafür, welche bemerkenswerte Rolle religiöse Werte bei der Bewältigung der Krise spielen können, mit der unsere Natur konfrontiert ist. Von Waleed El-Ansary

Das Korallenriff, das das mehrheitlich unbewohnte Eiland umgibt, beherbergt eine reiche Vielfalt an Fischen und Schildkröten und sichert den Menschen auf der benachbarten Insel Pemba, deren Einwohner zu über 95 Prozent muslimisch ist, ihren Lebensunterhalt. 

Doch die wachsende Bevölkerung und schwindende Fischbestände veranlassten die Fischerleute dazu, verzweifelte und nicht nachhaltige Fangmethoden anzuwenden, um ihre Fangmengen aufrechtzuerhalten – darunter das Fischen mit Dynamit und den Einsatz von Schusswaffen.

Obwohl solche zerstörerischen Methoden die Korallen beschädigten und den lokalen Arten schadeten, hatten staatliche Verbote praktisch keine Wirkung. Religiöse Führer vor Ort trugen dazu bei, eine nachhaltige Fischerei und ein reichhaltiges Unterwasserleben auf der Insel wiederherzustellen, indem sie islamische Lehren zum Thema Naturschutz hervorhoben.

Den Fischern war es offensichtlich nicht gelungen, die Inhalte des Qur’ans über die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur zu verstehen und auf ihre Fangmethoden anzuwenden, sodass lokale Autoritären sie ermahnen mussten, um ihre selbstzerstörerischen Praktiken zu korrigieren.

Als gläubige Muslime trugen sie bereits in ihren Herzen und Gedanken ein in der Spiritualität verwurzeltes Naturbewusstsein in sich, das die Führer durch Ratschläge aus den Lehren des Qur’ans konkretisieren konnten.

IZ+

Weiterlesen mit dem IZ+ (Monatsabo)

Mit unserem digitalen Abonnement IZ+ – Onlineabo, Kombi Print & IZ+ or Das IZ-Förder-Abo können Sie weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews abrufen. Gegen einen Monatsbeitrag von 3,50 € können Sie das erweiterte Angebot der Islamischen Zeitung sowie das ständig wachsende Archiv nutzen.

Abonnenten der IZ-Print sparen beim IZ+ Abo 50%.

Wenn Sie bereits IZ+ Abonnent sind können Sie sich hier einloggen.

* Einfach, schnell und sicher bezahlen per Paypal, Kredit-Karte, Lastschrift oder Banküberweisung. Das IZ+ Abo verlängert sich automatisch um einen Monat, wenn es nicht vorher gekündigt wurde. Sie können ihr bestehendes Abo jederzeit auf der Mein Konto-Seite kündigen.